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Betriebseinsatz Elektrotraktion |
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Als es endlich um die Elektrifizierung der Brünigbahn ging, war
der Bestand bei dem
Dampfmaschinen
schon vereinfacht worden. Die Hauptlast trugen die
Baureihen
G 3/4 und HG 3/3. Bis auf ein Exemplar waren die alten Serien
verschwunden. Diese war in Luzern noch als
Rangierlokomotive
im Einsatz. Die Umstellung kam nicht wegen dem Zustand, sondern war ein
Teil des Programms zur Elektrifizierung der Bahnen in der Schweiz.
Nach wenigen Monaten erfolgte dann die Umzeich-nung auf Feh 4/6.
Die bekannte Bezeichnung er-folgte erst, als die
Gepäckwagen
neu mit D, statt mit dem F versehen wurden. Für unseren Betriebs-einsatz
ist das jedoch von geringer Bedeutung. Auch wenn man sich das leicht vorstellt, die Um-stellung brachte einigen Ärger mit. Das betraf ne-ben der Angewöhnung des Personals auch die neuen Kupplungen. Diese mussten an den Wagen umgebaut werden und das ging nicht von heute auf morgen. Wir hatten daher Fahrzeuge mit unterschiedlichen Kupplungen.
Zumindest bei der
Heizung
war es einfach, denn was die passende
Kupplung
hatte, konnte auch ge-heizt werden.
Damit die Züge doch noch formiert werden konnten, nutze man eine
Lösung dieser
+GF+-Kupplung.
Diese war so aufgebaut worden, dass auch
Zugstangen
eingehängt werden konnten. Diese gingen auch bei den alten
Puffern
und so wurde immer wieder zur Kupplungsstange gegriffen. Mit der
zunehmenden Anzahl von umgebauten Fahrzeugen erfolgte dann eine
Beruhigung. Jedoch zog sich das über mehrere Jahren hinweg.
Die Hauptlast lag bei den neuen
Triebwagen.
Wegen den grossen Problemen mit den Rohstoffen und den Kosten dafür, waren
die Triebwagen sehr knapp bemessen worden. Es kann jedoch angenommen
werden, dass eine Erweiterung je nach Verkehr geplant war. Jedoch kam
dieser erst dann, als man auch die Flotte der
Normalspur
dringend erneuern musste. Dort sollte endlich mit 125 km/h gefahren
werden. Die Brünigbahn hatte das Nachsehen.
Nur für den schweren Unterhalt mussten die
Triebwagen
auf
Rollschemmel
verladen den Weg nach Zürich in die dortige Werkstätte unternehmen. Dazu
wurde sogar ein speziell hergerichteter Rollschemmel verwendet. Trotz-dem
blieb der Aufwand gross. Zur endgültigen Ablösung der Dampfmaschinen kam es je-doch nicht. Gerade die Reihe G 3/4 konnte sich noch gut halten. Die Berglokomotive hatte immer noch den Auf-trag. Dabei verschwanden sie direkt vor dem Zug.
Mit
Vorspanndiensten konnte aber immer noch Arbeit auf der
Bergstrecke
gefunden werden. Lediglich die noch verbliebene Maschine der Reihe G 3/3
wurde von den
Triebwagen
abgelöst und danach abgebrochen.
Die ersten Jahre ergaben kaum Veränderungen. In Europa wütete
immer noch der zweite Weltkrieg und daher rei-sten die Leute noch nicht
durch das Land. Der Bahn über den Brünigpass blieben so nur noch die Leute
der Region und die Armee. Für die neue Betriebsform war das jedoch gar
nicht so schlecht, denn man konnte sich in Ruhe an die neuen Fahrzeuge
gewöhnen und dabei starteten die
Triebwagen
durchaus erfolgreich.
Nach dem Krieg setzte der
Ausflugsverkehr
wieder ein. Die vor wenigen Jahren auf den elektrischen Betrieb
umgestellte Brünigbahn wurde immer öfters genutzt. So reisten die Leute
entweder über den Pass ins Berner Oberland, oder aber es ging in die Berge
zur Wanderung. Bei diesen war der
Bahnhof
von Brünig-Hasliberg immer wieder die Anlaufstelle für den Beginn, aber
auch für die Rückfahrt am Abend, wenn es nach Hause ging.
Man
durfte den Unterhalt nicht vernachlässigen. Doch da-mit stellt sich die
Frage, wo denn die
Triebwagen
benötigt wurden. Anhand eines durchgehenden Zuges von Inter-laken Ost nach
Luzern sehen wir das an.
Wegen den geringen Steigungen konnten diese Züge mit einem
Triebwagen
bespannt werden. Das änderte sich jedoch, wenn in Meiringen die
Spitzkehre
vorgenommen wurde. Um den schweren Zug über den Brünig zu befördern,
wurden bis zu drei Triebwagen vor den Zug gespannt. Nach der
Bergstrecke
reichte dann wieder ein Modell für den Zug aus. Damit waren die meisten
Dienste zwischen Meiringen und Giswil angesetzt worden.
Bei so einer Auslastung konnte man noch nicht auf die
Dampflokomotiven verzichten. Diese verkehrten immer noch vor leichten
Reisezügen
und übernahmen immer wieder den
Rangierdienst
in den
Bahnhöfen
Luzern und Meiringen. Auch in Interlaken Ost musste rangiert werden. Es
waren Arbeiten, die mit den als
Lokomotive
eingesetzten
Triebwagen
nicht übernommen werden konnte. Aber auch so war der
Fahrplan
kaum einzuhalten.
Die Schweizerischen Bundesbahnen SBB benötigten dringend neue
Triebfahrzeuge.
Insbesondere auf der
Bergstrecke
musste eine sehr hohe
Zugkraft
her. Konnte mit einer
Lokomotive
gefahren werden, sparte man auf den Abschnitt gut zwei bis drei
Triebwagen
ein. Die konnten andere Aufgaben übernehmen und bei der Brünigbahn die
letzten Dampflokomotiven ablösen. Es begann die Zeit mit der Ausmerzung
der
Dampfmaschinen.
Diese konnte man durchaus als
Prototypen
ansehen. Für den Verzicht auf die Serie sorgten letztlich auch diese
bei-den
Lokomotiven.
Doch noch mussten sie gebaut werden. Die
Triebwagen
blieben daher immer noch sehr stark aus-gelastet.
Mit grosser
Spannung
wurde in Meiringen die neue
Loko-motive
erwartet. Die Daten liessen bereits erkennen, dass sie auf der
Bergstrecke
eingesetzt werden sollte. Für die flachen Abschnitte war sie kaum
ver-wendbar. Einzig die immer noch vorhandenen
Güterzüge
konnten bespannt werden. Auch wenn nicht mehr grosse Mauern gebaut wurden,
es gab immer wieder Material, das zu den
Kraftwerken
geführt werden musste.
Die beiden HGe 4/4 konnten die Züge über die
Bergstrecke
bespannen. Das sorgte für eine Entlastung bei den
Triebwagen.
Diese wurden nun in elf
Dienstplänen
geführt, die neu auch den
Rangierdienst
in Meiringen umfassten. Da nun auch der planbare Unterhalt in die
Jahreszeiten mit einem schwachen Verkehr gelegt wurden, war der Bestand
optimal angestimmt worden und die
Lokomotiven
funktionierten gut, zumindest am Anfang.
Wenn wir uns das grosse Problem der
Lokomotiven
ansehen wollen, dann ist dieses bei den
Antrieben
zu suchen. Die starre
Kupplung
der
Triebachsen
und
Zahnräder
konnte nicht gut kommen. Schon nach wenigen Monaten kam daher die erste
HGe 4/4 in die Werkstätte in Meiringen. Die Abklärungen ergaben, dass die
Getriebe
schwer beschädigt waren. Bei einer noch nicht so alten Lokomotive konnte
das nur ein Problem sein.
Bei den als Muster verwendeten
Lokomotiven
funk-tionierte das recht gut. Warum bei der HGe 4/4 das Problem so schlimm
war, musste abgeklärt werden. Anstehen lassen konnte man das Problem
jedoch nicht. Bei den Lokomotiven der Brünigbahn wurde eine Zahnstange der Bauart Riggenbach verwendet. Die-se führte das Zahnrad enger, als das bei der Lösung nach Roman Abt der Fall war. Durch diese starre Führung mussten die Räder über die Schienen rutschen und das taten sie wegen der Achslast nicht so gut, wie es erwartet wurde.
Eine Verschlechterung der
Adhäsion
mit nassen
Schienen
würde eine Besserung bringen, jedoch auch die
Zugkraft
verringern. Hinzu kam, dass die Lokomotiven der Brünigbahn nahezu ausschliesslich auf der Bergstrecke verkehr-ten.
Fahrten auf den Talstrecken konnte man kaum durchführen. Die
langsame
Lokomotive
brachte auf der einspurigen Strecke der
Fahrplan
immer wieder durcheinander. Es musste eine andere Lösung her und dabei
wurden die Interwalle für die
Revision
R1
verringert. Mit anderen Worten, die Lokomotive musste öfter Reifen
wechseln.
Die Umständliche Reise in die
Hauptwerkstätte
Zürich wurde ab 1960 nicht mehr unternommen. Wegen den Problemen mit der
HGe 4/4 wurde das
Depot
in Meiringen mit mehr Kompetenzen versehen. Somit konnte man den schweren
Unterhalt im Berner Oberland ausführen. Eine Lösung, die man eigentlich
schon eher erwartet hätte. Die Aufwertung des Depots in den Status einer
Hauptwerkstätte erfolgte jedoch nicht.
Jedoch sollten nicht mehr alle abgebrochen werden. Aus den
Beständen blieb je ein Exemplar der
Baureihen
G 3/4 und HG 3/3 erhalten. Von den ersten Modellen gab es schon lange
keine mehr, daher nur diese zwei Maschinen. Nachdem der Bestand bereinigt worden war, können wir uns den Dienstplänen zuwenden. Diese waren ausgespro-chen stabil und in den folgenden Jahren gab es nur leichte Anpassungen.
Die beiden
Lokomotiven
blieben mit ihren Problemen auf der
Bergstrecke.
Das ergab natürlich kaum gefahrene Kilometer. Die guten
Triebwagen
verkehrten auf der gan-zen Strecke und erreichten dabei täglich 323
Kilometer, bei der kurzen Strecke gute Werte. Grössere Umbauten gab es jedoch nicht. Die Triebwagen verkehrten sehr zuverlässig und bei der Lokomotive hätte man schlicht ein neues Fahrwerk einbauen müssen.
Das konnte nicht so leicht erfolgen. Daher wurde auch hier kein
grosser Umbau vorgesehen. Die Fahrzeuge der Brünigbahn kamen nach der
Hauptrevision
wieder im gleichen Zustand in den Betrieb. Auch wenn es hier keine Kämpfe
gab, die Zeit arbeitete gegen die Fahrzeuge.
Als sich die Schweiz mit dem Konzept
Bahn+Bus 2000
eine modernisierte Bahn erschaffen wollte, war auch die Brünigbahn
betroffen. Dort sollten die bisherigen Züge durch einen verbesserten
Regionalverkehr
auf den beiden Talstrecken und durchgehenden
Schnellzügen
abgelöst werden. Mit den bestehenden Fahrzeugen konnte das nicht umgesetzt
werden. Daher sollte auf der Brünigbahn eine weitere
Lokomotive
kommen.
Das Problem sollte jedoch sein, dass ausgerechnet diese Schleife
den horrenden Kosten geopfert wurde. Zu um-fangreichen Ausbauten sollte es
daher bei der Brünigbahn nicht kommen. Freude hatten dabei nicht alle.
Die beiden
Prototypen
der neuen Reihe HGe 4/4 II wurden nach dem Eintreffen ersten Versuchen
unterzogen. Man wollte verhindern, dass es zu den gleichen Problemen kam,
wie bei den beiden älteren Maschinen. Jedoch war schnell klar, dass die
neuen Modelle gelungen waren und sie konnten deutlich höhere
Zugkräfte
aufbringen. Nur mit den beiden konnte der geplante Einsatz nicht gedeckt
werden. Es kam zur Serie bei den HGe 4/4 II
Bis diese in Betrieb genommen wurden, setzten man die beiden
Prototypen
ein. Sie besetzten nun die
Dienstpläne
der Reihe HGe 4/4. Das bei diesen vorhandene Problem wurde so im Jahre
1986 gelöst. Als Gnadenbrot übernahmen die verdrängten Modelle den
Güterverkehr
auf den Talstrecken. Dort konnte noch etwas Arbeit gefunden werden. Wie
lange das jedoch so bleiben sollte, wusste eigentlich niemand so genau.
Die Brünigbahn sollte rot werden. Auf den besonderen Status der
Bahnlinie
sollte zudem noch der Hinweis «Brünig» hinweisen. In Meiringen erwartete
man nun die bestellte Serie der neuen
Lokomotive.
Die Serie reduzierte die
Dienstpläne
bei den
Triebwagen.
Es waren nur noch acht Umläufe vorhanden. Das war jedoch nicht so
schlecht, denn die neuen
Triebzüge
für die Brünigbahn wurden gestrichen. Auf den Talstrecken sollten
Pendelzüge
eingesetzt wer-den. Dazu mussten jedoch die alten
Triebwagen umgebaut werden und diese Arbeiten sollten ihnen
die Zähne ziehen. Die
Bergstrecke
gehörte immer mehr den
Lokomotiven.
Dabei verwendete man die schon bei den neuen
Lokomo-tiven
verwendeten sechsstelligen Lösungen. Die
Triebwa-gen
De 4/4 sollen daher auch zur
Baureihe
De 110 werden. Selbst farbliche Akzente wurden zur leichten Erkennung
verwendet.
Mit den umgebauten
Triebwagen
sollten die
Regionalzüge
zwischen Interlaken Ost und Meiringen, sowie zwischen Luzern und Giswil
abgedeckt werden. Als Folge des Verkaufes von zwei Einheiten an die LSE,
verkehrten dort ähnliche
Pendelzüge.
Sie waren aber am farblichen Unterschied und den veränderten Anschriften
leicht zu erkennen. Doch gerade die Züge im Norden hatten ein Problem,
denn der schwere Unterhalt blieb in Meiringen.
Nur den
Triebwagen
hatte man die Zähne gezogen. Daher konnte die
Komposition
weiterhin über die
Bergstrecke
fahren. Wegen dem fehlenden
Zahnrad
beim Triebwagen, musste jedoch ein Modell mit diesem vorgespannt werden.
Das konnte eine
Lokomotive
der Reihe HGe 4/4 II, oder auch ein Triebwagen Deh 4/6 sein. Noch gab es
für diese ausreichend Arbeit und das trotz dem doch recht hohen Alter der
Fahrzeuge.
Bei den nun umgebauten Modellen der Reihe De 4/4 wurde dieses jedoch genutzt, denn in den Pen-delzügen wurden keine Gepäckwagen eingereiht.
Eine Nebensächlichkeit, die aber nicht unerwähnt bleiben durfte,
denn
Triebwagen
als
Lokomotiven
waren sehr selten. Im Jahre 1992 kam es dann zum ersten unnatür-lichen Abgang bei den Triebwagen. Der Deh 4/6 mit der Nummer 915 war in einen Unfall verwickelt. Die Schäden waren dabei so gross, dass sich eine Rep-aratur schlicht nicht mehr lohnte.
In der Folge wurde das beschädigte Fahrzeug aus-rangiert und
anschliessend abgebrochen. Die Anzahl der
Dienstpläne
verringerte sich auf sieben. Da neue
Triebzüge
immer noch fehlten, wurden die
Loko-motiven
benötigt. Auch die Baureihe Deh 4/6 sollte neue Nummern be-kommen. Sie wurden nun als Baureihe Deh 120 ge-führt.
Diese sinnlose Aktion nicht mehr mitmachen wollten die
Triebwagen
mit den Nummern 902 und 909. Sie wurden im Jahre 1994 als Folge der
Altersschwäche ausrangiert. 51 Jahre war jedoch für Triebwagen ein sehr
hohes Alter, auch wenn wir hier eigentlich eher eine
Lokomotive
haben und bei diesen gab es auch einen Abgang.
Bei der
Lokomotive
HGe 4/4 mit der Nummer 1991 wurde 1994 ebenfalls die lange erwartete
Ausrangierung
verfügt. Der Abbruch erfolgte im
Depot
Meiringen und die Teile, sofern sie nicht mehr benötigt wurden, dem
nächsten Schrotthändler verkauft, Es blieb von diesen missratenen
Maschinen noch eine übrig und die sollte erhalten werden. Man hatte sich
in die
Baureihe
mit den grossen Augen verliebt, auch wenn sie nie so richtig
funktionierte.
Die noch verbliebenen
Triebwagen
Deh 4/6 hatten jedoch kaum mehr Arbeit. Noch konnte man nicht auf sie
ver-zichten. Auch wenn Einsätze auf der
Bergstrecke
selten geworden waren. Als dort dann das Ende kam, wurde ein Deh 4/6 wegge-stellt. Wer schon eine wirklich missratene Lokomotive der Nachwelt erhalten will, der muss zwingend einen sehr erfolgreichen Triebwagen erhalten.
Die Brünigbahn hatte daher einige Fahrzeuge erhalten und sie
wurden in Luzern gedeckt abgestellt. Was genau damit passieren sollte,
wusste man nicht genau. Die Zeiten wa-ren anders und das merkte man
überall bei den Bahnen.
Die Schweizerischen Bundesbahnen SBB wurden durch
Umstrukturierungen arg gebeutelt. Neue Regelungen und die Aufteilung der
Firma in mehrere Bereiche waren die Folge. Nicht so richtig in dieses
Unternehmen passen sollte jedoch die kleine Brünigbahn. Eine Lösung musste
her und so kam es Ende 2004 dazu, dass die Bahn verkauft wurde und die
Brünigbahn zusammen mit der LSE zur neuen Zentralbahn verbunden wurde.
Hier endet die Geschichte der Brünigbahn als besonderer Betrieb
der
Staatsbahnen
und daher auch dieser Artikel. Die Zentralbahn modernisierte den Bestand
mit neuen
Triebzügen.
Diese werden nicht mehr behandelt werden. Die Zentralbahn war nun eine der
vielen schmalspurigen
Privatbahnen
in der Schweiz und daher nicht das Thema. Die Schweizerischen Bundesbahnen
SBB verkehrten daher ab 2005 nicht mehr auf
Schmalspur.
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