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| Ablieferung | Datum: | 18. September 1956 | Ort des Anlasses: | Münchenstein | |
| Taufe: | Datum: | 10.Oktober 1956 | Ort des Anlasses: | Zug | |
| Historisch: | Datum: | 30. April 2009 | Ort des Anlasses: | Erstfeld | |
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Ausgangslage |
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Mit meinem Beitritt zu SBB Historic kam auch die Ae 6/6 11411 in mein engeres Blickfeld. Ich sollte mit der Hilfe meiner Kollegen die Lokomotive in einen musealen Zustand versetzen. Nach ihrem langjährigen Einsatz traf die Lokomotive am 30. April 2009 in Erstfeld ein. Auf dieser Fahrt zog die Lok im Bestand von SBB Cargo noch ein letztes Mal einen fahrplanmässigen Güterzug nach Erstfeld. Somit konnte für die Lok 62205 als letzte Zugsleistung verbucht werden. Die Zukunft sollte nach mehreren Millionen Kilometern der Museumslokomotiven gehören. Auf dem Tacho waren nur die letzten 6 Ziffern zu sehen. Er stand auf 583'208 km. Im Lokdepot Erstfeld wurde sie danach abgestellt und formell an SBB Historic übergeben. Noch am gleichen Tag wurde sie durch Vertreter vom Team Erstfeld einer ersten augenscheinlichen Kontrolle unterzogen. Bei dieser Kontrolle wurden der Kasten, die Führerräume und der Maschinenraum einer gründlichen optischen Kontrolle unterzogen. Keine Schraube wurde nicht betrachtet, man wollte schliesslich sicher sein. Der Farbanstrich der Lokomotive war vom jahrelangen Einsatz gezeichnet und wies diverse Spuren aus der Vergangenheit auf. Schmutzablagerungen im Bereich wo vor Jahren die Warnfolien des Seetals montiert waren, zeichneten den Kasten ebenso, wie die Abplatzungen der Farbe, welche darunter leichte Rostspuren erkennen liessen. Es war klar zu erkennen, dass hier sicherlich noch ein paar Stunden Arbeit anstehen würden. Wie bei allen Ae 6/6 fehlten die seitlichen Wappen und die Taufanschriften. Eine historische Lok ohne diese war aber klar undenkbar. Daneben waren die vollständig angebrachten Chromstreifen in einem erbärmlichen Zustand und bedurften einer dringenden Erneuerung. Stellenweise war nicht mehr zu erkennen, dass es sich einmal um einen Schmuck gehandelt hatte. Auch das Frontwappen war stark ausgeblichen. Trotz allem war die Lok aber auf diesen ersten Blick in einem guten Zustand. Wie sich der technische Zustand zeigen sollte, war dabei jedoch noch nicht vollständig gesichert. Die Luftanlagen schienen bei der Inbetriebnahme dicht zu sein und auch sonst trat nirgends Öl aus. Nur was bisher noch nicht geschehen war, sollte am folgenden Samstag noch erledigt werden, die Probefahrt.
Bei dieser Probefahrt wurden keine Mängel festgestellt. Die Lok lief ruhig, ohne irgendwie schlagende Geräusche von sich zu geben. Das hiess, die Räder waren rund genug um noch ein paar Jahre verwendet werden zu können. Die erste Fahrt führte durch den Bahnhof Erstfeld. Dabei wurden die einzelnen Ströme der Fahrmotoren genaustens beobachtet. Klar lies sich der Maschinenmeister diese erste Fahrt nicht entgehen. Es deute nichts auf einen Defekt hin. Am Zielgeleise angekommen, wurde die Lokomotive geerdet, so dass auch Teile im Hochspannungsbereich betrachtet werden konnten. Erst jetzt konnte sie einem genauen Augenmerk unterzogen werden. Die Verschleissteile, wie Kohlen, Kollektor und Hüpfer wurden genau kontrolliert. Gerade die Kollektoren zeigen deutlich, ob sich etwas Metallisches darauf bewegt hatte und ob es hier in Zukunft Probleme geben könnte. Doch ausser kleinen Laufspuren war nicht viel zu erkennen. Solche Laufspuren waren nach so langem Einsatz nicht gänzlich überraschend. Ja es gab sogar Triebmotoren die ohne jegliche Beanstandung waren. Ähnlich sahen auch andere Teile aus. Die Lok war gebraucht, aber sonst in einem guten Zustand. Die Fotografen, die den Fitnessfahrten beiwohnten waren von der neuen Lok beeindruckt, auch wenn sie noch in altem „Glanz“ dastand. In welchem Rahmen die Aufarbeitung ausfallen wurde, wusste zu diesem Zeitpunkt keine der anwesenden Personen. Anschliessend kehrte die Lok ein letztes Mal für längere Zeit ins Depot Erstfeld zurück. Zwischen den grossen Berühmtheiten, wie der Ce 6/6 II und der Ae 6/6 „URI“ stand sie da. Noch fehlte die Kontrolle unterhalb der Lokomotive, die nur auf einer Grube erfolgen konnte. Einige Schwächen fand man da, denn die Kasten der Getriebe waren nicht mehr ganz dicht. Hier kann aber kein grosser Fehler vermutet werden, aber nach all den Jahren waren die Dichtungen mürbe geworden und liessen nun etwas Öl durch. Es sollte für viele Wochen die letzte Fahrt dieser Lokomotive bleiben. Die Ae 6/6 11'411 verschwand aus den Augen der Öffentlichkeit. Nun oblag es SBB Historic die benötigten Gelder zu sprechen. Erst nach diesem Entscheid kam überhaupt eine Aufarbeitung in Frage. Zu allererst sollte die Lok aber vom Schmutz befreit werden, eine Reinigung stand an.
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Das Team wurde gebildet |
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Eine der ersten Aufgaben des Maschinenmeisters war die Suche nach einem Team. Dieses sollte aus Freunden und aus Mitgliedern von SBB Historic Erstfeld gebildet werden. Dieses Team sollte sich für die Aufarbeitung verantwortlich zeigen. Es waren deshalb Leute gesucht, die anpacken wollten und die handwerkliches Geschick an den Tag legen konnten. Klar konnte das Team endlos erweitert werden, doch es sollte ein kleiner Haufen bleiben, denn zu viele Leute konnten kaum an die Lok gestellt werden. Die Leitung dieses Teams oblag jedoch dem Maschinenmeister. Die Suche nach Helfern war nicht so schwer wie befürchtet, so dass schnell ein Team gebildet werden konnte. An dieser Stelle möchte ich deshalb nicht vergessen, das Team namentlich zu erwähnen, denn die Aufarbeitung war nur durch die Hände von vielen freiwilligen Leuten möglich. Es soll auch ein Dank an die Freunde sein, die sich dazu bereit erklärten mir zu helfen.
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| Bruno Lämmli | Maschinenmeister und Leitung des Teams 11411 | ||||
| Pascal Mangold | Maschinenmeister der 11402 und Stellvertreter | ||||
| Thomas Ruch | Personalleiter SBB Cargo | ||||
| Ewald Berchtold | Leiter Team Erstfeld und Kontakt zu SBB Historic | ||||
| Hanspeter Kläfiger | Lokführer SBB Historic | ||||
| Remo Bussola | Handwerker Depot Erstfeld (zukünftig Lokführer in Zürich) | ||||
| Reto Gisler | Lokführer SBB Personenverkehr (Mitglieder der Urner Eisenbahn Amateure) | ||||
| Kurt Wolf | Engagierter Freund der Eisenbahn (Mitglieder der Urner Eisenbahn Amateure) | ||||
| Beat Gamma | Freunde der Re 6/6 | ||||
| Stefan Wermelinger | Freunde der Re 6/6 | ||||
| Zum Schluss noch einmal meinen herzlichsten Dank an die Freunde, die mir bei diesem Projekt geholfen hatten.
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Die Reinigung an historischer Stelle |
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Am 21. November 2009 sollte die Lokomotive endlich die ersten Schritte der Aufarbeitung erfahren. Dazu sollte die Lokomotive durch das Team und einige Mitglieder von SBB Historic in die Waschanlage des Depots Erstfeld gestellt und dort vom Schmutz befreit werden. Eine Reinigung an historischer Stätte, denn die Anlage wurde seinerzeit extra für die ersten Ae 6/6 erstellt und nun sollte die neue Museumslokomotive Einzug halten. Um 12 Uhr begann die Aktion mit einer kurzen Fahrt der 11411. Sie fuhr mit eigener Kraft bis auf die Schiebebühne. Dort war dann für die Lok Schluss, die weiteren Fahrten erfolgten nicht mehr in eigener Kraft, denn nun ging es zur Wäsche. Es war Zeit, sich vom Schmutz zu verabschieden, denn das Ziel war klar, es soll ein Erfolg werden. Bis anhin war weder das Team noch die restlichen Leute anwesend. Da niemand wusste, wie man die Waschanlage bedient, musste der Maschinenmeister sich einer kurzen Schulung unterziehen. Dabei lernte er, wie man die Anlage bedient, sich schützt und dass das Reinigungsmittel nicht gerade harmlos ist. Neu zum Reinigungstrupp hinzu gestossen ist ein Mitglied des Teams. Zu zweit war es dann auch möglich, die Lokomotive in die Anlage zu stellen. Die Lok verschwand schmutzig in einem Tor. Da es keine Fahrleitung gab, wurde die Hilfe des Depottraktors in Anspruch genommen. Langsam schob dieser die Lok durch das enge Tor. Viel Platz war da nicht mehr. Aber, es war nicht die erste Ae 6/6, die durch dieses Tor fuhr, also muss es passen und es passte. Die Lok passt ohne Schaden in die Anlage. Da der Traktor nicht gewaschen werden sollte, verschwand er wieder in der Remise. Es sollte nun dem Schmutz an den Kragen gehen. Da die alte Anlage schon mit Störungen zu kämpfen hatte, wurde das Reinigungsmittel von Hand an die Lok gesprüht. Wobei Reinigungsmittel etwas untertrieben ist, denn zum waschen einer Lokomotive verwendet man Phosphorsäure. Nur so, kann man dem hartnäckigen Schmutz zu leibe rücken. Es empfiehlt sich nicht für ein Auto, aber wir haben es ja mit einer Lok zu tun und da wird etwas anders gearbeitet.
Nach dem Einsprühen musste dann gewartet werden, bis die Säure ihre Arbeit getan hat. Eine Zeit, die man nutzen konnte um sich auf die eigentliche Reinigung vorzubereiten. In der Waschanlage machte sich langsam ein merkwürdiger Geruch breit, denn die Säure tat ihre Arbeit. Die tapferen Mannen des Reinigungstrupps rüsteten sich indessen auf, denn jetzt sollte der anstrengende Teil erledigt werden. Mit verdünnter Säure und einem Besen ging es an die Lok. Jeder hatte eine Seite vor sich. Mit aller Kraft wurde die Lokomotive geschruppt. Die weissliche Emulsion wurde zusehends braun. Der Schmutz löste sich. Die Besen, die Säuredämpfe und die anstrengende Arbeit machten das Leben nicht einfacher. Doch es nahte Entlastung und ein weiteres Teammitglied stiess zum kleinen Trupp.
Abgeschlossen wurde dann der Schritt zwei mit der letzten Front. Die Lok war soweit geschruppt. Jetzt ging es an die Neutralisation der Säure. Jetzt kommt der Vorteil der Phosphorsäure, denn diese kann mit Wasser neutralisiert werden. Die Lok musste also nur noch gewaschen werden. Erst jetzt kam die Waschanlage zum Einsatz. Das Kommando hiess „Wasser marsch“. Mit den Düsen wurde die Säure neutralisiert und zugleich abgewaschen. Es war der angenehmste Teil der Arbeit, denn es musste nur der Schlitten mit den Düsen bedient werden. Mehrere Durchgänge später waren die Seiten gewaschen und eine Lok zeigte sich wieder. Noch fehlten die Fronten. Die konnte man nur mit dem Hochdruckreiniger waschen.
Die letzten Reste der Säure verschwanden mit dem Schmutz im Abfluss. Nach den beiden Fronten ging es dem Laufwerk noch an den Kragen, die Lanze des Hochdruckreinigers sorgte dafür, dass auch hier der Schmutz verschwand. Die Arbeit konnte nun bewundert werden. Tatsächlich, die Lok war grün. Nur, vom ursprünglichen Glanz der Lok war nichts mehr zu sehen. Die Chromstreifen waren nicht mehr zu retten, die mussten neu verchromt werden. Nun wurde wieder die Hilfe des Depottraktors in Anspruch genommen. Dieser sollte die Lok aus der Anlage ziehen. Erstmals sollte sie sauber im Tageslicht zu bewundern sein. Langsam zog der Traktor die 11411 auf die Schiebebühne und somit wieder unter den Fahrdraht. Noch sollte sie aber nicht alleine fahren können, denn sie musste noch seitlich verschoben werden.
So auf der Schiebebühne konnte die Lok erstmals bewundert werden. Es war Zeit, sich ein genaueres Bild zu machen. Der Traktor noch schnell wegstellen und sich dann genauer um die Farbe kümmern. Noch feucht macht die Lok einen guten Eindruck. Näher betrachtet konnte man sich aber nicht mehr an Chrom und anderen schmucken Dingen erfreuen. Man erkannte beim näheren Hinsehen, wie der Zahn der Zeit an der Lok genagt hatte. Stellen mit Rost, Chrom, der zu Kupfer wurde und anderer Details waren zu finden. Es sollte in Zukunft noch viel Arbeit anstehen. Doch, bis jetzt ist es nur die 11411, denn die Spuren der Wappen und der Schriftzüge sind verschwunden. Sehen Sie selber, denn das sind die ersten Bilder der sauberen 11411.
Nun hiess es warten, denn noch fehlten die Wappen und ein Entscheid aus Bern. Das Team, steht bereit, die Lok ist gewaschen und nun geht es an die Aufarbeitung. Ach ja, ich hätte es beinahe vergessen. Die Frontfenster waren dicht und die erste Reparatur wurde nötig. Eine Glühbirne hat sich verabschiedet. Die konnte schnell gewechselt werden, und so war wieder ein normales Signalbild möglich. Schliesslich war an der Aargau auch schon mal ein Stern erloschen.
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Die Wappen sind gekommen |
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Am 14. Dezember 2009 erhielt das Team ein Weihnachtsgeschenk, denn die lange ersehnten Wappen waren endlich in Erstfeld eingetroffen. Nun stand eigentlich nichts mehr im Weg, dass aus der Ae 6/6 11'411 wieder das werden sollte, was sie einst war. Die Zug, die Züge zog. Ein weiterer Meilenstein in der Aufarbeitung war geschafft. Das Team hatte auch das Zubehör, wie Buchstaben und Typenschilder bekommen. Nur, Depotschilder gab es noch nicht und es war auch nicht sicher, ob die Lok in Erstfeld bleiben wird. Eine erste Kontrolle ergab das, was man schon immer erwartet hatte, die Wappen waren verschmutzt und mussten zuerst gereinigt werden. Bereits wurden erste Gedanken über die bevorstehende Montage geäussert. Nur, wer montiert schon schmutzige Wappen an eine saubere Lokomotive? Zudem, wie soll man diese montieren, wenn sie dann zur Aufarbeitung wieder entfernt werden müssen? Müsste man nicht zuerst die Termine bei der Aufarbeitung festlegen? Fragen, die auf die Schnelle nicht beantwortet werden konnten. Letztlich standen zwei Varianten zur Verfügung. Man montiert die Wappen wie früher und spätestens im Herbst sind sie dann von jenen gestohlen worden, die vehement die Wappen forderten. Sicher keine brauchbare Lösung, denn die Wappen sind dazu zu wertvoll und leichtsinnig soll man bei aller Freude nicht werden. Diese Idee musste deshalb schnell verworfen werden. Nur, war man damit noch nicht am Ziel. Man sichert die Wappen gegen Diebstahl. Die „Romont“ hatte es ja gezeigt, dass das geht, nur konnte man dort die Wappen nicht mehr entfernen. Auch jene, die das machen sollten kapitulierten vor den speziellen Muttern. Nicht zu denken, wie peinlich das für das Team sein muss, wenn das passieren würde? Die Aufarbeitung wäre in Gefahr, nur weil man vorschnell die Wappen montierte. Auch diese Lösung wäre nicht praktikabel. Man stand vor einem Dilemma. Stellt man die Fotografen, die ja nichts zahlen, zufrieden und legt sich mit den Geldgebern an, oder lässt man die Wappen dort, wo sie sind. Anders sah es bei den Typenschildern aus. Diese hatten die falsche Farbe und mussten zuerst aufgearbeitet werden. Rote Schilder an einer grünen Lok sehen scheusslich aus. Ebenso neue Schilder an einer alten Lok. So standen erneute Verzögerungen an. Beim ersten regulären Teamtreffen im Winter war die Lok, nicht verfügbar, denn an diesem Tag stand die 11'411 in Bellinzona im Industriewerk und wartete auf den gebrachten Wagen.
Die Zeit verging und eigentlich hätte man ja geplant gehabt, die Wappen mit den Schildern im März zu montieren. So wäre die Lok im April mit Wappen und Schildern aus der Remise gefahren. Nur, die richtig eingefärbten Typenschilder mussten zuerst her. Auch der Termin konnte nicht gehalten werden, da das Team Historic damit beschäftigt war, die anderen Lokomotiven wieder in Schwung zu bringen. Vielleicht hat ja der Osterhase an das Team in Erstfeld gedacht und schenkt ihm montierte Wappen. Nur, so wie der Osterhase keine Eier legt, so klar war, dass die Zeit nicht reichte, um im März auch noch die Wappen zu montieren. So kam es halt, dass die 11’411 an Ostern, also im April, ohne die geplanten Wappen und Schilder aus der Remise entlassen wurde. Sehr zum Missfallen der Fotografen. Nur, die Arbeiten werden durch Freiwillige geleistet, die immer einen freien Samstag im Monat opfern, um die Freude an der Eisenbahn zu geniessen. Keiner erhält Geld dafür, dass er an den Fitnessfahrten teilnimmt und niemand zahlt dafür, dass er davon Bilder machen darf. Es kostet niemandem etwas, nur die Leute vom Team Historic opfern dafür noch wertvolle Freizeit. Bei der Suche nach dem Team für die 11'411 winkten jene ab, die später die fehlenden Wappen bemängelten. Im Sommer plante man dann einen Taufakt im internen Rahmen. Dann sollten die Wappen und Schilder dran, zumindest für rund 4 Monate. Dann würden die Wappen wieder entfernt, und die Lok in Erstfeld remisiert. Ein riesiger Aufwand für wenige Monate, ob sich das wirklich lohnt? Ich bezweifle, dass bei all den Diskussionen dran gedacht wurde, dass niemand ein Firmenschild montiert, wenn die Firma noch im Rohbau ist.
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Erste Entscheide werden gefällt |
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Als die 11'411 in Bellinzona, die Luft des Industriewerkes einatmete und dort immer wieder verschoben wurde, kamen erste Zweifler schon mit der Frage, steht die dort zum Abbruch? Andere wiederum hofften vermutlich, dass die Lok in neuem Glanz aus den heiligen Hallen entlassen wird. Wer es realistischer sah, meinte, dass es nun Zeit wurde, die wichtigen Entscheidungen zu fällen. So reisten die Verantwortlichen Leute von Bern ins Urner Reusstal und statteten im Februar 2010 dem Depot Erstfeld einen Arbeitsbesuch ab. Die Themen waren für engagierte Erstfelder von Bedeutung, denn was passiert mit den Teil Schrott auf dem Sockel und wie geht es mit der 11'411 los. Die Sitzung sollte die Richtung vorgeben und so könnte man starten. Jetzt war Verhandlungsgeschick gefragt. Als Maschinenmeister war es mir eine ehre, der Diskussion um die 11'411 bei zu wohnen. Die Ideen von Seite Erstfeld waren klar, wir würden eine Hauptrevision R3 vorsehen und so eine wunderbare Lok erhalten. Nur war uns auch klar, die Finanzen sind dazu wohl zu gering, aber wer weiss, vielleicht würden wir überrascht werden. Wunder soll es bekanntlich immer wieder geben und warum sollte nicht auch der 11'411 eines zustehen? Es zeigte sich schnell, die R3 war nicht zu verwirklichen, man musste nach anderen Lösungen suchen. So wurde dann definiert, wie die Lok aussehen soll. Die Bilder von den Chromstreifen mussten das zeigen, was man nicht live sehen konnte. Der Chrom war weg und damit jeglicher Glanz an der Lokomotive. Es muss viel investiert werden. Technisch war die Lok gut, sie hatte zwar ein paar Abnützungen, die vom Betrieb her rührten, aber nicht Sorgen bereiteten. Die Sitzung fand auf einem guten Level statt. Es konnten Ideen eingebracht werden und man fand offene Ohren. Die Lok, die im grünen Farbkleid erhalten bleiben soll, soll zu einem Schmuckstück werden. Dabei seien die finanziellen Mittel beschränkt. So würden für das Jahr 2010 gerade einmal 20'000 Franken bereit stehen. Dieser Betrag würde jedoch für den neuen Chromschmuck drauf gehen, das war klar. Auch die Lampen wurden zum Thema. Bleiben diese, so wie sie sind, oder werden wieder die ursprünglichen Lampen montiert und wie kommt man zu diesen Lampen? Unten schien die Sache schnell lösbar zu sein, aber die oberen Lampen mussten komplett neu aufgebaut werden. Dazu seien aber Zeichnungen vorhanden und man könnte diese nachbauen. Es war also möglich, auch bei den Lampen den alten Zustand herzustellen. Dabei wurden die Relikte neuerer Zeit wieder zum Thema. Was passiert mit der UIC-Steckdose. Wird die überhaupt noch benötigt? Nur, passt diese nicht so recht an die Lok, wenn sie auch ursprünglich getrimmt werden soll. Optisch muss diese weg, nur, im Team war man immer noch uneinig. Die Idee mit einer versteckten Lösung kam auf, die Steckdose wäre da gewesen und niemand hätte sie sehen sollen. Das war eine Lösung, die zwar schwer zu verwirklichen war, aber alle befriedigen konnte. Letztlich war aber auch der Anstrich ein Thema. Wie soll die Lok farblich gestaltet werden. Auch Bern wurde dabei klar signalisiert, dass die Lokomotive einen neuen Anstrich erhalten soll und dazu gespritzt werden wird. Das ginge aber nicht in Erstfeld. Die Lok müsste dazu in eine spezielle Spritzkammer gestellt werden. Gespritzt werden soll die ganze Lok, also auch das Dach und die Drehgestelle. So soll die Maschine wieder schön werden. Nur, auch ein neuer Farbauftrag ist nicht gratis zu haben und alles sei nicht in einem Jahr zu verwirklichen. Die Arbeiten müssten also gedrosselt werden. Die neuen Farbe koste rund 30'000 Franken, was nicht so leicht zu haben sei. Dieses Jahr sei das sicherlich nicht mehr zu verwirklichen. Gut, aber wie wäre 2011? Im Herbst Chrom weg zum verchromen, mit den aktuellen Finanzmittel ging das doch. Im Frühjahr würden wir die Lok dann bereit machen um neu gespritzt zu werden. Würde die Lok in der Nähe von Erstfeld gespritzt, könnte man vom Team mithelfen, was sicherlich die Kosten für den Neuanstrich weiter reduzieren soll. Die Frage war nur, wollen das die Leute, die eine Garantie für den Anstrich abgeben mussten? Endgültige Lösungen gab es noch nicht. Die Lok sollte deshalb vorderhand nicht angefasst werden. Es hiess weiter auf eine konkrete Entscheidung warten.
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Ein kleiner Akt der Versöhnung |
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Fans sind schnell, wenn es darum geht, Kritik zu üben. Davon war auch die Ae 6/6 11'411 und das betreuende Team betroffen. Schnell war man sich in den selbst ernannten Fachkreisen einig, die Wappen und Schilder hätten schon lange montiert werden müssen. Klar, man darf Erwartungen haben. Nur, sind die immer so einfach zu erfüllen, wie man das meint? Gerade hier war das oft angeführte Fehlen der Wappen falsch. Oder wusste jemand, wo die Wappen waren? Klar, die Wappen lagen im Depot unter Verschluss und fehlten somit nicht. Eigentlich hätte man diese ja schnell montiert und die Kritik würde schnell verstummen. So schnell einmal ein oder zwei freie Tage geopfert, dann ist das gut. Macht man ja, denn schliesslich weinen die Fans und man sprintet los um sie glücklich zu machen, denn schliesslich bezahlen diese ja das Gehalt. Das mag bei einem Sportverein funktionieren, nur was ist bei einer Stiftung? Die Leute, die jeden ersten Samstag im Monat mit den historischen Lokomotiven aus der Remise fahren, sind Lokführer. Genauer Lokführer, die einen Teil ihrer Freizeit den Fans opfern. Jeder davon hat andere Hobbys und manche Familie verzichtet am Samstag auf den Vater, weil dieser mit historischen Lokomotiven für Fans auf Fahrt geht. Dafür erwartet er nicht viel, nur ein wenig Respekt. Das mindeste, was die Fans zeigen könnten. Es ist kein Verein, der feste Zeiten kennt, der den Mitgliedern Vorschriften macht, und nur ein Ziel kennt. Es ist eine Gruppe Freiwilliger, die auf die Freizeit verzichtet um die Lokomotiven den Fans zu zeigen. Haben die Fans wirklich im Sinn gehabt, die Lokführer vollständig ihrer Freizeit zu berauben? Vermutlich nicht, aber verlangten wir, wie ein Verein ein Entgelt? Geld, das wir dringend genötigten, denn der Unterhalt ist teuer, und keiner zahlt diesen gerne aus dem eigenen Sack. So kam es, dass die Wappen liegen blieben wo sie waren. Doch am 1. Mai 2010 begann man dann mit der Montage, die Schilder passten oft nur knappt und die Wappen waren schmutzig. Arbeit, die man nicht so schnell erlegt hat. Doch schlimmer war, einige Schilder waren rot und ausgerechnet diese mussten montiert werden. Das passte nun wirklich nicht zur Lokomotive. Es kam zum Abbruch der Arbeiten. Die Schilder mussten gepinselt werden. Ein weiterer Monat verstrich und kaum jemand ahnte, was in den Hallen des Depots Erstfeld wirklich passierte. Verschlossen waren die Tore und wenn man einen Blick dadurch riskieren konnte, war es die 11'402, die man sah. Letztlich kamen am 5. Juni 2010 die letzten Schilder an die Lokomotive. Fertig war sie, die 11'411, die nun wieder auf den Namen des Kantons Zug hören konnte. Die Idee kam auf, dass man den Leuten des Bahntreffs eine Überraschung bescheren könnte. In die Tat umgesetzt hiess das, die Dampflok raucht und daneben steht sie, die fertig bestückte Ae 6/6 11'411 Zug. Mit Wappen und Schildern, wie das der Fall war, bevor die Lok von jenen Fans geplündert wurde, die nun nach Wappen und Schildern schrieen.
Eine kleine Rede wurde gehalten, die Leute erfuhren, dass die Lokomotive in Zug auf den gleichen Namen getauft wurde, dass die Fahrt mit den Schulklassen nach Capolago führte und dass in einem Jahr die Lokomotive schön neu dastehen sollte. Eine Zielvorgabe war gemacht worden, die Zeit war kurz bemessen, denn noch immer fehlten einige wichtige Punkte. Doch nun war es da, das Ziel, Sommer 2011. Oder vielleicht war der 10. Oktober 2011 gemeint Ein kleiner Taufakt mit einer Flasche Lokführersekt (Mineralwasser) war dann die Krönung. Diese Ehre wurde dem Maschinenmeister übertragen. Noch fehlte die verkorkte Flasche mit dem bei Fahrzeugtaufen beliebten Getränk aus Frankreich und die hübsche Patin. Beides sollte man auch für die offizielle Taufe aufsparen, die kleine Zeremonie war nur ein Ritual, das die Lok wieder nach Hause bringen sollte und die Heimat der Lok war viele Jahre das Depot Erstfeld. Die Ae 6/6 stand nun da mit Wappen und Schildern. Selbst die Sonne schien sich darüber zu freuen, denn sie schien mit aller Kraft auf die wackeren Mannen des Teams und die 11'411. Das nach Tagen mit Regen und Kälte. Es war gelungen, die Lok war wieder zu erkennen. Kaum jemand bemerkte anfänglich das kleine Schild Erstfeld. Dieses Schild, das vor Jahren schon an der Lok befestigt war und diese nun wieder zieren sollte. Nur, war das wirklich so? Zusagen aus Bern dauern etwas länger, das kennt jeder und alle warten eigentlich nur auf das Schriftstück, das die Lokomotive nach Erstfeld bringen soll und das für viele Jahre. Wie motiviert man ein Team, wenn nicht sicher ist, dass das Ziel erreicht wird? Wer opfert schon seine Freizeit um der Lokomotive ein schönes Farbkleid zu verpassen um dann zu sehen, wie sie an einen andern Ort wechselt? Das Schild sollte wachrütteln. Vor allem jene, die lange damit gewartet hatten Aufträge und Ziele zu erlassen. Leute, die ein Team ruhen liessen, weil ein Schriftstück nicht verfasst worden war. Erst wenn die Zusagen und die Aufgaben klar geregelt sind, kann das Team damit beginnen, die Lok herzurichten. Das Team hatte nebenbei mit Daniel Balett eine kräftige Verstärkung erhalten. Die Leute waren bereit, waren es die Schriftstücke in Bern etwa auch?
Mehr wird es je nach Stand der Aufarbeitung in regelmässigen Abständen hier geben. Die Seite wird so laufend ergänzt. Verfolgen Sie deshalb hier wie die Lok letztlich hergerichtet wurde und welche Einsätze sie hatte. |
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Fahrten der historischen Ae 6/6 11'411 |
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| Datum | Fahreinsatz | Lokführer | |||
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Jahrgang 2009 |
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| 2. Mai 2009 | Kontrollfahrt anlässlich der Übernahme. | Lokifahrer | |||
| 6. Juni 2009 | Fitnessfahrt Bahnhof Erstfeld | Lokifahrer | |||
| 4. Juli 2009 | Fitnessfahrt Bahnhof Erstfeld | Lokifahrer | |||
| 1. August 2009 | Fitnessfahrt Bahnhof Erstfeld | Lokifahrer | |||
| 5. September 2009 | Fitnessfahrt Bahnhof Erstfeld | Lokifahrer | |||
| 30. September 2009 |
Leistung für SBB Infrastruktur: Er 35681 Was 35683R km 65,5 35685R Spurwechsel Eggwald 35687R Gö 35690 Er |
Ewald Berchtold | |||
| 3. Oktober 2009 | Fitnessfahrt Bahnhof Erstfeld mit Ce 6/8 I | Thomas Ruch | |||
| 21. Oktober 2009 | Depotmanöver für Gäste | Ewald Berchtold | |||
| 21. November 2009 | Lok wurde in Erstfeld gewaschen | Lokifahrer | |||
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Jahrgang 2010 |
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01. Februar 2010 |
Leistung
für den Schulinfozug: Er 38012 Gd 35013 Spao (Bellinzona) Lesen Sie mehr hier. |
Lokifahrer | |||
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19. Februar 2010 |
Leistung
für den Schulinfozug: Spao 35052 Gd 38053 Er Die Lok ist wieder wohlbehalten in Erstfeld angekommen. |
Lokifahrer | |||
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26. März 2010 |
Depotmanöver wegen Bauarbeiten | Charly Infanger | |||
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03. April 2010 |
Fitnessfahrt Bahnhof Erstfeld | Lokifahrer | |||
| 26. April 2010 | Login Schulungsfahrten für Werkstattpersonal im Bahnhof Erstfeld | Bruno Haselbeck | |||
| 30. April 2010 |
Leistung
für den Schulinfozug: Er 38060 StS 35061 Gd 38061 Er |
Beat Rüfenacht | |||
| 01. Mai 2010 | Fitnessfahrten Bahnhof Erstfeld / Depotmanöver | Lokifahrer | |||
| 05. Juni 2010 | Depottaufe und Präsentation mit Schildern und Wappen | LOkifahrer | |||
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