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Neben- und Hilfsbetriebe |
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Wenn wir auch hier mit den
Nebenbetrieben
der
Lokomotive
beginnen, können wir diese sehr schnell abschliessen, denn sie waren
schlicht nicht vorhanden. Dieser Teil umfasst in der Regel die
Zugsheizung.
Wer sich mit den Lokomotiven der BLS befasste, weiss, dass dort die Wagen
bereits elektrisch beheizt werden konnten. Bei den ersten Maschinen für
die
Staatsbahnen
waren jedoch andere Vorzeichen vorhanden.
Die hier vorgestellte
Lokomotive
war für den
Güterver-kehr
gedacht und daher konnte auf den Einbau der
Dampfheizung
verzichtet werden. War damit ein Einsatz vor einem
Reisezug
mit dieser Maschine daher schlicht nicht möglich? Nein, denn auch die elektrischen Schnellzugslokomotiven sollten keine Heizung erhalten. Es war vorgesehen, dass für die Heizung der Wagen spezielle Heizwagen in den Zügen eingereiht wurden.
Daher konnte auch diese Maschine von diesem Punkt aus vor den
entsprechenden Zügen verwendet werden. Doch damit gibt es dazu nichts mehr
zu sagen und erst die Änderungen werden, die meisten Fragen beantworten.
Es gab jedoch auf den
Lokomotiven
auch Bauteile, die nicht direkt mit der Traktion zu tun hatten. Eine davon
haben wir bereits kennen gelernt, denn es waren die beiden
Kompressoren.
Für deren Versorgung und auch für andere Bereiche auf der Lokomotive wurde
ein eigener
Stromkreis
vorgesehen und dieser wurde mit dem Begriff
Hilfsbetriebe
umschrieben. Diese müssen wir nun etwas genauer ansehen und dabei gibt es
eine Überraschung.
Die elektrischen
Lokomotiven
für die Schweizerischen Bundesbahnen SBB waren nicht die ersten Modelle
für dieses System. So hatte sich sowohl bei der BLS, als auch bei der RhB
gezeigt, dass es durchaus erforderlich ist, solche
Hilfsbetriebe
zu verwenden. Wegen der Vergabe der Aufträge an verschiedene Firmen war in
diesem Punkt zu erwarten, dass sich die Systeme deutlich unterscheiden
konnten und das war nicht gut.
Mit anderen Worten sowohl die MFO, als auch die BBC mussten hier
Spannungen
verwenden, die bei 220
Volt
lagen. Dabei war davon eine Abweichung von +/- zehn Volt zugelassen.
Diesen Punkt nutzte man nun, denn im
Transformator
war mit 230 Volt eine passende
Anzapfung für die
Fahrstufen
vorhanden. An dieser wurden daher auch die
Hilfsbetriebe
der
Lokomotive
angeschlossen und wir kommen nun zu diesem
Stromkreis.
Die Leitung von der
Anzapfung wurde nicht direkt den Verbrauchern zugeführt.
Eine
Schmelzsicherung
diente zum Schutz der Anlage, aber es war auch ein Umschalter vorhanden.
Mit diesem Schalter konnten die
Hilfsbetriebe
auf an der Seite an der
Lokomotivbrücke
verbaute Steckdosen umgeschaltet werden. Diese mussten zudem nach den
Normen der Schweizerischen Bundesbahnen SBB ausgeführt werden und man
nannte diese
Depotstrom.
Dieser
Depotumschalter
und die Tatsache, dass es schon zu Beginn der Traktion diesen
Depotstrom
gab, zeigt deutlich, dass die Schweizerischen Bundesbahnen SBB die
Umstellung nicht unüberlegt angingen. Man wusste auch von den anderen
Bahnen, dass an den
Lokomotiven
Unterhalt gemacht werden musste und dass eine Speisung ab externer Quelle
durchaus angebracht war. Fügen mussten sich daher die Hersteller.
Es wurden
Schmelzsicherungen
benutzt, die in einfache Halterungen geschraubt werden konnten. Die dabei
verwendeten Bauteile stammten aus den ersten Netzen der neu aufkommenden
Versorgung der Städte. Anders gesagt, die elektrischen Firmen BBC und MFO hatten solche im eigenen Werk und daher benutzte man diese auch für die Lokomotiven.
Man nahm, was man gerade finden konnte und gerade hier, sollte das
dem Kunden einen grossen Vorteil bringen. Die Vorhaltung von
Ersatzsicherungen war wesentlich geringer, als bei abweichenden Lösungen.
Oft war es einfacher, als man allgemein denken kann, den man nahm, was man
fand.
Da wir sie schon kennen gelernt haben, beginne ich mit den beiden
Kompressoren.
Deren Motor wurde über ein Schaltelement versorgt. Es war ein einfacher
Schütz
benutzt worden. Dieser sorgte für die Schaltung und er wurde durch die
Steuerung geschaltet. Wie das genau erfolgte, werden wir noch erfahren,
wenn wir zu diesem Teil kommen, denn dieser Aufbau ergab auch eine Lösung
für das Problem mit fehlender
Druckluft.
Wurde der
Depotstrom
angeschlossen, konnte mit diesem und den beiden
Kompressoren
die fehlende
Druckluft
erzeugt werden. Das war wichtig, denn sonst hätte man nach Arbeiten am
System der Druckluft immer zur
Handluftpumpe
greifen müssen. Diese war daher nur dann erforderlich, wenn der Depotstrom
nicht zur Verfügung stand. Eine Vereinfachung beim Unterhalt, der schon
früh umgesetzt werden konnte.
Dort waren
Heizungen
verbaut worden. Die ersten Maschinen hatten gezeigt, dass im Winter die
Relais
und
Ventile
eingefroren sind. Mit der Heizung sollte das besser werden. Dazu waren an
der Rückwand des
Führerraumes
einfache
Widerstände
vorhanden. Neben dieser Heizung für den Führerstand gab es weitere Wärmequellen. Im Boden eingelassen war die Fusswärmeplatte, die kalte Füsse verhindern sollte. Bei der Ölwärmeplatte wurde es dem Schmiermittel wohlig warm.
Diese konnten so leichter verarbeitet werden. Hier musste aber
einfach der warme
Kessel
der alten
Bau-reihen
ersetzt werden. Es bleibt eigentlich nur noch die
Scheibenheizung
und wir haben vier
Heizungen
erhalten.
Weiter musste dem
Lokomotivpersonal
auch die
Spannung
in der
Fahrleitung
mitgeteilt werden. Das war im Betrieb und den damals noch schwachen Netzen
wichtig. Da
Instrumente
für 15 000
Volt
riesige Abmessungen hatten, wurden kleinere Bauteile benutzt und diese an
den
Hilfsbetrieben
abgeschlossen. So konnte auch verhindert werden, dass die
Hochspannung
der Fahrleitung in den
Führerraum
mit dem Personal geführt werden musste.
Um die Bereiche im
Führerstand
abschliessen zu können, fehlen nur noch die Steckdosen. Diese waren
wirklich bereits verbaut worden und sie entsprachen den Modellen in der
Werkstatt. So konnten dort Lampen eingesteckt werden. Aus diesem Grund,
wurden sie auch im
Maschinenraum
vorgesehen. Wir sind damit bei den technischen Bauteilen und bei diesen
musste nicht geheizt, sondern gekühlt werden.
Jedoch reichte damit die natürliche
Kühlung
mit der Luft nicht mehr aus. Das führte dazu, dass man zu einer neuartigen
Lösung griff. Es wurde schlicht eine neuartige
Flüssigkeitskühlung
vorgesehen und daher kehren wir zu diesem Bauteil zurück. Bei dieser Art der Kühlung wird der Transformator in einem Gehäuse eingebaut. In dieses wird im Vakuum spezielles Transformatoröl eingefüllt. Dabei handelte es sich um ein Kühl- und Isolieröl.
Somit konnten auch die
Isolationen
einfacher ausgeführt werden. In der Folge wurde das Bauteil deutlich
leichter, was wegen der geringen
Frequenz
ein sehr wichtiger Punkt war. Noch wirkte der Wandler als Beschränkung der
Leistung. Das Kühlöl nahm die in den Wicklungen entstehende Wärme auf. Durch thermische Effekte, wurde es verdrängt und so rückte neues Öl nach. Am kühlen Gehäuse wurde die Wärme an die Umwelt abgegeben.
Hier war die erzeugte Wärme jedoch so gross, dass eine
ausreichende
Kühlung
des
Transformatoröl
nicht mehr gegeben war. Es musste daher ein zusätzlicher
Ölkühler
vorgesehen und das
Kühlöl
in Bewegung versetzt werden. Mit einer von den Hilfsbetrieben versorgen Ölpumpe wurde die Geschwindigkeit des Öls im Transformator beschleunigt und die erwärmte Flüssigkeit durch den Ölkühler gepresst.
Dieser sorgte dann dafür, dass die Wärme an die Umwelt abgegeben
werden konnte. Bei der hier vorgestellten
Lokomotive
wurde dieser Kühleffekt während der Fahrt noch verstärkt. Das war wichtig,
weil nun die hohen
Leistungen
verlangt wurden.
Dabei floss das
Öl
einfach durch die Leitung und gab so die Wärme an das Metall ab. Die
Umgebung sorgte dann dafür, dass dieses die Wärme wiederum abgeben konnte.
Die einzelnen Schleifen wurden mit sechs Klammern gebündelt. Damit können wir zu den Fahrmotoren wechseln. Auch diese mussten gekühlt werden, denn nur mit dieser Massnahme konnten sie so verkleinert werden, dass sie im Drehgestell eingebaut werden konnten.
Wir erinnern uns, dass bei der
Baureihe
Fb 5/7 der BLS noch
Motoren verbaut wurden, die schwerer waren als die beiden
Transformatoren.
Hier wurden vier Exemplare eingebaut, ver-kleinert und sie konnten nahezu
die gleiche
Leistung
abgeben.
Das ging nur, wenn die
Fahrmotoren
künstlich gekühlt werden. Dafür reichte aber eine
Luftkühlung
aus. Die durch die in der Seitenwand eingebauten
Lüftungsgitter
angesaugte Luft wurde in einem
Ventilator
beschleunigt und anschliessend durch Kanäle und die beiden Fahrmotoren
gepresst. Dabei nahm die Luft sowohl die Wärme, als auch Schmutz auf. Eine
Massnahme, die so gut war, dass immer mit einer
Ventilation
gearbeitet wurde.
Von dieser
Ventilation
war der Motor an den
Hilfsbetrieben
angeschlossen worden und dieser konnte im Gegensatz zur
Ölpumpe
des
Transformators
abgestellt werden. Der Grund war der erzeugte Lärm, dieser war beim
Stillstand sehr gut zu hören und so konnte die Kommunikation verhindert
werden. Damit das nicht passierte, war eine Abschaltung der
Ventilatoren
vorhanden. Die
Lokomotive
wurde sehr ruhig.
Mit der
Kühlung
der vier
Fahrmotoren
haben wir die
Hilfsbetriebe
dieser
Lokomotive
beinahe abgeschlossen. Es fehlt uns nur noch ein Bauteil und das war für
die Steuerung der Lokomotive wichtig, denn es war die
Batterieladung.
Diese wurde mit einer
Umformergruppe
umgesetzt. Mit einem von den Hilfsbetrieben versorgten Motor wurde ein zur
Steuerung passender
Generator
angetrieben. Mehr war da nicht.
Wie wichtig dieser
Umformer
war, zeigt sich, wenn wir dessen Anschluss ansehen. Ausser einer
Sicherung
war hier nichts vorhanden. Wurde die
Lokomotive
eingeschaltet lief die
Umformergruppe
und daran änderte sich nichts, bis auf der Maschine der
Hauptschalter
wieder geöffnet wurde. Das zeigt, wie wichtig die Steuerung wirklich war
und bis zur Einführung der Ladegeräte, änderte sich daran nichts.
Zusammenfassend können wir feststellen, dass diese
Lokomotive
durchaus sehr aufwändige
Hilfsbetriebe
besass. Was jedoch hier verbaut wurde, sollte die Zukunft bedeuten, denn
auch bei den anderen Elektrikern, wurden die
Transformatoren
und die
Fahrmotoren
auf diese Art gekühlt. Das zeigt, wie weit sich die BBC beim Erstling
schon in Richtung der Zukunft bewegte und da stellt sich die Frage, was
mit einem
Umrichter
passiert wäre.
Wir schliessen die
Hilfsbetriebe
mit dieser Feststellung ab und bis auf wenige Teile der Ausstattung haben
wir die
Lokomotive
aufgebaut. Es steht daher ein Besuch der Waage an. Total wurde dabei ein
Gewicht von 117.5 Tonnen erreicht. Das dabei verfügbare
Adhäsionsgewicht
konnte bei 98.7 Tonnen gehalten werden. Daher war eine gute Ausnutzung
vorhanden. Jedoch ging ohne Steuerung bei dem Bauwerk schlicht nichts.
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