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Der Gleichstromschnellschalter |
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Grundsätzlich haben wir bei den Hauptschaltern nur Modelle angesehen, die
für
Wechselstrom
gebaut wurden. Wenn wir nun aber die Bahnen ansehen, die mit
Gleichstrom
arbeiten, treffen wir auch auf andere Probleme. Zumindest in einem Punkt
ist es gleich, denn der Hauptschalter kann ohne grosse Probleme
geschlossen werden. Damit hat es sich aber auch schon und wir können uns
Fragen, was der Schalter ist.
Die
drei vorher vorgestellten Modelle sind auch in diesem Bereich mit
Beschränkungen einsetzbar. Dazu kommen wir später, denn zuerst befassen
wir uns mit einem grossen Problem bei Gleich-strom und das ist wirklich
gross. Werden bei Gleichstrom die Kontakte geöffnet, entsteht auch hier ein Lichtbogen. Sehen wir dessen Verhalten anhand der Dachsicherung an. Der Lichtbogen wird dabei in den Funken-hörner abgeleitet und so gelöscht.
Bei
Wechselstrom
ist das jedoch eher der Fall, denn durch die Umkehr der Flussrichtung
fehlt plötzlich die
Spannung
um erneut zu zünden. Bei
Gleichstrom
ist das nicht der Fall und daher bleibt der
Lichtbogen
länger stehen.
Der Abreissfunke:
Der
Lichtbogen
wird oft auch als Abreissfunke bezeichnet. Wobei der Begriff nicht ganz
korrekt ist, denn es ist kein Funke vorhanden, sondern eine
Lichterscheinung, die im Bogen verläuft. Daher passte der Begriff
Lichtbogen besser. Sehen wir nun aber genauer hin, wie dieser Abreissfunke
sich verhält, denn bei
Gleichstrom
können die Schäden durchaus grösser sein, als uns bewusst ist.
Entfernen sich die Kontakte, entsteht dazwischen ein Funke. Je weiter sich
diese nun entfernen, desto länger wird dieser und es entsteht ein
Lichtbogen.
Die Luft wird nun leitend. Wie weit sich die Kontakte entfernen müssen,
bis der Lichtbogen löscht, hängt von der Feuchtigkeit der Luft und vom
Stromsystem
ab. Denn jetzt ist
Gleichstrom
schlecht, denn er kann länger stehen bleiben und dabei ist der Einfluss
wichtig.
Das
verändert die Luft noch mehr und damit kann noch mehr
Strom
fliessen. Das dauert für die meisten Kontakte zu lange und daher muss bei
Gleichstrom
der
Lichtbogen
schnell gelöscht werden und das können die Hauptschalter. Bei Gleichstrom findet dieser Wechsel und damit der Nulldurchgang nicht statt. Das heisst, der Funke kann unter Gleichstrom eine viel höhere Distanz überbrücken. Die Kontakte werden also noch mehr belastet, als das bei Wechselstrom der Fall ist.
Der
Abreissfunke wird viel grösser und könnte sogar stehen bleiben, wenn die
Kontakte die Endposition erreicht haben. Der Schalter schaltet nicht mehr
aus und wird dadurch zerstört.
Damit man trotzdem bei
Gleichstrom
einen Hauptschalter ausschalten kann, müssen sich die Kontakte sehr
schnell entfernen. Deshalb wählte man bei den für Gleichstrom gebauten
Hauptschaltern die Bezeichnung Schnellschalter. Nur so kann der gelöschte
Funke sauber und sicher getrennt werden. Ein Schnellschalter ist deshalb
ein sehr flinker Schalter. Doch nun verwenden wir die drei Modelle, die
wir vorher kennen gelernt haben.
Wobei wir gleich feststellen werden, dass das nicht bei jedem Modell die
hohen Anforderungen für
Gleichstrom
gleich gut erfüllt werden können. Schnellschalter für Gleichstrom werden
daher im Aufbau verändert, aber am Prinzip änderte sich eigentlich nichts
mehr. Beginnen wir hier mit dem Gleichstromschnellschalter, der den
Abreissfunke, oder den
Lichtbogen
mit einem Bad aus Isolieröl löscht und wir betreiben in nun mit
Gleichstrom.
Der
Lichtbogen
muss auch schnell gelöscht werden. Da die Kontakte mit
Druckluft bewegt
wurden, war dieses Pro-blem nicht vorhanden, der Schalter konnte also
benutzt werden, jedoch nicht ohne Schwierigkeiten. Der Nachteil bei Gleichstrom ist jedoch das Isolieröl, auch wenn bei den Modellen für Gleichstrom schneller ge-schaltet wird, die Schaltleistung wird höher, da der Licht-bogen etwas länger stehen bleibt.
Daher kann es hier ebenfalls zu Problemen mit dem Ölgas kommen. Der
Ölhauptschalter ist in der Ausführung, die wir kennen gelernt haben, wenig
geeignet. Trotzdem wol-len wir diesen Hauptschalter auch jetzt einsetzen. Um Ölhauptschalter auch unter Gleichstrom verwenden zu können, muss das Modell kräftiger gebaut werden. Die Kontakte müssen höhere Ströme aushalten und auch die Menge beim Isolieröl muss deutlich vergrössert werden. Nur
so kann es die hohe
Leistung des
Lichtbogens
auf-nehmen, ohne dass eine zu grosse Menge beim Ölgas entsteht. Das
Blockierrelais ist daher bei diesem Modell noch wichtiger, als bei
Wechselstrom.
Das
führt jedoch dazu, dass der Hauptschalter deutlich schwerer wird. Die
anderen Nachteile, wie die Kurzschlussblockierung bleiben jedoch erhalten,
da gerade hier die grössten
Lichtbogen
entstehen können. Daher hat der Ölhauptschalter unter
Gleichstrom
eine deutlich geringere Schaltleistung. Die Modelle für Gleichstrom
konnten daher nur bei geringeren
Leistungen
verwendet werden und das war bei diesen Bahnen oft der Fall.
Verbauten wurden hier ein Trennmesser und ein
Lastschalter. Mit
diesen war der Schalter gut für den Betrieb unter
Gleichstrom
geeignet. Jedoch musste auch hier der Aufbau leicht verändert werden. Es
konnte also nicht das gleiche Modell genutzt werden. Beim Drucklufthauptschalter wird der Abreissfunke mit der Hilfe von Druckluft ausgeblasen. Das funktioniert auch bei Gleichstrom und die Schaltung erfolgt auch hier extrem schnell.
Eigentlich muss nur das Trennmesser für die höheren
Ströme
ausgelegt wer-den, denn diese waren bei
Gleichstrom
wirklich sehr viel höher, als das bei
Wechselstrom
der Fall war. Aber diese Anpassung war ohne grossen Aufwand möglich.
Daher kann gesagt werden, dass der Drucklufthauptschalter auch unter
Gleich-strom ohne grössere Einschränkungen verwendet werden kann. Probleme
sind hier beim Ausblasen des
Lichtbogens
zu erwarten. Dieser lässt sich bei Gleich-strom schwerer ausblasen, als
das bei
Wechselstrom
der Fall ist. Das kann aber mit einem deutlich kräftigeren Luftstoss
angepasst werden. Die Nieder-druckblockierung muss nicht verändert werden.
So
können die Drucklufthauptschalter auch bei Bahnen mit
Gleichstrom
verbaut werden. Es sind jedoch geringe Anpassungen erforderlich, so dass
nicht mit einem Schalter gearbeitet werden kann. Jedoch kann ein nach
diesem Prinzip aufgebauter Gleichstromschnellschalter auch mit
Wechselstrom
betrieben werden, er ist dann einfach etwas zu kräftig gebaut worden.
Drucklufthauptschalter gab es bei beiden
Stromsystemen.
Daher können wir uns hier kurz fassen, denn der Hauptschalter kann ohne
Anpassungen auch bei Bahnen mit
Gleichstrom
angewendet werden und das zeigt, wie gut gelungen diese
Bauart wirklich war. Wir haben einen Schalter, der für alle Spannungen und Stromsysteme geeignet ist und daher auch unter Gleichstrom problemlos verwendet werden kann. Nur damit sind wir noch nicht bei allen Bahnen durch, denn es fehlt eigentlich nur noch die Lösung, die bei Drehstrom verbaut wird. Auch
hier werden Hauptschalter benötigt und nun sind drei Phasen vorhanden, die
geschaltet werden müs-sen. Was ist hier ideal? Für den Schalter ist bei Drehstrom eigentlich nur ein Wechselstrom vorhanden, daher gelten hier die glei-chen Bedingungen, wie bei den vorgestellten Mo-dellen.
Sie
können ohne Probleme auch bei diesen Bahnen angewendet werden. Ob dabei
Öl,
Druckluft oder
ein
Vakuum genutzt
wird ist kein so grosses Problem. Jedoch das Gewicht, das diese Schalter
haben, denn hier musste bei der Anzahl verändert werden.
Schnellschalter für
Drehstrom
sind doppelt vorhanden, denn von den drei Phasen müssen mindestens zwei
geschaltet werden. Daher spielt auch hier das Gewicht eine grosse Rolle,
denn wenn gespart werden konnte, war das gut. Sie sehen, dass sich die
Bezeichnungen veränderten, aber die verbauten Schalter nicht so gross
anders aufgebaut wurden. Doch wird es auch wichtig, dass wir auch die
Werte erfassen können.
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