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Die Dampfmaschine |
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Nachdem wir nun mit dem Feuer aus dem Wasser Dampf gemacht haben und
diesen auch noch aufbereiteten, wird es Zeit, dass wir diesen nutzen. Bei
den aller meisten
Lokomotiven wurde dazu die
Dampfmaschine benutzt. Auch hier bestätigen die Ausnahmen die Regel und
wenn wir uns auf die Schweiz beschränken, dann sind es nur zwei Modelle,
die nicht mit diesen Maschinen versehen worden waren. Eine davon kennen
wir.
Es
ist die mit Dampf betriebene
Turbine. Was in einem gros-sen
Kraftwerk
funktioniert, kann in einer kleineren Version auch auf einer
Lokomotive eingebaut werden.
Wir müssen da kurz hinsehen. Die Dampfturbine hatte den grossen Vorteil, dass sie bereits eine drehende Bewegung hatte, so konnte man auf die auf-wendigen Konstruktionen bei den Antrieben verzichten. Zwar blieb die Triebstange. Es
war eine deutlich einfachere Lösung. Diese kam auch bei den ersten
elektrischen
Lokomotiven zur Anwendung.
Wobei dort mit
Getrieben die
Drehzahlen angepasst wurden. Bei der
Turbine erfolgte das jedoch nicht mehr.
Einem grossen Vorteil steht bekanntlich auch ein so grosser Nachteil
entgegen. Die
Turbine konnte nicht so gut reguliert werden, gerade bei
langsamen Fahrten, wo oft kleineste Änderungen bei der Geschwindigkeit
erfolgten, reagierte die Turbine viel zu träge. Hinzu kommt, dass der
Verbrauch beim Dampf höher war, als bei den Modellen mit Dampfmaschinen.
Das alleine reichte, dass sich die beiden Exoten nicht durchsetzen
konnten.
Die
Dampfmaschine war so mit den
Lokomotiven verbunden, dass
man auch diese sehr oft als Dampfmaschine bezeichnete. Wir hingegen stehen
vor der Frage, was denn eine Dampfmaschine ist und wie sie funktioniert.
Wir haben soeben erfahren, dass es mit der
Dampfturbine grosse
Probleme gab. Eine Dampfmaschine besteht immer aus mehreren Teilen. Eine
davon regelt die Zufuhr des Dampfes und die andere erzeugt die Kraft.
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Geschichte |
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Wie
so oft, müssen wir uns mit etwas Geschichte befassen, denn eines ist
sicher, die Dampfmaschine gab es bereits vor den
Lokomotiven. Die ersten
Modelle waren einfach so gross, dass sie nicht auf eine Lokomotive gepackt
werden konnten. Es wurde also auf eine bewährte Technik gesetzt, die so
gut funktionierte, dass kaum eine Lokomotive nicht damit arbeitete. Doch
gehen wir zurück zu den Anfängen und der Idee.
Im
Jahre 1712 wurde im Kohlebergwerk von Staffordshire erstmals eine von
Thomas Newcomen installierte Dampfmaschine verwendet. Diese wirkte als
Pumpe und kann von der Wirkweise nicht mit den Modellen verglichen werden,
die später kamen. Thomas Newcomen verstarb am 05. August 1729 und somit
kurze Zeit später in London. Er gilt als Erfinder der Dampfmaschine, auch
wenn das immer wieder einer anderen Personal zugesprochen wird. Bevor wir uns damit befassen, sehen wir uns die Dampfmaschine nach Newcomen etwas genauer an. Der in einem einfachen Kessel erzeugte Dampf wurde in einen Zylinder geleitet und stiess dort einen Kolben aus. Danach wurde die Zufuhr von Dampf unterbrochen und der Zylinder mit Wasser gekühlt. Da durch die Bildung von Wasser ein Vakuum entstand, wurde der Zylinder wieder nach unten gezogen, wo dann erneut Dampf wartete.
Die
eigentliche Pumpe für das Wasser aus der Grube, war über einen
Balancier am
Zylinder
angeschlossen worden. Dadurch konnte das Wasser abgepumpt werden und die
Maschine arbeitete zuverlässig. Jedoch müssen wir bedenken, dass mit
dieser Dampfmaschine ein Wirkungsgrad von 0.5 erreicht wurde und daher
wirklich sehr gering war. Aber das Prinzip von Dampf, der den
Kolben
ausstösst um dann dort wieder entfernt zu werden, haben wir.
Alleine diese Tatsache sorgte dafür, dass jene Per-son, die dann die
Anlage verbesserte als Erfinder der funktionieren Dampfmaschine genannt
wurde. Newcomen ging beinahe vergessen. Oftmals wird James Watt die Erfindung der Dampf-maschine zugeschlagen. Dabei verbesserte er nur die erste Maschine von Newcomen so, dass sie deutlich besser funktionierte.
Wegen seinen Bemühungen um die Entwicklung der Dampfmaschine und damit
James
Watt zu
würdi-gen, wurde die
Leistung mit
den Namen Watt ver-sehen. Eigentlich wäre diese Einheit Thomas Newcomen
zugestanden, aber das erlebte er nicht mehr.
Die
Dampfmaschine nach James
Watt entsprach
schon eher den Modellen, die bei den
Lokomotiven verbaut wurden.
Bei allen blieb jedoch die Funktion. Mit Hilfe von Dampf wird in einem
zylindrischen Körper ein
Kolben
verschoben. Es entsteht so eine lineare Bewegung. Bei Watt wurde nun der
Dampf auf der anderen Seite vom Kolben zugeführt und so der Kolben erneut
verschoben. Es konnte so deutlich mehr
Leistung
erzeugt werden.
Damit haben wir die Dampfmaschine, die mit einem als
Zylinder
bezeichneten Bauteil arbeitete. Dazu kam dann noch eine Vorrichtung, die
den Dampf auf der richtigen Seite in den Zylinder liess. Was dann
ebenfalls noch benötigt wird, ist eine Vorrichtung, die das ganze regelt.
Diese Steuerungen waren bei
Lokomotiven so
unterschiedlich, dass wir diese getrennt ansehen müssen. Wir hier sehen
zu, dass wir den Zylinder verstehen. |
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| Der Dampfzylinder | |||||
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Hauptbestandteil der Dampfmaschine ist der Dampfzylinder. Wenn wir einen
solchen
Zylinder
im Schnitt betrachten, erkennen wir, dass er mehrere
Teile besitzt. Der Hauptteil ist die zylindrische Röhre, die dem Bauteil
letztlich seinen Namen gab. Dabei wurde der Begriff wirklich von den
gleichnamigen Hüten abgeleitet. Fachlich wird hier jedoch von einer
Bohrung gesprochen und das konnte teilweise sogar ernst genommen werden.
Dampfzylinder wurden immer als runde
Bohrung gewählt, denn diese konnten mit den hohen Kräften in den Ma-schinen
besser umgehen, als das bei eckigen Lösungen der Fall gewesen wäre. Oft
reichte das allein nicht mehr und so musste verstärkt werden. Bei Dampfmaschinen mit hoher Leistung wurden die Zylinder in einem Zylinderblock zusammen gefasst. Das massive Gussteil bot den Widerstand, der benötigt wurde.
Die einzelnen Dampfzylinder wurden als Bohrung in
dieses Gussteil eingebaut. Die massiven Zylinderblöcke kamen je-doch erst
auf, als mit mehr als zwei Maschinen gearbeitet wurde. Die mechanische
Konstruktion konnte so verein-facht werden. Ob nun eine Röhre, oder ein Zylinderblock benutzt wurde, spielt keine Rolle. In diese Bohrung eingebaut wurde ein beweglicher Kolben. Der war so eingebaut worden, dass er auch die Lücke zur Wand abgedichtete. Bei der einseitigen Maschine nach Newcomen, wurde dann Dampf auf einer Seite in das sonst verschlossene Rohr gelassen. Durch die Kraft wurde der Kolben an das Ende der Bohrung verschoben und dort vom Dampf gehalten.
Bedingt
durch die Zeit, bis der Dampf im Bauteil wieder abgekühlt war, sorgte
dafür dass bei der Lösung nach Newcomen langsame Laufzeiten vorhanden
waren. Die Maschine arbeitete sehr gemütlich und das reichte für eine
Pumpe durchaus, aber nicht für den
Antrieb eines Fahrzeuges, denn dort
musste die Kraft besser aufgebaut werden, als das bei Newcomen der Fall
gewesen war und damit kommen wir auch zu
Watt und seiner Lösung.
Der Dampf aus dem ersten Schritt
wurde hier nicht gekühlt, sondern einfach aus dem
Zylinder
gelassen und
nicht mehr weiter genutzt. Diese Maschine konnte schneller arbeiten, da
nicht auf die Ab-kühlung gewartet werden musste. An diesem Kolben wurde dann nur noch die Kolben-stange befestigt und aus dem Zylinder geführt. Die-se Kolbenstange ergab dann die lineare Bewegung, die von den angeschlossenen Antrieben in ein Dreh-moment umgewandelt wurde.
Die
Räder
der
Lokomotive wandelten dieses schliesslich mit Hilfe der
Haftreibung
in
Zugkraft um. Damit wurde mit der Kolbenstange nur die
Richtung und die Kraft übertragen.
Bei den
Kolbenstangen gab es zwei unterschiedliche Ausführungen. Bei der einfachen
Lösung wurde diese nur auf einer Seite am
Kolben
befestigt. Es gab aber
auch Modelle, die auf beiden Seiten über eine Stange verfügten. Diese
wurden meist bei grösseren
Zylindern benötigt, da so der Kolben in der
Bohrung über einen besseren Lauf verfügte. Durch die doppelte Führung
verklemmte er weniger und daher wurde oft so gearbeitet.
Der so
aufgebaute
Zylinder hat ein Problem. Stand die Maschine still, verblieb im
Gegensatz zur Lösung nach Newcomen Dampf im Zylinder zurück. Da dieser nun
auskühlen konnte, entstand durch die
Kühlung
wieder Wasser. Newcomen liess diese Flüssigkeit
einfach abfliessen. Bei der Lösung nach
Watt wird aber die
Leistung
geschmälert, weil Wasser nicht komprimiert werden konnte. Die Rückstände
verringerten schlicht die Fläche, wo der Dampf wirkte.
Man
benötigte eine Lösung, die das Wasser mit Hilfe des einströmenden Dampfes
aus dem Bauteil beför-derte. Einfache Hähne sollten dies ermöglichen und
diese hatten einem ganz speziellen Namen erhalten.
Die Hähne zur Entfernung von Wasser aus einem Dampfzylinder wurden
Schlemmhähne genannt. Dabei wurde damals als Schlemme das Wasser im
Zylinder
bezeichnet. Bei Bedarf konnten diese geöffnet werden. Dadurch
sorgte der einströmende Dampf dafür, dass das Wasser mit ihm zusammen aus
dem Zylinder strömte. Die Maschine begann damit deutlich besser zu
funktionieren und nun kommen wir zum Ring am
Kamin.
Waren die
Schlemmhähne geöffnet, strömte der Dampf aus dem
Zylinder, da er dabei das
Wasser aufnahmen, entstand eine weisse Wolke. Diese war bei den
Lokomotiven mit
Überhitzer aber deutlich heisser, als das normal war. Wer
zu nahe bei den Zylindern war, konnte durch den ausströmenden Dampf
schwere Verbrennung davon tragen. Daher sollte man sich darauf achten, wo
man sich bei so einem Fahrzeug genau hinstellt.
Das Problem
bei den doppelseitigen Dampfmaschinen war, dass hier die Zugänge immer
anders angeschlossen werden mussten. In einem Teil der
Zylinders musste
Dampf einströmen, während dieser am anderen Ende aus dem Zylinder
gestossen wurde. Bei der umgekehrten Richtung, änderten sich diese
Anschlüsse wieder und daher konnte man nicht mehr mit der einfachen
Lösung, wie bei Newcomen gearbeitet werden.
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| Der Schieberkasten | |||||
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Ein
Schlüsselteil der Dampfmaschine ist der Schieberkasten. Dieser spezielle
Kasten geröhrt dazu und er regelt die Zufuhr von Dampf. Auch der Weg für
den aus dem
Zylinder entlassenen Dampf ist in diesem Schieberkasten
vorhanden. Daher lohnt es sich, wenn wir dieses Bauteil genauer ansehen,
denn wir sind nun beim Herz der Dampfmaschine. Ohne Schieberkasten geht
schlicht nichts mehr, denn nur so kann umgeschaltet werden.
Mit diesem
können wir den Weg verfolgen und so die Baugruppen kennen lernen. Daher
beginnen wir nun dort, wo wir aufgehört haben und das ist beim
Dampfdom.
Die
Dampftrockner und
Überhitzer spie-len jetzt keine Rolle.
Als Schaltelement dient der Regulator. Dieser regelt die Menge des
zugeführten Dampfes. Dabei öffnet er die Leitung nicht gleichmässig. Bei
einer geringen Öffnung musste der Dampf über eine Drossel fliessen. Erst
wenn mehr Dampf verlangt wurde, öffnete sich der Regulator vollständig.
Eine Lösung, die so berücksichtigte, dass der Dampffluss nicht leicht
eingestellt werden konnte und die Bedienung wurde einfacher. Der von diesem Schaltelement in die Leitung gelassene Dampf wurde anschliessend je nach Bauart dem Dampftrockner, oder dem Überhitzer zugeführt. Diese erzeugten dann den Dampf für die Maschinen. Eine weitere Aufbereitung gab es nicht, weil nun einfach ein Dampfrohr zu den mindestens zwei verbauten Maschinen geführt wurde. Unterschiede gab es nicht, denn der Dampf beendete seine Reise sehr schnell im Schieberkasten.
Wichtigstes Bauteil im Schieberkasten ist der Schieber, der auch für den
Namen verantwortlich war. Dabei können Sie sich das Bauteil einfach als
eine spezielle Abdeckung vorstellen, die über den Zugängen zum
Zylinder
verschoben wurde. Aufgebaut sind diese Schieber so, dass geregelt wird,
wie der Dampf in die einzelnen Zylinderseiten geführt wird. Dabei konnten
sogar auch nur geringe Mengen Dampf zugeführt werden.
War genug Dampf in den
Zylinder gelangt, wurde der Schieber verschoben und
der Zugang vom Dampfrohr wieder verschlossen. Es floss kein Dampf mehr in
den Zylinder. Die sich nun im Zylinder befindliche Menge Wasserdampf wurde
als Füllung bezeichnet. Je nach Position des Schiebers kann diese
verändert werden. So kann die
Leistung der Dampfmaschine eingestellt
werden, denn das erfolgte mit dem Druck und der Füllung.
Wurde der Schieber weiter verschoben, öffnete sich der Weg zum
Ausströmkanal. Wie es der Name schon sagt, ist das die Leitung, die den
Dampf vom
Zylinder der weiteren Verwendung, oder je nach
Bauart dem
Blasrohr zuführt. Durch die Bezeichnung konnte der Ausströmkanal auch in
der Beschreibung vom Dampfrohr unterschieden werden, denn dieses enthielt
noch den frischen Dampf aus dem
Kessel
und damit ab dem Regulator.
Der zweite
vorhandene Schieber eines
Zylinders arbeitete jedoch umgekehrt. Hier war
zuerst der Ausströmkanal und erst im zweiten Schritt des Dampfrohr
verbunden. Der sich im Ausströmkanal befindliche Dampf wurde als entspannt
angesehen, denn er hatte in der Maschine die Arbeit getan und wir müssen
nur noch bei beiden
Bauarten vergleichen und das ist nicht so schlimm, wie
sie denken könnten, denn die Funktion änderte nicht.
Zudem war eine einfache Produktion vorhanden, die dafür
sorgte, dass diese Bauweise billig in der Anschaffung war und das ist bei
Lokomotiven immer ein Thema. Flachschieber sind am flachen oberen
Abschluss der Dampfzylinder zu erkennen. Hauptproblem der Flachschieber war, dass sie durch die Führungen ein leichtes Spiel benötigten. Bei hohen Drücken beim Dampf konnten die Schie-ber so durch den Druck im Zylinder angehoben wer-den.
Dadurch konnte
Dampf fälschlicherweise durch den Schieberkasten fliessen. Je höher der
Dampfdruck war, desto mehr wurde gegen die Flachschieber gedrückt. Mit
zunehmender Steigerung des Druckes, konnten diese Schieber nicht mehr
benutzt werden.
Der Kolbenschieber ist vom Aufbau her mit den Dampfmaschinen zu
vergleichen. In einem
Zylinder verschob sich der runde
Kolben
und gab die
Wege frei. Bei der Funktion gab es keine Änderung, aber bei den wirksamen
Kräften, denn hier konnten die Schieber nicht mehr durch den Dampfdruck
aufgedrückt werden, es gab weniger Störungen und auch höhere Werte beim
Dampfdruck konnten hier aufgenommen werden.
Da die
Konstruktion dieser Kolbenschieber aufwendiger ist, sind auch die Kosten
hoch. Daher werden Sie auch nur dort verbaut, wo des mit den
Flachschiebern zu Problemen kommen konnte. Das war wichtig, weil jede
Dampfmaschinen den eigenen Schieberkasten hatte. Das wirkte sich besonders
dann auch, wenn mehr als nur zwei Maschinen verbaut wurden. Doch gab es
auch dort zwei verschiedene Lösungen bei den Schaltungen der
Zylinder.
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Mehrere Dampfmaschinen |
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Auf einer
Lokomotive wurden immer mehrere
Zylinder verbaut. Die minimale Menge waren
auf jeder Seite ein Dampfzylinder. Dabei wurden diese mit wenigen
Ausnahmen parallel betrieben. Das heisst, dass der Dampf vom Regulator
direkt zu jeder Maschine geführt wurde. Lediglich die Zeiten mit der
Ansteuerung wurde so verändert, dass nicht beide Maschinen in der gleichen
Stellungen vorhanden waren, denn das war nicht gut.
Das war wie bei den Kindern. Wobei dort Vierlinge seltener sind, als bei
den Dampflokomotiven, wo es auch Drillinge gab. Wie gesagt, es gab weder
bei der Beschaltung, noch beim Aufbau zwischen die-sen
Zylindern einen
Unterschied. Gerade bei mehr als zwei Maschinen war diese Lösung in der Schweiz selten zu finden. Das Pro-blem bei diesen Lösungen war, dass jede Dampf-maschine den vom Kessel stammenden Dampf nur einmal nutzte.
Nach getaner Arbeit, wurde er
einfach über das Blasrohr in die Umwelt entlassen. Je nach Füllung der
Zylinder konnte so sehr viel Energie nutzlos werden. Gerade bei einem
Vierling konnte man von einem grossen Verbrauch beim Wasser ausgehen.
Die
Mehrlingsmaschinen sind jedoch beliebt, denn sie können durch das
Fahrpersonal einfacher bedient werden, als das bei der zweiten Lösung der
Fall war, denn dort sollte schlicht der Dampf etwas besser ausgenutzt
werden, denn dieser wurde sehr mühsam erstellt und dabei sollte davon so
viel wie nur möglich genutzt werden. Eingeführt wurde diese Beschaltung
mit den ersten Maschinen der
Bauart Mallet. Die Schaltung konnte sich
durchsetzen.
Der Verbund:
Bezeichnet wurde diese Lösung
als Verbund. Hier wurden mit wenigen Ausnahmen die beiden Seiten parallel
angeschlossen. Jedoch gab es mehr als zwei Maschinen und statt der Abdampf
der ersten Maschine dem Blasrohr zuzuführen, wurde mit dem ein weiterer
Dampfzylinder betrieben. Die Leitung zwischen diesen wurde als Verbinder
bezeichnet und daher wurde die
Bauart als Verbund bezeichnet.
Man kann mehrere Maschi-nen einsetzen, benötigt aber nur den Dampf der ersten Maschine.
Es
sollten so sparsame Lo-komotiven entstehen. Jedoch waren sie etwas anders
zu bedienen, denn sie reagierten träger, da zu Beginn der Arbeit nur zwei
Zylinder arbeiteten. Die beiden weiteren kamen erst nach dem ersten Hub
dazu.
Wollte man
den Verbund optimal einstellen, konnte man nicht mit identischen Maschinen
arbeiten, denn durch die erste Arbeit hatte der Dampf zwar immer noch
genug Druck, jedoch vergrösserte sich das Volumen. Man kann es so
umschreiben, dass aus den
Heissdampf nun
Nassdampf geworden war. Es musste
daher mit verschiedenen
Zylindern gearbeitet werden und daher gab es nur
bei dieser
Bauart unterschiedliche Bezeichnungen.
Auch jetzt folgen wir dem Weg des Dampfes. Die erste von diesem erreichte
Dampfmaschine besass Hochdruckzylinder. Diese wurden mit dem maximalen und
damit höheren Dampfdruck betrieben. Das war zu erwarten und somit
entsprach dieser
Zylinder dem normalen Dampfzylinder, wie sie bei den
Lösungen Zwilling auch angewendet wurden. Die Definition dieser Modelle
war nur wegen der zweiten Lösung gegeben.
Während bei
einem Zwilling der Abdampf dem Ausströmkanal zugeführt wurde, leitete man
in nun in den Verbinder und damit zu einer weiteren Maschine. Damit hatte
er seine Arbeit bereits einmal getan und hat damit einen grossen Teil des
zu Beginn vorhandenen Druckes bereits wieder verloren. Jedoch konnte immer
noch etwas gewonnen werden und damit kommen wir bereits zum zweiten
Zylinder dieser Bauweise.
Wie schon erwähnt, definierte sich dieser
Zylinder durch den vorhandenen Hochdruckzylinder, denn ohne diesen,
müssten wir hier nicht genauer hinsehen. In der ersten Maschine hatte der Dampf schon einmal ge-arbeitet. Dadurch wurde er entspannt. Daher bedeutet, dass er nun für die gleiche Leistung ein grösseres Volumen hat.
Wollte man diesen Dampf mit einem um ungefähr ein
Drit-tel reduzieren Dampfdruck nutzen, musste man den Zylin-der anders
aufbauen und daher wurde dieser Niederdruck-zylinder grösser, als das bei
der ersten Ausführung noch vorhanden war. Waren die Abmessungen der beiden Zylinder richtig abge-stimmt worden, konnte die Lösung mit Verbund sehr wirtschaftlich betrieben werden.
Der nun deutlich
mehr entspannte Dampf aus dem Nieder-druckzylinder hatte aber immer noch
genug Schwung um im Blasrohr einen genug grossen Sog zu erzeugen. Damit
war der Verbund wirtschaftlicher, als die Mehrlinge, da weniger Dampf für
die gleiche Arbeit benötigt wurde.
Jedoch war
das auch nicht gratis zu bekommen. Bei Beginn der Fahrt, waren zuerst nur
zwei Maschinen aktiv. Die beiden Niederdruckzylinder kamen etwas verzögert
dazu. Das machte die Steuerung etwas träger und auch bei schweren
Anfahrten gab es Probleme, da nicht sofort die grosse
Zugkraft abgerufen
werden konnte. So musste bei der Bedienung etwas anders gearbeitet werden,
als das bei einem Mehrling der Fall war.
Mit diesem konnte der
Verbinder anders geschaltet wer-den. Der Abdampf aus der ersten
Dampfmaschine gelangte in den Ausströmkanal und so direkt zu den
Blasrohren. Da wir aber einen Wechsel haben, war es damit nicht getan. In dieser Schaltung wurde das Dampfrohr mit den Nieder-druckzylindern verbunden. Damit arbeitete die Lokomoti-ve nun als Vierling mit einer Zylindergruppe, die deutlich mehr Leistung abrufen konnte.
Es war der Niederdruckzylinder,
der nun mit Dampf aus dem
Kessel
versorgt wurde und wegen seinem Aufbau
gab es hier reichlich Platz dafür. Damit war sogar noch ein
Booster
vorhanden und die Anfahrt gelang leichter. Lange durfte das Wechselventil nicht in dieser Stellung verbleiben. Das Problem waren die Niederdruckzylinder. Nicht das diese den Kräften nicht gewachsen wären.
Wegen der auf einen niederen Druck ausgelegten Grösse, benötigte er
schlicht Unmengen von Frischdampf. Dieser musste im
Kessel
erzeugt werden
und so ging das Wech-selventil definitiv dem Dampfvorrat an den Kragen.
Alle Sparmassnahmen des Verbund waren so weg.
Damit haben
wir die Dampfmaschinen aufgebaut und immer wieder haben wir gehört, dass
der Schieber eine bestimmte Stellung einnehmen musste. Je schneller die
Maschine arbeitet, desto weniger kann diese Einstellung von Hand
vorgenommen werden. Daher mussten Dampfmaschinen mit einer Steuerung
versehen werden und davon gab es zahlreiche, die wir ansehen müssen.
Selbst identische Lösungen sollte es hier geben.
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