Aufteilung der Wagen

                       

Wagen für den Personenverkehr unterscheiden sich von jenen, des Güterverkehrs. Dabei ist nicht der Wagen dafür verantwortlich, denn es sind die Sendungen. Beim Personenverkehr werden Leute befördert und diese haben grössere Ansprüche, als das bei einem Frachtgut der Fall ist. Es sind daher Komforteinrichtungen für diese Ladung erforderlich und diese machen die Wagen durchaus speziell, denn es ist keine einfache Sendung.

Nehmen wir den normalen Reisenden. Eine Person mittlerer Grösse, die sich auf eine Reise mit der Eisenbahn begibt. Ein Merkmal der Wagen kennen wir bereits, denn es sind Einstiegstüren vorhanden.

Zudem werden solche Wagen auch mit Fenstern ver-sehen. Diese sind dafür verantwortlich, das man aus dem Fahrzeug sehen kann. Andere Aufgaben haben diese scheinbar gar nicht und trotzdem sollten wir diese Fenster ansehen.

An diese Fenster werden hohe Anforderungen ge-stellt. So dürfen sie nicht brechen, wenn es im Wagen zu Vibrationen kommt. Daher müssen Sicherheits-gläser benutzt werden.

Neuere Lösungen müssen sogar die elektromagne-tischen Felder für die Mobiltelefone gut leiten, was gerade bei den Sicherheitsgläsern nicht so einfach ist, wie man annehmen könnte. Zwar kann man sehr gut durch die Scheibe sehen, aber Funksignale haben es schwer.

Dabei gibt es Lösungen, die fest in der Struktur des Wagens eingebaut wurden und solche, die von den Reisenden geöffnet werden können.

Dabei verlangen diese aber nach einem grösseren Aufwand für den Komfort. Daher waren früher Lösungen üblich, die es erlaubten das Fenster zu öffnen. Das ging in den meisten Fällen nur zur Hälfte, da die Scheiben auch als Absturzsicherung für die Leute benutzt werden mussten.

Durchaus älter und nahezu verschwunden sind die Senkfenster. Bei diesen wird die Scheibe in den Führungen nach unten gezogen und so geöffnet. Dabei geht das bei den Wagen nur bis zur Hälfte. Dabei war bei diesen Fenstern das grosse Problem, dass sie auch geschlossen blieben, wenn sie nicht geöffnet wurden. Das ist wirklich ein Problem, das im Lauf der Jahre immer etwas anders gelöst wurde.

Gehalten wurden diese Fenster früher mit speziellen Laschen in denen die Scheibe eingehängt wurde. Zudem wurden hier die seitlichen Führungen mit Filz belegt.

Dieser klemmte die Scheibe ein und so musste diese mit grosser Kraft nach unten gezogen werden. Die klemmende Eigenschaft der Führungen wirkte auch, wenn das Fenster geschlossen wur-de. Aus diesem Grund war in dem Fall eine sehr hohe Kraft erforderlich.

Diese Senkfenster funktionierten gut und moderne Lösungen werden mit Klammern in der geschlossenen Stellung gehalten. Jedoch haben sie das grosse Problem, dass sie geöffnet eine Lücke frei gaben, bei denen von aussen nicht nur die erhoffte frische Luft ins Fahrzeug gelangte.

Auch Regen konnte so eindringen und Wasser ist in einem Fahr-zeug unerwünscht. Daher wurde für die Wagen immer wieder nach anderen Lösungen gesucht.

Als Alternative zu den Senkfenstern an den Fahrzeugen gab es auch die Übersetzfenster. Diese waren einfacher in der Handhabung, da nur ein Teil der Scheibe verschoben werden musste. Zudem konnten diese Fenster auch mit waagerecht verlaufenden Führungen versehen werden. Das erlabt eine deutlich einfachere Handhabung. Trotzdem konnten sich diese Fenster bei den Wagen nicht durchsetzen.

Das Problem waren die benötigten Halterungen, diese sorgen dafür, dass bei der Lösung mit senkrechter Öffnung ein Steg vorhanden ist. Dieser behindert die Sicht nach draussen und das deutlich grössere Problem war, dass diese Seitenfenster schlechter abgedichtet werden konnten. Daher konnten sich die fest eingebauten Fenster durchsetzen. Das war auch möglich, da die Ausstattung der Bereiche immer besser wurde.

Aufteilung der Wagen
                       

Reisende in einem Wagen haben den Anspruch auf die Beförderung von einem Ort an den anderen. Mehr ist nicht vorhanden und es ist nicht zwingend erforderlich, dass Sitzgelegenheiten angeboten werden. Gerade bei Wagen für den Nahverkehr sind grosse Zonen vorhanden, bei denen Reisende auch während der Fahrt stehen. Haltegriffe und Stangen sorgen dafür, dass man nicht umfallen kann, trotzdem ist es sehr eng.

Nehmen wir den Wagen als Gehäuse. Dabei sind einige Wände vorhanden und das Fahrzeug wird mit einem Dach abgedeckt. In diesem werden nun die Bereiche für die Sendungen eingebaut.

Wie sich diese darstellen, werden wir später noch genauer betrachten, denn es gibt zwei grundlegende Möglichkeiten die Bereiche zu gestalten und dabei beginnen wir mit dem einfacheren Fall, denn wir belassen den freien Raum.

Der Grossraumwagen: Der Grossraumwagen besitzt, wie es der Name schon vermuten lässt, einen grossen Raum. Der vorher benannte verfügbare Raum wird daher nicht mit einer Aufteilung versehen. Bei den Querwänden werden nur jene eingebaut, die für die Stabilität des Fahrzeuges erforderlich sind. Wo es erforderlich ist, werden diese Wände dort aufgestellt, wo eine Trennung auch sonst notwendig ist.

Der Grossraumwagen bietet den Vorteil, dass in diesem ein übersichtlicher Bereich entsteht. Gerade in der Nacht kann es sein, dass sich Reisende auf der Fahrt vor den dunklen Gestalten fürchten. In dem Fall bevorzugen Sie grosse Räume, in denen auch noch andere Leute sitzen. Die könnten Ihnen zur Hilfe eilen und auch den Verbrecher abhalten. Das macht diese Grossraumwagen heute insbesondere im Nahverkehr üblich.

So gut diese Grossraumwagen sind, es gibt auch Nachteile. Die Wagen sind bei dieser Ausführung nicht so stabil zu halten, wie man sich das erhofft. Besonders in den Fällen, wo wir lange Fahrzeuge haben, denn dort kann die Seitenwand durch den Fahrtwind ins flattern geraten. Um diese Kräfte zu bändigen müssen Wände eingebaut werden. Diese und das Gefühl der «Entblössung» einiger Leute, führten zu anderen Lösungen.

Der Abteilwagen: Alle anderen Wagen, die nicht zu den zuvor vorgestellten Grossraumwagen gezählt werden, nennt man Abteilwagen. Dabei müssen wir jedoch wissen, dass es den Ab-teilwagen gar nicht gibt.

Die so aufgebauten Wagen haben mehrere Kammern, in denen sich kleinere Gruppen setzen können. Diese Kammern, bezieh-ungsweise die kleinen Zimmer nennt man Abteile.

Der Zugang zu den Abteilen kann auf mehrere Arten erfolgen. Eher üblich sind dabei die seitlich verlaufenden Gänge. Zu diesen sind die Abteile mit einer Türe abgetrennt worden.

Es sind Wagen, die auf längeren Strecken eingesetzt werden, wo sich die Leute in den Kabinen ungestört aufhalten können. Einzig die Fenster zum Gang können dabei stören. Was sonst in diesen Kammern passiert, kann gemäss einem Roman zum Mord führen.

Gerade mit dem Hinweis, dass es im Orient Express in den Ab-teilen zu einem Mord gekommen sein könnte, zeigt die Gefahr dieser eher anonymen Bereiche auf. Daher werden immer weniger solcher Wagen benutzt und Grossraumwagen auch im Fernverkehr eingesetzt.

Beim Nahverkehr gab es solche Abteilwagen früher mit den Zugängen zu den Abteilen von der Seite. In der Schweiz waren solche Wagen jedoch nicht üblich.

Was dem frisch verliebten Pärchen durchaus gefällt, kann dort, wo es mit der Liebe nicht so gut steht zu einem grossen Problem führen. Jedoch kann nicht immer auf diese Wagen verzichtet werden. Gerade bei den Wagen, die in der Nacht eingesetzt werden, sind solche Abteilwagen durchaus üblich, denn schlafen will man ungestört in einem eigenen Zimmer. Sie sehen die Bedürfnisse können durchaus mit der Zeit ändern.

Es gibt Wagen, bei denen man nicht auf die einzelnen Abteile verzichten kann. Es sind sogar Bahnen, bei denen der Zugang zu den einzelnen Abteilen immer von aussen erfolgen muss.

Vorher habe ich erwähnt, dass diese Fahrzeuge in der Schweiz kaum verwendet wurden. Das gilt auch nur bei Bahnen, die mit Steigungen unter 250 ‰ arbeiten, denn dort kann durchaus mit Grossraumwagen gearbeitet werden.

Bei Bahnen, die steiler sind, ist das nicht mehr möglich. Die Sitze müssten so mon-tiert werden, dass die Leute kaum mit den Beinen an den Boden kommen. Der Durchgang wäre nur mit steilen Treppen möglich.

Daher müssen dort Abteilwagen mit Zugängen von der Seite verwendet werden. Diese Wagen unterscheiden sich jedoch von den allgemein bekannten Lösungen in einem wichtigen Punkt und den müssen wir kennen.

Bei diesen Bahnen ist der Zugang zu den Zügen sehr genau geregelt. Zudem steht Personal bereit, das die Leute zu den Abteilen lenken kann. Wichtig bei diesen Bahnen ist, dass es keine Stehplätze gibt, denn man muss genau wissen, wie viele Leute im Wagen sitzen. Das Gewicht ist in dem Fall nicht unerheblich und daher diese klare Regelung. Zudem sind hier die Abteile mit Scheiben sehr hell und freundlich eingerichtet worden.

Sollten Sie sich diese Abteilwagen ansehen wollen, dann ist sicherlich die steile Pilatusbahn richtig. Sie können aber auch die Standseilbahnen dafür benutzen. Wie wäre es mit der steilsten der Welt, diese hat ganz besondere Abteile erhalten. Damit sind wir nun bei den Bereichen, die den Abteilwagen ihren ganz besonderen Namen gaben. Es sind die Abteile, denn mit diesen wird festgelegt, wie der Wagen verwendet wird.

Die Abteile
                       

Ein Abteil ist ein Bereich in einem Fahrzeug, der einem bestimmten Zweck dient. Wie gross dieser nun wird und wie er gestalteten werden muss, kann verändert werden. Wie es der Name schon sagt, werden Abteile zu Teilung einzelner Bereiche genutzt. Wir werden nun einige dieser in den Wagen des Personenverkehrs vorhandenen Abteile genauer ansehen. Dabei werde ich mit dem einfachsten aller Abteile beginnen.

Das Gepäckabteil: Das Gepäckabteil ist ein Bereich in einem Wagen, der dem mitgeführten Gepäck dienlich ist. So einfach kann es sein, aber hier ist es leider nicht so einfach.

Dabei ist die Ausstattung simpel, denn es gibt einen Boden und seitliche Tore durch die Gepäckstücke verladen werden können. Es gibt hier schlicht keine Heizung und auch die Beleuchtung ist simpel, denn es ist eigentlich ein Güterabteil.

Man nennt das Gepäckabteil oft auch Gepäckraum. Die Abteile sind eigentlich Räume und daher ist der Begriff durchaus richtig, jedoch das mit dem Ge-päck ist falsch.

Gedacht ist der Gepäckraum für das früher von den Reisenden mitgeführte umfangreiche Gepäck. Die-ses wurde in diesem Bereich auch als eine Sendung behandelt. Heute sind die Leute jedoch mit weniger Gepäck auf Reisen und so fehlen diese Abteile oft.

Da Gepäckabteile durchaus eine grössere Fläche einnehmen können, kann man sie auch für die Mit-gabe von anderen Sendungen nutzten.

Diese können dabei durchaus im Zusammenhang mit den Reisenden stehen. Dazu gehörten auch die mit-geführten Fahrräder. Im Gepäckraum sind dafür sogar spezielle Haken eingebaut worden. Dabei sind wir aber noch nicht am Ende, denn wir haben einen Bereich erhalten, der vielseitig ist.

Im Gepäckabteil sind jedoch auch Sendungen vorhanden, die nicht direkt mit den Reisenden in Kontakt stehen. Es handelt sich dabei um Frachtgut, das mit den Zügen des Personenverkehrs befördert werden muss. Da die Gepäckabteile zum Teil auch für Reisende zugänglich sind, können aber nicht alle Sendungen in diesen Abteilen mitgeführt werden. Zu diesem gehört die Post, denn diese muss anders transportiert werden.

Das Postabteil: Das Abteil für die Post entspricht vom Aufbau her den Gepäckräumen. Jedoch gibt es einen deutlichen Unterschied, denn diese Bereiche sind den Reisenden nicht mehr zugänglich.

Dafür verantwortlich ist das immer wieder er-wähnte Postgeheimnis. Niemand sollte erfahren, was Sie für eine Sendung erhalten, denn diese kann wegen der Adresse zugeordnet werden und die Pakete sind leicht zu öffnen.

Die Postabteile sind mit anderen Bereichen ver-sehen worden. Hier sind Fächer vorhanden, bei denen die Post während der Fahrt sortiert werden kann. Zudem sind Halterungen für die Postsäcke vorhanden. Im Gegensatz zu den Gepäckräumen sind die Postabteile mit einer Heizung versehen. Der Grund ist, dass hier das Personal der Post mitreist. Dieses will nicht frieren und daher kann der Bereich erwärmt werden.

Mit der Post haben wir nun aber die Probleme mit diesen Abteilen kennen gelernt. Es ist die Geheimhaltung, denn Reisende haben in diesen Bereichen nichts zu suchen. Sofern jedoch keine Post mitgeführt wird, kann auch hier der Zugang frei gegeben werden. In dem Fall wird das Postabteil zusammen mit dem Gepäckraum als Abteil mit Stehplätzen angeboten. Die Halterungen sind jetzt aber nicht mehr vorhanden.

Sowohl die Postabteile, als auch die Gepäckräume können so umfangreich werden, dass sie in einem eigenen Wagen eingebaut werden. Diese Wagen werden wir später noch ansehen, denn gerade bei der Post wurde eine andere Lösung umgesetzt und wir finden diese nun eher bei den Wagen des Güterverkehrs. Bei den Wagen für den Personenverkehr sind aber meistens Abteile vorhanden, die dem Geber des Namens dienen.

Das Personenabteil: Die Abteile, die von Personen benutzt werden, nennt man auch entsprechend. Es sind die bekannten Bereiche, bei denen auch Sitze montiert werden. Diese sind zudem unterschiedlich gestaltet worden.

Wir werden dies später noch ansehen. Durch die Zuteilung für Menschen gibt es noch mehr Bereiche, die hier erforderlich sind, denn diese sind nicht so leicht zu befördern.

Im Bereich der Grossraumwagen spricht man im Zusammenhang mit den Abteilen für Personen auch von einem Fahrgastraum. Ob wir nun von Personen, oder von Fahrgästen sprechen ist nicht so wichtig. Es sind Leute und diese stellen durchaus besondere Anforderungen an die Abteile. Dabei sind nicht nur die später noch betrachteten Ausstattungen wichtig, denn es gibt Leute nicht nur die Reise geniessen.

Business-Abteile sind neuer. Der englische Begriff Business steht für den Arbeitsbereich. Geschäftsreisende nutzen diese Abteile um Geschäfte zu erledigen. Das können Konferenzen sein und daher sind diese Business-Abteile von den anderen Bereichen abgetrennt worden. Schliesslich will man Verhandlungen nicht vor den Leuten abhalten. Gerade bei den Grossraumwagen ein grösseres Problem.

In den Business-Abteilen ist auch die Ausstattung verändert worden. Hier können auf Tischen die Dokumente ausgebreitet werden. Auch für mitgeführte Computer sind Plätze vorhanden. Mit Ablagen für die Aktenkoffer kann der Raum auch etwas aufgeräumt werden. Auch wenn wir ein einzelnes Abteil vermuten, es können auch Business-Abteile verbaut werden, die mehrere Sitzplätze umfassen und damit sind wir bei einem neuen Thema.

Die Sitzplätze
                       

Sitzplätze sind in den Wagen des Personenverkehrs durchaus üblich. Dabei werden diese aber auch aufgeteilt. In diesem Zusammenhang wird von Wagenklassen gesprochen. Bevor wir diese jedoch ansehen, muss noch ein Punkt erwähnt werden, denn die Sitzplätze in einem Wagen können an unterschiedlichen Orten verbaut werden. Dabei ist es eigentlich üblich, dass diese Bereiche nur mit Treppen zu erreichen sind.

Der Niederflursitzplatz wird speziell erwähnt. Es sind jene Bereiche, die von den Bahnsteigen ohne Treppe erreicht werden können. Speziell bei diesen Sitzplätzen ist, dass sie sich sehr nahe beim Gleis befinden und dabei kann es durchaus auch Niederflursitzplätze geben, die mit einer nach unten führenden Treppe erreicht werden können. Meistens sind damit aber die Plätze gemeint, die ohne Stufe erreicht werden.

Ob wir nun Niederflursitzplätze haben, oder nicht. Die Personenabteile wurden im Laufes der Zeit immer wieder verändert. Es sind Massnahmen, die den veränderten Zeitgeist geschuldet sind. Heute reist niemand mehr in einem offenen Wagen. Wobei heute gerade das den Reiz ausmacht, aber bei Schnee und Regen, dann wohl nicht. Wie die Ausstattung erfolgt, hängt aber immer direkt mit der Wagenklasse zusammen.

Ein wichtiger Punkt bei der Aufteilung ist der Sitzteiler. Dieser gibt an, in welchem Abstand die Sitze aufgestellt werden. Dieser Abstand ist wich-tig, denn die Reisenden müssen ja die Beine auf den Boden stellen.

Wie viel Platz diese nun haben, ist vom Sitzteiler abhängig. Dabei gilt, wie grösser der Wert ist, desto mehr Platz haben die Beine und dabei kann es beim Sitzteiler auch Unterschiede bei den Wagenklassen geben.

Die Wagenklasse: Die Aufteilung der Personenabteile erfolgt in Wagen-klassen. Diese werden mit Nummern versehen und dabei gilt immer, wie tiefer diese ist, desto mehr Platz ist vorhanden und auch die Ausstattung verändert sich.

Wenn wir nun die einzelnen Wagenklassen ansehen, dann muss erwähnt werden, dass wir nur Muster nehmen, denn auch bei den Sitzen änderte sich in den Jahren sehr viel und das sehen wir nun.

Ich beginne mit der ersten Wagenklasse. Diese hat einen sehr hohen Standard. In diesen Abteilen werden einzelne Sessel verwendet. Die Polsterung erinnert mehr an ein Sofa, als an einen Sitzplatz.

Auch sonst ist in diesen Bereichen viel Luxus vorhanden. Speziell an der ersten Wagenklasse ist, dass sie abgeschafft wurde und die nun folgen-den einfach in der Nummer nach oben gerutscht sind, denn es gibt diese Sitze nur noch in speziellen Wagen.

Mit der zweiten Wagenklasse sind wir nun dort angelangt, wo aktuell der höchste Standard vorhanden ist. In diesen Abteilen werden auch Sitzbänke verbaut und der Luxus ist nicht so hoch. In den Bereichen sind weichere Polster vorhanden und auch die Sitze sind etwas breiter. Wie genau diese aufgebaut werden, hängt aber auch von der Bahn ab, denn die Fahrpreise sind mit den niederen Wagenklassen immer auch höher.

Speziell an dieser Wagenklasse ist, dass in diesem Bereich die Business-Abteile angeordnet wurden. Geschäftsreisende sind sehr oft mit Fahrscheinen für diese Wagenklasse unterwegs und daher ist die Zuordnung durchaus sinnvoll. Sie sehen, dass wir hier durchaus eine Wagenklasse haben, die noch mit hohem Komfort arbeitet, jedoch sind die einzelnen Sitze verschwunden und auch sonst die der Platz etwas knapper.

Mit der dritten und heute zweiten Wagenklasse kommen wir zum Standard. Diese sind nicht mehr so weich gepolstert und früher waren in diesem Bereich durchaus noch Sitze mit Holzbänken vorhanden.

Wichtig war früher, dass wir bei den Sitzen in dieser Wagenklasse Bereiche haben, die mit einem Dach versehen worden sind. Der Grund ist die noch fehlende vierte Wagenklasse. Doch noch sind wir hier nicht fertig.

Ein Zug führt immer Sitzplätze in dieser Wagenklasse. Es sind auch die mei-sten Sitze vorhanden und gegenüber den vorherigen Abteilen ist hier der Sitzteiler etwas enger und die Bänke auch etwas schmaler.

Zudem ist auch an anderen Orten etwas weniger Aufwand betrieben worden. Es gilt aber auch hier, dass sich die Abteile mit der Zeit veränderten. Aus-gewiesene Stehplätze sind in der Regel auch nur in dieser Wagenklasse vorhanden.

Damit bleibt noch die vierte und letzte Wagenklasse. Diese wurde auch nicht mehr angehoben, denn sie verschwand schon sehr früh. Es handelt sich dabei um Abteile die von der Ausstattung her den zuvor vorgestellten Lösungen für die dritte Wagenklasse entsprachen. Der Unterschied liegt darin, dass diese Wagen kein Dach hatten. Sie haben richtig gelesen, die Wagen der vierten und billigsten Wagenklasse waren wirklich offen.

Es gab auch keine Fenster, da die Seitenwände nicht so hoch waren. Die Reisenden waren aber den Fahrtwind und dem Wetter ausgesetzt. Auch der Rauch von den damals noch eingesetzten Dampflokomotiven war ein Problem, daher wurden diese offenen Wagen schon kurz nach dem Beginn mit einem Dach versehen und so zur dritten Wagenklasse. Heute vorhandene offene Wagen besitzen in den meisten Fällen ein Dach.

Die Toiletten
                       

Toiletten bei der Eisenbahn? Natürlich sind wir damit in einem Bereich angelangt, der für viele Personen ein heikles Thema ist. Jede Person muss diese Bereiche besuchen. Dabei werden in der Regel aber die Einrichtungen zu Hause benutzt und schon bei einem Freund ist der Besuch nicht immer angenehm. Noch schlimmer ist der Besuch von öffentlichen Anlagen, die meistens mit einem schlechten Vorbehalt versehen sind.

Sie nennen die Toiletten vermutlich sehr oft in der kurzen Form als WC. Dabei steht diese Abkürzung für das Wasserklosett in der englischen Schreibweise.

Wenn wir nun aber die Einrichtungen in den Wagen ansehen, dann erkennen wir schnell, dass der Begriff WC nicht so passend ist, wie man allgemein annimmt, denn nicht immer wird für die Beseitigung der Notdurft Wasser verwendet. Jedoch gab es auch hier Veränderungen.

Jeder Wagen des Personenverkehrs besitzt eine Toilette. Diese Aussage ist jedoch nicht richtig, denn es gab diese Einrichtungen früher gar noch nicht und sie wurden erst später eingeführt. Der Grund sind auch hier die Veränderungen.

Diese sind nun aber bei den Lokomotiven zu suchen, denn mit diesen wurden Toiletten in den Wagen erst notwendig. Doch beginnen wir auch bei diesem heiklen Thema ganz am Anfang.

Züge hatten früher bei jedem Bahnhof einen längeren Aufenthalt. In dieser Zeit konnten die Reisenden ihre Notdurft in den Anlagen des Bahnhofes verrichten. Oft reichte die Zeit auch um wieder den gleichen Zug zu benutzen.

Das war mit der Zeit aber immer etwas schwerer möglich und als Züge auch längere Fahrten ohne einen Halt absolvierten, kam es zu Problemen, denn wenn die Blase drückt kann oft nicht lange gewartet werden.

Aus diesem Grund wurden in den Wagen Toiletten eingebaut. Diese boten jedoch kaum einen Komfort.

Die Notdurft musste auf einer kalten Schüssel und mit freiem Blick auf die Schienen absolviert werden. Dabei war keinerlei Wasser vorhanden und auch die Hände konnte man sich nicht waschen. Zudem war die Benutzung im Stillstand verboten. Wirklich nur ein Ort, den man im äussersten Notfall besucht und dann auch nur beschämt.

Bei den heuten Toilettensystemen sind wir von dieser einfachen Lösung weit entfernt. Im Bereich der Toiletten konnten auch aus Gründen des Umweltschutzes die alten offenen Lösungen nicht mehr verwendet werden.

Es ist wirklich alles andere als angenehm, wenn es um das Hinterteil zog und man sich schwer von der Notdurft befreien musste. In neueren Anlagen der Wagen ist das durchaus besser möglich.

Bei den Toilettensystemen wird auch Wasser benutzt. Dieses wird zusammen mit den Fäkalien in einem Tank gesammelt. Ist dieser voll, kann die Anlage nicht mehr benutzt werden.

Zudem führen diese Überreste auch zu einem unangenehmen Geruch. Um diesen zu eli-minieren, kommen zwei Lösungen vor. So werden die Fäkalien chemisch behandelt. Aber auch biologisch arbeitende Reaktoren sind durchaus üblich.

Bei den biologischen Lösungen kann das verschmutzte Wasser abgelassen werden. So hat der Behälter mehr Platz. Die in diesen Reaktoren vorhandenen Bakterien eliminieren den Geruch.

Das Wasser, das abläuft ist nicht sauber, es kann aber von den Organismen im Erdreich behandelt werden. Damit bleiben nur noch die festen Bestandteile und diese müssen regel-mässig entfernt werden und hier gibt es auch Probleme.

Chemische Lösungen müssen behandelt werden. Die biologischen Lösungen führen die festen Stoffe in die normale Abwasserleitung. Trotz diesen modernen Anlagen ist der Besuch dieser WC nicht beliebt.

Wegen dem öffentlichen Charakter fürchten sich die Leute vor Keimen. Dabei sind die kalten Schüsseln aus Chromstahl in diesem Punkt unbedenklich. Nur wer sitzt wirklich gern auf einen kalten Sitz aus Metall?

 

Zurück Navigation durch das Thema Weiter
  Home Depots im Wandel der Zeit Die Gotthardbahn
News Fachbegriffe Die Lötschbergbahn
Übersicht der Signale Links Geschichte der Alpenbahnen
Die Lokomotivführer Lokführergeschichte Kontakt

Copyright 2026 by Bruno Lämmli Lupfig: Alle Rechte vorbehalten