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Besonderer Streckenaufbau |
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Bisher haben wir Strecken angesehen, die so aufgebaut wurden, dass sie von
allen Zügen ohne Beschränkungen befahren werden können. Die Anlagen in der
Schweiz besitzen jedoch Strecken, die schlicht nicht nach diesen
Bedingungen gebaut werden konnten. Anlagen die Beschränkungen haben, oder
bei denen nicht überall die gleiche Geschwindigkeit gilt. Es ist ein
besonderer Streckenaufbau und diesen müssen wir ansehen.
Die
haben wegen ihrer Besonderheit den Weg in dieses Kapitel gefunden. Ich
werde diese natürlich nicht werten und auch keine Hinweise geben, die
gegen die Anlagen sprechen würden, sie sind wirk-lich ganz speziell. Anfangen werde ich mit dem Beispiel, wo auf den beiden Geleisen der Strecke nicht die gleichen Be-dingungen für die Geschwindigkeit gelten. Bei den Strassen können wir diese durchaus auch finden. Jedoch
sind sie auch dort selten und in dem Fall sind die Fahrspuren getrennt
worden. Genau das ist nun auch bei unseren Vertreter der Fall, denn es ist
die Axenstrecke zwischen den
Bahnhöfen Brunnen und
Flüelen.
Die Axenstrecke:
Mit der Axenstrecke haben wir ein gutes Beispiel, wie das mit der
unterschiedlichen Streckengeschwindigkeit gelöst wurde. Diese Linie ist so
speziell, dass selbst Profis etwas an der Streckengeschwindigkeit zu nagen
haben. Nur mit einem nicht vorgesehenen Trick lässt sich die Verwirrung
lösen. Doch zuerst soll verwirrt werden. Ein Blick in die Bücher der
Geschichte ist dazu erforderlich.
Die
Bahnlinie
dem Urnersee entlang wird zwischen Brunnen und Flüelen Axenstrecke
genannt. Dieser Teil gehört zur 1882 eröffneten
Gotthardbahn.
Da diese anfänglich nur mit einem
Gleis versehen
wurde, folgte dieses dem See entlang. Mit dem Ausbau auf Doppelspur schuf
man sich ein Problem, denn dieses zweite Gleis verläuft nicht exakt
entlang des ersten Gleises und kann daher schneller befahren werden.
Wobei Punkte erwähnt werden, die wir später noch kennen lernen werden, sie
sollen uns jedoch nicht verwirren. Aber die Strecke hätte überall als
Muster herhalten können und wird noch öfters erwähnt werden. Der ältere Teil der Strecke am Axen entlang, nennt man Seegleis. Das ist einfach zu erkennen, denn das Gleis führt dem See entlang und weisst viele Brük-ken und Tunnel auf.
Die
1882 eröffnete Strecke besitzt enge
Kurven und daher
relativ geringe Geschwindigkeiten. Dadurch sinkt die
Streckengeschwindigkeit auf 90 km/h. So-weit ist die Strecke noch einfach
und wir können von einer einfachen normalspurigen Strecke spre-chen. Mit dem Ausbau auf zwei Geleise, änderte sich alles. Das zweite tiefer im Berg verlegte Gleis wird dabei Berggleis genannt.
Die
Bezeichnung ist auch hier klar, denn man befindet sich in längeren
Tunneln und somit im Berg. Die
Streckengeschwindigkeit liegt hier mit 125 km/h wesentlich höher.
Schliesslich konnte man die Tunnel im Berg innen bauen und daher gerade.
Jedes
Gleis hat damit
andere Streckengeschwindigkeiten, was nicht erlaubt wäre.
Jetzt betrachten wir diese Strecke ganz einfach als zwei einspurige
Strecken, die parallel verlaufen. Sie werden in den
Bahnhöfen
Brunnen, Sisikon und Flüelen miteinander verbunden. Damit war das Problem
eigentlich gelöst, hätte man diese Strecke nicht modernisiert, dabei den
Wechselbetrieb eingeführt und den Bahnhof Sisikon aufgehoben. Jetzt wurde
die Situation selbst für Profis zur grossen Knacknuss.
Mit
der Bezeichnung Berg- und Seegleis wurden die erlaubten Werte auch im
Fahrplan
benannt. So konnte das Problem ent-schärft werden und erst in den jüngsten
Jahren fand sich eine Lösung, die sich mit den unterschiedlich schnellen
Geleisen
be-fasste. Heute wird die Axenstrecke mit ETCS Level 2 befahren. In diesem neuen System können für jeden Abschnitt andere Geschwindig-keiten vorgesehen werden.
Wenn sich der Zug nun auf dem Seegleis bewegt, sind diese An-gaben
ersichtlich. Auf dem Berggleich logischerweise diese. Die bisher
erforderliche Unterteilung ist damit aber weggefallen. Die Axenstrecke ist
zwar immer noch speziell, aber längst nicht mehr so sehr. Die Durchmesserlinie: Kommen wir nun zur Durchmesserlinie. Diese wurde in Zürich und somit im Mittelland gebaut. Dabei ist bei der Strecke das Problem bei den Steigungen zu finden.
Diese besitzen zum Teil Werte, die man sonst nur bei Berg-strecken
vorfinden kann. Es lohnt sich daher wenn wir dies auch etwas genauer
ansehen, denn auch wenn man es nicht erwarten könnte, sind hier
Beschränkungen vorhanden.
Die
Durchmesserlinie beginnt im Bereich des
Bahnhofes
Zürich Altstetten. Dort erfolgt der Wechsel vom im Fernverkehr üblichen
Rechtsverkehr im Limmattal auf die übliche Seite. Dazu musste eine
Brücke über das
Gleisfeld
des
Vorbahnhofes
gebaut werden. Um deren Höhe zu erreichen und um auf einer kurzen Distanz
wieder auf das Niveau des Bahnhofes Zürich HB zu kommen, mussten starke
und daher nicht übliche Neigungen verwendet werden.
Damit waren die Probleme bei der Durchmesserlinie immer noch nicht gelöst,
denn sie sollte weiter bis nach Oerlikon führen und das war durchaus nicht
so leicht möglich, wie man meinen könnte, denn es wurde eng. Nach dem Bahnhof Zürich HB erfolgt ein weiteres Gefälle, damit die Linie unter jener der S-Bahn nach Stadelhofen durch geführt werden konnte. An-schliessend muss aber die Rampe zum Bahnhof Oerlikon gebaut werden.
Diese weisst erneut starke Neigungen auf, denn es musste ein grosser
Unterschied bei der Höhe bewäl-tigt werden. Es entstand so eine nicht nach
den üblichen Normen gebaute Strecke. Wegen den Neigungen auf dieser Strecke darf die Durchmesserlinie nicht von allen Zügen befahren werden. Güterzüge mit den grossen Lasten würden diese Werte nicht im normalen Rahmen schaffen.
Damit es damit keine Problem gibt, wurde die Durchmesserlinie für diese
Art von Zügen gesperrt. Es dürfen nur
Lokomotiven
und
Reisezüge
verkehren. Das macht diese Strecke so speziell, dass sie hier erwähnt
werden musste.
Es
gibt auch andere Strecken, die Beschränkungen für
Güterzüge
aufweisen. Diese beziehen sich jedoch immer nur auf die Beladung derselben
und verbieten sie nicht grundsätzlich. Ein Beispiel ist die Linie beim
Flughafen, denn dort darf nicht jedes
Gefahrgut
befördert werden. Wichtig ist das aber nur, wenn Züge nicht auf dem
normalen Weg verkehren können und sie auf eine andere Strecke geleitet
werden müssen.
Jedoch müssen wir auch diese ansehen. Umleit-ungen kennen Sie auch auf der
Strasse und auch dort kann es bei diesen zu Problemen kommen. Ein LKW
passt dann nicht durch die enge Gasse. So lange die Umleitungen geplant werden können ist diese kein Problem. In dem Fall wird einfach der anderer Weg benutzt und die Welt ist in Ordnung. Jedoch kann das nicht immer so gemacht werden.
Bei
einem kurzfristigen Ereignis muss ein anderer Weg benutzt werden und das
stellt höhere Anforde-rungen an die nun befahrenen Strecken. Die Schweiz
kennt dabei zwei Möglichkeiten einen Zug auf andere Linien zu leiten.
In
einfachen Fällen erfolgt das ohne Information an das Personal. Der Zug
legt den anderen Weg ein und fährt weiter, als sei es ganz normal. In
diesem Fall sind die geplante Strecke und die Umleitungsstrecke nach den
gleichen Normen aufgebaut worden. Es kann daher keine Probleme mit zu
hohen Wagen, oder zu schweren Fahrzeugen kommen. Als Beispiel kann hier
die Strecke zwischen Aarau und Olten genommen werden.
Bei
anderen Strecken muss der Lokführer die Umleitung jedoch quittieren. Das
ist bei sehr vielen grösseren Umleitungen der Fall und da kann es sein,
dass mit dem Personal der neue Weg nicht zwingend befahren werden darf.
Als Beispiel nehmen wir hier eine Umleitungsstrecke, die aus mehreren
einzelnen Abschnitten besteht und daher vom Personal die Zustimmung
eingeholt werden muss. Die
Bahnhöfe
heissen Basel und Hendschiken.
In dem Fall wird bei kurzfristigen Lösungen nach den Regeln mit der Quittierung gefahren.
Der
Grund ist, dass nicht alle Lok-führer diese Strecken befahren dürfen. Mit
der Quittierung ist die Verant-wortung beim Personal und beim Zug. Der dritte Fall lässt eigentlich gar kei-ne kurzfristigen Lösungen zu. In dem Fall muss für den Zug ein gänzlich anderer Fahrplan erstellt werden. Das ist dann oft über einen längeren Zeitraum vorgesehen. Diese Arten bei den Umleitungen sind selten und im-mer mehr wird diese in den Hinter-grund gedrängt.
Denn es sind immer mehr klar de-finierte Umleitungsstrecken vorhan-den,
die auch in den Vorschriften aufgeführt werden müssen.
Sie
sehen, eine Umleitung eines Zuges ist nicht so leicht. Bei den meisten
Anlagen kann diese erfolgen und dabei muss das Personal nicht zwingend die
Strecke kennen. In dem Fall kann dieses Bedingungen stellen, die
eingehalten werden müssen. Ausnahmen davon sind Strecken, wo das nicht
erlaubt ist und dazu gehört zum Beispiel die
Seethalbahn.
Welche Abschnitte davon betroffen sind, werden auch in den Vorschriften
erwähnt.
Die Versuchsstrecke:
Die letzte Strecke mit speziellem Aufbau ist die Versuchsstrecke.
Grundsätzlich kann jede
Bahnlinie zu
einer solchen ernannt werden. Der Grund ist, dass es eigentlich ganz
normale Strecken sind, die aber zusätzlich noch für Versuche genutzt
werden. Das können
Weichenstrassen
oder Neigungen sein. Entlang dieser Strecken sind dann spezielle Hinweise
für die Fahrten vorhanden.
Ein
Erbauer in China kann nicht wissen, welcher Abschnitt für bestimmte
Bedingungen geeignet ist. Mit der Erwähnung von Versuchsstrecken kann er
aber die erforderlichen Fahr-ten ausführen. Die Benutzung von Versuchsstrecken ist nicht immer leicht. Der auf diesen in der Regel durchgeführte Betrieb sollte nicht behindert werden. Das führte dazu, dass immer weniger normale Strecken für Versuche frei gegeben wer-den.
Ein
Beispiel soll das aufzeigen und dazu gehe ich in der Ge-schichte etwas
zurück ins Jahr 1902 und zur Idee, dass in Zukunft die Züge mit
hochgespanntem
Wechselstrom
fahren könnten. Die Firma, die diese Technik einführen wollte, musste diese jedoch erproben. Das musste auf normalen Strecken erfol-gen und in diesem Zusammenhang gelangte man an die Gotthardbahn.
Dort wollte man die neue Technik zwischen Erstfeld und Flüelen erproben.
Die damals noch private
Gotthardbahn
musste das Ersuchen jedoch ablehnen, da der Verkehr auf dieser Strecke
diese Versuche schlicht nicht zulassen würde.
So
wurden diese Versuche auf die Nebenlinie zwischen Seebach und Wettingen
verlegt. Dort wurde der Verkehr nicht so sehr behindert. Das Beispiel
zeigt gut, wie hinderlich der normale Verkehr sein kann, wenn man auf der
Suche nach einer für Versuche geeigneten Strecke ist. Daher begannen sich
die Hersteller neue Ideen einfallen zu lassen. Gerade in dem Fall, wenn
Systeme grundlegend getestet werden müssen.
Es
sind spezielle in einem
Kreis
aufgebaut
Bahnlinien
und dort kann ein Zug ohne Behinderung seine Run-den mit unterschiedlichen
Geschwindigkeiten befah-ren. Wenn es zu einer Störung kommt, wird der
nor-male Verkehr jedoch nicht behindert. Aufgebaut werden diese Versuchsringe, wie eine Modellbahn. Dabei werden neben den Strecken auch gleich die Hallen der Hersteller aufgestellt. Man kann den Versuchsring als eigene Bahn bezeichnen. Trotzdem
ist er nicht viel mehr, als eine Versuchs-strecke, denn die Strecke dient
keinem anderen Nutzen, denn wer will schon tagelang im
Kreis
fahren? Der Lokführer der Versuche und jener bei speziellen
U-Bahnen.
Wer
in der Schweiz auf die Suche nach einem Ver-suchsring gehen will, kann
gleich zu Hause bleiben. Er wird ihn nicht finden. Bekannt ist jedoch
jener in Velim und somit in der tschechischen Republik. Er ist auch für
hohe Geschwindigkeiten geeignet und daher bei den Herstellern sehr
beliebt. Auch Fahrzeuge, die in der Schweiz gebaut wurden, kamen schon auf
dieser speziellen Versuchstrecke in den Einsatz.
Damit können wir den Aufbau der Strecken abschliessen. Keine andere
Strecke ist anders aufgebaut, als die, die hier erwähnt wurden. Klar, es
gibt viele Sachen, die noch nicht erwähnt wurden, aber die hatten
eigentlich nur einen Zweck, denn man wollte mehr
Leistung.
Sie können sich merken, eine Strecke ist und bleibt immer eine
Verbindung
zwischen zwei
Bahnhöfen. Sie
können sich nicht vereinigen, denn das erfolgt nur in Bahnhöfen.
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