|
Betriebseinsatz Dampf |
|||||||||||
| Navigation durch das Thema | |||||||||||
|
Kommen wir nun zum Betriebseinsatz der Brünigbahn, dann beginne
ich diesen mit der Eröffnung und somit noch vor den
Staatsbahne.
Möchten Sie aber den Betrieb mit den elektrischen Modellen ansehen, dann
können Sie diese Seite überspringen und diesen Teil lesen. Damit würden
Sie aber verpassen, wie es zur staatlichen Brünigbahn kam und auch die
Schweizerischen Bundesbahnen SBB setzten auf die Dampftraktion.
Somit handelte es sich beidseitig nur um verhältnismässig kurze
Abschnitte. Jedoch war der Beginn bei einem Ende eines Sees damals nicht
so selten. Hier war das die Alp-nacher Bucht des Vierwaldstättersee und
der Brienzersee. Dazwischen befand sich die Bergstrecke, die der Bahn den Namen geben sollte, denn sie bewältigte den Brünigpass. Um die Kosten während dem Bau zu senken, wurde die Zahnstange jedoch nicht in den Bahnhöfen verlegt.
Auch ein kurzer flacher Abschnitt auf Obwaldner Seite wurde ohne
Zahnstange
befahren. Grössere Kunstbauten, wie
Tunnel
oder
Brücken
fehlten, denn die Bahn nutzte das Gelände optimal aus. Die mit dem Betrieb betraute Jura – Bern – Luzern Bahn JBL beschaffte auch das für die Strecke benötigte Roll-material.
Neben einigen
Güterwagen,
handelte es sich um Fahrzeuge für den
Personenverkehr.
Bereits bei der Eröffnung war klar zu erkennen, dass es sich bei der
Brünigbahn um eine touristisch genutzte Einrichtung handelte. die beiden
befahrenen Regionen war landwirtschaftlich geprägt und ergaben kaum
Güterverkehr.
Zu diesem
Rollmaterial gehörten die sechs mit den Nummern 301 bis 306
versehenen
Lokomotiven G 3. Sie sollten auf den flachen Abschnitten
eingesetzt werden und wurden daher auf beiden Seiten der
Bergstrecke
stationiert. Allenfalls notwendige Wechsel für den Unterhalt in Meiringen
erfolgten über die Bergstrecke. Wobei in dem Fall eine der dort
eingesetzten Maschinen helfen musste, denn die spätere Reihe G 3/3 konnte
die
Zahnstange nicht nutzen.
Die grössere Anzahl von acht Maschinen war nötig, weil die
Züge auf der
Bergstrecke oft mit mehr als einer
Loko-motive bespannt werden
mussten. Jedoch war gerade die Fahrt über den Pass das Problem. Da die Lokomotiven einen nach vorne geneigten Kessel erhalten hatten, konnten sie nur auf einer Seite an den Zug gespannt werden. Das führte dazu, dass auf dem Pass die Lokomotiven zur Talfahrt abgedreht werden mussten.
Für den Betrieb hatte das natürlich negative Auswirk-ungen. Jedoch
sollte das Problem mit den Maschinen mit
Kessel nicht gelöst werden. Der
Grund lag bei der
Feuer-büchse, die immer mit Wasser bedeckt sein musste.
Das war auch der Grund für die bei
Lokomotiven mit Adhäsionsantrieb
ungewöhnliche Bauweise. Noch war man am Anfang von diesen Maschinen, denn
die Brünigbahn war eine der ersten Bahnen in der Schweiz, die mit Hilfe
der
Zahnstange einen Pass überquerte. Diesen Umstand musste man mit einem
aufwendigen Betrieb und mit einer
Drehscheibe im
Bahnhof
Brünig-Hasliberg
bezahlen. Wobei damals auch noch gemütlich gefahren wurde.
Nur knapp ein Jahr später konnte die Strecke im nördlichen Bereich
verlängert werden. Damit konnten die Züge bereits ab dem
Bahnhof Luzern
verkehren. Die kurze Verzögerung war wegen der Streckenführung im Bereich
des Gebietes Acheregg. Hier konnte die Brünigbahn nur in einem 1 186 Meter
langen
Tunnel gebaut werden. Es sollte der längste Tunnel der Strecke
bleiben und er forderte die
Baureihe G 3 mit den Zügen.
So fand man
den grössten Teil der
Lokomotiven auf dieser Seite des Passes und es war
klar, es musste mehr
Zugkraft her. Noch konnte man sich aber neue
Lokomotiven schlicht nicht leisten, denn die Kassen waren leer. Bei den durchgehend geführten Zügen wurde in Giswil die Lokomotive gewechselt. Je nach Gewicht mussten mehre-re Maschinen der Reihe HG 2 vor den Zug gespannt wer-den.
Nach der Fahrt auf den Brünigpass war dann diese
Be-spannung wieder vorbei. Für die Talfahrt musste die
Lokomotive abgedreht
werden. Ein grosser Aufwand, der oft mit einem Wechsel der Maschinen
gelöst wurde. So-fern eine vorhanden war.
In Meiringen übernahm bei der
Spitzkehre wieder eine Tallokomotive. Diese
fuhr dann noch das kurze Stück bis man Brienz. Dabei sollte Meiringen zum
Mittelpunkt der Strecke werden. Hier baute man ein grösseres
Depot, das
auch in der Lage sein sollte, kleinere
Revisionen vorzunehmen. Bei
grösseren Arbeiten musste die Maschine schlich abtransportiert werden. Mit
dem Anschluss in Luzern war das dort ohne grosse Probleme möglich.
Fertig gebaut war die Brünigbahn indes immer noch nicht. Für die
Verlängerung entlang des Brienzersees bis nach Interlaken fehlte schlicht
das Geld. Die nun vorhandenen Einnahmen reichten für die Deckung der
Betriebskosten. Sollte etwas Geld übrig bleiben, musste der Bestand beim
Rollmaterial erweitert werden, denn die
Lokomotiven waren ausgesprochen
knapp bemessen worden. Doch auch so sollte es nicht gut ausgehen.
Zudem erfolgte nun
die nötige Erweiterung es Be-standes. Bei der
Baureihe G 3 hatte das zur
Folge, dass diese nun die Nummern 901 bis 910 bekommen hatten. Der Bestand
war somit auf zehn Einheiten vergrössert worden.
Bei den Berglokomotiven HG 2 wurde ebenfalls eine Erweiterung vorgenommen.
Die nun vorhandenen 13
Lokomotiven bekamen die Nummern 951 bis 963. So
konnte der Betrieb etwas stabiler geführt werden. Das grosse Problem mit
dem knappen Bestand war gelöst worden. Da die beiden Modelle nur gerade
drei Jahre auf dem Buckel hatten, erübrigte sich die Entwicklung einer
neuen
Baureihe. Das war bei vielen Bahnen durchaus üblich.
Der geplante Ausbau der Strecke bis nach dem touristisch wichtigen
Interlaken kam jedoch nicht mehr zu Stande. Die neue Direktion im fernen
Lausanne hatte andere Projekte und daher kein Geld für die Linie entlang
dem Brienzersee. Schliesslich verkehrten auf dem See moderne Salondampfer.
Wer von Luzern nach Interlaken reiste, überlegte sich, ob der Weg durch
das Entlebuch nicht sinnvoller war, die Brünigbahn kam nicht in Schwung.
Eine Einnahmequelle erhoffte man sich von der Kriens-Luzern-Bahn KLB.
Diese konnte wegen der Bebauung nicht auf einem eigenen Trasse in den
Bahnhof Luzern geführt werden. Daher kam die Frage nach der Nutzung des
Abschnittes. Der Abschnitt von Luzern bis in die Rösslimatt wurde daher
mit vier
Schienen versehen. So verkehrten zwei
Bahngesellschaf auf
einem Trasse, dass das nicht immer ohne Probleme war, versteht sich.
So kam es, dass
Güterwagen von dieser mächtigen
Gesell-schaft auf der Brünigbahn verkehrten. Das erwähnte man auch, obwohl
man mit den Zügen nichts zu tun hatte, denn das war KLB. Auf der eigentlichen Brünigbahn entwickelte sich der Güterverkehr nur in einem bescheidenen Rahmen. Die Strecke führte durch ländliche Gebiete und dort konnten keine Güter gewonnen werden.
Ab und zu reisten die Bauern an
den Markt in den grös-seren Orten. Eigentlich war das nur die Glaserei in
Her-giswil, die einen bescheidenen Verkehr erzeugte. Im Ber-ner Oberland war
schlicht Ebbe, denn dazu fehlte die
Verbindung zur
Normalspur.
Bei der
Bergstrecke über den Brünig war es noch schlimmer, da fehlte auf
einigen Abschnitten sogar der regionale
Personenverkehr. Wenn die Bahn
genutzt wurde, dann nur um den Weg ins Berner Oberland zu unternehmen.
Doch damit sich dieser entwickeln konnte, musste man nach Interlaken
fahren. Das konnte man nicht und die Preise waren für einen grossen Teil
der Bevölkerung schlicht nicht bezahlbar, es war teuer.
Anfragen diesbezüglich in Lausanne blieben entweder unbeantwortet, oder
waren ablehnend. Der Bahn fehlte das notwenige Geld, denn dieses sollte in
den Bau des Simplontunnels gesteckt werden. Damit dort genug vorhanden
war, wurde der Verkehr vernachlässigt. Das Nachsehen hatte man bei der
Brünigbahn, die immer noch nicht so richtig in Schwung kommen sollte. Er
fehlte einfach der Verkehr auf der Strecke.
Als
Mitgift war da noch die kleine Brünigbahn vorhanden. Es sollte die einzige
schmalspurige Strecke und die einzige mit
Zahnrad im Besitz der
Staatsbahnen befindlichen Bahn sein. Jetzt sollte es endlich vorwärts
gehen. Jedoch waren auch die Staatsbahnen in den ersten Mo-naten damit beschäftigt, das Chaos zu beseitigen. Als man sich endlich der Brünigbahn zuwandte war klar, dass es erst einmal an die Lokomotiven gehen musste.
Die Modelle der ersten Stunde waren zu einem grossen Teil für die Probleme
verantwortlich. Zu schwach, oder zu langsam unterwegs. Gerade auf den
flachen Abschnit-ten sollten die Geschwindigkeiten erhöht werden. Bevor jedoch die erhofften neuen Lokomotiven für die Brünigbahn kamen. Ging es mit der Umbezeichnung los. Diesmal wurde wirklich alles umgestellt.
Die bisherige G 3 sollte ab 1902 als G 3/3 geführt werden und
die Nummern wurden zu 101 bis 110. Bei den Berglokomotiven entstand nun
die
Baureihe HG 2/2 und die Nummern änderten zu 1001 bis 1013. Der Wunsch
der neuen Strecke blieb ein Märchen aus 1001 Nacht.
Neue
Lokomotiven mit einer führenden
Laufachse für die Strecken in den
Tälern und eine
Triebachse mehr für die
Bergstrecke. So konnten
schnellere, aber auch längere Züge geführt werden. In Bern verstand man
die Anliegen der Brünigbahn wieder etwas besser. Die Bahn verband nu die
touristischen Zentralen in Luzern und Interlaken. Wobei die Stadt zwischen
den Seen nur über diesen erreicht werden konnte.
Insbesondere auch durch die Tatsache bedingt, dass die Zahnstange auch in den Bahnhöfen verbaut wurde. So konnte etwas Zeit gewonnen werden.
Mit den
neuen
Lokomotive wollte man ohne Abdrehen fahren können. Daher wurde bei
der Industrie die HG 3/3 in Auftrag gegeben. In den Tälern sorgte die Lokomotive G 3/4 für ein höheres Tempo. Das war ohne grosse Ausbauten möglich. Punkte, die dazu genutzt wurden, um die Reisezüge auf der Strek-ke zu beschleunigen.
Noch waren die Auswirkungen
auf die bestehenden Maschinen nicht absehbar, denn dazu mussten zuerst
ausreichend viele neue Modelle verfügbar sein. Die neuen Maschinen der SBB
kamen und den alten
Lokomotiven erging es schlecht.
Die verbliebenen Maschinen wurden jedoch in
den
Ran-gierdienst abgedrängt. Diesen gab es auch bei der Brünigbahn und er
fand in Luzern und Meiringen statt. Oft genug wurden die alten Maschinen
jedoch abgestellt und hofften auf eine Zukunft. Schlimmer traf es die Berglokomotiven der Baureihe HG 2/2. Diese musste abgedreht werden und daher konnte sie kaum verwendet werden.
Das führte
dazu, dass bis 1912 sämtliche Maschinen verschwunden waren. Einige konnten
verkauft werden. Wo das nicht möglich war, folgte die
Ausrangierung und
anschliessend der Abbruch. Die neue HG 3/3 hatte die
Bergstrecke für sich
in Anspruch genommen und das sollte so bleiben.
Die noch fehlende Strecke dem Brienzersee entlang bis nach Interlaken Ost
sollte aus einem anderen Grund doch noch gebaut werden. Im Berner Oberland
sollten neue grosse Staumauern gebaut werden. Diese benötigten viel Beton.
Vor Ort gemischt kein Problem, wenn der Zement angeliefert wurde. Die
benötigten Mengen kamen jedoch in speziellen
Güterwagen und ein Umlad auf
das Schiff und dann wieder auf den Zug war Blödsinn.
Statt neuen Zementwagen für die
Brünigbahn, beschafften die Schweizerischen Bundesbahnen SBB neue niedrige
Wa-gen. Diese
Rollschemmel waren so aufgebaut worden, dass normalspurigen
Güterwagen verladen werden konn-ten. Die schweren Wagen mussten jedoch ausreichend ge-bremst werden. Daher wurde die Brünigbahn doch noch mit der Westinghousebremse versehen. So konnten die Züge von der Lokomotive aus gebremst werden.
Die vorhandenen
Dampflokomotiven wurden daher mit der erforderlichen
Luftpumpe und den
Bauteilen der
Bremse versehen. Der Verkehr auf der
Bergstrecke konnte
damit nicht viel vereinfacht werden, aber in den Tälern ging das. Mit den neuen Lokomotiven konnte der Verkehr auf der längeren Strecke bewältigt werden. Das war möglich, weil noch mit der Ausrangierung der alten Maschinen der Reihe G 3/3 gewartet wurde.
Diese konnten nun auch für
den endlich anstehenden
Güterverkehr genutzt werden. Zwar war klar, dieser
war zeitlich beschränkt, aber auf der Strecke im Berner Oberland gab es
schwere
Güterzüge und diese sollten auch auf der Seite Giswil kommen.
Um 1920 wurde auch auf dem nördlichen Abschnitt der Betrieb mit
Rollschemmel aufgenommen. Diese konnten zuerst bis Hergiswil und wenig
später bis Giswil eingesetzt werden. Das Problem war der bestehende
Tunnel, denn dieser musste erweitert werden, denn nur so passten die
verladenen normalspurigen Wagen durch. Auf der Strecke nach Interlaken Ost
wurde das natürlich bereits beim Bau der Tunnel vorgenommen.
Dort hatte man
beschlossen den elektrischen Betrieb auf-zunehmen. Begonnen werden sollte
zuerst mit den
Haupt-strecken. Dazu gehörte die Brünigbahn jedoch nicht.
Daher musste man nach einer anderen Lösung für das Problem suchen. Ein glücklicher Zufall war, dass die Rhätische Bahn RhB mit der Elektrifizierung schon weit vorangekommen war. So hatte man Dampflokomotiven vorrätig und unter diesen fanden sich die nahezu baugleichen G 3/4.
So konnte der Bestand erweitert werden und es mussten
keine neuen Maschinen her. Im Jahre 1924
kauften die
Staatsbahnen daher vier
Lokomotiven von der Rhätischen
Bahn RhB und richtete sie für die Brünigbahn her.
Die Herrichtung umfasste den Ausbau der
Vakuumbremse und der Einbau der
benötigten
Westinghousebremse. Wie schon vor einigen Jahren erfolgt, kam
auch hier ein
Überhitzer zum Einbau. So konnten die
Kohlen etwas besser
ausgenutzt werden. Die
Anhängelast auf Steigungen bis 18 ‰ konnte so auf
135 Tonnen erhöht werden. Die verbliebenen G 3/3 fanden nur noch im
Rangierdienst in Luzern Arbeit. Dazu reichte eine Maschine.
An diesem Bestand änderte sich nichts mehr, bis der elektrische Betrieb
auch auf der Brünigbahn aufgenommen werden konnte. Dieser veränderte die
Strecke erneut und daher beenden wir nun auch den Betriebseinsatz des
Dampfbetriebes. Die Zukunft der noch vorhandenen Maschinen war klar von
den verfügbaren elektrischen Modellen abhängig und so müssen Sie dort
nachlesen, was mit den Dampflokomotiven passieren sollte.
|
|||||||||||
| Letzte |
Navigation durch das Thema |
Nächste | |||||||||
| Home | SBB - Lokomotiven | BLS - Lokomotiven | Kontakt | ||||||||
|
Copyright 2025 by Bruno Lämmli Lupfig: Alle Rechte vorbehalten |
|||||||||||