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Druckluft und Bremsen |
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Auch
diese
Triebwagen
bekamen ein System zur Erzeugung von
Druckluft.
Diese wurde vor Jahren für die
Bremsen
eingeführt und diente bei elektrischen Modellen auch für einige Funktionen
der Ausrüstung. Nebst diesen Aufgaben versuchten die Hersteller immer
wieder, auch andere Funktionen mit Hilfe der Druckluft zur regeln. Wie bei
den anderen
Baureihen,
musste die Druckluft auch auf diesem Fahrzeug hergestellt werden.
Dieses war bei
Kompressoren
recht hoch und so konnten die
Achslasten
ausgeglichen werden. Ein Punkt der hier sogar so gross war, dass kein
normales Modell verwendet wurde. Wie so oft war der Grund beim Gewicht zu
suchen. Es wurde ein zweistufiger Rotationskompressor verbaut. Der Unterschied zu den damals verwendeten ähnlichen Modellen bestand nur darin, dass dieser Kompressor über eine geringere Schöpfleistung verfügte. Diese sorgte da-für, dass der Verbrauch nicht zu gross sein durfte.
Da
jedoch keine langen und schweren Züge bespannt wer-den sollten, konnte
diese Einsparung in Kauf genommen werden. Für den
Triebwagen
und den Beiwagen reichte es. Die Luft wurde von aussen angezogen und mittels eines einfachen Filters gereinigt. Wobei man eher behaupten konnte, dass dieser Filter nur verhinderte, dass sich aus Versehen Insekten in das System verirren konnten.
Auch
der Staub der hier aufgewirbelt wurde, konnte nicht durch den
Filter
gezogen werden. Daher musste hier eine regelmässige Wartung erfolgen, denn
die Luft sollte ja durch dieses Bauteil gelangen.
In
der ersten Kammer wurde die Luft auf einen Druck von rund zwei
bar
verdichtet. Danach gelangte sie in die zweite Kammer, wo letztlich die
weitere Verdichtung erfolgte. So konnte bei der
Druckluft
ein Enddruck von acht bar erreicht werden. Jedoch verflüchtigte sich
dieser Wert wieder, wenn die verdichtete Luft nach dem
Kompressor
in die Leitung entlassen wurde. Ein Effekt, der nicht verhindert werden
konnte.
Dort
sammelte sich dieses mit
Schmiermitteln
durchsetzte Wasser und konnte in einer Werkstatt entnommen werden. Wegen
den dem Kondensat beigemengten Schmiermitteln musste die Emulsion danach
korrekt entsorgt werden. Die so erzeugte Druckluft gelangte schliesslich in die Hauptluftbehälter. Diese befanden sich ebenfalls unter dem Fahrzeug und sie bildeten ein Volumen, das benötigt wurde um auch kurzfristige Spitzen beim Verbrauch abzudecken.
Der
Regeldruck von acht
bar
wurde nur erreicht, wenn der Verlust bei der
Druckluft
geringer war, als vom
Kompressor
geschöpft werden konnte. Dank dem Volumen konnte daher mehr Luft be-zogen
werden. Wurde keine Druckluft entnommen und lief der Kompressor, stieg der Luftdruck im System immer weiter an.
Die
Leistung
des
Rotationskompressors
reichte dabei aus, um einen deutlichen höheren Wert zu erzeugen. Daher
musste der maximale Druck im System begrenzt werden. Dazu war das
Überdruckventil
eingebaut worden. War es geöffnet entwich mehr
Druckluft,
als vom
Kompressor
erzeugt werden konnte und so wurde ein zu hoher Druck verhindert.
Das Volumen
in den
Hauptluftbehältern konnte gespeichert werden. Dazu war auf der
Seite des
Kompressors ein Rückschlagventil vorhanden. Bei den anderen
Anschlüssen wurde ein Absperrhahn eingebaut. Nötig wurde dieser Vorrat,
weil der
Triebwagen nur in Betrieb genommen werden konnte, wenn hier genug
Druckluft vorhanden war. Dabei war kein hoher Vorrat nötig, aber der
Luftdruck musste vorhanden sein.
Alle anderen Funktionen für Druckluft konnten danach in Betrieb genommen werden. Dazu jedoch mehr, wenn wir uns den elektrischen Teil genauer ansehen. Für die von den Bremsen unabhängigen Verbraucher der Druckluft wurde bei den Hauptluftbehältern eine Leitung angeschlossen.
Diese wurde als
Apparateleitung bezeichnet und sie arbeitete mit einem veränderlichen
Druck. Angeschlossen wurden hier Verbraucher, die mit einem veränderlichen
Luftdruck arbeiten konnten und solche, die auf bestimmte Werte angewiesen
waren. Bei diesen gab es ein
Reduzierventil in der Leitung. Die mit Druckluft betriebenen Funktionen der elektrischen Ausrüstung werden wir später noch ausführlich kennen lernen. Die weiteren an der Apparateleitung angeschlossenen Verbraucher werden wir jedoch ansehen müssen. Bereits kennen gelernt haben wir die Sandstreueinrichtungen. Hier konnte durchaus mit einem veränderlichen Luftdruck gearbeitet werden. Optimal arbeiten konnten die Sander jedoch nur bei den normalen Werten. Die Einstiegstüren wurden nun auch mit Druckluft betrieben. Das war bisher nicht der Fall.
Dabei wurde mit je einem
Zylinder die Türe bewegt und das
Trittbrett abgeklappt. Letzteres war jedoch so aufgebaut worden, dass es
bei fehlender
Druckluft hochgestellt wurde. Nötig war das, weil das
ausgeklappte Trittbrett das
Lichtraumprofil verletzte. Eine Lösung, die
beim entsprechenden Zylinder eine Rückholfeder erforderlich machte.
Neben den
Antrieben für die
Scheibenwischer wurde an der
Apparateleitung noch die
Lokpfeife einge-schlossen. Bei elektrischen
Triebfahrzeugen wurde diese mit
Druckluft betrieben, da ja kein Dampf mehr vorhanden war. Dabei wurde bei
jedem
Führerstand beim Dach über dem Fenster des Lokführer die Pfeife
eingebaut. Auch dieses akustische Signal konnte mit veränderlichem Druck
betrieben werden.
Damit haben
wir die wichtigsten Verbraucher der
Apparateleitung kennen gelernt. Diese
war zudem auf das Fahrzeug beschränkt und versorgte nicht die
Bremsen. Für
deren Versorgung mit
Druckluft war eine eigene Leitung, die als
Speiseleitung bezeichnet wurde, vorgesehen. Auch sie war auf das Fahrzeug
beschränkt worden, so dass von aussen keine Druckluft in das Fahrzeug
gelangen konnte. Diese musste also mit dem
Kompressor erzeugt werden.
Es wird
Zeit, wenn wir uns nun den
Druckluftbremsen zuwenden. Auch hier wurde der
Aufbau zur Verringerung des Gewichtes vereinfacht. Die sonst verwendete
Doppelbremse nach
Westinghouse kam daher nicht mehr zum Einbau. Der Grund
war, dass man bei diesen
Triebwagen auf den Einbau der direkt wirkenden
Regulierbremse
verzichtete. Es war daher nur noch ein pneumatisches
Bremssystem vorhanden.
Bei der
BLS-Gruppe wurde auf die abenteuerliche Bremsausrüstung der
Baureihe
CLe
2/4 der Schweizerischen Bundesbahnen SBB verzichtet. Da mit den hier
vorgestellten
Triebwagen nicht schneller als 100 km/h gefahren wurde und
weil Beiwagen mitgeführt werden sollten, musste eine klassische indirekte
Bremse eingebaut werden. Dabei wurden Bauteile von
Westinghouse, aber auch
von Oerlikon Bremsen verwendet.
Dieses
Bremssystem galt
als gelöst, wenn der
Luftdruck in der Leitung einen Wert von fünf
bar
erreichte. Wurde die
Druckluft vermindert, se-tzte die Bremswirkung ein und
das konnte nicht direkt erfolgen. Bevor wir uns dem Steuerventil zu-wenden, muss noch erwähnt werden, dass diese Hauptleitung zu den beiden Enden des Fahrzeuges geführt wurde.
Dort endete
diese Leitung in einem
Absperrhahn mit anschliessendem
Luftschlauch.
Dessen
Kupplung besass einen
Bajonettverschluss und so konnte sich die
Kupplung bei einer
Zugstrennung lösen. Die nicht benötigte Kupplung wurde
in einem Haken abgelegt der die Leitung abgedeckte.
Sollten Sie
sich gefragt haben, warum ich vorher nur in Einzahl gesprochen habe, dann
ist das richtig. Bei jedem Ende des
Triebwagens war nur ein
Absperrhahn
mit
Luftschlauch montiert worden. Auch jetzt war der Grund die Reduktion
beim Gewicht des Triebwagens, denn dieses sollte wirklich sehr gering
sein. Aber auch die Tatsache, dass immer die gleichen
Anhängelasten
mitgenommen
werden sollten, sorgte für diese
vereinfachte Ausführung.
Das Steuerventil, das hier eingebaut wurde, war von der neusten Ausführung und es kam erstmals bei einem Triebfahrzeug zum Einsatz. Da bei diesem Triebwagen auf die Regulierbremse verzichtet wurde, musste es möglich sein, die Bremskraft bei der automatischen Bremse zu verringern.
Mit den damals erhältlichen
Steuerventilen nach
Bauart
Westinghouse war das nicht
möglich. Das hier verbaute
Ventil von Oerlikon Bremsen war aber in einer
mehrlösigen Version ausgeführt worden. Daher konnte die
Bremskraft in
Abhängigkeit der
Hauptleitung reduziert werden.
Maximal konnte vom Steuerventil ein Luftdruck von 3.9 bar zum Bremszylinder geführt werden. Eine Druckerhöhung in Form einer R-Bremse gab es nicht, da es diese damals noch nicht gab. Jedoch fehlte auf dem Triebwagen der Bremsumschalter. So konnte auch die Güterzugsbremse des Ventils nicht aktiviert werden. Das war aber kein Problem, da ja mit diesem Triebwagen keine schweren Güterzüge geführt werden sollten. Wir haben eine einfache Bremsausrüstung erhalten, die nach den aktuellen Lösungen aufgebaut wurde.
Da nur die
Personenzugsbremse
wirksam war, durfte mit den
Triebwagen maximal eine
Höchstge-schwindigkeit von 110 km/h gefahren
werden. Bei den beiden später ausgelieferten Fahrzeugen lag der Wert
deshalb bei dieser Geschwindigkeit. Um schneller fahren zu können, musste
die Lösung der
CLe
2/4 verwendet werden.
Die
mechanischen
Bremsen teilten sich auf die beiden
Drehgestelle auf. Da
jedes einen eigenen
Bremszylinder
besass und das dort angeschlossene
Bremsgestänge
identisch war, können wir uns auf ein Drehgestell
beschränken. Neben dem
Zylinder des Drehgestells konnte das Bremsgestänge
auch von der im benachbarten
Führerstand montierten
Handbremse
bewegt
werden. Dabei kam eine normale
Spindelbremse zum Einsatz.
Der
Bremsgestängesteller
der
Bauart
Stopex stellte die
Bremsen automatisch nach. Daher war beim
Triebwagen immer die gleiche
Bremskraft vorhanden. Der regel-mässige
Unterhalt bei den Bremsen beschränkte sich somit auf die
Bremsklötze. Über das Bremsgestänge wurden die Bremsklötze eines Drehgestells so bewegt, dass sie gegen die Lauffläche des Rades gepresst wurden. Durch die nun erhöhte Reibung wurde das Rad an der freien Drehung gehindert und so eine Verzögerung erreicht.
Bedingt durch die grosse Reibung wurde der
Bremsklotz aus Grauguss erwärmt und dabei auch Material am
Bremsbelag
abgetragen, was als
Bremsstaub anfiel.
Wir haben daher eine klassische Klotzbremse erhalten. Diese arbeitete mit zwei Bremsklötzen auf jedes Rad und wirkte dort von beiden Seiten gegen die Lauffläche. Mit den insgesamt 16 Bremsklötzen wurde eine gute Brems-wirkung erzielt.
Da jedoch ein geringes Gewicht vorhanden war, konnten die
Achsen
durch die
Bremskraft blockieren.
Daher wurde im
Triebdrehgestell
eine höhere Kraft aufgebaut, als das bei den
Laufachsen
der Fall war. Dazu mussten nur unterschiedliche
Bremszylinder
verbaut werden. Das reicht jedoch nicht immer und so musste die
Adhäsion mit
den
Sandern verbessert werden.
Um die
Bremse zu lösen, musste entweder die
Handbremse verdreht, oder der
Bremszylinder
entlüftet werden. Durch die entweichende
Druckluft fiel die
Kraft weg, jedoch blieben die
Bremsklötze auf der
Lauffläche liegen. Eine
beim
Zylinder montierte Rückholfeder verhinderte das jedoch, so dass die
Bremssohlen leicht abgehoben wurden. Die
Bremse konnte nun abkühlen und
stand dann wieder mit der gewohnten Kraft zur Verfügung.
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