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Sie kennen es doch, frisch fröhlich fahren Sie mit Ihrem Wagen auf der Autobahn und ahnen nichts Böses. Plötzlich tauchen Signale auf, die Geschwindigkeit wird reduziert und Arbeiter stehen auf der Strasse. Ja, Baustellen gibt es überall und wenn dann die Baustelle noch die Sperrung eines Streifens bedingt, entstehen sie, die unbeliebten Staus. Ich kann Sie beruhigen, bei der Eisenbahn ist es auch so. Baustellen gibt es auch hier und so müssen die Züge langsam fahren, oder aber, sie bleiben stehen, weil es nur ein Gleis gibt und gerade ein Zug in der Gegenrichtung den Abschnitt befährt. So, wie Sie auf der Strasse, erfreut das die Lokführer auch nicht immer, denn es entsteht Stau. Aber warum, und da haben Sie sich vermutlich schon gefragt, wird die Geschwindigkeit auf der Strasse im Bereich der Baustelle reduziert? Zur Sicherheit der Arbeiter. So ist es auch bei der Bahn, es werden Abschnitte langsamer befahren, damit die Arbeiter nicht gefährdet werden. Aber auch provisorische erstellte Fahrbahnen können nicht so schnell befahren werden. Grund genug, sich mit den Signalen auf den Baustellen zu befassen. Werden auf der Strasse oft die normalen Signale verwendet, gibt es auf der Eisenbahn spezielle Signale für solche Abschnitte. Aber, es gibt auch Signale, die zur Warnung des Personals montiert werden. Ein gewarnter Arbeiter, kann sich rechtzeitig vor einem Zug in Sicherheit bringen. Bei der Eisenbahn sind Unfälle sehr oft mit tödlichen Folgen verbunden, deshalb ist es sehr wichtig, dass alle Beteiligten genau wissen, was die Signale bedeuten, wie sie reagieren müssen und was noch wichtiger ist, dass sie nicht durch Alkohol benebelt zur Arbeit erscheinen. Schliesslich will auch hier ein Arbeiter am nächsten Morgen mit seiner Familie frühstücken.
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Langsamfahrsignale |
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Das erste, was der Lokführer von einer Baustelle zu sehen bekommt, ist die Langsamfahrstelle. Gut, nicht immer ist eine solche vorhanden, aber wenn, dann erkennt der Lokführer diese schon sehr früh. Wie früh? Schon im Depot, er muss dort ein Verzeichnis konsultieren und sofern er keine LEA hat, die aufgeführten Langsamfahrstellen aufschreiben. So weiss der Lokführer schon, dass er eine Langsamfahrstelle antreffen wird, bevor er nur mit der Fahrt beginnen konnte. So ist er auch auf die in diesem Kapitel beschriebenen Signale vorbereitet. Kennt die zulässige Geschwindigkeit und kann sich schon früh vorbereiten. Die Signale sind einfach dazu da, dass dieser Abschnitt genau definiert wird. Langsamfahrstellen und die dazu gehörenden Signale werden nicht immer fix aufgestellt, so kann es Langsamfahrstellen geben, die sich mit der Baustelle verschieben. Die Signale werden dann immer wieder neu aufgestellt. Doch nun ist es Zeit, sich die Signale genauer zur betrachten.
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Vorsignal Langsamfahrstelle |
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Die angegebene Zahl x10 zeigt die ab dem Anfangssignal höchstzulässige Geschwindigkeit an. Dem Signal folgt ein Anfangssignal oder ein Aufhebungssignal. Es ist in der Nacht mit zwei blinkenden orangen Lampen ausgerüstet.
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Anfangssignal Langsamfahrstelle |
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| Ab diesem Signal gilt
die am Vorsignal signalisierte
Höchstgeschwindigkeit. Dem Signal folgt ein Endsignal oder ein weiteres Vorsignal. In der Nacht ist das Signal mit einem orangen Blinklicht ausgerüstet.
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Endsignal Langsamfahrstelle |
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Die verminderte Geschwindigkeit gilt, bis das letzte Fahrzeug an diesem Signal vorbeigefahren ist. Das Signal ist in der Nacht mit einem grünen Blinklicht ausgerüstet.
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Aufhebungssignal Langsamfahrstelle |
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Ab dieser Stelle wird die vorsignalisierte Langsamfahrstelle nicht mehr befahren. Hat das erste Fahrzeug dieses Signal erreicht, gilt wieder die höchstzulässige Geschwindigkeit. Das Signal ist in der Nacht nicht beleuchtet.
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Soweit zu den Langsamfahrsignalen, war ja nicht sehr viel. Aber halt, eine Ergänzung habe ich noch. Sie haben sicherlich gelesen, dass die Signale in der Nacht mit einem Blinklicht beleuchtet werden. Hierzu gibt es noch ein paar Ergänzungen. Die Lampen sind natürlich auch am Tag montiert, und müssten jeden Abend vor einsetzen der Dämmerung eingeschaltet werden. Die SBB hat deshalb auf Ihren Strecken beschlossen, dass die Blinklichter auch am Tag eingeschaltet sind. Zudem kommen an Stelle der speziellen mit Blitzlampen ausgerüsteten Bahnsignale, handelsübliche Baustellenblinklichter zur Anwendung. Andere Bahnen haben spezielle mit reflektierenden Farben versehene Signale aufgestellt, diese sind in der Nacht nicht beleuchtet. Die Signale reflektieren dafür das Scheinwerferlicht der Lokomotiven. Wichtig dabei ist, dass der Lokführer die Signale früh erkennen kann.
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Zusatzsignale |
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Zu den Langsamfahrsignalen gibt es noch Zusatzsignale. Diese sind aber nicht besonders speziell, so dass es keine Grafiken benötigt, die dieses Signal zeigen. Doch bevor wir uns den Signalen annehmen, müssen wir uns Gedanken machen, warum denn solche Zusatzsignale nötig sind. Langsamfahrstellen auf der Strecke sind kein Problem, die Signale werden einfach am äusseren Rand aufgestellt. Dort gibt es dafür ja genug Platz. Nur, was macht man in einem Bahnhof, wo es kaum Platz für die normalen Signale hat. Hier noch eine Baustelle einrichten wird kompliziert. Deshalb muss man die Signale an Stellen aufstellen, die genug Platz bieten. Jetzt kann es aber sein, dass der Lokführer nicht mehr wissen kann, ob das Signal für das rechte oder linke Gleis gültig ist. Was nun? Man verwendet Zusatzsignale, die in Form eines schwarzen Pfeils auf weisser Tafel zeigen für welches Gleis das Signal gilt. Natürlich zeigt dabei die Spitze des Pfeils in Richtung des Gleises. Weitere Probleme gibt es, wenn die Langsamfahrstelle nur für ein oder zwei Geleise gilt. Jetzt müssten viele Aufhebungssignale aufgestellt werden, was dazu führt, dass der Lokführer vor lauter Signalen nicht mehr genau weiss, für welches Gleis nun das Signal vor ihm gilt. Deshalb kann schon an Vorsignal eine Zusatztafel montiert werden, wo die Zugehörigkeit vermerkt wird. Diese Tafel wird über dem eigentlichen Signal montiert. Die trägt unterschiedliche Aufschriften, wie etwa Gleis 3,4 oder aber B-Gruppe. Für Sie klingt das zum Teil komisch, der Lokführer weiss aber dank der Anschrift genau, wo die Langsamfahrstelle steht und wenn er diese nicht mehr erreichen kann.
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Arbeiterschutz |
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Gerade bei der Eisenbahn ist der Schutz des Arbeiters besonders wichtig. Viele Baustellen grenzen oft nur wenige Zentimeter an die fahrenden Züge heran. Zudem sind die Platzverhältnisse oft alles andere als optimal. Stellen Sie sich vor, sie müssen auf einer Baustelle arbeiten, die 3 Meter breit ist und davon benötigt eine Maschine schon knapp 3 Meter. Wenn so eng gearbeitet wird, kann es schnell passieren, dass ein Arbeiter vor den Zug gerät, oder unachtsam einen Arm bewegt und dieser vom Zug erfasst wird. Sicherlich entstehen so keine schönen Szenen, zumal in manchen Situationen der Lokführer davon kaum etwas mitbekommt und der Zug ohne Reaktion weiter fährt. Glücklicherweise sind solche Situationen nur etwas, das in den Horrorgeschichten von namhaften Autoren zu finden ist. Klar, der Platz ist eng, die Arbeiter wissen aber ganz genau, wo sie sich aufhalten sollen und wo die Gefahren lauern. Deshalb kommt nur speziell geschultes Personal auf solchen Baustellen zum Einsatz. Aber, und das müssen wir auch festhalten, die Baustelle kann für den Zug auch gefährlich sein. Bewegt sich eine Baumaschine, zum Beispiel ein Kran, kann es passieren, dass Teile des Krans nicht mehr im Bereich der Baustelle liegen. So lange kein Zug kommt, ist das auch kein Problem, aber wenn er kommt, wird es gefährlich, sehr gefährlich. Es ist klar, dass man solche Gefahren nach Möglichkeit eliminieren will. Schlechte Erfahrungen hatten zur Folge, dass vermehrt spezielle Nothaltanlagen eingesetzt werden. Solche Nothaltanlagen können von einem Mitarbeiter in der Baustelle ausgelöst werden. Der Zug stoppt dann und man kann abklären, was passiert ist.
Eine Drehleuchte mit rotem Licht übernimmt diese Aufgabe. Gerade das rote Licht hat für den Lokführer eine magische Funktion, denn bei rot wird gehalten. So auch hier. Drehleuchten kennen Sie, es sind die Leuchten, die auf dem Auto montiert sind, dass auf der Autobahn hinter Ihnen her fährt und Sie überholen will, trotzdem Sie mit über 200 km/h unterwegs sind. Die Nothaltanlage ist wirklich nur dazu da, um eine Kollision eines Zuges mit einem Gerät der Baustelle zu vermeiden. Ab und zu kommen solche Nothaltanlagen auch auf Baustellen zum Einsatz, die der Lokführer gar nicht sieht, die aber zum Beispiel Steine lockern können, die dann auf das Gleis stürzen. Damit die Arbeiter auf der Baustelle nicht plötzlich von einem Zug überrascht werden, gibt es andere Signale. Vielleicht haben Sie diese schon gesehen oder auch gehört. Es sind Hinweise für das Personal, wie es sich zu verhalten hat. So zum Beispiel muss das Gleis geräumt werden, wenn darauf noch Züge verkehren.
Der optische Alarm mit den gelben Drehleuchten wird auch bei grossem Lärm verstanden. Er wird nicht alleine eingesetzt und ist nur zur Unterstützung des akustischen Alarms zuständig. Den optischen Alarm haben Sie sicher schon gesehen, besonders in der Nacht fallen die Drehleuchten doch auf. Zudem verkehrt der Zug langsam bei diesen Leuchten, jetzt wissen Sie warum. Die akustischen Alarmsignale sind wichtiger, dabei kommen unterschiedliche Töne zur Anwendung, die von den Arbeitern verstanden werden. Ab und zu hört man diese Alarme bei der Vorbeifahrt im Zug. Besonders gut hört man sie in der Nacht, wenn man neben der Bahnlinie schlafen will und in der ganzen Nacht so eine dämliche Sirene ertönt. Jetzt wissen Sie, warum diese Sirene da ist, sie schützt die Arbeiter vor den Gefahren. Es gibt Anlagen, in denen der akustische Alarm, so wird die Sirene offiziell genannt, im Ohrenschutz der Arbeiter erklingen. Sie können dann in der Nacht gut schlafen, wenn diese blöden Maschinen nicht währen.
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