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Fahrwerk mit Antrieb |
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Kommen wir
zum
Fahrwerk mit dem
Antrieb. In diesem Bereich fanden sich die grössten
Unterschiede zwischen den beiden Teilserien. Diese Veränderungen fanden
sich bei den beiden verbauten
Drehgestellen. Genau diese waren aber das
Herzstück des
Laufwerks und daher müssen wir etwas genauer hinsehen, denn
die Unterschiede waren deutlich zu erkennen. Das begann schon beim
Drehgestellrahmen.
Auch hier kamen genau genommen Bleche zur Anwen-dung, die dann
zugeschnitten, gebogen und danach zum
Drehgestellrahmen
verschweisst
wurden. Das fertige Bau-teil war dann stabil genug. Eingebaut wurden in jedem Fahrzeug zwei identische Drehgestelle. Diese besassen bei den Triebwagen mit den Nummern 691, 701 und 726 einen innen liegenden Rahmen.
Dieser war einfach aufgebaut worden und wegen dem weit nach unten
gezogenen Kasten nicht leicht zu erken-nen. Eine Bauweise, die eine grosse
Reduktion beim Ge-wicht erlaubte. Erneut zeigt sich, dass die ersten
Modelle sehr leicht werden mussten.
Die
Drehgestelle der ersten drei
Triebwagen
zeigten im Betrieb jedoch, dass
sie zu schwach konstruiert worden waren. Daher wurde der Rahmen bei den
beiden später gebauten Modellen verändert. Hier kam nun ein aussen
liegender Rahmen zum Einbau. Dieser war als Hohlträger ausgeführt worden
und die Holme waren gekröpft ausgeführt worden. Dieser Aufbau sorgte
dafür, dass die Drehgestelle besser erkannt werden konnten.
Wir werden
die Auswirkungen dieser Veränderung später noch ansehen und uns nun den
Anbauten zuwenden. Dazu wurden zum Schutz des
Fahrwerkes am Rahmen
einfache
Schienenräumer eingebaut. Diese waren leichter als die
Bahnräumer
und zudem fehlte dazu schlicht der erforderliche Platz. Im Aufbau
entsprachen die beiden Schienenräumer jedoch den Modellen der anderen
Baureihen und daher konnten die Ersatzteile leicht bezogen werden.
Doch mit den
Schienenräumern haben wir mit Ausnahme der später betrach-teten
Bremsen,
alle Anbauteile behandelt. Wir können uns daher den beiden
Achsen
zuwenden, denn diese waren auch das wichtigste Bauteil in einem
Drehgestell. Kommen wir zu den beiden im Drehgestell eingebauten Achsen. Wenn wir uns den Abstand ansehen, denn erkennen wir, dass auch hier verändert wurde. Bei den zuerst ausgelieferten Triebwagen betrug der Radstand 3000 mm.
Dieser
wurde bei den später ausgelieferten Modellen leicht gekürzt und betrug
daher noch 2800 mm was nicht viel war. Auch hier wurden die Erfahrungen
eingebaut und eine leichte Anpassung vorgenommen. Die Achsen selber bestanden aus geschmiedetem Stahl und es waren die Auflagen für die Räder und die Lager vorgesehen worden. Je nach dem Aufbau des Rahmens wurden die Achslager innen, oder aussen montiert
Das war aber der einzige
Unterschied bei den
Lagern. Beim Aufbau wurden die gleichen Lager verbaut.
Hier wurden doppelreihige
Rollenlager mit einer dauerhaften
Schmierung mit
Fett eingebaut.
Gegenüber
den bisherigen
Gleitlagern boten
die
Rollenlager den Vorteil, dass sie nicht in
regelmässigen Abständen nachgeschmiert werden mussten. Die Dauerschmierung
hielt mehrere Jahre und so konnte der Unterhalt deutlich vereinfacht
werden, was mit den neuen
Triebwagen auch erreicht werden sollte. Die
Modelle sollten fahren und nicht für den Unterhalt abgestellt werden.
Diese
Lager sollten sich daher durchsetzen können.
Dabei diente dieser
Radreifen als
Verschleissteil und er konnte leicht ersetzt werden. Mit einem neuen
Radreifen betrug der Durchmesser dieser Räder 900 mm. Das war ein geringer
Wert, aber dank den neuen
Lagern, war eine hö-here Drehzahl möglich. Wenn wir uns nun den Radkörpern zuwenden, dann kom-men bereits wieder die Unterschiede. Bei den Nummern 691, 701 und 726 wurde auf möglichst wenig Gewicht geachtet. Daher verbaute man hier Speichenräder.
Bei den später gebauten
Modellen wurde jedoch auf den Unterhalt mehr Wert gelegt und daher kamen
bei diesen
Triebwagen
Vollräder zur Anwendung. Der Unterschied war daher
leicht zu erkennen. Die Achslager waren gegenüber dem Drehgestellrahmen abgefedert worden. Es kamen beidseitig zwischen den Lagerschenkeln und dem Rahmen eingebaute Schraubenfe-dern zur Anwendung.
Diese
Federung
benötigte einen geringen
Platz beim Einbau und sie war wegen der hohen Schwingungsdauer sehr gut
für hohe Geschwindigkeiten geeignet. Auch sonst sollten diese
Federn den
grossen Durchbruch schaffen.
Dank den
Erkenntnissen, konnte das Problem mit diesen
Schraubenfedern gelöst
werden. Um zu verhindern, dass sie frei schwingen konnten, wurden
Dämpfer
eingebaut. Diese arbeiteten auf mechanische Weise und waren bei jedem
Lager, dort aber nur bei einer
Feder verbaut worden. Das reichte um eine
optimal arbeitende
Federung
zu erhalten. Auch von dieser Seite konnte also
ohne Probleme mit 100 km/h gefahren werden.
Diese Achslagerführungen fanden ihren Platz in den Federn und sie erlaubten es der Achse, sich nur in einer Richtung zu bewegen.
Diese Führungen waren sehr genau gefertigt worden und
daher wirkten sie nicht als
Dämpfer und wurden daher mit
Öl geschmiert. Die so aufgebauten Drehgestelle mussten unter dem Kasten eingebaut werden. Dabei kam eine leicht veränderte Abstützung zur Anwendung. Das war mitunter eine Folge der veränderten Drehge-stellrahmen, denn der Kasten stützte sich bekanntlich auf diesen ab.
Daher dürfen wir diesen Teil nicht auslassen
und zu den
Antrieben
kommen wir anschliessend, denn die-se konnten
theoretisch bei allen
Achsen eingebaut werden. Am Kasten wurde ein als Wiegebalken bezeichneter Querträger eingebaut. Dieser wurde bei den Num-mern 761, 701 und 726 unter dem Rahmen des Drehgestells durchgeführt. Das führte dazu, dass dieser Träger gelöst werden musste, wenn das Drehgestell ausgebaut werden musste.
Abgefedert wurde der
Drehgestellrahmen gegenüber dem Wiegebalken mit den bewährten
Blattfedern.
Die hier auftretenden Stösse konnten auch von dieser
Feder aufgenommen
werden.
Dank dieser
Sekundärfeder und deren Einbau, war der Kasten genau genommen nicht
abgestützt worden. Vielmehr hing dieser mit Hilfe des Wiegebalkens an den
Drehgestellen. Neben der geringen Bauhöhe konnte der Fussboden abgesenkt
werden. Zudem wurden die Fahrgeräusche des
Laufwerkes nicht in den Raum
für die Fahrgäste übertragen. Die
Triebwagen sollten daher sehr ruhig
werden, was geschätzt wurde.
Dank der hier verbaute
Rahmen konnte auf die glei-che Weise abgefedert werden, jedoch erfolgte das
seitlich weiter aussen und so konnte der Ausgleich der
Achslasten im
Drehgestell verbessert werden. Zwar erlaubte der Wiegebalken eine Führung der Drehgestelle. Diese waren jedoch nicht dazu vorge-sehen. Doch im die Führung der Drehgestelle anzu-sehen, müssen wir uns den Antrieben und der damit verbundenen Übertragung der Zugkräfte zuwenden.
Diese konnten nicht über den Wiegebalken
über-tragen werden, da so dessen Funktion nicht mehr gewährleistet werden
konnte. Doch zuerst die Frage, wie wurde das Fahrzeug angetrieben? Anhand der Bezeichnung Ce 2/4 können wir erken-nen, dass nicht alle Achsen mit einem Antrieb versehen wurden.
Wenn wir nun aber die
Achsfolge dazu nehmen, wird
bereits einiges klarer. Bei allen fünf
Triebwagen wurde die Achsfolge mit
2’ Bo’ angegeben. Damit erkennen wir, dass nur bei einem
Drehgestell
Antriebe
vorhanden waren. Genau genommen war das das die Nummer zwei. Eine
Folge das Ausgleichs der
Achslasten.
Damit haben
wir ein
Laufdrehgestell
erhalten und müssen uns dessen Führung zuerst
ansehen. Diese war sehr einfach, auch wenn sie nicht über den Wiegebalken
erfolgte. Mittig war am Kasten ein
Drehzapfen
eingebaut worden, der von
oben in den
Drehgestellrahmen griff. Dort erfolgte die
Lagerung so, dass
sich das
Drehgestell frei drehen und auch auf beide Seiten kippen konnte.
Eine Lösung, die nicht neu war.
Durch die Lücke bei der Auslieferung konnten bei den später
ausgelieferten Modellen die Erfahrungen mit den ersten
Triebwagen
einfliessen. Warum das so war, erfahren wir später, wenn wir uns die
Umbauten ansehen. Doch nun zu den
Antrieben. Für den Antrieb der Triebwagen mit den Nummern 691, 701 und 726 kam eine Lösung zur Anwendung, die schon lange verwendet wurde. Dabei wurde hier ein Tatzlagerantrieb verbaut.
Bei diesem
Antrieb lagerte der
Fahrmotor
einerseits
auf der
Achse und andererseits mit beweglichen Silentblöcken am Rahmen.
Dazu wurden Tatzen-lager benötigt, die letztlich dem auch als Tramantrieb
bekannten Antrieb den Namen gaben.
Das im
Fahrmotor erzeugte
Drehmoment wurde von einem Ritzel auf ein
Zahnrad
übertragen. Dieses
Getriebe
war schräg verzahnt und hatte die Aufgabe die
Drehzahlen des Motors auf jene der
Räder anzupassen. Das erfolgte mit
einer
Übersetzung die mit
1 :
4.533 angegeben wurde. Sowohl das Getriebe,
als auch der Motor waren daher gegenüber der
Triebachse nicht abgefedert
worden, was die ungefederte Masse erhöhte.
Um die
Abnützung des
Getriebes
zu verringern, musste dieses geschmiert werden.
Dazu wurde es zum Schutz in einem Gehäuse eingebaut. Unten am Gehäuse war
dann noch eine
Ölwanne
vorhanden. In dieser lagerte das
Schmiermittel
Öl.
Dabei lief das
Zahnrad durch dieses Öl und nahm dieses auf. Dadurch wurde
das Mittel auf das Ritzel übertragen. Durch die Fliehkraft wurde das Öl
jedoch an die Wände geschleudert und lief wieder in die Wanne.
So konnten auch die Kosten für die
einzelnen Fahrzeuge gemildert werden, was natürlich dem Besteller gefiel.
Noch wusste man nicht, dass es damit Pro-bleme geben sollte. Gerade der für diese Höchstgeschwindigkeit nicht optimal geeignete Tatzlagerantrieb führte dazu, dass die Triebwagen mit den Nummern 692 und 706 mit einem anderen Antrieb versehen wurden.
Es kam daher ein Meyfarth – Sécheron –
Federtopfantrieb
zum Einbau. Bei diesem waren sowohl der
Fahrmotor, als
auch das
Getriebe
fest im
Drehge-stellrahmen eingebaut worden und galten
daher als gefederte Masse. Auch das Getriebe wurde leicht verändert. Zwar blieben der Aufbau und die Schmierung identisch. Geändert wurde lediglich die Übersetzung. Diese wurden bei diesen beiden Fahrzeugen mit 1 : 3.50 angegeben.
Das hatte zur
Folge, dass die
Räder bei gleicher Drehzahl des
Fahrmotors schneller
drehten. Das wirkte sich auf das Fahrzeug so aus, dass die
Höchstgeschwindigkeit auf 110 km/h gesteigert werden konnte.
Um die
Federung der
Achse auszugleichen waren zwischen der Achse und dem
Getriebe
Federtöpfe eingebaut worden. Gegenüber den
Federtopfantrieb der
Baureihe
Be 6/8 konnte die Baugrösse verringert werden, und die Bauteile waren
nicht im
Rad eingebaut worden. Die ungefederte Masse konnte so deutlich
verringert werden, wenn auch nicht so sehr, wie bei der Reihe
CLe 2/4 der
Staatsbahnen.
Diese wiederum wurde
über die Achslagerführ-ungen auf den
Drehgestellrahmen und von dort über
den
Drehzapfen
auf den Kasten übertragen. Vom Fahrzeug nicht benötigte
Zugkraft wandelte sich in Beschleunigung um. Bei den Nummern 692 und 706 war der Angriff der Zugkraft deutlich tiefer. Das war eine Folge des Aufbaus des Drehgestellrahmens. Dank dem tief liegenden Punkt war eine sehr gute Ausnützung der Adhäsion möglich.
Bessere Werte
sollten nur noch mit der
Tiefzugvor-richtung erreicht werden. Diese wurde
hier jedoch wegen den
Zugkräften nicht benötigt und zudem war sie beim Bau
noch nicht entwickelt worden. Trotz der geringen Leistung konnte es bei den leichten Fahrzeugen passieren, dass die Adhäsion nicht ausreichte um das Drehmoment in Zugkraft umzuwandeln.
Als Ursache war ein schlechter Zustand der
Schie-nen bekannt. Damit dieser
verbessert werden konn-te, musste die
Haftreibung
mit
Sandstreueinrichtungen verbessert werden. Eine Lösung, die bereits seit
vielen Jahren angewendet wurde und die gute Ergebnisse brachte.
Diese
Sander
wirkten mit
Druckluft
unterstützt auf die jeweils erste
Achse des
Fahrzeuges. So konnte der
Quarzsand optimal vor die
Räder verbracht
werden. Wer nun aber aufmerksam war, erkannte, dass die
Sandstreueinrichtungen nicht nur vor die
Triebräder wirkten. Befanden
sich diese in der Fahrrichtung hinten, wurde der Sand vor die
Laufachse
gestreut. Das war zwar für den
Antrieb nicht optimal, war aber bei den
Bremsen wichtig.
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