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Fahrgasteinrichtungen |
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Die Fahrgasteinrichtung des Triebwagens erfolgte grundsätzlich schon in der Führerkabine, oder war der Führerstand Bestandteil der Fahrgasteinrichtung? So klar war hier die Trennung gar nicht, denn in dem Bereich, den wir beim mechanischen Teil grossartig als Führerstand bezeichnet haben, war eigentlich nur elektrische Ausrüstung vorhanden. Der Lokführer fand dort keinen Platz mehr. So gesehen, gab es also gar keinen Führerstand. Der Lokführer fand seinen Sitzplatz in der Mitte des Fahrzeuges im Bereich der Plattform wieder. Wer den Zug bestieg und geradeaus lief, lief dem Lokführer buchstäblich in die Arme. In diesem offenen Führerstand sollte der Lokführer die Ausweise der zusteigenden Reisenden kontrollieren oder aber neue Fahrscheine verkaufen. Nebeneffekt war aber, dass die Leute auf der Fahrt den Lokführer regelrecht belagerten, weil sie die Optik des Lokführers erhaschen wollten. Damit die Leute trotzdem ungehindert ins Abteil gelangen konnten, musste der Bereich hinter dem Einstieg ebenfalls zu diesem Bereich zugeschlagen werden. Es entstand so eine vergrösserte Plattform, die so zum Mehrzweckabteil wurde. So waren in diesem Bereich acht Sitzplätze in Form von Klappsitzen vorhanden. Freilich wurde der Sitz des Lokführers nicht dazu gerechnet. Ob sich die Leute im hinteren Führerstand daran gehalten haben, mag bezweifelt werden. Dieses Mehrzweckabteil war mehr für stehende Reisende gedacht. Die Fahrten zwischen ein oder zwei Stationen konnten gut stehend bewältigt werden. Damit sich die stehenden Leute auf der Fahrt festhalten konnten, wurde in diesem Bereich Haltestangen, wie es sie in Strassenbahnen gab, montiert. So gesehen, konnte man sich wirklich auch in einem Tramzug fühlen. Jede Plattform bot so 25 Stehplätze an. Wobei es dann wohl um den Lokführer bedrohlich eng wurde. Nach der vorderen Plattform mit Mehrzweckabteil folgte dann das erste Abteil mit Sitzplätzen. Dabei wurde der Bereich durch die WC-Kabine eingeengt. Diese WC-Kabine bot nicht viel Platz an. Darin waren aber eine WC-Schüssel der Marke freier Schienenblick und ein Waschbecken vorhanden. Der geschlossene Raum wurde von der Plattform her betreten und am Tag durch das weisse Fenster mit trübem Licht erhellt. Es entstand so sicherlich kein einladender Ort. Die Plattform war zudem der Grund, warum das weisse Fenster nicht ganz bei der Türe zu liegen kam, denn weisse Fenster an einem Eisenbahnfahrzeug markierten immer den Bereich mit dem WC. Dort konnten die Fenster auch nie auf normale Weise geöffnet werden. So war das obere Segment des Fensters mit einer Klappe versehen, die nach innen geklappt werden konnte. Damit gelangte an diesen speziellen Ort, trotz dem geschlossenen Fenster, etwas frische Luft. Wenn wir nun das erste Abteil des Zuges betreten, können wir das von der Plattform aus mit Hilfe einer Türe tun. Diese Türe war nötig, weil hier eine Trennwand, die gleichzeitig zur Stabilisierung der Seitenwände genutzt wurde, vorhanden war. Dank der Türe konnte das Abteil auch von der Plattform abgetrennt werden. Das war nützlich, wenn die Stimmung im Abteil etwas hoch ging und der Lokführer in Ruhe seine Arbeit verrichten wollte. Wenn wir den Fahrgastraum betreten, erkennen wir auf der rechten Seite eine Sitzreihe, die vier Personen eine Sitzgelegenheit bot. Statt den gewohnten Holzbänken kamen hier gepolsterte mit Leder bezogene Sitze zum Einbau. Damit entstand in der dritten Wagenklasse plötzlich der Komfort der zweiten Wagenklasse. Die Triebwagen wirkten so sehr modern und sehr komfortabel, denn erstmals konnte man auf gepolsterten Sitzen platz nehmen. Über der Sitzbank war ein längs verlaufender Gepäckträger vorhanden. Diese Anordnung kannte man bisher in der dritten Wagenklasse auch nicht, denn hier kamen immer quer montierte Gepäckträger zur Anwendung. Damit entstand wegen den fehlenden Einbauten ein offenes und sehr übersichtliches Abteil. Da die Stütze des Gestells für die durchgehenden Leute fehlte, waren über den Sitzbänken Handgriffe montiert worden. Das Fenster dieser Sitzreihe konnte wie alle anderen Fenster der Fahrgasträume geöffnet werden. Sie waren dazu als Senkfenster ausgeführt worden. Wollte man das Fenster öffnen, musste man es an den Handgriffen nach unten ziehen. Damit konnte das Fenster aber nur bis zur Hälfte geöffnet werden. Der Grund dafür lag bei der Sicherheit, denn so konnten ungeschickte Reisende nicht aus dem Fenster fallen. Die Führungen des Fensters klemmten aber meistens so gut, dass man das Fenster mit Glück einen Spalt öffnen konnte. Auf der linken Seite war die WC-Kabine vorhanden, die den Platz hier deutlich einschränkte. Die so entstanden Wände der WC-Kabine wurden mit Bildern aus der Region etwas aufgelockert. So wirkte die schlichte Wand mit ihrer hellgrauen Farbe nicht so bedrohlich. Kleiderhaken oder Gepäckablagen wurden jedoch an der Wand nicht montiert. So blieb diese Wand grundsätzlich ungenutzt. Um trotzdem noch ein paar Sitzplätze zu ermöglichen, montierte man hier eine Sitzbank. Die in Längsrichtung eingebaute Sitzbank nutzte dabei den Platz, den die WC-Kabine nicht ausnutzte. Die Anordnung in dieser Richtung wirkte etwas ungewohnt, da diese Anordnung relativ neu war. Sie ermöglichte aber den dort sitzenden Leuten einen guten Blick aus dem Fenster auf der gegenüberliegenden Seite des Ganges. Auf dieser Sitzbank fanden bis zu drei Reisende einen Sitzplatz. Mit der Sitzbank daneben ein Bereich für Gruppen bis zu sieben Personen. Wenn wir in diesem Abteil weiter gehen, kommen wir zu zwei identisch aufgebauten Sitzreihen. Diese hatten auf der rechten Seite eine Sitzreihe mit vier Sitzplätzen erhalten. Die andere Seite, also jene Seite, die bisher mit dem WC eingeengt wurde, war jedoch eine Sitzreihe für sechs Reisende vorhanden. Dadurch ergaben sich in jeder vollwertigen Sitzreihe zehn Sitzplätze. Von einem grosszügigen Platzangebot kann daher nicht gesprochen werden. Der Sitzteiler, also der Abstand der Sitze, war mit 1‘500 mm nicht grösser, als das bei den bisherigen Triebwagen der BLS vorhanden war. Somit war die Bestuhlung recht eng ausgefallen. Diese Lösung konnte man wählen, da man damit möglichst viele Sitzplätze anbieten konnte. Die Bestuhlung in dieser Weise wurde bei der BLS-Gruppe erst mit den Einheitswagen aufgegeben. So gesehen, war deshalb nur die Polsterung als Steigerung des Komforts zu werten. Da dieses Abteil nach den drei Sitzreihen wieder mit einer Trennwand abgeschlossen wurde, ergab sich ein Abteil, das mit 27 Reisenden besetzt werden konnte. Diese Sitzplätze standen den rauchenden Reisenden zur Verfügung. Dazu standen die notwendigen Aschenbecher zur Verfügung. Diese Aschenbecher wurden an den Tischchen, die unter dem Fenster montiert wurden, zusammen mit dem Abfallkübel, angebracht. Wenn es eng wurde, standen die Leute jedoch auch im Gang des Abteils. Das führte bei den Halten immer wieder zu Problemen. Die Leute auf den Sitzplätzen drängten sich dann zum Ausgang. Da sie aus Angst, der Tramzug könnte wieder losfahren, dabei recht unzimperlich vorgingen, versteht sich von selber. Die Halte waren aber meistens etwas länger, so dass die Panik grundlos war und die Leute rechtzeitig aus dem Zug kamen. Treten wir nun durch die Türe, die in dieser Trennwand vorhanden war. So gelangen wir in das Abteil für die Nichtraucher unter den Fahrgästen. Dabei wurden hier die gleichen Sitzbänke, Tischchen und Gepäckträger montiert. Einzig die Aschenbecher fehlten nun. Daher konnte eigentlich nur an den Aschenbechern erkannt werden, in welcher Art Abteil man sich befand. Da hier kein WC vorhanden war, fanden auf den drei Sitzreihen 30 Personen einen Sitzplatz. Nach einer letzten Trennwand mit Türe gelangen wir auf die zweite Plattform, die genau gleich gestaltet wurde, wie auf der anderen Seite der Abteile. Damit hatte der Zug insgesamt 65 Sitzplätze und 50 Stehplätze erhalten. Sie erkennen deutlich an der grossen Anzahl Stehplätze, dass die Triebwagen für den Betrieb als Tramzüge geplant waren. Lange Fahrten sollten in den Abteilen erfolgen, wer nur auf kurzen Strecken reiste, sollte daher stehen. Aber mit 115 Fahrgästen, war der Zug sehr gut gefüllt. Zur Heizung der Fahrgasträume und des Führerstandes mit der Plattform stand eine einfache Heizung mit Heizkörpern zur Verfügung. Unter jeder Sitzbank montierte man daher einen Heizkörper. Damit die Leute sich daran nicht verbrennen konnten, war eine Abdeckung darüber angebracht worden. So besass dieser Triebwagen eine übliche Heizung. Hier lag der Triebwagen bei der Gestaltung wesentlich hinter den CLe 2/4 der schweizerischen Bundesbahnen SBB. Deutlich zu erkennen war das, wenn die Heizsaison begann. Bei den Zügen der schweizerischen Bundesbahnen SBB kam dann einfach warme Luft in die Abteile. Bei den Ce 2/4 wurde jedoch der im Sommer auf den Widerständen abgelagerte Staub verbrannt. Das erfolgte jedoch immer wieder mit der entsprechenden Duftnote. Eine Belästigung für die Reisenden, die nicht so recht zu einem modernen Fahrzeug passen sollten, aber im Gegensatz zu den Zügen der SBB noch einmal ein paar Tonnen Gewicht einsparte. Zur Regelung der Wärme, war zumindest ein Thermostat vorhanden. Damit waren im Winter die Abteile nicht zu kalt oder zu heiss, sondern sie wurden wohlig warm. Es sei denn, ein Scherzkeks drehte am Schalter beim Verlassen des Wagens. Die Abteile wurden dann immer wärmer und wärmer. Zumindest so lange, bis jemand den Thermostat wieder etwas zurück regelte. Die Leute machten sich so das Leben meistens selber wieder schwer. Die Böden der einzelnen Abteile waren mit einem harten Kunststoffboden belegt worden. Damit gab es hier eigentlich auch keine Steigerung des Komforts mehr, denn diese Art der Bodenbeläge kannte man schon von den früheren Wagen. Sie vereinfachten die Reinigung, wirkten aber schnell verschmutzt. Besonders in Zeiten wo es nass war, waren die Abteile schnell schmutzig. Da keine Feuchtigkeit absorbiert wurde, war es zudem noch glitschig. Damit hätten wir die wichtigsten Punkte der Fahrgasteinrichtung kennen gelernt. Wenn man diese Triebwagen mit den zur gleichen Zeit gebauten Zügen der schweizerischen Bundesbahnen SBB vergleicht, erkennt man deutlich, dass die BLS auch im Bereich des Komforts mehr auf den Nahverkehr mit kurzen Strecken, als auf den Ausflugsverkehr gesetzt hatte. Daher überraschte es eigentlich nicht, dass zum Beispiel die Warmluftheizung fehlte.
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