Feuern mit festem Brennstoff

                       

Wenn wir nun zur Feuerung mit festen Brennstoffen kommen, dann beginnt das bereits mit dem Anfachen. Mit Kohle geht das schlicht nicht, denn es muss eine gewisse Wärme vorhanden sein, dass sie in Brand geriet. Daher wurde bei den Modellen immer mit Holz begonnen. Flüssige Brennstoffe wurden einfach angezündet und dann brannten sie. Nur bei Rohöl musste dieses vorher aufbereitet werden, denn sonst ging nichts.

Holz konnte einfacher entfacht wer-den und daher begann man damit und das Feuer war zu Beginn noch nicht besonders gross. Zumindest bedeckte es nicht die ganze verfügbare Fläche.

Das war normal, denn bei Feuer muss man immer so arbeiten. Auch bei der Feuerstelle im Wald, musste zuerst ein kleines Feuer entfacht werden.

Oft musste man noch pusten, denn nur so begann sich das Feuer zu entwik-keln. Bei einer Lokomotive ging das nicht.

Als Hilfsmittel diente die Anfachlanze. Dabei handelte es sich um ein gebogenes Rohr, das am Ende der Ableitung des Rauches platziert wurde. Diese Lanze konnte nun an die Druckluft, oder den Dampf des Depots angeschlossen werden. Was es letztlich war, spielt eigentlich keine Rolle, denn bei der Lanze muss nur ein sich unter Druck befindliches Medium angewendet werden. Wo es diese gab, nutzte man Druckluft.

Der Aufbau der Anfachlanze war so gestaltet worden, dass die ausströmende Luft im System für die Rauchgase ein Unterdruck entsteht. Dazu wurde sie einfach im Kamin eingehängt. Die Luft strömte dann in diesem in die Richtung der Rauches. Da damit auch etwas Luft mitgerissen wurde, entstand der erwähnte Unterdruck und dieser musste wegen den geltenden Naturgesetzen ausgeglichen werden. Gerade diese wurden hier genutzt.

Mit der Anfachlanze entstand eine Luftströmung, die durch das Feuer geleitet wurde. Wie bei Ihnen beim pusten, wurde so mehr Sauerstoff zugeführt und der Brennstoff begann besser zu funktionieren. Damit konnte mehr Material zugefügt werden und das Feuer wurde grösser. Diesen Vorgang nennt man fachlich korrekt Ausbau. In Schritten wird also die ganze verfügbare Fläche mit dem Feuer belegt. Damit war dieses für die Nutzung bereit.

Die Rostfläche
                       

Die Rostfläche bildete schlicht den Boden der Feuerbüchse. Wie es der Name schon durchblicken lässt, ein wichtiger Punkt war die verfügbare Fläche. Mit dieser wurde angegeben wie gross ein Feuer sein konnte. Je grösser dieses war, desto mehr Wärme konnte erzeugt werden. Mit mehr Wärme kochte das Wasser schneller. Das kennen Sie vom Herd, dort geht es mit voller Leistung deutlich schneller, als wenn sie nur die kleine Stufe nehmen.

Der Rost selber bestand aus Stäben, die aus Guss-eisen gefertigt wurden. Zwischen den einzelnen Stäben bestand ein Hohlraum von rund zehn Milli-meter.

Diese waren wichtig, denn durch diese konnte von unten frische Luft zum Feuer gelangen und dieses wurde so besser angefacht.

Man benötigte die Lösung dafür und auch, damit das Feuer nicht unten aus der Lokomotive fiel. Die Lücken zwischen den Stäben hingen aber vom Brennstoff ab.

Wir haben bereits erfahren, dass feste Brennstoffe nicht ohne Rückstände verbrannt werden können. Sowohl bei Holz, als auch bei der Kohle entstehen mehr oder weniger Rückstände.

Diese sollen sich nicht im Feuer befinden und daher fielen sie durch die Lücken zwischen den Stäben nach unten.

Das Feuer wurde so davon befreit und begann bes-ser zu arbeiten. Waren nun Rückstände geringer Grösse vorhanden, rückten die Stäbe näher zusam-men.

Der Rost wurde eigentlich durch die zuströmende frische Luft als einziges Bauteil mit Luft gekühlt. Das war aber nicht notwendig, denn bei jedem Feuer wirkt die Wärme immer nur nach oben. Wichtiger war hier also die Luft, die zugeführt wurde, denn diese war mit Sauerstoff versehen und dieser wurde im Feuer benötigt. Es wird nun Zeit, dass wir uns dem Aufbau eines solchen Rostes zuwenden, denn bei der Änderung der Feuerung, wurde der Rost getauscht.

Bei den hier vorhandenen Abmessungen konnte man nicht ein einzelnes Bauteil benutzen. Dazu wäre es zu schwer geworden und wie der Brennstoff mussten diese Teile durch das Feuerloch passen. Je nach Bauart wurden Elemente mit ein paar Stäben, oder aber einzelne Stäbe eingelegt. Diese konnten gewendet werden und erlaubten so die Einstellung des Spaltmasses dazwischen. Es waren also Arbeiten an dem Teil erforderlich.

Soweit war der Aufbau eines Rostes und damit die Definition der Rostfläche noch sehr einfach. Man musste einen zum Brennstoff passenden Abstand wählen und dann konnte es losgehen. Eine einfache Angelebenheit, die eigentlich auch unerwähnt blieben konnte. Jedoch arbeiten wir mit einem Feuer und dieses ist unberechenbar und kann schnell in eine Katastrophe führen. Das wissen Sie seit die Feuerwehr kommen musste.

Das Problem auf einer Lokomotive war die Feuerbüchse und damit die Heimat des Rostes und des Feuers. Wir haben bereits erfahren, dass Sicherheitsbolzen vorhanden waren. Sprach dieser an, musste das Feuer entfernt werden.

So einfach, wie sich das anhört ist es jedoch nicht. Bei unserem Rost muss die Glut über das Feuerloch gegen den Führerstand entfernt werden. Eine mühsame Arbeiten, die man auch herausreissen nannte und die schnell erfolgen musste.

Gelang es nicht, das Feuer schnell genug zu entfernen, bestand eine grosse Gefahr. Drang Dampf in grosser Menge in den Bereich mit dem Feuer wurde die Glut angefacht. Der nun in der Feuerbüchse entstehende Druck wurde so gross, dass die Lokomotive schlicht zerrissen wurde. Das erfolgte in einer Art Explosion und wer dabei davor stand, hatte wirklich denkbar schlechte Karten erwischt, denn das war nicht zu überleben.

Hinzu kam, dass das Feuer auch aus betrieblichen Gründen entfernt werden musste. Bei kleineren Rosten reichte das Feuerloch. Bei grösseren Ausführungen war es aber eine mühsame Arbeit und daher sollte eine Erleichterung eingebaut werden und dazu musste der Rost verändert werden, denn wenn die Stäbe fehlten, fiel das Feuer einfach nach unten und dort konnte man einen Auslass öffnen. Diese sollten wir uns ansehen.

Die meisten grösseren Lokomotiven besassen daher einen Kipprost. Dabei umfasste dieser selten die ganze Fläche. Wie es der Name schon vermuten lässt, konnte diese Bauteil kippen und das erfolgte mit Hilfe der Schwerkraft.

Durch die Mitarbeiter entriegelt, öffnete sich der Riegel und der Kipprost fiel mit samt der Glut nach unten. Eine schnelle Lösung um ein Teil des Feuers zu entfernen und so Schäden zu verhindern.

Die restliche sich noch in der Feuerbüchse befindliche Glut wurde einfach in den offenen Bereich geschoben. So war es im Notfall leichter möglich das Feuer schnell zu entfernen. Die Sicherheit für die Lokomotive und das Personal konnte erhöht werden.

Jedoch muss gesagt werden, dass der Kipprost meistens aktiviert wurde, wenn die Lokomotive in den Unterhalt gestellt werden musste, denn in einer Remise wollte man kein Feuer.

Wenn die Glut entfernt worden war, konnte der Kipprost wieder geschlossen werden. Damit war wieder eine Fläche vorhanden und wir können wieder vorne beginnen.

Jetzt musste zuerst wieder der Ausbau des neuen Feuers vorgenommen werden. Da das wirklich viel Zeit beanspruchte, wurde das Feuer wirklich nur im Notfall und vor der Fahrt in den Unterhalt entfernt. Sonst blieb es in der Feuerbüchse und musste gepflegt werden.

Mit dem Kipprost haben wir nun erfahren, dass mit dessen Hilfe das Feuer nach unten entfernt werden konnte. Damit stellt sich die Frage, was sich denn unter diesem befand und wo die Rückstände der Verbrennung sich sammelten. Einfach auf das Gleis ging nicht, denn die enthaltene Glut hätte die Schwellen und die Umgebung in Brand gesetzt. Das wollte man natürlich nicht, denn das hätte schlicht den Betrieb der Strecke behindert.

Der Aschekasten
                       

Auch wenn hier von einem Aschekasten gesprochen wurde, es war nicht immer nur dieser vorhanden. Bei einem gut ausgebauten Feuer mit Holz war der Anteil gross, Jedoch konnte auch hier Glut durch den Rost fallen. Völlig verhindert werden konnte das nicht. Wenn jedoch mit Kohle gearbeitet wurde, entstand bei der Verbrennung auch Schlacke und diese müssen wir kurz ansehen, denn es stellt sich die Frage, warum das so war.

Schlacke entsteht, wenn das Feuer zu heiss wurde. Die sonst als Pulver anfallende Asche wird teigig und fällt dann durch den Rost, wo sie auskühlen kann. Dadurch entsteht eine harte Kruste.

Bei einer Lokomotive konnte deren Bildung nicht verhindert wer-den, denn ein immer optimal arbeitendes Feuer war schlicht nicht zu bekommen. Das geht vielleicht bei einer Feuerstelle, aber nicht, wenn man viel Leistung will.

Bedingt durch die entstehende Kruste kann die Schlacke nicht zerfallen und bleibt damit oft auch nach der Auskühlung vor-handen. Jedoch gelangte sie auch in den Aschekasten.

Wir müssen einfach wissen, dass sich in diesem nicht nur normale Asche befand. Schlacken sind oft mit giftigen Stoffen durchsetzt und das macht sie bei der anschliessenden Entsorgung proble-matisch. Damit befassen wir uns jedoch später noch genauer.

Als direkte Aufgabe des Aschekastens kann angesehen werden, das so verhindert werden sollte, dass die Asche und die heisse Schlacke auf das Gleis gelangen konnte. Neben einer sonst entstehenden grosse Verschmutzung der Anlagen, hätte das gerade in trockenen Regionen zu Bränden entlang der Strecken führen können. Das konnte mit diesem Auffangbehälter wirksam verhindert werden und die Lokomotiven konnte zuverlässig eingesetzt werden.

Wer nun beim Aschekasten eine grossartige Konstruktion mit vielen Bauteilen erwartet, irrt sich. Es war eine einfache Kiste, die genug Platz hatte um die Überreste der mitgeführten Kohle aufzufangen. Jedoch gab es keinen hermetischen Abschluss und so konnten sich immer Teile der Glut aus dem Aschekasten schummeln. Das Problem mit den Bränden wurde zwar massiv eingedämmt, konnte aber nicht restlos verhindert werden.

Spezielle Luftschlitze waren erforderlich, damit in diesem Be-reich die Luft für die Verbrennung zum Feuer gelangen konnte. Angeordnet waren diese Schlitze so am Aschekasten, dass die Rückstände zwar aufgefangen wurden, aber die Luft auch bei schneller Fahrt leicht eindringen konnte.

Es war also auch eine Optimierung in diesem Bereich vorhanden. Der Aschekasten hatte zwei Funktionen zu erfüllen, was zu den erwähnten Problemen führte.

Da sich dieser Kasten mit der Dauer des Betriebes immer mehr füllte, musste er in regelmässigen Abständen von der Asche befreit werden. Dazu konnte von Personal der Aschekasten geöffnet werden. Diese fiel dann nach unten und somit endgültig aus dem Fahrzeug. Das nach dieser Entleerung wieder für den Einsatz bereit stand. Dampflokomotiven mussten daher regelmässig ein Depot aufsuchen. Dort konnte auch Brennstoff geladen werden.

Es versteht sich, dass die Rückstände nicht an einer beliebigen Stelle abgelassen wurden. Dazu fehlte unter der Lokomotive schlicht der Platz. Wir haben vorher auch erfahren, dass gerade in der Schlacke gefährliche Stoffe eingebunden sein konnten. Zudem staubte die leichte Asche und hätte sich so mit dem Wind in allen Anlagen verteilt, was nicht sinnvoll war, denn auch wenn es nicht sauber war, wirklich schmutzig sollte es auch nicht sein.

Die Schlacke und die Asche wurde in eine Grube abgelassen. Diese hatte daher den passenden Namen Schlackengrube erhalten. Der an einigen Orten auch als Kanal bezeichnete Graben hatte genug Platz um die Rückstände und auch das Feuer aufzunehmen. In der geschützten Grube konnte die Glut auch keinen Schaden mehr anrichten. Das auch, weil hier oft Wasser zur Minderungen des Stabes benutzt wurde.

Passend zur Grube, wurde das dort ver-legte Gleis als Schlackengleis bezeichnet. Bedingt durch die zwischen den beiden Schienen liegende Grube war das Gleis entsprechend aufgebaut worden.

Wir müssen bedenken, dass hier die vie-len Lokomotiven regelmässig erschienen um den Inhalt des Aschekastens loszu-werden.

Das hatte zur Folge, dass auch die gröss-te Grube einmal gefüllt war und daher entleert werden musste.

Es stellt sich die Frage, was mit der aus-gekühlten Asche und der Schlacke getan wird. Sie entschieden sich für den nor-malen Hausmüll. Nur was soll diese in der Verbrennung?

Es sind Rückstände eines Feuers und die-se können nicht verbrennen, denn sonst wäre das bereits vorher passiert.

Es muss also eine andere Lösung her und damit muss die Asche von der Schlacke getrennt werden. Asche kann im Garten als Dünger benutzt werden.

Jedoch nicht die Schlacke, die Kruste ist oft so stark, dass sie nicht zerschlagen werden kann. Damit ist sie schlicht nicht mehr brauchbar und muss entsorgt werden. Diese Entsorgung erfolgt heute in speziell dafür geeigneten Deponien. Das Problem sind die enthaltenen Schwermetalle. Früher sah man das noch anders und so wurde mit der Schlacke schlicht das Gelände des Depots erweitert, oder gar Hügel geschaffen, die es nicht gab.

Damit sind wir die Asche und Schlacke los geworden. Als zweiter Teil des Feuers fielen die Rauchgase und die heisse Luft an. Bevor wir auch diese aus dem Fahrzeug entfernen, sollten wir diese noch nutzen um den eigentlichen Zweck des Feuers zu verbessern, denn der ganze Aufwand wurde nur betrieben, damit man auf der Lokomotive Dampf erzeugen konnte. Dieser Teil könnte spannend sein und daher lohnt sich die Betrachtung.

 

Zurück Navigation durch das Thema Weiter
  Home Depots im Wandel der Zeit Die Gotthardbahn
News Fachbegriffe Die Lötschbergbahn
Übersicht der Signale Links Geschichte der Alpenbahnen
Die Lokomotivführer Lokführergeschichte Kontakt

Copyright 2026 by Bruno Lämmli Lupfig: Alle Rechte vorbehalten