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Der Kasten |
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Beginnen wir den mechanischen Aufbau dieser fünf
Triebwagen
mit dem Kasten. Das war bei den anderen
Baureihen
auch so und hier sind wir nahezu beim einzigen Punkt, der bei allen
Fahrzeugen einigermassen identisch war. Einigermassen daher, weil auch
hier bei den letzten beiden Modellen Anpassungen vorgenommen wurden. Doch
dazu kommen wir, wenn wir bei diesem Punkt angelangt sind, jetzt steht der
Aufbau an.
Letztlich kamen einfache Stahlbleche für die Ve-rkleidung dazu. Hier
können wir davon jedoch nur noch einen Teil verwenden. Dabei sind das
gerade die erwähnten Bleche, denn diese wurden hier für den Aufbau
verwendet. Vollständig auf den Rahmen verzichten konnte man jedoch noch nicht. Jedoch wurde kein Aufbau gewählt, der den Kräften gewachsen war. Zur Un-terscheidung sprach man in diesem Zusammenhang von einem Chassis.
Es
wurde aus gebogenen Blechen hergestellt und diente als Gerüst für den
weiteren Aufbau. Daher betrug das Gewicht nur noch ein Bruchteil dessen,
was ein massiver Rahmen auf die Waage gebracht hätte.
Die
weiteren Bleche, die zur Bildung des Kastens führten, waren ebenfalls vor
dem Aufbau des Kastens zugeschnitten und gebogen worden. Die so
entstandenen Formteile wurden dann zu einem Kasten verbunden, der so
kräftig war, dass er die Kräfte aufnehmen konnte. Ermöglicht wurde dies
jedoch nur, weil zur
Verbindung
keine
Nieten
verwendet wurden. Diese Massnahme verringerte ebenfalls das Gewicht des
Kastens.
Kernpunkt beim Aufbau des Kastens war, dass die einzelnen Bleche
verschweisst werden konnten. Die elektrische
Schweisstechnik
hatte sich damals beim Bau von Automobilen und von
Triebwagen
durchgesetzt. Es waren so kraftschlüssige Nähte möglich, die dafür
sorgten, dass sich der Kasten zu einem gewissen Grad tragen konnte. Noch
haben wir wegen dem verbauten Chassis keinen selbstragenden Kasten
erhalten.
Betroffen davon waren die
Einstiegstüren
und die Seiten-fenster, die schon beim Aufbau vorgesehen waren. Wo die
Konstruktion geschwächt wurde, gab es Verstärkungen. Beginnen wir die Betrachtung der einzelnen Bereiche mit dem Boden, der zudem das unscheinbarste Bauteil war. Er war mit dem Chassis verschweisst worden. Das
führte dazu, dass dessen Höhe über der Oberkante der
Schiene
abgesenkt werden konnte. Bei den hier vorge-stellten
Triebwagen
lag dieser auf 850 mm. Im Vergleich mit den zuvor ausgelieferten Modellen
CFe 4/5 war das eine
Re-duktion um 570 mm. Durch die Höhe des Fussbodens und durch die Tatsache, dass kein Rahmen verbaut wurde, konnten die Zug- und Stossvorrichtungen nicht mehr am Rahmen befestigt wer-den.
Sie
waren im Bereich der beiden
Führerstände
an deren
Front
angebaut worden. Spezielle Aufnahmen sorgten jedoch dafür, dass die Kräfte
in den ganzen Kasten abgeleitet wurden. Eine Lösung, die später auch bei
den selbsttragenden Kasten verwendet wurde.
Beginnen wir mit den
Zugvorrichtungen.
Diese wurden nach den Normen der
UIC
in der Mitte eingebaut. Dabei wurde der
Zughaken
auch jetzt so befestigt, dass er sich in der Länge gegen die Kraft einer
Feder bewegen konnte. Die
Spiralfedern
zogen den nicht benutzten Haken jedoch gegen den
Stossbalken.
Das war auch bei den anderen
Baureihen
so gelöst worden und trotzdem gab es bei diesen
Triebwagen
eine Anpassung.
Das
war damals eine Lösung, die es erlaubte trotz den Normen viel Gewicht zu
sparen. Es durften daher dem
Triebwagen
nicht die üblichen Lasten mitgegeben werden. Das galt auch, wenn er
geschleppt wurde. Am Zughaken wurden auch hier die Schraubenkupplung nach den Normen der UIC montiert. Das war schon speziell, denn oft wurde gerade bei den Triebwagen auf deren Montage verzichtet.
Das
zusätzliche Gewicht wurde aber gemildert. Dazu wurden schwächere Bauteile
verwendet. Die
Kupplung
konnte daher auch nicht die normalen
Zugkräfte
aufneh-men, was aber wegen dem Haken kein so grosse Problem war, denn es
galten die gleichen Beschränkungen. Wie bei den anderen Baureihen konnten auch diese Zugvorrichtungen keine Stosskräfte aufnehmen. Dazu waren die seitlich am Fahrzeug montierten Puffer vorgesehen.
Es
wurden
Hülsenpuffer
verwendet, die mit runden
Puffertellern
versehen worden waren. Auch hier gab es auf der linken Seite ein flaches
und auf der rechten Seite ein gewölbtes Modell. Die
Puffer
waren in diesem Punkt daher zu den anderen Modellen kompatibel.
Da
auch
Puffer
ein ansehnliches Gewicht haben, wurden die verbauten Modelle geändert. Mit
Ausnahme der Abmessungen der
Pufferteller
waren
Hülsenpuffer
verbaut worden, die über eine geringere Abmessung verfügten. So galt auch
hier, dass die üblichen
Stosskräfte
von dem sehr leicht gebauten Fahrzeug nicht aufgenommen werden konnten. Da
aber keine schweren Züge angehängt wurden, war das kein Problem.
Definiert wurden sie mit dem Bereich zwischen den
Stossvorrichtungen
und den
Einstiegstüren.
Es waren daher recht geräumige Zonen. Wir werden später den inneren
Bereich ansehen, denn nur schon das Gehäuse offenbart Unterschiede. Bei jedem Fahrzeug wurden zwei identisch aufgebaute Führerkabinen ver-baut. Die erwähnten Unterschiede ergaben sich nur zwischen den älteren Modellen und den beiden später gebauten Triebwagen.
Genau genommen hatten diese eine leicht geänderte
Front
erhalten. Daher beginnen wir die Betrachtung der
Führerstände
in diesem Bereich und dabei natürlich auch mit den älteren Fahrzeugen, da
wir ja keine Wertung wollen. Die eigentliche Front war bei den ersten Modellen in drei Zonen aufgeteilt worden. Links und rechts von der mittleren Partie wurden die Frontwände in einem leichten Winkel abgeknickt und zur Seite nach hinten gezogen.
Es
entstand so ein kantiges Aussehen und dieser Effekt wurde bei den Nummern
692 und 706 aufgegeben. Hier waren die Kanten verschwunden und eine
gebogene
Front
eingebaut. Das hatte zur Folge, dass die Zonen nicht so gut zu erkennen
waren.
Beim grundsätzlichen Aufbau änderte sich wenig. Während die Bereiche bei
den älteren Modelle leicht zu unterscheiden war, konnten sie bei den
beiden jüngeren Fahrzeugen nicht so leicht erkannt werden. Beginnen wir
die Betrachtung mit dem mittleren Bereich. Hier war eigentlich gar keine
Wand vorhanden, denn es wurde eine
Fronttüre
eingebaut. Diese konnte gegen den Innenraum geöffnet werden und wurde mit
Riegeln gehalten.
Im
Gegensatz zu den älteren
Frontfenstern
mit gehärteten Gläsern konnten diese Scheiben nicht so leicht brechen und
die Scherben spritzten nicht in den Innenraum, wo sie Menschen schwer
verletzen konnten. Unterhalb der Türe war ein einfaches Übergangsblech montiert worden. Dieses war hochgeklappt und wurde mit einer Verriegelung gehalten. Damit ein sicherer Durchgang für das Zugpersonal ent-stand, montierte man beidseitig der Türe noch einfache Griffstangen.
Da
keine Absturzsicherung vorhanden war, war der Durchgang gefährlich und
daher nur dem Personal vorbe-halten. Solche Lösungen waren damals nicht
selten. Kommen wir zu den beiden seitlich von der Übergangstüre befindlichen Bereichen. Mit wenigen Ausnahmen waren diese gleich aufgebaut worden.
Im
unteren Bereich befand sich die eigentliche
Frontwand,
die weit nach unten lief und so die Supporte für die
Puffer
zum grossen Teil verdeckte. In der oberen Hälfte war hingegen ein
Frontfenster
verbaut worden. Dieses war von rechteckiger Form und war sehr gross
ausgeführt worden.
Auch hier wurde
Sicherheitsglas
verwendet. Dieses wurde jedoch im Gegensatz zur Türe mit einer
Fensterheizung
versehen. Dank der
Heizung
wurde die Festigkeit zusätzlich erhöht und auch eine allenfalls
beschlagene Scheibe verhindert. Gerade bei
Frontscheiben
war das grösste Problem, wenn sich die Feuchtigkeit absetzte, denn dann
war die Sicht stark behindert. Dank der Heizung war das jedoch nicht der
Fall.
Weitere Scheibenwischer gab es jedoch nicht mehr, da auch hier vereinfacht wurde. Bei den letzten beiden Modellen befand sich der Wischer jedoch oberhalb des Fensters. Soweit können wir die Front abschliessen und uns den beiden Seitenwänden des Führerstandes zuwenden.
Unterschiede zwischen den beiden Seiten gab es nicht mehr und auch
zwischen den beiden
Baureihen
blieb es gleich. Unten war die bekannte Wand vorhanden. In der oberen
Hälfte war ein grosses
Senkfenster
eingebaut worden. Wegen der senkrecht aufgestellten
Front,
war das mit einem rechteckigen Fenster möglich. Die grossen Fenster dieser Triebwagen waren neu. Gerade der bisher immer wieder vernachlässigte tote Winkel in der Ecke wurde dank der schmalen Säule deutlich verringert. Vorbei waren die dunklen Kabinen, das Führerhaus dieser Triebwagen war hell erleuchtet.
Nachteilig war nur, dass die Sonne deshalb den Innenraum sehr stark
erwärmen konnte. Ein Problem, das bisher bei Bahnen so noch nicht so stark
in Erscheinung trat. Wenn wir uns nun dem Bereich zwischen den beiden Führerständen zuwenden, dann fallen zuerst die Einstiegstüren auf. Diese waren beidseitig vorhanden und sie wurden unmittelbar nach dem Führerstand eingebaut.
Eine Lösung, die sich in Zukunft bei
Triebwagen
immer wieder zeigen sollte. Hier war der Standort nötig, weil der
Lokführer bei den
Tramzügen
die Kontrolle der
Fahrscheine
übernehmen musste. Die Einstiegstüren bildeten die grössten Öffnungen des Kastens. Sie wurden nahezu bis zum Boden geführt. Der Einstieg konnte so über einen aussen montierten Klapptritt und zwei weitere Stufen erfolgen.
Dabei bildete der mittlere Tritt den unteren Abschluss der Türe. Der tiefe
Fussboden erlaubte es auf zwei Stufen zu verzichten. Der Einstieg wurde
daher insbesondere für ältere Leute deutlich einfacher benutzbar.
Unterstützend waren die seitlichen
Griffstangen.
Diese waren beidseitig von der
Einstiegstüre
montiert worden und sie reichten bis zu den Fenstern hoch. Speziell an
diesen Griffstangen war, dass sie auch bei geschlossener Türe zugänglich
waren. Während der Fahrt daran festhalten konnte man sich jedoch nicht,
weil der Klapptritt dann nicht verfügbar war. Daher wird es Zeit, dass wir
die Türe endlichen schliessen.
Schloss sich die Schiebetüre, dann klappte auch der Tritt hoch. Der Zugang
war daher nicht mehr möglich. Die Türe öffnete sich gegen das Abteil und
sie besass ebenfalls ein grosses Fenster. Der Aufbau der Türe und deren Antrieb
war neu und er wurde auch bei den
Triebwagen
CLe 2/4
der Schweizerischen Bundesbahnen SBB verwendet. Sie sehen, dass es
durchaus Bereiche gab, die überall verwendet worden waren.
Für
uns wird es nun Zeit, dass wir uns den Seitenwänden zuwenden. Diese waren
auf beiden Seiten identisch ausgeführt worden und einen Unterschied gab es
nur bei einem der Fenster. Es waren in jeder Wand nicht weniger als neun
Fenster vorhanden, die mit schmalen Säulen abgegrenzt wurden. Daher wurde
auch der Innenraum hell ausgeleuchtet, was den Fahrgästen gefiel, auch
wenn deshalb die verträumte dunkle Ecke fehlte.
Geschuldet war dieses Fenster dem hier verbauten WC, denn bei diesem Geschäft möchte jeder alleine sein.
Die
mittigen Fenster hingegen konnten durch die Fahrgäste geöffnet werden.
Wobei die Scheibe nicht bis ganz nach unten geschoben werden konn-te. Mit den beiden Seitenwänden haben wir eigentlich den Kasten schon aufgebaut. Merkmal war der unten um das Fahrzeug geführte Gurt. Man könnte fast meinen, dass damit die Bleche gehalten werden sollten. Jedoch
handelte es sich in diesem Bereich um eine Verstärkung. Bei den Modellen
von 1937 wurde dieser Gürtel im Bereich der Türen zu Gunsten des
Klapptrittes aufgegeben, was ein weiterer Punkt war, der verändert wurde.
Uns
fehlt jedoch noch die Abdeckung des Kastens. Das Dach wurde mit der
restlichen Struktur des Kastens verschweisst und bildete somit eine
Einheit. Nötig war das, weil so die Seitenwände gegen innen abgestützt
wurden. Zudem bildete das Dach die bei den Türen erforderliche Verstärkung
des Kastens. Es war schlicht nicht möglich das Dach abnehmbar zu
gestalten, da so die Tragfähigkeit nicht gegeben war.
Das
leicht gewölbte Dach wurde mit stärkeren Rundungen gegen die Seitenwände
und die
Führerstände
abgeschlossen. Dieser Abschluss war gut zu erkennen, weil optisch eine
Kante vorhanden war. Dabei handelte es sich jedoch um eine
Dachrinne,
die verhindern sollte, dass das Dachwasser seitlich den Wänden entlang
lief. Eine Lösung die nicht neu war, hier aber wegen den neuartigen
Anstrich grosse Vorteile bringen sollte.
Erforderlich waren dazu aber Hauben und Aufbauten, die teilweise gelöst
werden konnten, weil die Bauteile der elektrischen Ausrüstung regelmässig
unterhalten werden mussten. Platziert wurden diese Bereiche über den
Dreh-gestellen.
Für
den Unterhalt und damit während der Arbeit eine gute Standfläche vorhanden
war, wurden über den Rundungen im Bereich der elektrischen Ausrüstung
seitliche Stege montiert. Diese bestanden aus einem Stahlgitter, das so
auch bei Nässe einen guten Stand erlaubte. Eine Möglichkeit um während der
Arbeit
Sicherungen
gegen Abstürze zu montieren, gab es damals jedoch nicht. Man musste daher
aufpassen und keinen Fehltritt machen.
Zwischen den Aufbauten der elektrischen Ausrüstung war das Dach frei von
weiteren Aufbauten. Auch die Stege fehlten hier. Jedoch war das Dach
kräftig genug um einen Arbeiter zu tragen. Wir haben damit den Kasten bei
den
Triebwagen
von 1935 abgeschlossen. Doch noch fehlt ein Punkt, der nur bei den später
gelieferten Modellen verbaut wurde und so die Erfahrungen der ersten
Fahrzeuge berücksichtigte.
Bei
den
Triebwagen
mit den Nummern 692 und 706 wurden zwischen den beiden Aufbauten
Dachlüfter
eingebaut. Die älteren Modelle hatten im Sommer damit zu kämpfen, dass die
Wärme nicht aus den Abteilen geführt wurde. Mit den beiden
Lüftern
auf dem Dach sollte dieser Umstand verbessert werden. Auf das Dach hatte
das den Einfluss, dass es nicht mehr so aufgeräumt war, als dies bei den
älteren Modellen der Fall war.
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