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Man kann die TEE-Züge nicht beschreiben, ohne dass man die Fahrgasteinrichtungen erwähnen würde. Wie hoch der Standard dieser Züge war, lässt sich nicht einmal erkennen, wenn man erwähnt, dass Reisezugwagen der 2. Wagenklasse zum Teil noch mit Holzbänken bestückt waren. Ja, auch die erste Wagenklasse konnte sich damit nicht messen. Die Züge gliederten sich zwischen der ersten Wagenklasse und den Luxuszügen mit Salonwagen ein. Im ganzen Zug gab es drei unterschiedliche Bereiche. Die Reisezugwagen, der Speisewagen und der Maschinenwagen. Wer mit dem primitivsten Fahrzeug im Zugverband beginnen will, landete schnell beim Maschinenwagen. Dieser, bestehend aus dem Durchgang, dem Maschinenraum und der Küche, bot aber schon einiges und eigentlich fehlten nur die Sitzplätze. Beginnen wollen wir aber auch hier bei den Steuerwagen. Diese hatten hinter dem Führerstand zwar keine Sitzplätze, trotzdem boten sie hier etwas, was auch nach vielen Jahren noch nicht selbstverständlich war. Die Türe zum Führerraum hatte ein Fenster erhalten. durch dieses Fenster konnten die Reisenden einen Blick auf die Strecke und den Arbeitsplatz des Lokführers erhaschen. Obwohl nicht mit Sitzplätzen ausgerüstet, sollte dieser Bereich ein spezielles Highlight bilden und immer wieder besucht werden. Nach dem Einstieg folgten die Abteile für die Reisenden. Diese waren bei allen Sitzwagen, also auch bei den Zwischenwagen identisch, so dass damit eigentlich der grösste Teil des Zuges erwähnt wird. Es waren im ganzen Zug Abteile für vier oder zwei Personen verfügbar. Die bequemen weich gepolsterten Sitze besassen bewegliche Rückenlehnen, die mit einer Kopfstütze mit weissem Tuch abgerundet wurden. Die Armlehen der einzelnen Sitze konnten heruntergeklappt werden. Der Zug hatte in der fünfteiligen Version 126 Sitzplätze. Beim längeren Zug erhöhte sich diese Anzahl auf einen Wert von 168 Sitzplätzen. Nur schon die geringe Zahl zeigt deutlich auf, dass im Zug auf gehobenen Komfort geachtet wurde. Der ganze Zug hatte im Vergleich zu anderen Wagen der damaligen Zeit weniger Sitzplätze als diese mit zwei Türen hatten. Daher kam auch ein grösserer Sitzteiler zur Anwendung. Der Wagen wurde durch ein in der Decke eingelassenes Leuchtband mit Leuchtstoffröhren erhellt. Gerade dieses helle Leuchtband in der Mitte des Zuges, das keinen Blick auf die Lampen bot, war neu und wurde in der Schweiz noch nicht angewendet. Diese Art der Beleuchtung erlaubte einen gleichmässig ausgeleuchteten Fahrgastraum. Vorbei waren die dunkleren Bereiche und so entstand ein gehobenes Erscheinungsbild auch in der Nacht und in Tunnels. Eine besondere Lösung wählte man auch bei den Fenstern. Diese bestanden aus doppelt verglasten Scheiben, was den Schallpegel erheblich reduzierte. Darin angeordnet waren die Sonnenstoren. Diese konnten also nicht mehr von Hand heruntergezogen werden. Daher waren spezielle Schalter vorhanden, die jede Store elektrisch hoben oder senkten. Eine Lösung die es bisher nicht gab und so noch mehr zum gehobenen Komfort beitrug, denn niemand musste sich an grauen Vorhängen den Kopf reiben, denn die Storen waren in den Fenster und so auch vor Verschmutzung geschützt. Bei den WC's wurden auch neue Wege beschritten. Jeder Wagen hatte zwei WC's, die nebeneinander angeordnet wurden. Dabei wurden diese Toiletten nach Geschlechtern getrennt und so besuchten im RAe TEE II die Herren nicht das gleiche WC, wie die Damen. Auf diese Trennung wurde auch bei den Räumen selber Rücksicht genommen. So kommen wir nicht darum herum, diese Anlagen etwas genauer zu betrachten. Bei den Herren begnügte man sich damit, dass man eine Waschgelegenheit einbaute. Das WC selber hatte noch den üblichen Weg auf die Geleise, damit jedoch kein kühler Luftzug störte, waren diese mit speziellen Klappen versehen worden. So war ein Besuch des stillen Örtchens trotzdem weit über dem Standard der anderen Wagen. Daher musste auch hier der Zug keine Einbusse beim Komfort eingehen. Weiter ging man beim WC für Damen. Nach einem Besuch der Toilette machen sich die Damen ja gerne frisch, prüfen das Makeup und richten sich die Haare neu. Damit sie das auch im Zug machen konnten, war ein Frisierraum vorhanden. Da konnten dann die Herren erstaunt feststellen, dass sich ihre Frau nach dem Besuch der Toilette noch mehr verschönert hatte. Ein weiteres Übel der Züge waren die Koffer, die einem immer wieder im Weg standen, weil sie nun einfach nicht auf die Hutablage passten. Beim RAe TEE II gab es für die Koffer spezielle Ablagen und Stauräume. So waren die Gänge auch bei gut besetztem Zug frei von Gepäckstücken, was den Reisenden ein Gefühl des gehobenen Komforts bot. Die längs verlaufende Hutablage konnte zudem mit kleineren Gepäckstücken belegt werden. Kommen wir nun zum Maschinenwagen, wo es nur einen Durchgang gab. Zwar war der Durchgang mit fast der gesamten Fahrzeuglänge recht lang, jedoch wurde er durch die hellen grauen Farbtöne zu einem gelungenen Korridor für die Leute, die ja auf langen Fahrten einmal in den Speisewagen zum Essen gingen. Ja, die Leute konnten schon im Triebwagen einen Hauch davon nehmen, was auf der Speisekarte stand. Den Maschinenraum sollte man auch erwähnen, denn es handelte sich hier um einen technischen Raum, der nicht immer ganz sauber war. Damit die darin vorhandenen Verschmutzungen nicht in den Bereich der Fahrgäste gelangen konnte, war er mit dichten Klappen abgeschirmt worden. So kamen auch die Schaltgeräusche nicht so laut durch, was verhinderte, dass sich die Leute erschraken. Die Küche, die im Maschinenwagen eingebaut wurde, wurde grosszügig bemessen. Wer besitzt zu Hause einen Kochherd mit 5 Platten? Sehen Sie, die meisten Leute begnügen sich mit vier. Dazu kamen zwei grosse Backöfen, Friteuse, Grill, Tellerwärmer und ganz wichtig, zwei Kaffeemaschinen. Die Produkte konnten in zwei grossen Kühlschränken und einer Tiefkühltruhe gelagert werden. Sie sehen, manche Küche mag da nicht mehr mit dem Zug mitzuhalten. Wenn wir schon bei der Küche sind, wenden wir uns doch dem Raum zu, in dem die Speisen eingenommen wurden. Der Speisewagen bestand aus zwei Bereichen, dem Speisesaal und der Bar. Im Speisesaal waren breite Einzelsitze aufgestellt worden. Es gab Tische für vier und für zwei Personen. Jeder Tisch wurde mit einer eigenen Tischlampe beleuchtet und durch ein weisses Tischtuch abgedeckt. Gleichzeitig konnten 48 Personen gediegen speisen. Die Bar wurde durch kleine Deckenlampen erhellt und hatte weitere sechs Sitzplätze. So ergab sich das düstere Licht einer Bar, wie man sie von den ortsansässigen Bars kannte. Wie gut die servierten Drinks waren, hing vermutlich von der Besatzung ab. Kühl waren sie, denn das Office hatte ebenfalls eine Kühlmöglichkeit erhalten. Die Bar war durch eine Trennwand, die auch der Stabilisierung des Wagens diente, abgetrennt worden, so dass sich die Leute im Speisesaal nicht durch den Barbetrieb beeinträchtigt fühlten. Der gesamte Zug wurde mit einer leistungsfähigen Klimaanlage ausgerüstet. Während das bei den Abteilen für alle TEE vorgesehen war, war das bei den Führerständen neu. Die Wagen hatten jeder für sich eine eigene Klimaanlage, wobei jene der Steuerwagen auch für die Führerstände benutzt wurden. So war es im Zug immer angenehm warm und trotz den geschlossenen Fenstern gelangte frische Luft in die Abteile.
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