|
Fahrgasteinrichtungen |
|||
| Navigation durch das Thema | |||
|
Sofern Sie sich von der Hoffnung, dass nun alles gleich war, hinreissen
liessen, muss ich Sie enttäuschen. Auch wenn hier nur zwei Jahre
vergingen, gab es Anpassungen bei den Einrichtungen für die Fahrgäste.
Auch jetzt waren dafür die mit den ersten Fahrzeugen gemachten Erfahrungen
verantwortlich. Solche Anpassungen waren bei Nachlieferungen, oder bei
grösseren Serien durchaus üblich und das macht es uns nicht leicht.
Man
konnte also nur in das Fahrzeug gelangen, wenn man über die Notlösung
unterrichtet wurde, oder wenn der Lok-führer die Türen des
Triebwagens
für uns öffnete. Eine an-dere Lösung gab es nicht.
Diese Türen wurden von der
Baureihe
CLe 2/4 der
Schweizerischen Bundesbahnen SBB übernommen. Dort sollte so der Fluss der
Fahrgäste bei den
Tramzügen
gelenkt werden. Auch wenn die Fahrzeuge der
BLS-Gruppe
ebenfalls als Leichttriebwagen gebaut wurden, das Konzept der
Staatsbahnen
konnte wegen den Beiwagen nicht umgesetzt werden. Zumindest nicht den
ganzen Tag, was in diesem Artikel aber in den Betriebseinsatz gehört.
Sie
können sich denken, dass dies nicht optimal war und daher wurden die
später gelieferten
Triebwagen
mit leicht geänderten Türen versehen. Diese besassen auf der Seite des
Führerstandes
eine senkrecht stehende Türfalle. Mit dieser konnte nun die Türe geöffnet
werden. Der Fahrgast zog am Hebel und der Riegel löste sich. Die
Einstiegstüre
konnte nun mit geringem Kraftauswand zur Seite geschoben werden.
Jedoch ging das nur, wenn sich im
Zylinder
keine
Druckluft
befand. Stand diese Kraft an, vermochte ein Mensch die Türe nicht zu
öffnen. Diese Verriegelung der Türen gab es bisher nicht und auch hier
waren die
Triebwagen
CLe 2/4 der
Staatsbahnen
noch zu erkennen. Es sollten die ersten Versuche mit gesteuerten Türen
sein. Das Prinzip wurde später in geändert Form beibehalten. Daher auch
keine Änderung bei den Nachbaufahrzeugen.
Wer
trotzdem unsicher war, konnte sich an einer der beiden
Griffstangen
festhalten. Der Einstieg konnte so auch von älteren Menschen ohne fremde
Hilfe geschafft werden. Von den vier verfügbaren Türen benutzen wir eine der beim Drehgestell eins verbauten Einstiege. Wir müssen daher noch wissen, wo sich dieser befand und dazu hilft uns die elektrische Ausrüstung.
Der
Führerstand
eins befand sich beim
Laufdreh-gestell
und somit optisch erkennbar gegenüber dem auf dem Dach montierten
Stromabnehmer.
Bei den Modellen der Nachbauserie war zudem die Nummer am
Übergangsblech
angebracht worden.
Nach
dem Einstieg befand sich der Fahrgast auf einer
Plattform.
Von dieser gab es nun drei mögliche Wege. Die vierte Möglichkeit, war der
andere Einstieg und denn wollen wir ja nicht benutzen, wenn wir gerade in
das Fahrzeug gestiegen sind. Zuerst wenden wir uns dem
Führerstand
zu, denn dieser war nicht mehr so stark verschlossen, wie das bei den
älteren
Triebwagen
der Fall war. Man wollte jeden Platz nutzen.
Um
in den
Führerraum
zu gelangen musste eine weitere Stufe bezwungen werden. Hier konnte der
tiefe Fussboden des Fahrzeuges nicht gehalten werden. Der Grund lag beim
in der
Front
eingebauten
Zughaken.
Dieser und seine
Federung
benötigten Platz und der wurde dadurch geschaffen, dass der Fussboden im
Bereich des
Führerstandes
leicht angehoben werden musste. Sie sehen, der Boden war extrem tief
eingebaut worden.
Das
war auch bei den
CLe 2/4 der
Schweizerischen Bundesbahnen SBB der Fall und sollte die Kontrolle der
Fahrkarten
durch den Lokführer vereinfachen. Weiter darauf eingehen werden wir nicht,
da wir später noch darauf zurückkommen. Wenn wir uns nun aber der linken Seite zuwenden, dann ist neben dem Lokführer eine Sitzbank an der Rückwand vorhanden. Die Beinfreiheit wurde je-doch durch den hinter der Front eingebauten Kor-pus verhindert.
Trotzdem sollten diese Sitze bei den Reisenden be-liebt sein, da sie so
die Fahrt aus Sicht des Lok-führers geniessen konnten. Ein Hinweis, dass
nicht mit dem Fahrer gesprochen werden sollte, war ebenfalls vorhanden.
So
einfach sich das die Erbauer mit dieser Sitzbank vorstellten, war deren
Belegung im Betrieb nicht. Wurde der Lokführer von einem
Führergehilfen
begleitet, war diese Sitzbank dem
Heizer
vorbe-halten. Es versteht sich, dass die Reisenden das nicht immer
verstanden. Daher gab es immer wieder Diskussionen, die dann aber sehr oft
durch das
Lokomotivpersonal
beendet wurden und der Reisende sich einen anderen Platz suchen musste.
Auch
wir drehen uns um und nun bot sich uns je nach Fahrzeug ein anderes Bild.
Die Wand für das Abteil war bei allen fünf
Triebwagen
so versetzt worden, dass die erste Fensterreihe noch zur
Plattform
gehörte. Bei den Modellen mit den Nummern 691, 701 und 726 gab es zwei
Möglichkeiten, denn man konnte den kurzen Gang nehmen, oder daneben die
Türe zur Kabine mit dem WC öffnen. Bei den Modellen des Nachbaus fehlte
diese Kabine.
Dieses stammte aus einem einfachen Wassertank, der nicht beheizt werden
konnte. Daher musste man sich die Hände mit kaltem Wasser waschen, was
aber schon mehr war, als bei an-deren
Baureihen. Auf der anderen Seite des Ganges waren dann ein erstes Abteil für vier Personen vorhanden. Dazu musste man jedoch eine Stufe nehmen, denn diese Sitze waren, wie die Kabine des WC erhöht eingebaut worden.
Das
war eine Notwendigkeit, denn unter diesen
Plattformen
be-fanden sich die
Drehgestelle,
genauer die
Räder,
die in den Fussboden reichten. Nur so war der tiefe Fussboden überhaupt
möglich geworden. Bei den Modellen mit den Nummern 692 und 706 gab es diese beiden Abteile nicht mehr. Hier wurden entlang der Seitenwände Sitzbänke eingebaut. Dort konnten sich jeweils vier Personen setzen.
Der
Bereich wirkte daher noch offener, als er das sonst schon war. Hier
konnten also Kinderwagen, aber auch kleine Gepäck-stücke abgestellt und
sich dann gesetzt werden. Man sprach daher in diesem Bereich von einem
Mehrzweckabteil.
Damit können wir den Bereich der vorderen
Plattform
verlassen und den Durchgang bis zur nächsten Trennwand nehmen. Deren Türe
öffnete sich gegen den
Fahrgastraum,
was kein so grosses Problem war, denn sowohl die Wand, als auch die Türe
hatten ein Fenster erhalten. Der
Triebwagen
war daher sehr übersichtlich aufgebaut worden, was auch eine Besonderheit
dieser Bauweise war, denn so hatte der Lokführer die Kundschaft im Blick.
Wir
öffnen nun diese Türe und treten in das erste Abteil ein. Es handelte
sich, wie das in der Schweiz üblich war, um ein Grossraumabteil. Es waren
vier Sitzreihen eingebaut worden, die durch einen Mittelgang auf zwei
Seiten aufgeteilt wurden. Es kamen nicht auf beiden Seiten die gleiche
Anzahl Sitzplätze vor. Während rechts zwei Personen nebeneinander sassen,
waren es auf der anderen Seite deren drei, es war also recht eng.
Diese Polsterung war auf der Sitzfläche und bei der halbhohen Rücklehne
vorhanden. Der Bezug bestand aus Kunstleder, das über eine dunkelbraune
Farbe verfügte. Eine einfache Ausführung, aber für diese
Wagenklasse
schon viel Komfort. Wie gering die Steigerung beim Komfort war, zeigt nur ein Vergleich. Nur wenige Jahre später wurde von den Schweizerischen Bundesbahnen SBB der erste Prototyp für die neuen Leichtstahlwagen in Betrieb genommen.
Dort
wurden die Sitzreihen in der dritten
Wagenklasse
um ein Sitz verringert. Bei der
BLS-Gruppe
sollte es jedoch noch viele Jahre dauern, bis man auch dort diesen Schritt
machte. Viel Komfort bot man daher nicht.
Die
sonst bei solchen Abteilen üblichen quer einge-bauten
Gepäckträger
gab es nicht mehr. Oberhalb des Fenster wurde entlang der Seitenwand eine
längs verlaufende Lösung verbaut. So entstand ein über-sichtliches
Personenabteil
und diese neuen Gepäckträger berücksichtigten auch, dass nicht so viel
Gepäck mitgeführt wurde. Koffer mussten daher auf dem mit einem Hartbelag
belegten Boden abgestellt werden.
Der
Verzicht auf diese Tischchen zeigt erneut, dass es nur darum ging, das
Gewicht so gering, wie nur möglich zu halten. Wir können daher dieses
schlichte Abteil wieder verlassen und uns der nächsten Wand mit Türe
zuwenden. Nach der Wand betreten wir einen weiteren Fahrgastraum. Dieser war im gleichen Stil aufgebaut worden, als das zuvor der Fall war. Es war also auch ein Abteil für die dritte Wagenklasse.
Lediglich die Anzahl der Sitzreihen wurde auf drei gemindert. Dennoch
sollte es einen markanten Unterschied geben, denn hier wurden bei den
Sitzen kleine Aschen-becher montiert. Der Grund war, dass wir uns nun im
Fahrgastraum
für Raucher befinden.
Das
Abteil für die Raucher war daher etwas kleiner, als jenes für die anderen
Fahrgäste. Raucher benötigten Aschenbecher und daher gab es diese, das war
aber wirklich der einzige Unterschied, auch die Polster waren gleich
gefärbt worden, denn die farbliche Unterteilung war damals schlicht nicht
üblich, die Fahrgäste mussten daher selber herausfinden, wo sie sich
setzten. Das galt insbesondere für jene, die nicht rauchten.
Es
wir nun Zeit, dass
wir die
Fahrgasträume,
die erstaunlich identisch waren, verlassen. Dazu musste auch jetzt wieder
eine Querwand passiert werden. Mit der Türe trat man in den zweiten
Bereich mit dem Einstieg. Damit verlassen wir auch wieder die Zone mit dem
einheitlichen Aufbau. Auch jetzt beginnen wir wieder mit den älteren
Modellen. Die Betriebsnummern 691, 701 und 726 hatten bei diesen Bereich
viel Platz.
So
wurden die vorher erwähnten Sitzbänke eingebaut. Auch sie wurden leicht
erhöht eingebaut. Nötig war das in diesem Bereich, weil bei den Sitzbänken
der Platz für die
Räder
geschaffen werden musste. Sie sehen, der Boden war wirklich extrem tief
eingebaut worden. Dank diesen zusätzlichen Sitzen wurde das 21 000 mm
lange Fahrzeug mit 88 Sitzmöglichkeiten zu einem richtigen Raumwunder,
auch wenn der Komfort litt.
Bei
den später gebauten
Triebwagen
mit den Nummern 692 und 706 wurde hier das bisher fehlende WC eingebaut.
Die Ausführung entsprach den älteren
Baureihen.
Damals kannte man nur die Ausführungen, die den Fäkalien den Weg über ein
Fallrohr ins
Schotterbett
erlaubten. Diese heute als unhygienisch empfundene Lösung funktioniert
recht gut, jedoch durfte das WC nur benutzt werden, wenn der Zug fuhr.
Im
Gegensatz zu den ersten Modellen, wurde die Kabine anders aufgebaut. Hier
wurde die Schüssel auf der Seite des Einstieges platziert und der Zugang
erfolgte über eine Türe, die sich beim Quergang befand. Auch die
Waschmöglichkeit mit kaltem Wasser war vorhanden. Der Umzug des WC hatte
natürlich zur Folge, dass sich auch das weiss eingefärbte Fenster auf
diese Seite verschob. Das war aber klar, denn nur das WC benötigte solche
Fenster.
Das
Problem mit dem tiefen Boden, gab es auch hier. Daher waren die Längsbänke
als Kisten aufgebaut wor-den. Niemand ahnte wohl, dass man sich dort nur
wenige Zentimeter über dem sich drehenden
Rad
be-fand. Der in diesem Bereich geänderte Aufbau der Sitzplätze hatte auf die Anzahl der Plätze Auswirkungen. Jedoch waren diese nicht so, wie sie meinen können. Auch
hier gab es noch Klappsitze an den Wänden zu den
Fahrgasträumen
und die beiden
Führerstände.
In das mit 20 800 mm nur unwesentlich kürzere Fahrzeug konnten daher 90
Personen gesetzt werden. Das ging jedoch nur auf Kosten der Beinfreiheit
und nahe sitz-enden Leuten.
Es
kann jedoch gesagt werden, dass in diesen
Triebwagen
auch noch Stehplätze vorhanden waren. Diese sollten von Reisenden benutzt
werden, die nur sehr kurze Wege zurücklegten. Für die Berechnung der
Beladung konnten daher noch 22 Plätze für stehende Reisende angeboten
werden. Die Triebwagen konnten daher weit über 100 Fahrgäste aufnehmen.
Wobei es dann auf dem Fahrzeug sehr kuschelig wurde, das aber die maximale
Zuladung hatte.
Ich
muss noch erwähnen, dass ich einen Sitzplatz auf den Fahrzeugen nicht
erwähnt habe. Im in der Fahrrichtung hinteren
Führerstand
war der Sitz für den Lokführer zugänglich. Es kann angenommen werden, dass
sich die Leute auch dort setzten. Wie oft dabei auch Lokführer «gespielt»
wurde, entzieht sich meiner Kenntnisse. Wer noch Manipulationen vornahm,
sollte kurze Zeit später Diskussionen mit dem Lokführer haben.
Gerade im Raucher, wo man sich notgedrungen neben den Herrn mit der dicken
Zigarre setzen musste. Wer hier eine angenehme Reise absolvieren konnte,
reiste wirklich nur zu den Randzeiten. Das galt mitunter auch für den Lokführer, der keine eigene Kabine hatte. Wenn es dann wirklich eng wurde, drängten sich die Leute auch in den Führer-stand. Wie oft eine verzweifelte Mutter ihr Kind dem Lok-führer auf den Schoss setzte, ist nicht bekannt, aber man kann durchaus annehmen, dass das Fahrpersonal durch die vielen Leute bei der Arbeit behindert wurde.
Die
Leichttriebwagen brachten also nicht nur Vorteile. Besonders dann, wenn
noch ein
Heizer
mit auf der Fahrt war und im
Führerstand
sein Anrecht durch-setzen musste.
Näher auf die Komforteinrichtungen werden wir in diesem Kapitel nicht mehr
eingehen. Diese mussten ja mit Energie versorgt werden und daher werden
wir dort etwas genauer hinsehen. Verlassen wir daher den Triebwagen wieder
über die
Plattform
beim
Triebdrehgestell.
Doch noch fehlt uns ein Punkt, der für die Fahrgäste wichtig war, es waren
die
Sicherheitseinrichtungen
in den
Fahrgasträumen.
Dabei glänzten dieses
Triebwagen
nicht unbedingt mit einer ausgesprochen guten Lösung und wir müssen
genauer hinsehen.
Im
Fahrzeug verteilt wurden die Griffe für die
Notbremse.
Diese konnte wie bisher benutzt werden und das war es auch schon. In den
direkten Blick kommen nun aber die Türen, die ja durch den Lokführer
geschlossen wurden. Leitete dieser den Vorgang ein, schloss sich die Türe
und es gab keine Vorrichtung, die dies verhindert hätte. Wer noch schnell
rein wollte, riskierte eingeklemmt zu werden, und das war nicht nur
unangenehm, sondern gefährlich.
|
|||
| Letzte |
Navigation durch das Thema |
Nächste | |
| Home | SBB - Lokomotiven | BLS - Lokomotiven | Kontakt |
|
Copyright 2024 by Bruno Lämmli Lupfig: Alle Rechte vorbehalten |
|||