|
Neben- und Hilfsbetriebe |
|||
| Navigation durch das Thema | |||
|
Kommen wir zu den
Nebenbetrieben.
Bei einem
Triebwagen
musste diesem Bereich mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Wegen den
Beiwagen konnte man nicht auf eine angepasste Lösung setzen. Für die
Spannung
der Nebenbetriebe müssen wir wieder zum
Transformator
zurückkehren. In dessen
Wicklung
war eine weitere
Anzapfung
vorhanden. Diese besass eine Spannung von 1000
Volt
Wechselstrom
und sie wurde direkt genutzt.
Wegen der geringen
Leistung
dieser
Triebwagen
konnte auch hier kein zu hoher
Strom
fliessen. Der maximale Wert wurde mit einer
Schmelzsicherung
überwacht. Wegen der
Dachsicherung
ging das nicht mit
Relais. Es muss jedoch erwähnt werden, dass für den Einbau der normalen Zugsheizung der Beiwagen verantwortlich war. Zwar hätte, man diesen an den Triebwagen anpassen können, aber das wollte die BLS-Gruppe nicht.
Der
Grund war, dass so der nicht immer mitgeführte Beiwagen mit einem anderen
Triebfahrzeug
vorgeheizt werden konnte. Der Anhängewagen war dann warm, wenn er am Abend
dem
Triebwagen
mitgegeben wurde. Nach der Begrenzung des verfügbaren Stromes teilte sich die Leitung. So wurde sie in die Fahrgasträume geführt. Dort floss der Strom schliesslich durch die konventionellen Heizkörper.
Diese waren wiederum unter den Sitzbänken montiert worden und deren Abgabe
von Wärme erfolgte mit einem an der Wand montierten Regler. Es war daher
eine konventionelle
Heizung
bei diesen fünf
Triebwagen
vorhanden und das war auch eine Einsparung.
Die
Leichttriebwagen der Schweizerischen Bundesbahnen SBB hatten eine
Heiz-ung
erhalten, die mit einer
Lüftung
arbeitete. Das war jedoch mehr eine Folge davon, dass diese Fahrzeuge auch
im
Ausflugsverkehr eingesetzt werden sollten und da galten andere
Massstäbe. Die Fahrzeuge der
BLS-Gruppe
waren für den normalen
Regionalverkehr
und daher genügte es, wenn man die Abteile notdürftig mit den
Widerständen
heizte.
Die
Rückleitung der
Spannung
von den
Widerständen
erfolgte über den Kasten. Das war jedoch bei den
Zugsheizungen
üblich und damit wir diese auch als solche bezeichnen können, kommt die
zweite Leitung. Diese wurde durch das Fahrzeug geführt und endete
schliesslich bei den beiden
Stossbalken.
Um andere Fahrzeuge anzuschliessen, war unter dem rechten
Puffer
eine
Heizsteckdose
üblicher
Bauart
montiert worden.
Auch wenn wir längst noch nicht alles kennen gelernt haben. Schliesslich wollen Sie wissen, was ein paar Kilogramm beim Heizkabel bewirkten. Bei den Triebwagen mit den Nummern 691, 701 und 726 konnte ein Gewicht von 34.7 Tonnen erreicht werden. Das galt natürlich für das leere Fahrzeug.
Bei
den später gebauten Modellen mit den Nummern 692 und 706 konnte dieses
Gewicht nicht gehalten werden. Sie hatten eine Tara von 37.5 Tonnen. Wenn
wir das mit einem modernen
Reisezugwagen
vergleichen, dann muss erwähnt werden, dass der Wagen heute schwerer ist. Sie glauben mir die Aussage nicht? Nehmen wir den Einheitswagen IV, der an die Schweizerischen Bundebahnen SBB, aber auch an die BLS-Gruppe geliefert wurde. Das Leergewicht dieses normalen Wagen betrug 43 Tonnen.
Somit im besten Fall immer noch fünf Tonnen schwerer. Die Leichttriebwagen
der
BLS-Gruppe
machten also dem Namen alle Ehre. Ein Wert der jedoch auf Kosten der
Leistung
und der Ausrüstung ging.
Damit können wir zu den
Hilfsbetrieben
wechseln. Im Gegensatz zu den vorher vorgestellten
Nebenbetrieben
diente dieser Teil dem
Triebfahrzeug
als solches, war jedoch nicht direkt mit den
Antrieb
verbunden. Spannend dabei ist, dass diesen Hilfsbetrieben mehr
Aufmerksamkeit geschenkt wurde, als anderen Bereichen dieses Fahrzeuges
und das begann bereits im
Transformator,
wo die passende
Spannung
abgenommen wurde.
Bei
den
Hilfsbetrieben
gab es an der
Spule
keine
Anzapfung.
Hier wurde im
Transformator
eine eigene
Wicklung
eingebaut. Diese erlaubte die galvanische Trennung des Bereiches. Zudem
konnte dank der eigenen Wicklung die
Spannung
von 220
Volt
Wechselstrom
sehr genau eingehalten werden. Sowohl die Trennung, als auch die Spannung
waren dafür verantwortlich und wir werden gleich erfahren, warum das so
war.
Mit
dem Schalter konnten die
Hilfsbetriebe
von der
Spule
getrennt werden. Die Leitung wurde nun zu seitlich am Fahrzeug vorhandenen
Steckdosen zugeführt. Dort konnte der
Depotstrom
angeschlossen und zur Versorg-ung genutzt werden. Wie wichtig dieser Depotstrom war, haben wir eigent-lich schon erfahren. Fehlte die Druckluft, konnte der Triebwagen nicht eingeschaltet werden. Mit dem Depot-strom war das jedoch kein Problem. Jetzt konnte
ganz normal der
Kompressor
zur Erzeug-ung der
Druckluft
genutzt werden. Dabei war dieser im Gegensatz zu den anderen
Hilfsbetrieben
mit sehr viel Aufwand angeschlossen worden und wir sollten genauer
hinsehen.
Eine
eigene
Sicherung
schützte den Motor des
Kompressors.
Geschaltet wurde dieser jedoch mit einem
Schütz.
Die Ansteuerung dieses
Kompressorschützes
erfolgte entweder direkt durch das
Lokomotivpersonal,
oder über die Steuerung. Dazu war noch ein
Druckschwankungsschalter
eingebaut worden. Der
Luftdruck
betrug daher immer zwischen sechs und acht
bar
und war daher deshalb für den Betrieb ausreichend hoch.
Auf
Grund der Erfahrungen mit den anderen
Baureihen,
wissen wir, dass der grösste Verbraucher bei den
Hilfsbetrieben
die
Kühlung
war. Dabei mussten auch hier die
Fahrmotoren
und der
Transformator
gekühlt werden. Von den
Bremswiderständen
wissen wir, dass dazu der Fahrtwind genutzt wurde. Das war indirekt auch
beim Transformator so und daher lohnt es sich, wenn wir dessen Kühlung
ansehen, auch wenn sie nicht Teil der Hilfsbetriebe war.
Um
die Wärme optimal von den
Wicklungen
abzuführen und um die
Isolation
derselben zu verbessern, wurde der
Transformator
in einem Gehäuse eingebaut. Dieses wurde anschliessend mit einem
Kühlmittel,
das sehr oft als
Transformatoröl
bezeichnet wurde, gefüllt. Im Betrieb wurde das
Öl
bei den Wicklungen erwärmt und durch die geringere Dichte davon abgeführt.
Die aufgenommene Wärme wurde dabei mitgeführt.
Am
Metall des Gehäuses kühlte das
Transformatoröl
schliesslich wieder ab und konnte erneut den
Wicklungen
zugeführt werden. Die hier wirksamen thermischen Effekte reichten bei der
installierten
Leistung
aus. Es wurde daher keine
Ölpumpe
benötigt und die
Kühlung
des Gehäuses erfolgte, wie bei den
Bremswiderständen
mit dem Fahrtwind. Wir haben daher eine von den
Hilfsbetrieben
unabhängige Kühlung erhalten.
Es
war also eine
Eigenventilation
vorhanden, die aber nicht ausreichend bemessen war. Daher musste hier eine
zusätzliche
Lüftung
eingebaut werden und dazu diente ein
Ventilator. Dieser Ventilator bezog im Dachbereich die Kühlluft. Dabei strömte diese von der Seite in das Fahrzeug und wurde durch den Lüfter beschleunigt. Die nun unter einem leichten Überdruck stehende Luft wurde durch Kanäle im Bereich der Plattform zu den Fahrmotoren geführt und dort an den Wicklungen vorbei ins Freie entlassen.
Es
war also eine normale
Ventilation
vorhanden. Jedoch reichte deren
Leistung
nicht und daher war noch das Flügelrad vorhanden. Um in den Bahnhöfen die Lärmbelästigung für die Fahr-gäste und das Personal zu vermindern, konnte die Ventilation ausgeschaltet werden.
Dieser Schalter sollte aber nur im Stillstand benutzt werden, da die
Eigenventilation
nicht ausreichend war. Zudem ganz optimal war die Lösung nicht und es
stellt sich daher auch die Frage, warum man nicht auf eine vollwertige
Fremdventilation
setzte und so eine gute Lösung nutzte.
Sie
ahnen es vermutlich, denn die
Ventilatoren
hatten ein recht hohes Gewicht. Durch die Ergänzung mit dem Flügelrad
konnte die
Leistung
gemindert werden. So konnte Gewicht gespart, aber auch der Verbrauch beim
Strom
verringert werden. Keine optimale Lösung, die aber auch zum ausgesprochen
geringen Gewicht beitragen sollte. Doch damit sind wir noch nicht am Ende,
denn die
Hilfsbetriebe
wurden auch noch anders genutzt.
Dazu
gehörten die im
Triebwagen
verteilten Steck-dosen für 220
Volt.
Da mit 16 2/3
Hertz
eine ab-weichende
Frequenz
bestand, konnten keine üb-lichen Geräte aus dem Haushalt angeschlossen
wer-den. Jedoch gingen einfache Lampen problemlos. Weitere Nutzer fanden sich in den beiden Führer-ständen. Dazu gehörten in erster Linie die Heiz-ungen.
Zwar
wurde der Raum und die
Plattformen
mit der
Zugsheizung
erwärmt, jedoch gab es noch zusätz-liche
Heizungen.
Schon behandelt haben wir jene der
Frontfenster
und daher fehlt uns noch eine Heizung. Diese wurde als Pedalheizung
bezeichnet und dabei wurde das
Pedal
der
Sicherheitssteuerung
erwärmt. Die Heizung war so gut, dass Schuhe schmelzen konnten.
Wenn
wir in den
Führerständen
sind, dann ist noch ein Punkt, der hier behandelt werden muss. So war in
jedem
Führerraum
ein
Instrument
für die
Spannung
in der
Fahrleitung
vorhanden. Versorgt wurde dieses von den
Hilfsbetrieben.
So wurde eigentlich deren Spannung angezeigt. Mit einer passenden Skala,
war es jene der Fahrleitung. Möglich war das, weil im
Transformator
eine feste
Übersetzung
vorhanden war.
Die
Lösung war in der Schweiz viele Jahre üblich und sie hatte den Nachteil,
dass eine defekte
Sicherung
zu den
Hilfsbetrieben
auch die
Fahrleitungsspannung
auf null setzte. Jedoch konnte so auch verhindert werden, dass die hohen
Werte in den
Führerstand
gelangten. Dies war auch der Grund, warum für die Hilfsbetriebe eine
galvanische Trennung vorhanden war. Getrennt von den Hilfsbetrieben war
auch die Steuerung.
Wir
werden gleich anschliessend erfahren, dass die Steuerung mit einem eigenen
Bordnetz
ab
Batterien
versorgt wurde. Um diese immer bereit halten zu können, musste sie auch
dem Fahrzeug geladen werden. Dazu war an den
Hilfsbetrieben
die entsprechende
Umformergruppe
angeschlossen worden. Dieser
Umformer
nahm wegen der
Dachsicherung
seine Arbeit in dem Moment auf, wenn der
Stromabnehmer
den
Fahrdraht
berührte und dort
Spannung
vorhanden war.
|
|||
| Letzte |
Navigation durch das Thema |
Nächste | |
| Home | SBB - Lokomotiven | BLS - Lokomotiven | Kontakt |
|
Copyright 2024 by Bruno Lämmli Lupfig: Alle Rechte vorbehalten |
|||