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Sie haben sich sicherlich schon gewundert. Die Züge in Europa zeigen nach vorne meistens drei weisse Lichter. Warum sind es drei und nicht vier oder zwei? Warum sind sie weiss und nicht grün oder gelb? Sie sehen, es gibt zu den Signalen an Zügen viele Fragen, die Sie gerne beantwortet hätten. Zuerst zur Farbe. Hat Ihr Auto nach vorne auch grüne Lampen? Nein, sie sind weiss, leuchten manchmal auch leicht gelblich oder sogar blau. Bei der Bahn auch, ist das nicht ein grosser Zufall, denn die meisten Farben sind Signalfarben und gehören einer bestimmten Gruppe. So die Fahrleitungssignale, sie sind gelb. Zudem ist weisses Licht, so banal es klingt am einfachsten herzustellen. Gut, weiss war das Licht nicht immer, denn die ersten Lampen waren mit Flammen ausgerüstet und diese hatten immer einen anderen Farbton. Später kamen dann die weissen Glühbirnen und diese wurden in die Lampen gesteckt, schon war die weisse Stirnbeleuchtung perfekt. Geändert hat man dann nichts mehr und so haben die Züge in Europa in der Regel weisse Lichter nach vorne. In der Schweiz wurden eine Zeit lang bei Fahrzeugen, die im Seetal eingesetzt wurden, gelbe Lampen verwendet. Das hatte keinen bestimmten Zweck für die Eisenbahn. Diese Lampen sollten den Autofahrer besser auf den Zug aufmerksam machen. Aber warum sind es drei und nicht zwei. Nun, hätte man beim Auto nicht auch oben eine zusätzliche Lampe anbringen können. Genau, es wäre möglich und schon zeigt das Auto das Bild der Züge. Aha, jetzt haben wir schon eine Lösung. In der Nacht erkennt man so den Zug, denn zu Beginn waren die Nächte dunkel. Zumindest dunkler als Heute. Die Kutschen begegneten damals noch oft den ersten Zügen und so war schnell klar, der Zug muss etwas anderes zeigen. So bürgerte sich schnell ein, dass die Züge mit drei Stirnlampen bestückt wurden. So einfach kann es sein, ob es stimmt oder nicht, liegt am Land wo Sie zu Hause sind, denn es gibt sie, die Länder mit Abweichungen vom Normalen. Nur, was ist Normal. Ich beschränke mich hier und behaupte ganz frech, normal ist das in der Schweiz verwendete System mit drei weissen Stirnlampen in Form eines Dreiecks. Klar, viele werden jetzt zustimmen, aber andere sind darüber nicht erfreut. Deshalb mache ich es wie man es in solchen Situationen tut, ich konsultiere die Rechtsunterlagen. In der Schweiz sind das die Fahrdienstvorschriften FDV. Diese werden vom Bundesamt für Verkehr herausgegeben. Dort steht klar drin, wie die Signale auszusehen haben. Und jetzt kommt es, es ist recht kompliziert, zumindest wenn man es mit anderen Ländern vergleicht. Für die schweizerischen Eisenbahner ist das aber so normal, wie für Sie, dass Ihr Auto zwei Lampen nach vorne hat.
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Die optischen Signale an Zügen |
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Genauer müssen wir von den optischen Signalen sprechen, denn Züge kennen auch andere akustische Signale, die durchaus auch sehr sinnvoll sind. Doch bevor wir dazu kommen, werden wir uns um die optische Geschichte kümmern. Das gibt schon genug arbeit, denken vermutlich viele. Nur, so kompliziert, wie Sie meinen ist das auch wieder nicht, denn die Schweiz kennt fünf Signale an Zügen. Gut, vielleicht haben Sie noch mehr solche Bilder gesehen, aber bei den Normalspurbahnen werden nur noch fünf Signalbilder an Zügen verwendet. Betrachten wir uns diese fünf Signalbilder mal genauer, Sie kennen sie vielleicht und haben sich schon gefragt, was das denn nun soll, hat der Lokführer einen Fehler gemacht. Hat er vermutlich nicht, aber passieren kann es. Auch Lokführer sind nicht immer perfekt. Ja, bei einem dieser Signalbilder wissen sie nicht einmal, dass es eines ist. Beginnen wir doch gleich mit diesem Signalbild. Eine Grafik erübrigt sich hier, denn alle Lampen sind dunkel. Kein Licht, keine Farbe einfach nur dunkel. Wie, das soll kein Signal sein? Doch, es kennzeichnet eine Lok, die abgestellt ist, oder für Schleppfahrt eingerichtet wurde. Ist ja klar, auch Ihr Auto hat dunkle Lampen, wenn es auf dem Parkplatz steht. Für das Bahnpersonal bedeuten somit dunkle Lampen, dass die Lok nicht mit Personal besetzt wurde. Bei der Eisenbahn müssen wir nun entscheiden, ob diese dunklen Lampen vorne oder hinten gezeigt werden. Denn sind die Lampen nur auf einer Seite gelöscht, ist das Triebfahrzeug betriebsbereit und mit Personal besetzt. Das bedeutet aber nicht, dass sich der Lokführer dort befindet, wo die Lampen leuchten. Der Lokführer befindet sich immer vorne. Sie glauben mir nicht? Vorne ist bei Lokomotiven mit zwei Führerständen immer dort, wo sich der Lokführer befindet. Vorne bedeuten dunkle Lampen, dass das Triebfahrzeug nicht zugführend ist. Es sind vor dem Fahrzeug weitere Fahrzeuge eingereiht, oder es werden noch weitere folgen. Das kann zum Beispiel sein, weil eine Vorspannlok beigestellt wird, es sich bei der Lok um eine Zwischenlok oder um eine Schiebelok handelt. Hinten ist der Fall klarer. Bei dunklen Lampen folgt ein Fahrzeug, das an der Vielfachsteuerung des vorderen Fahrzeuges angeschlossen wurde. Darum sind innerhalb eines Pendelzuges die Lampen dunkel, denn alle Fahrzeuge sind an der Vielfachsteuerung des Triebfahrzeuges angeschlossen. Doch nun zu den vier Signalbildern, die mit beleuchteten Lampen gezeigt werden. Dazu bedienen wir uns einer kleinen Tabelle. Danach sollten diese Bilder auch für Sie logisch sein und das grösste Rätsel mit dem weissen Licht nach hinten sollte gelöst sein.
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Spitzensignal |
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Wie es der Name schon sagt, dieses Signal trägt die erste Lok des Zuges in Vorwärtsrichtung. Somit wird es nur an der Spitze des Zuges gezeigt. Alle anderen Triebfahrzeuge im Zug haben nach vorne sämtliche Lampen gelöscht. Bei den Re 450, die im Raum Zürich verkehren, fehlt die obere Lampe, hier übernimmt die Linienanzeige diese Aufgabe. Bei Ausfall der Beleuchtung muss bei Nacht oder auf Strecken mit Tunnel ein Notsignal mit Handlampe erstellt werden. Bei Tag und freier Strecke kann das Signal entfallen. |
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Rücklicht |
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Das Triebfahrzeug zeigt nach hinten ein weisses Licht, das sogenannte Rücklicht. An in Vielfachsteuerung verkehrenden Fahrzeugen zeigt nur das letzte ein weisses Rücklicht. Alle weiten Lampen gegen den Zug sind gelöscht.
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An Jedem Zug zeigt das letzte Fahrzeug hinten unten: - Ein rotes Licht oder - ein rot blinkendes Licht oder - zwei rote Lichter auf gleicher Höhe oder - eine rot-weiss gestreifte Scheibe Das Zugschlusssignal des Zuges vor einer Schiebelok darf aufgesteckt bleiben, die Lampen sind jedoch zu löschen oder es ist das Rücklicht zu signalisieren. |
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Warnsignal |
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Halt für alle Züge und Rangierbewegungen auf parallel verlaufenden Gleisen. Für die Zugfahrten oder die fahrenden Rangierbewegung gilt höchste Gefahr. Dieses Signal wird nur bei Notfällen und möglichen Gefährdungen eines weiteren Zuges benutzt. Es gilt an stillstehenden und fahrenden Fahrzeugen. Das Warnsignal kann auch zum anfordern von Hilfe benutzt werden.
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Das sind schon alle optischen Signale, die an einem Zug beobachtet werden können. War doch ganz einfach oder? Bei Bergbahnen, die nach speziellen Vorschriften fahren, können sich die Züge im Sichtabstand folgen, dort gelten spezielle Signalisierungen, die ich hier nicht erwähne. Höre ich immer noch Einwände? Wie, Sie haben schon andere Signalbilder gesehen und wissen nicht, was dieses bedeutet hat? Vermutlich nicht viel bis gar nichts, es sei denn, dass der Lokführer damit signalisieren wollte, dass eine Glühbirne defekt ist. Auch die Glühbirnen der Beleuchtung gehen defekt und können nur bei einem Stillstand ausgewechselt werden. Um nun auch die ganz genauen Beobachter zu beruhigen, es gibt einen Fall, bei dem die Schiebelok nach vorne drei weisse Lichter, also das Spitzensignal, zeigt. In diesem Fall wurde die Schiebelok nicht mit dem Zug verbunden. Diese Fälle sind nicht selten und kommen bei der Südostbahn SOB regelmässig vor. In diesem Fall verlässt die Schiebelok den Zug während der Fahrt auf der Strecke. Der Punkt wo dies zu erfolgen hat, heisst Wettertanne.
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Notsignale an ausländischen Lokomotiven |
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Die Notsignalisation an den Lokomotiven gibt es nicht überall. So kennen zum Beispiel die Deutschen Vorschriften keine ähnliche Signalisation. In Frankreich ist es wieder anders und auch sonst ist hier nicht alles klar geregelt. Grund genug, dieses Thema nun einzubauen. Einige in der Schweiz verkehrenden Fahrzeuge aus dem Ausland können das Notsignal gemäss den schweizerischen Fahrdienstvorschriften nicht zeigen. So fehlt zum Beispiel beim ICE 1 der Deutschen Bahn die obere rote Lampe. Wie soll er dann drei rote Lichter zeigen können? Aber auch die TGV können nur zum Teil das Notsignal nach Schweizer Vorschrift zeigen. Neuere Lokomotiven sind dazu in der Lage. Aber warum entstanden diese Unterschiede. Ganz einfach, sowohl ICE und TGV waren für den Einsatz in der Schweiz ursprünglich gar nicht vorgesehen. Bei der Anpassung wurden dann die Lampenbilder nicht angepasst, sondern die Züge erhielten bloss passende Stromabnehmer und die Zugsicherung. Damit aber das wichtige Notsignal in der Schweiz auch gezeigt werden kann, wurden nicht die Fahrzeuge, sondern die Vorschriften angepasst. Das geschah nicht auf Ebene des Bundes, sondern wurde in den Ausführungsbestimmungen der SBB niedergeschrieben. So kennt die Schweiz auf dem Netz der SBB und einiger Privatbahnen drei unterschiedliche Notsignale.
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Deutsche Lokomotiven |
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Da in den Vorschriften der Deutschen Bahn kein Notsignal an Fahrzeugen vorgeschrieben ist, ist dieses Signal in keiner Deutschen Vorschrift zu finden. Da deutsche Lokomotiven jedoch zum Teil oben keine rote Lampe besitzen, können Sie unser Warnsignal nicht zeigen. Deutsche Fahrzeuge, vorab der ICE, signalisieren deshalb in der Schweiz dieses Signal.
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Notsignal der SNCF |
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Die Lokomotiven der SNCF, die in die Schweiz fahren, können zum Teil nur das französische Notsignal zeigen. SBB Fahrzeuge, die nach Frankreich fahren, können beide Signale zeigen. ACHTUNG: bei der Grafik handelt es sich um eine animierte GIF-Datei, die nicht immer korrekt angezeigt wird.
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Wie gesagt, die Notsignale gelten nur auf bestimmten Bahnen und sind nicht in der ganzen Schweiz zugelassen. Besonders das Notsignal an Deutschen Lokomotiven hat in Deutschland keine Bedeutung und ist nur in der Schweiz zu signalisieren. Das Lokpersonal reagiert in der Schweiz aber auch, wenn eine SBB Lokomotive dieses Signal zeigt. Bei den Lokomotiven aus Frankreich ist das anders, denn das Signal mit den beiden blinkenden unteren Lampen ist in Frankreich vorgeschrieben und deshalb dort auch im Notfall zu sehen. In der Schweiz reagieren die Lokführer auf die französischen Pannenblinker, auch wenn das Signal an einem Schweizer Fahrzeug gezeigt wird. Die obere Lampe kann beleuchtet oder dunkel sein, für das Signal hat das keine Bedeutung.
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Akustische Signale an Zügen |
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Sie haben sie schon oft gehört und sich eventuell genervt, oder Sie sind erschrocken und haben sich ab dem akustischen Signal gewundert. Lokomotiven können auch akustische Signale abgeben. Dazu ist jedem Fahrzeug eine Lokpfeife eingebaut worden. Neuere Fahrzeuge besitzen Zweiklanghörner, deren Bedeutung ist aber gleich und ob nun der Hochton oder der Tiefton verwendet wird, für das Signal hat das keinen Einfluss. Nun, es gibt Fälle, in denen zwingend akustische Signale abzugeben sind. Diese Stellen werden dem Lokpersonal mit den Pfeiftafeln mitgeteilt. Solche Punkte sind unübersichtliche Wegübergänge oder ungesicherte Bahnübergänge. Das Lokpersonal gibt beim Signal mit der Bezeichnung Pfeiftafel mit der Lokpfeife ein akustisches Warnsignal ab. Nun, es kommt aber leider immer öfters vor, dass das Lokpersonal mit der Lokpfeife ein Warnsignal abgeben muss, weil sich Personen zu nah am Gleis aufhalten. Das Signal soll Sie warnen, dass der Zug durchfährt. Die weisse Linie auf dem Bahnsteig ist nicht zum Spass aufgezeichnet worden, sondern soll Ihnen den sicheren Bereich markieren. Nun, so spassig das für Sie sein mag, das Lokpersonal gibt dieses Signal klar ab, weil grosse Gefahr besteht, denn wer vom Zug erfasst wird, hat kaum eine Chance, den nächsten Tag noch zu erleben. Bitte folgen Sie dem Signal, denn sonst könnte es zu einer gefährlichen Situation kommen. Der Bahnhof ist kein Spielplatz, weisen Sie deshalb Ihre Kinder an, sich nie ausserhalb der weissen Linie zu bewegen. Es gibt aber auch Momente, bei denen mit der Lokpfeife Signale abgegeben werden, die nicht nur zur Warnung gefährdeter Personen dienen. In solchen Fällen ist auf die Abfolge des Signals zu achten, denn entscheidend ist, wie sich das Signal darstellt. Mögen Sie sich noch an das Notsignal mit den Lampen erinnern? Das Signal kann auch mit der Lokpfeife gegeben werden. Dazu folgen sich drei kurze Pfiffe kurz hintereinander. Es gibt aber auch Fälle, bei denen das akustische Signal als Hinweis oder als Anweisung gedacht ist. Dazu gehen wir aber ein paar Jahre zurück und zwar in die Zeit, als sich die Dampflokomotiven am Gotthard tummelten. Die Kommunikation zwischen den einzelnen Lokomotiven erfolgte nicht wie Heute mit dem Funk, sondern mit der Lokpfeife. Sie mögen sich vielleicht nun wundern, aber diese Signale gibt es noch heute. Es sind genau zwei Signale. Eines, das kennen Sie bereits, besteht aus drei kurzen Pfiffen in kurzer Folge. Neben einem Haltauftrag, kann das Signal auch dazu genutzt werden, den Bremsern auf dem Zug mitzuteilen, dass die Handbremsen anzuziehen sind. Daher kommt das Signal auch bei Bremsproben zum bremsen zur Anwendung. Mit zwei langen Pfiffen werden die Bremser angewiesen, die Handbremsen wieder zu lösen. Das Signal ist identisch mit dem Signal zum lösen der Bremsen. Diese Signale werden heute nur noch bei Störungen angewendet, bevor aber der Funk eingeführt wurde, waren diese Signale am Gotthard oft zu hören, ja noch viele Jahre früher gab es keine oder nur sehr wenige Züge, die mit Luft gebremst wurden. Solche Züge hatten auf jedem Wagen einen Bremser, der auf die Signale mit der Lokpfeife reagierte. Und Sie behaupten, die Eisenbahn sei heute laut, geniessen Sie es, dass wir Heute den Funk oder das Telefon verwenden können.
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