DB-Signale Startseite

Im Gegensatz zum Strassenverkehr, wo bei der Signalisation ähnliche Signale in ganz Europa gelten, haben es die Bahnen bis heute nicht geschafft, gleiche Signale zu verwenden. Ja, es gelten Vorschriften, die sich zum Teil widersprechen. Das macht Fahrten im internationalen Verkehr für Material und Personal nicht ganz einfach.

Sie glauben mir nicht? Gut, dann liefere ich Ihnen ein Beispiel. Stellen Sie sich vor, an einem Signal geht eine Glühlampe defekt. Kann passieren, das wissen Sie, denn schon oft mussten Sie zu Hause eine Glühbirne wechseln. Was natürlich nicht ohne gewaltigen Ärger ging, denn das Ding war ja verflucht heiss. Auch bei Signalen kann das passieren. Die Schaltung merkt das aber und sorgt dafür, dass das Signal automatisch einen tieferen Wert anzeigt.

Im schlimmsten Fall bedeutet das Halt, also rot. Klar, ein Zug, der bereits am Vorsignal vorbeigefahren ist, kann vor dem Signal nicht mehr anhalten. Eine Gefahr besteht nicht, denn alles ist ja in Ordnung, nur eine Glühbirne ist defekt, der Rest ist ja immer noch vorhanden, so zum Beispiel die Sicherung gegen Zusammenstösse. Soweit unterscheiden sich die Bahnen nicht. Nur nach dem dadurch erzwungenen Halt, beginnen die Unterschiede. Hier in die Details einzugehen führt zu weit. Es soll reichen, dass das Vorhalten eines schweizer Lokführers in Deutschland schlicht verboten ist.

 

Die DB-Signale

Sie werden es bereits vermuten, in Deutschland wurden andere Signale entwickelt. Eine Vereinheitlichung gibt es nicht, Deutsch ist Deutsch und Schweizerisch ist Schweizerisch. Eine Durchmischung sollte es nicht geben, aber genau diese gibt es. Schauen wir uns das genau an. Wo es in der Schweiz vergleichbare Signale gibt, ist ein entsprechender Hinweis angebracht.

Gerade an den Stellen, wo sich die Züge begegnen, also an den Landesgrenzen stossen die Bahnen auf das Problem mit den Unterschieden. Gut, wenn sich die Bahnen in einem Bahnhof treffen, so ist die Sache wesentlich einfacher. An Orten, wo zwischen den beiden Bahnen noch Strecken liegen, wird es dann komplizierter. Diese Probleme müssen aber gelöst werden.

Nun, ich gebe Ihnen einmal ein kleines Beispiel. Die Verbindungsbahn, welche in Basel das Netz der SBB mit jenem der DB verbindet ist so eine Strecke. Man musste spezielle Abkommen treffen, die das Befahren dieser Strecke ermöglichte. So wurde niedergeschrieben welches Signal wo zu stehen hat und welche Vorschriften in den einzelnen Bereichen gelten.

An anderen Orten, so zum Beispiel in Chiasso konnte man sich damit begnügen, dass alle Bahnen einfach vor roten Signalen anhalten. Da der Bahnhof den SBB gehört, wird dann nach SBB-Vorschrift rangiert. Die Ein- und Ausfahrten der Züge erfolgen dann nach den jeweiligen Normen. Das ist nur eine Lösung, denn in Genève wurden anfänglich noch französische Signale aufgestellt.

Soweit zu den Problemen auf höchster Ebene, dazu mussten sogar Staatsverträge abgeschlossen werden. Weiter unten in der Hierarchie ergeben sich neue Probleme. Die Lokführer kennen ihr System, aber auch nur dieses. Deshalb mussten die Lokführer so weit nötig auf dem System des anderen Landes geschult werden. So kommt es, dass sich auf der Verbindungsbahn SBB und DB-Lokomotiven frisch fröhlich begegneten. Das zu einer Zeit, wo noch niemand von einem ICE von Hamburg nach Zürich HB sprach. ICE war damals nur ein englisches Eis.

Was aber auch nur eine Lösung von vielen ist. Man hätte durchaus auch erklären können, dass die Kollegen der DB nur bis Basel Badisch fahren und dort die SBB-Lokführer übernehmen. Auch eine Lösung, denn ein genereller Wechsel in Basel SBB wäre auch möglich. Letztlich musste aber die Mischlösung gewählt werden, weil der Badische Bahnhof Basel im Innerschweizerischen Verkehr zur Bedienung von Kleinhünigen Hafen benötigt wird.

Die Liberalisierung brachte dann eine neue Form. Lokführer wo vollumfänglich auf dem System eines zweiten Landes geschult und geprüft wurden. Stellen Sie sich vor, Sie müssten das Strassenverkehrsgesetz Ihres Landes und jenes der anderen Länder kennen, die Sie befahren wollen. Ich meine bis ins Detail kennen. Ach, Sie kennen nicht mal jenes Ihres Landes.

Gut, lassen wir das. Sie behaupten in Ihrem Land heisse das nicht Strassenverkehrsgesetz? Gut, dann nehmen Sie das Gesetz, das den Verkehr auf der Strasse regelt. Bei der Bahn heissen die auch nicht gleich, das aber besagt nicht, dass der Lokführer nur eines davon kennen muss. Klar, so lange er sich nur innerhalb eines Landes bewegt ist ihm das auch egal, aber wenn er über die Grenzen hinaus fahren will, beginnen die Probleme.

Betrachten wir doch nun die Signale der DB. Schon lange gehörten diese Signale zum Wissen der Lokführer der SBB. Gerade die Strecken im Raum Basel sorgten schnell dafür, dass DB-Signale immer zum Wissen der SBB zählten, auch umgekehrt war das natürlich der Fall. Mit der Liberalisierung wurde das noch verfeinert, so kennen die darin geschulten Lokführer die Vorschriften der Schweiz und zum Beispiel jene von Deutschland.

Da auch ich zu diesem Kreis gehöre, liegt es auf der Hand, dass ich hier auch die DB-Signale näher vorstelle. Dabei möchte ich Ihnen aber ans Herz legen, machen Sie es so wie wir in der Ausbildung. Vergessen Sie alles, was Sie von der Schweiz her kennen, denn jetzt kommen komplett andere Signale auf Sie zu.

Ich verwende meine eigene Zuordnung, die nicht jener der Vorschriften entspricht, aber wir wollen ja auch keinen Lehrgang mit all seinen Problemen antreffen. Um die Signale besser zuordnen zu können, habe ich ein wenig gemischt, die Kenner der 301 mögen es mir verzeihen. Bei den einzelnen Signalen finden Sie jeweils Informationen zu den Signalen. Es gibt folgende Bereiche, in denen ich die Signale zusammengefasst habe:

 

Haupt- und Ersatzsignale

Es gibt in Deutschland auch Hauptsignale, die sogar eines mit den Signalen der Schweiz gemeinsam haben. Rot bedeutet in beiden Ländern Halt. Die DB unterscheidet hier viele spezielle Bauformen, wie zum Beispiel KS-Signale. Schauen Sie rein, dann erkennen Sie schnell die Unterschiede zur Schweiz. Wer weis, vielleicht entdecken Sie sogar den gefährlichen Unterschied.

 

 

Richtungs- und Geschwindigkeitssignale

Diese Signale orientieren den Lokführer oder geben ihm Hinweise, mit was für einer Geschwindigkeit er zu fahren hat. Es sind so genannte Zusatzsignale. Lernen Sie deshalb ein paar Vertreter der Familie der Zs-Signale kennen.

 

Fahrt auf dem Gegengleis

Auf doppelspurigen Strecken gibt es immer oder fast immer ein Gleis, das in der Regel befahren wird. In der Schweiz ist das links. In Deutschland aber schon rechts. Wenn nicht dort gefahren werden kann, spricht man von einer Fahrt entgegen der gewöhnlichen Fahrrichtung. Wer meinte, das sei in der Schweiz schon kompliziert, dann müssen Sie hier lesen.

 

Langsamfahrsignale

Baustellen gibt es überall, aber auch Abschnitte, die dauernd mit langsameren Geschwindigkeiten befahren werden müssen. Hier gibt es einen grossen Unterschied zur Schweiz, den ich aber jetzt noch nicht erwähnen will.

 

 

 

 

Schutz-, Rangier- und Weichensignale

Um Rangierbewegungen oder Rangierfahrten zu regeln, benötigt man spezielle Signale. Es versteht sich von selbst, dass beide Länder hier eigene Wege beschritten haben. Beide Nationen sind zudem davon überzeugt, dass sie das Ei des Kolumbus entdeckt hätten. Gut, dass wir nur von zwei Nationen sprechen müssen.

 

Signale an Zügen und für das Zugspersonal

Es gibt Signale für das Zugspersonal, die dem Lokführer Informationen geben, aber auch Aufträge erteilen. Darunter befinden sich aber auch Signale an den Fahrzeugen, die wiederum kennzeichnen, dass das Fahrzeug in Betrieb ist.

 

Fahrleitungssignale

Spezielle Signale für die Fahrleitung gibt es in beiden Ländern, und es überrascht, es gibt hier viele Parallelen.  Ich gehe sogar davon aus, dass Sie bei einigen Deutschen El-Signalen gleich wissen, welches Signal das in der Schweiz ist.

 

Bahnübergänge und Nebensignale

Würden Sie einen Lokführer in Deutschland befragen, dann ist das grösste Problem bei den Bahnübergängen zu finden. Kaum zu glauben, wie einfach das in der Schweiz gelöst wurde. Zudem gibt es noch Nebensignale, die nicht so nebensächlich sind, wie man meinen könnte.

 

 

Bevor ich diese Seite beende, muss ich Sie noch warnen, die DB verwendet oft andere Bezeichnungen und Begriffe, die für jemanden aus der Schweiz nicht immer leicht zu verstehen sind. Lassen wir uns deshalb mal von der Fremdsprache leiten, die wir am besten beherrschen.

           
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