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Neue Privatbahnen |
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Mit
der Verstaatlichung in der Schweiz verschwanden nicht alle
Privatbahnen. Das ist ein
grosser Unterschied zu den anderen
Staatsbahnen in Europa.
Dort wurden alle Bahnen in die Obhut des Staates überführt. Das erfolgte
auch bei den meisten verbliebenen Privatbahnen der Schweiz. Jedoch gingen
diese an die Kantone über und wurden daher weiterhin als Privatbahn
angesehen. Doch wie so oft, es gab auch Ausnahmen.
Die Mehrheit davon liegt bei den Kantonen und die Schweizerischen Bundesbahnen SBB waren oft auch daran beteiligt.
Ergänzt mit anderen Aktionären entstand die Bahn, deren Aktien jedoch
nicht mehr zwingend an der Börse gehandelt werden. Es fand also auch hier
eine Beruhigung statt.
Neben den alten Gesellschaften, die nicht verstaatlicht wurden, gab es
aber auch nach der Gründung der Schweizerischen Bundesbahnen SBB in der
Schweiz neue Strecken. Sofern diese den nationalen Interessen entsprachen,
waren es Strecken der
Staatsbahnen. Nur wenn für
diese kein Interesse vorhanden war, wurde eine neue Gesellschaft
gegründet. Das Kapital wurde durch Aktien beschafft, und diese auch
gehandelt.
Wir
werden nun einige dieser verbliebenen, oder neu gebauten
Privatbahnen ansehen. Hier eine
komplette Auflistung zu erstellen, ist nahezu unmöglich. Daher wählte ich
ein paar Privatbahnen aus, die über spezielle Eigenschaften verfügen. Auch
jetzt erfolgt natürlich die Vorstellung ohne Wertung und wie erwähnt, es
sind immer spezielle Situationen vorhanden. Dabei sind natürlich auch die
grössten Privatbahnen.
BLS-Gruppe:
Die BLS-Gruppe entstand nach dem Bau der Strecke über den Lötschberg.
Dieses nicht auf nationales Interesse gestossene Projekt, wurde über
kantonale Mittel mit der Hilfe von französischen Geldern finanziert. Die
neue Strecke dieser
Bergbahn konnte am 15. Juli 1913 eröffnet werden und
so entstand diese als BLS bezeichnete
Bahnlinie
nach der Gründung der Schweizerischen Bundesbahnen SBB.
Da der Kanton Bern als Aktionär auftrat,
sorgte er dafür, dass seine Bahnen nicht so viele Verwaltungen hatten.
Daher beschloss dieser, dass Betriebsgruppen entstehen sollten. Diese
Betriebsgruppen gab es neben der BLS auch bei der EBT. Bei beiden wurde
als Abkürzung auch von der jeweiligen
Gruppe
gesprochen. Zusammenschlüsse, die es durchaus auch bei anderen Firmen
geben konnte.
Speziell an diesen Betriebsgruppen war, dass immer die grösste
Gesellschaft als Namensgeber genommen wurde. Dank dieser Betriebsgruppe
entstand jedoch mit der BLS-Gruppe eine der grössten
Privatbahnen der Schweiz. Dabei
war sie nach der Verstaatlichung entstanden und so musste man sich mit der
Staatsbahn abfinden. Die alten
Machtkämpfe fanden daher nicht mehr statt, was ja im Sinne des Staates
war.
Die vielen kleineren
Bahngesellschaften
in der BLS-Gruppe wurden als Dekretsbahnen bezeichnet. Zu diesem Namen
kamen sie nach der Gründung der Betriebsgruppe. Dank einem speziellen
Dekret der Berner Regierung sollten diese
Nebenbahnen
schon früh mit einer
Fahrleitung
versehen werden. Speziell dabei war, dass mit diesem Dekret nicht nur die
Bahnen der BLS-Gruppe gemeint waren, aber nur diese so bezeichnet wurden.
Dank diesem Dekret profitierten diese Bahnen, die zusammen mit der BLS als
Vollbahn entstanden waren. Gerade die BLS selber ist eine internationale
Strecke, die nach deren Normen erstellt werden musste. Die Dekretsbahnen
zeigen aber, dass auch diese sofern sie von den wichtigsten Normen her
passen, durchaus nach dem Standard einer Vollbahn gebaut werden konnten.
Das war jedoch nicht immer der Fall.
Aber auch diese beiden Gruppen sind mittler-weile in dieser Form nicht mehr vorhanden.
Der
Zusammenschluss sollte noch enger wer-den und dabei sollten die
Direktionen der jeweiligen Bahnen aufgehoben werden. Das ging jedoch nur,
wenn die beteiligten Gesellschaften einer Fusion zustimmten.
Eine Fusion ist vom Begriff her eine Verschmelzung.
In der Wirtschaft wird dieser Begriff verwendet, um Zusammenschlüsse von
Firmen zu umschreiben. Im Fall der hier vorgestellten Betriebsgruppen um
die BLS und die EBT sorgte das dafür, dass die einzelnen
Bahngesellschaften
aufgelöst wurden und eine neue Gesellschaft unter der Namen BLS AG
gegründet wurde. Es war also nur noch ein Unternehmen vorhanden.
Diese Fusion hatte zur Folge, dass die BLS AG zur grössten
Privatbahn der Schweiz wurde.
Diese oft auch als kantonale Eisenbahn des Kantons Bern bezeichnet Bahn
war jedoch immer noch deutlich kleiner, als die schweizerischen
Bundesbahnen SBB. Diese waren der Systemführer und viele Vorschriften
mussten auch von den neuen Privatbahnen übernommen werden. Die Strecken
der BLS AG sind nahezu auf dem Stand der
Staatsbahnen.
Jungfraubahn:
Nein, die Jungfraubahn hat nichts mit den allgemein bekannten Jungfrauen
zu tun. Vielmehr handelt es sich bei der Jungfrau um einen Berg. Mit einer
Höhe von 4 158 Meter über Meer gehört die Jungfrau zusammen mit Eiger und
Mönch zu den berühmten Bergen im Berner Oberland. Die Jungfraubahn bildet
daher die oberste Sektion von drei unterschiedlichen Bergbahnen, die sich
zu einer Betriebsgruppe vereinigt haben.
Weitere Höhepunkte dieser
Bergbahn bilden die Halte in Eigerwand und
Eis-meer, die beide im
Tunnel zur
Bergstation liegen und gute Aussichten in die Welt der Berge bieten. Wie Sie nur schon anhand der Höhepunkte feststellen konnten, die Jungfrau-bahn ist aus rein touristischen Gründen gebaut worden. Die grosse Höhe und der harte Fels waren das Hauptproblem beim Bau.
Da
man aber nur Touristen befördern wollte, konnte man die Strecke auch in
Etappen eröffnen. Als der
Bahnhof
Jungfraujoch erreicht worden war, wollte jedoch niemand mehr weiterbauen,
weil der Förderer verstorben war.
Wenn wir eine echte
Privatbahn suchen wollen, dann
finden wir sie bei der
Bahnlinie
auf die Jungfrau. Diese Aktiengesellschaft besitzt frei handelbare Aktien
und dank den sehr hohen Preisen, kann auch ein rentables Angebot erreicht
werden. Eine Reise in die hochalpinen Zonen der Schweiz lohnt sich und
dabei ist selbst die Fahrt zum Jungfraujoch sehr speziell. Wo sonst
spricht man in der Schweiz japanisch.
MThB:
Zuerst einmal, man schreibt das h wirklich klein, denn MThB ist die
Abkürzung für die Mittelthurgau-Bahn. Die von Kreuzlingen über Weinfelden
nach Wil führende Strecke konnte am 20. Dezember 1911 eröffnet werden. Wie
der Name es schon sagt, durchquert sie den Kanton Thurgau in seiner Mitte
und sie erlaubte der Region den Anschluss an das deutsche Netz über den
Bahnhof
von Konstanz.
Das sorgte dafür, dass die Gesellschaft immer wieder in finanzielle Nöte geriet. Schnell wurde die Abkürzung zur Mittellosen Thurgaubahn abgeändert.
Es
war wirklich nicht gut im die nach den Regeln der
Vollbahnen aufgebaute
Bahnlinie
gestellt. Oft konnte die Bahngesellschaft nur überleben, weil finanzielle Hilfen vom Kanton, aber auch vom Staat halfen.
Gerade der Staat als Besitzer der Schweizerischen Bundesbahnen SBB hatte
immer wieder Hilfen für kleinere
Privatbahnen bereit. Diese
gehörten längst zum Streckennetz der Schweiz dazu und auch auf die MThB
wollte man nicht verzichten. Doch es sollte hier noch viel schlimmer
kommen, als man denkt.
Die
Bahngesellschaft im Kanton Thurgau kam endgültig in
die Krise, als schlechte Geschäfte beim
Güterverkehr
mit dem wegen Salmonellen auf Flussschiffen arg gebeutelten Reisebüro
kombiniert wurden. Die MThB geriet in solch grosse Nöte, dass die
Gesellschaft letztlich aufgelöst wurde und die Strecke in die Obhut der
neuen Gesellschaft Thurbo unter der Führung der Schweizerischen
Bundesbahnen SBB kam.
Pilatusbahn:
Man kann die privaten
Bahngesellschaften der Schweiz nicht behandeln, ohne dass
man die Pilatusbahn erwähnt. Die am 04. Juni 1889 eröffnete Strecke
zwischen Alpnachstad und Pilatus Kulm war als touristische Bahn auf den
gleichnamigen Hausberg der Stadt Luzern gebaut worden. Das Bergmassiv
Pilatus erreicht mit dem Tomlishorn eine maximale Höhe von 2 128 Meter
über Meer.
Daher wurde hier das System
Locher verwendet und so konnte mit einer Steigung 480 ‰ die
steilste
Zahnradbahn
der Welt gebaut werden. Ein einsamer Rekord, der bis heute besteht. Die anfänglich mit Dampftriebwagen betriebene Bergbahn konnte elektrifiziert werden und sie verkehrt als eine der wenigen Bergbahnen in der Schweiz nur in den Monaten des Sommers.
Die
steilen Wände sind im Winter durch Lawinen gefährdet. Die Strecke ist
zudem so steil, dass diese sogar auf dem Trasse abgehen können. Die
Pilatusbahn ist also wirklich sehr speziell und gerade das macht sie so
bekannt bei den Leuten.
Gerade die hohe Steigung und die gefahrene Geschwindigkeit sorgen dafür,
dass die Reisenden immer wieder Probleme mit dem Druckausgleich bekunden.
Das macht sich durch das Innenohr bemerkbar, aber es kann mit gähnen
ausgeglichen werden. Auch mit diesen Problemen, eine Reise mit der
steilsten
Zahnradbahn
der Welt sollte man sich nicht entgehen lassen. Der Pilatus ist ein guter
Aussichtspunkt, der die Reise belohnt.
Rhätische Bahn:
Die Rhätische Bahn RhB nahm den Betrieb am 01. Juli 1896 mit der Strecke
von Chur nach Thusis auf. Durch weitere Strecken unter anderem über die
Albula und die Übernahme von kleineren Bahnen im Kanton Graubünden wurde
aus dieser schmalspurigen Bahn die grösste
Privatbahn der Schweiz. Diesen
Rang verlor die
Bahngesellschaft in Graubünden erst mit der Fusion der EBT-
und BLS-Gruppe.
Das
ging aber nur mit sehr hohen Steigungen. Die auf dem Netz verkehrenden
Touristenzüge Glacier- und Bernina-express ergänzen das normale Angebot
mit Regional- und
Schnellzügen
im Kanton. Die anfänglich mit Dampf betriebene Bahn wurden schon ab 1913 und daher schon sehr früh elektrisch befahren. Dabei wurde der grösste Teil mit Wechselstrom elek-trifiziert.
Daneben gab es aber noch den Betrieb mit
Gleichstrom
bei der Berninabahn und der Strecke von Chur nach Arosa. Letztere wurde
später jedoch auf
Wechselstrom
umge-stellt und so auch die dort vorhandene abweichende
Spannung
aufgehoben.
Wenn wir spezielle Fälle auf der Strecke der RhB suchen, dann gehört neben
der Berninabahn auch der Vereina-tunnel dazu. Dieser hat eine Länge von
19 042 Meter erhalten. Aber auch das mit der dritten
Schiene
versehene
Geleise
von Chur gegen Thusis ist speziell. Dieses wird regelmässig auch von den
grossen
Lokomotiven
der Schweizerischen Bundesbahnen SBB befahren. Die RhB ist jedoch die
Staatsbahn im Kanton
Graubünden.
Rigibahn:
Die Rigibahn ist sehr speziell. Die heutige
Bahngesellschaft entstand aus den beiden auf den
gleichnamigen Berg führen Bahnen VRB und ARB. Bis zu diesem Zeitpunkt
bekämpften sich die beiden Bergbahnen immer wieder. Das zeigt sich auch,
wenn wir die Betriebseröffnungen ansehen, denn diese alleine sind schon
speziell, denn wir haben hier die erste
Zahnradbahn
in Europa erhalten und das sagt viel.
Die
Strecke musste aber von der ARB gepachtet werden, weil sich die beiden
Kantone nicht auf eine gemeinsame Lösung einigen konnten. Die ARB selber
nahm den Betrieb erst am 04. Juni 1875 auf der ganzen Länge auf. Dabei war die ARB in zwei Sektionen gebaut worden. Von Arth am See verkehrte eine Adhäsionsbahn zum Bahnhof Arth-Goldau. Erst ab dort begann dann die Bergbahn auf den Aussichtsberg.
Mit
der
Gotthardbahn verlor die
untere Sektion an Bedeutung und daher wurde die Strecke aufgegeben. Die
heutige Rigibahn ist eine reine
Zahn-radbahn,
die von zwei Seiten auf den 1797.5 Meter hohen Aussichtsberg führt. Bereist werden können die beiden touristischen Bahnen mit den in der Schweiz üblichen Abonnementen. Wegen der geringeren Höhe ist der Berg auch bei Leuten sehr beliebt, die mit der Höhe zu kämpfen haben.
Nur
schon deswegen konnte sich die Gesellschaft bis heute halten. Dank den
beiden Bahnen, die den Berg zu einem sehr bekannten Aussichtspunkt in den
Voralpen machten. Nur schon das sollte man sich merken.
Rothornbahn Brienz:
Die Rothornbahn wird von der Brienz – Rothorn – Bahn betrieben. Die 17.
Juni 1892 eröffnete
Bergbahn mit
Zahnrad
führt von der
Station der
Brünigbahn auf das 2 348 Meter hohe Rothorn bei Brienz. Auch hier
haben wir wieder eine touristisch genutzte Bahn erhalten und eigentlich
wäre es einfach eine
Bergbahn mehr in der Schweiz und das bekam die
Gesellschaft auch zu spüren und das macht sie speziell.
Das
mit dem später noch teuren Dampfbetrieb kombiniert, konnte nicht gut
gehen. Daher musste man den Betrieb wegen finanziellen Problemen
einstellen. Dabei fehlte das Geld auch für den Abbruch. Es sollte eine längere Einstellung des Betriebes sein und diese führte dazu, dass die Brienz – Rothorn – Bahn BRB in der Zeit der grossen Elektrifizierung nicht verkehrte.
Als
es dann wieder möglich war, den Betrieb aufzunehmen, waren die dafür
gesprochenen Kredite aufgebraucht worden. So kam es dazu, dass wieder mit
den alten Dampflokomotiven gefahren wurde. Gerade das sollte sich hier
sehr positiv auswirken.
Die
BRB ist heute die einzige
Bergbahn in der Schweiz, die nie mit einer
Fahrleitung
versehen wurde. Die drei angeschafften
Diesellokomotiven
werden heute kaum mehr eingesetzt. Bei den Zügen für die Touristen sind
Dampflokomotiven im Einsatz. Dabei sind diese nicht nur alt, sondern es
gibt neuere Dampflokomotiven und damit auch die modernsten Ausführungen in
der Schweiz. Nur schon das macht sie speziell.
WSB:
Die Wynen- und Suhrental – Bahn WSB ist eine klassische Vorortsbahn. Sie
entstand durch die Fusion der am 19. November 1911 eröffneten Aarau –
Schöftland Bahn AS und der Wynentalbahn WTB, die ebenfalls in Aarau
begann. Die Anfänglich getrennten Netze wurden mit dem ersten
Tunnel dieser
Strassenbahn verbunden. All diese Punkte
machen die WSB eigentlich zu einer so normalen Bahn, wie es nur geht.
Diese erfolgte im rechten Winkel und der spezielle Fall trat erst ein, als
die Schweizerischen Bundesbahnen SBB die Strecke mit einer
Fahrleitung
versehen, denn damit kreuzten sich hier Gleich- und
Wechselstrom. Nachdem die Strecke auf der ganzen Länge auf das eigene Trasse verlegt wurde, verschwand diese Kreuzung in Suhr. Die WSB, die heute mit der BDWM zur AAR verbunden wurde, ist eine leistungsfähige Vorortsbahn, wie es sie auch bei anderen Städten gibt.
Zumindest die Kreuzung in Oberentfelden macht sie noch speziell. Im Jahre
2021 kamen aber Pläne auf, auch diese ver-schwinden zu lassen. Damit wird
die WSB ganz normal. Mit der AAR sind die Bahnen zusammen auch für den Betrieb der Limmattalbahn von Zürich Altstätten nach Killwangen-Sprei-tenbach verantwortlich.
Da
diese 2023 eröffnete
Stadtbahn neue Fahrzeuge erforderte,
wurden
Triebwagen
von der BDWM auf die WSB verschoben. So entstand aber ein Unternehmen, das
sich im
Vorortsverkehr durchsetzen konnte. Die WSB
ist, wie die Limmattalbahn, ein Teil davon.
Wir
können aber die Vorstellung von diesen neuen
Privatbahnen abschliessen.
Klar, es gibt noch viele andere
Bahngesellschaften, die jede für sich speziell ist. Ich
habe hier nur ein paar spezielle Fälle eingefügt. So konnten wir uns ein
Bild machen, was für Lösungen vorhanden sind und darum ging es ja, denn
immer noch bauen wir eine eigene Eisenbahn und da muss nicht jedes Muster
genau untersucht werden, es reichen spezielle Fälle.
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