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Historische Lokomotive |
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Die Stilllegung der
Lokomotive
Ce 6/8 I fand zu einer Zeit statt, bei der alle alten Modelle nach
Möglichkeit erhalten bleiben sollten. Zu einem solchen Spezialfall sollte
auch die hier vorgestellte Maschine werden. Abgestellt, weil die Kabel
marode waren und angeblich so manipuliert, dass sie nicht mehr in Betrieb
genommen werden konnte. Damit stellt sich die Frage, ob es denn ein
historische Lokomotive sei.
Sie ist nicht, wie man das bei Exoten erwarten könnte, abgebrochen worden und wir müssen uns daher mit diesem Ungetüm befassen. Dabei
beginnen wir mit dem Tag der Abstellung, denn wie eine historische
Maschine sah die von der Arbeit gekennzeichnete Maschine nicht aus. Man richtete sie optisch wieder so her, wie sie einst verkehrte. Dabei übersah man grosszügig gewisse Veränderungen, die gemacht wurden und die nicht genau dem Ursprung entsprachen.
Als Beispiel will ich das in der
Fronttüre
vorhandene Fenster aufführen, denn dieses war zur Zeit der Auslieferung
nicht vorhanden und war ein Merkmal dieser Maschine. Was betriebliche
Notwendigkeiten sind, kann man nicht ändern, aber Fenster.
Im Museum merkte das niemand, denn die meisten Leute, die noch
diese Version kennen gelernt haben, sind längst gestorben, oder man
erinnert sich nicht mehr an diese Version. Jedoch kann gesagt werden, dass
alle historischen
Lokomotiven
ein Kompromiss darstellen, denn der Betrieb brachte Anpassungen, die nicht
mehr mit vernünftigen Aufwand erstellt werden können. Wobei dazu muss noch
ein Museum gefunden werden.
Die
Museumslokomotive
wurde nach der optischen Aufbereitung ins Verkehrshaus der Schweiz
überstellt. Dort war eine neu gestaltete Halle für Schienenfahrzeuge
vorhanden und es fehlte noch an geeigneten Exponaten. So kam die grosse
Lokomotive
zusammen mit der
MFO Nr. 1 und der
C 5/6 in diese Halle. Da aber
auch ein
Krokodil nicht fehlen
durfte, wirkte die Maschine der BBC in der Halle etwas verloren, aber das
war ja nicht neu.
So gesehen, hatte die
Lokomotive
Ce 6/8 I, die nun fälschlicherweise als
Prototyp
für die legendären
Krokodile galt, einen
schweren Stand im Museum. Betrachtet man es objektiv, kann man schon von
einem Wunder sprechen, dass die Maschine nicht sofort abgebrochen wurde.
Die Zeit im Museum ging jedoch dahin und immer wieder kamen neuere
Modelle, die im Verkehrshaus einen Platz beanspruchten und altes Eisen
verdrängten.
Die Ce 6/8 I konnte sich jedoch noch recht gut halten und so kam
es, dass sie eine lange Zeit im Museum bleiben konnte und so die Besucher
mit dem besonderen Aussehen beeindruckte. An die grossen Tage des
Prototypen
der BBC erinnerte sich jedoch niemand mehr. Nach dem Betriebseinsatz lässt
sich das auch in Frage stellen, denn ihren Zweck konnte sie eigentlich nie
so Richtung wahrnehmen, da waren die Modelle der MFO besser.
1995 wurde es dann im Museum erstmals zu eng. Man musste
ausmisten, wollte man neuen Platz schaffen. Einige Exponate mussten dabei
über die Klinge springen. Zusammen mit der ersten Direktmotorlokomotive
für
Wechselstrom
verliess die Ce 6/8 I vorübergehend das Museum. Die Aussage, dass der
Auszug nur vorübergehend sei, wurde schliesslich in die Länge gezogen.
Auch heute noch wartet man auf den Entscheid und er ist unwahrscheinlich.
Die
Lokomotive
wurde zuerst im
Bahnhof
Solothurn in einer
Remise
abgestellt. Niemand wusste so recht, was man mit dem Ding anstellen
wollte. Fahren konnte sie nicht mehr, im Verkehrshaus der Schweiz war kein
Platz und auch die Remise in Solothurn war nicht besonders grosszügig. So
entschloss man sich, die Maschine nach Neuchâtel zu überstellen. Dort
sollte Ruhe einkehren, bis man sich einig war, was mit der Lokomotive
geschehen sollte. |
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Lebenslauf der Ce 6/8 I |
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1919 – 1921 |
Bern |
Versuchsfahrten als Fc 2x3/4 |
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1921 – 1925 |
Erstfeld |
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1925 – 1931 |
Biasca |
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1931 – 1938 |
Erstfeld |
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1938 – 1965 |
Basel |
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1965 – 1982 |
Bern |
Für Bremsversuche verwendet |
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1982 – 1990 |
Luzern |
Abgestellt im Verkehrshaus der Schweiz |
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1990 – 2011 |
Div. |
Remisiert und letztlich in Erstfeld |
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2011 - |
Erstfeld |
Lokomotive für Aufarbeitung vorgesehen |
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Im März 1998 kam dann wieder Bewegung in die bedauernswerte Ce 6/8
I. Die alte Dame packte ihre Koffer und wurde auf eine weitere Reise
geschickt. Die Gegend, die nun für sie ausgesucht wurde, kannte sie
bereits, denn erstmals kam sie als historische
Lokomotive
erneut geschleppt nach Erstfeld. Damit war die schwere
Güterzugslokomotive
wieder am Gotthard zu Hause und dafür war sie einst gebaut worden.
Gegen
das, hatte nun wirklich keine andere Maschine mehr etwas auszu-richten.
Was 1919 noch nicht so klar war, ist nun zur Tatsache geworden, die MFO
hatte einfach einen kleinen Vor-sprung. Die Lokomotive ging bei den Leuten jedoch immer mehr in Vergessenheit. Erstfeld liegt auch etwas abgelegen und ist nicht unbedingt ein Ort, denn man regelmässig aufsucht. Eine lange Anreise und wenn man dann die Reise unternimmt, dann auch nur wegen dem Krokodil.
Aus Japan kamen sie und ob diese Be-sucher wussten, dass es auch
die Ce 6/8 I gab, kann wirklich bezweifelt werden, auch wenn sie an der
Sonne stand.
Niemand erinnerte sich an den
Prototyp,
der nie in Serie gegangen war und der nie so recht funktionieren wollte.
Mit der Gründung der Stiftung
SBB
Historic, kam jedoch neues Leben in die historischen Fahrzeuge
der SBB. Die Maschine der Reihe Ce 6/8 I war dabei jedoch erneut vergessen
gegangen. Dampflokomotiven waren nun die Stars und gegen das
Krokodil hatte die Ce
6/8 I keine Chance, denn das war die, die es mit den Cholis aufnehmen
konnte.
Wohl mehr aus Mitleid, als aus ernsthafter Überzeugung nahm sich
das Team in Erstfeld der
Lokomotive
an. An eine der betriebsfähigen historischen Lokomotive gekuppelt ging es
immer wieder durch die
Station
von Erstfeld. Die Maschine beeindruckte zwar nicht sonderlich, aber
zusammen mit einem
Krokodil fühlte man
sich wieder im Jahre 1921. Nur, die Ce 6/8 I wurde geschleppt, denn
elektrisch war nun alles rettungslos verloren.
Rettungslos? Ja, die Kabel, die schon bei der Abstellung in einem
schlechten Zustand waren, sind endgültig verrottet. Da kann ohne Feuer
kein Leben mehr eingehaucht werden und immer noch schwebt in den Leuten
die Info in den Köpfen, dass etwas manipuliert worden sein. Immerhin
wurden die
Gleitlager
regelmässig geschmiert und bewegten sich etwas. Mehr als das war jedoch
nicht mehr zu erwarten.
So vergingen weitere Jahre, in denen das Team Erstfeld immer
wieder dafür sorgte, dass die Ce 6/8 I nicht vergessen geht. Die Tage der
Lokomotive
sollten nicht gezählt werden und insgeheim hoffte man, dass der
Prototyp
wieder hergerichtet werden könnte. Nur ähnliche Gerüchte gab es auch um
die Be 4/6 mit der Nummer 12 332,
die auch im
Depot
stand. Beide im Verkehrshaus unerwünscht und nun in Erstfeld gestrandet.
Schliesslich kam ein neuer Wind in die Stiftung
SBB
Historic und plötzlich war da davon die Rede, dass man der
alten Ce 6/8 I wieder Leben einhauchen wolle. Die
Lokomotive
sollte hergerichtet werden und so die Reihe der Ce 6/8 vervollständigt
werden. Die Maschine wurde dabei nicht als
Prototyp,
sondern als gleichartige Lokomotive angesehen. Das war sie und die
Aufarbeitung würde sehr viel Geld verschlingen.
Die Fc 2x 3/4 hatte sich in die Herzen der Leute gearbeitet. Die
Lokomotive,
sollte hergerichtet werden. Das freut viele und kaum jemand sah die
Probleme. Nur, Probleme konnte man lösen und so sollte dereinst die Ce 6/8
I wieder neben der
Ce 6/8 II vor dem
Depot Erstfeld stehen und auf den Zug nach Göschenen
warten. Die Ce 6/8 I wäre dann ein paar Tage älter als die
Ce 6/8 II mit der
Nummer 14 253 und würde so zu ältesten betriebsfähigen elektrischen
Lokomotive der SBB werden.
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