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HGe 4/4 II Nr. 101 961 bis 968 |
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Baujahr: |
1986/1989-90 |
Leistung: |
1 875 kW / 2 550 PS |
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Gewicht: |
63 – 64 t |
V. max.: |
100 km/h |
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Normallast: |
200 t / 120 t * |
Länge: |
14 800 mm |
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Güterzüge
auf Talstrecken 400 Tonnen. 120 Tonnen galten mit der
Zahnstange
Die Schweizerischen Bundesbahnen SBB wollten im Zusammenhang mit
dem Konzept
Bahn+Bus 2000
den Verkehr auf der Brünigbahn neu aufstellen. Dabei waren neben den
Regionalzügen
auch
Schnellzüge
vorgesehen, die über die ganze Strecke verkehrten. Mit den alten
Triebwagen
Deh 4/6 und den beiden
Lokomotiven
HGe 4/4 war das nicht umsetzbar.
Zumal die Lokomotiven nicht so optimal funktionierten, wie erhofft.
Da in jenen Jahren aber auch die Furka-Oberalp-Bahn ähn-liche
Lokomotiven
beschaffen wollte, kam es zu einer un-gewöhnlichen Zusammenarbeit. Dabei
sollte verhindert werden, dass es bei beiden Bahnen
Prototypen
gab.
In einer ersten Bestellung wurden fünf Maschinen in Auf-trag
gegeben. Dabei sollten davon zwei mit den Nummern 1951 und 1952 zur
Brünigbahn kommen. Die restlichen jedoch zur FO. Sollten sich die
Prototypen
bei den
Staatsbahnen
bewähren, wurde eine Serie beschafft, die angepasst werden sollte. Die so
vorhandenen beiden Exoten sollten dann jedoch an die FO abgegeben werden.
So hatten beide identische Maschinen im Bestand.
Als Lieferanten für die neuen
Lokomotiven
der Brünigbahn traten die bekannten Firmen SLM und BBC auf. Diese
Hauslieferanten für die
Staatsbahnen
waren mit den Besonderheiten der beiden Bahnen vertraut und das sollte
sich auszahlen. Dabei beginnen wir die Betrachtung mit dem von der
Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik SLM in Winterthur gebauten
mechanischen Teil und hier gab es erste Besonderheiten.
Wegen der Übergabe der beiden
Prototypen an die FO hatten diese Maschinen
Anschlüsse erhalten, die bei der Brünigbahn nicht mehr benötigt werden
sollten. So war die Anpassung nicht so gross. Wir lassen diese weg und
erwähnen hier nur, dass die beiden Prototypen etwas leichter waren als die
Serie, die genauer an die Normen der Brünigbahn angepasst werden konnten.
Technisch waren die Unterschiede jedoch gering.
Die Modelle für die Brünigbahn passte man einfach an. Das waren die
Abmessungen und die beiden im Kasten integrierten
Führerkabinen. So war
der gleiche Aufbau des selbsttragenden Kastens nicht zu erkennen. Das Markenzeichen dieser Bauweise umfasste eine weitere Reduktion beim Gewicht. So wurden bei den Seitenwänden dünnere Bleche verwendet.
Damit
die Festigkeit erhalten blieb, wurden gesickte Lösungen verwendet. Das war
von der Reihe Re 4/4 IV übernommen worden und das galt auch für den Aufbau
des Daches aus dem leichten Metall Aluminium. Trotzdem sollten die neuen
Lokomotiven ein recht hohes Gewicht bekommen. Bei den Führerständen wurde die Front verändert. Diese musste nicht für so hohe Geschwindigkeiten ausgelegt werden und daher konnte eine nahezu senkrechte Wand gestellt werden. Die Verteilung der Fenster erfolgte nicht auf die übliche symmetrische Weise. Das rechte Frontfenster wurde deutlich breiter ausgebaut und erlaubte so dem Fahrer einen optimalen Blick auf die Strecke. Die Reihe HGe 4/4 II wurde rechts bedient.
Abgeschlossen wurde der Kasten mit dem sich unter dem
Führerstand
befindlichen
Stossbalken. Dieser wurde mit dem unterhalb montierten
Bahnräumer
ergänzt. Wichtig war die Ausstattung nur, wenn wir die beiden
Prototypen mit der Serie vergleichen, denn die Vorbereitungen für das
Kupplungssystem der Furka-Oberalp-Bahn FO wurden bei der Serie nicht mehr
umgesetzt. Bei der Brünigbahn blieb es bei der bisherigen
Kupplung.
Die Lösung mit den elektrischen Signalen hätte eine komplett
andere
Kupplung
mit den Problemen während der Umstellung bedeutet. So
blieb hier alles beim Alten und das war nicht oft der Fall. Bereits beim Anstrich gab es eine Änderung. Die neuen Lokomotiven der Brünigbahn wurden mit dem neuen roten Anstrich versehen. Dabei hatten die vier Prototypen der Baureihe Re 4/4 IV unterschiedliche Anstriche erhalten.
Die neue Maschine für die Brünigbahn wurde nach den Vorgaben der
Nummer 10103 vorgenommen und damit die neue Lösung festgelegt. In der
Folge sollten weitere
Bau-reihen so gefärbt werden. Unterschiede zwischen den Prototypen und der Serie gab es bei den Anschriften, die leicht angepasst wurden. Als neues Element wurde bei der Serie die schwarze Umrandung der Fenster vorgenommen.
Dieses
gestalterische Spielerei wurde schnell mit den Augenbinden von
Comic-Figuren verglichen. Sie sollte die Erscheinung aufbessern. Dies
gelang jedoch dem neuen Schriftzug «SBB Brünig» an der
Front
deutlich
besser.
Auch diesen Kasten müssen wir nun auf das
Fahrwerk
abstellen. Dieses wurde
bei der Serie nicht verändert. Der Grund war, dass bei der Übergabe an die
FO viele Anpassungen vorgenommen werden mussten. Dazu gehörten die
Zahnräder aber auch die Ausgestaltung der
Spurkränze. Es war einfacher die
Drehgestelle zu wechseln. Die so frei gewordenen vier
Laufwerke wurden in
der Serie eingebaut, oder als Ersatzteil genommen.
Diese war bei der
Normalspur für die
Zugreihe R er-forderlich und sie sollte hier die
Höchstgeschwin-digkeit auf
100 km/h steigern. Für
Schmalspur mit
Zahnrad
war das schnell. Auf den jeweiligen Achswellem wurden neben den Achslagern auch die beiden Räder aufgezogen. Hier wurden Scheibenräder verwendet, die als Monobloc-rad ausgeführt wurden. Das erlaubte leichtere Räder.
Letztlich
für ein Fahrzeug mit
Zahnrad
aber auch eine ausgesprochen geringe ungefederte Masse. Das
galt selbst für das gefederte Zahnrad, das lose auf der Welle mitlief und
so nicht direkt mit der
Achse ver-bunden worden war. Wichtig waren hier die geringeren Führungskräfte der Lokomotive in den Kurven. Daher wurden Mass-nahmen umgesetzt, die von der Normalspur über-nommen wurden.
Dazu gehört die
Spurkranzschmierung
und die
Quer-kupplung der beiden
Drehgestelle. Jedoch musste dazu auch der
Radstand
verringert werden. Hier war dieser auf einen Wert von 2 980 mm verkürzt
wor-den. Für eine
Lokomotive mit Zahnradantrieb war das gering. Bei der Abfederung der Achsen und des Kastens wurde die mit 100 km/h recht hohe Geschwindigkeit berücksichtigt.
So verwendete man die guten
Schraubenfedern, die mit mechanischen
Dämpfern versehen wurden. Es waren
also auch hier viele Punkte von der
Normalspur übernommen worden. Das
Laufwerk
war also durchaus in der Lage nach der
Zugreihe R zu verkehren.
Dass das nicht erfolgte, war den hier noch fehlenden
Zugreihen zu
verdanken.
Sie sassen auf dem Rahmen und ragten daher in den
Ma-schinenraum. Doch deutlich wichtiger war hier der
An-trieb
und dabei
müssen wir auch berücksichtigen, dass wir hier eine
Lokomotive für den
gemischten Betrieb von
Adhäsion
und
Zahnrad
hatten. Gerade die Erfahrungen mit der Baureihe HGe 4/4 hatten gezeigt, dass eine Kupplung der Antriebe und des Zahn-rades wegen der Abnützung der Räder nicht möglich war. Daher wurde hier ein von der BBC entwickelter Antrieb für die Achse und das Zahnrad verbaut.
Dieser als Differenzialantrieb
bezeichnete Aufbau benötig-te den Platz im
Drehgestell und daher mussten
die
Fahr-motoren auf diesem aufgebaut werden. Es war also nicht deren
Grösse. Der Differenzialantrieb bestand aus mehreren Getrieben. Diese drei Getriebe wurden als Verteildifferenzial, Schlupfdifferenzial und Übersetzungsstufe bezeichnet.
Für uns wichtig werden jedoch die
Differenzialgetriebe. Diese waren für Bahnen mit
Zahnrad
und geringen
Steigungen ausgelegt worden und sie nutzten auch die Kraft der
Adhäsion
bei Fahrt in der
Zahnstange. So war eine sehr gute Ausnutzung der Kraft
vorhanden.
Bei Fahrten in der
Zahnstange wurde die Kraft im Verteildifferenzial auf
die einzelnen Bereiche verteilt. Dabei wurde die Verteilung des
Drehmoment
im Verhältnis von eins zu zwei verteilt. Die Hauptlast wurde daher auf den
Antrieb des
Zahnrades übertragen. Das Schlupfdifferenzial glich dabei die
unterschiedlichen Drehzahlen aus. Es war so eine optimal Ausnutzung der
Kraft vorhanden, die aber auf den Kasten übertragen werden musste.
Im
Bereich der
Zahnstange jedoch eher bei der erlaubten Geschwindigkeit. Die
neue
Lokomotive konnte die steilen
Rampen ohne Probleme mit 40 km/h
bewältigen. Auf der Talfahrt waren die
Bremsen jedoch einschränkend. Mit den Bremsen kommen wir unweigerlich zum System für die Druckluft. Auch hier war dazu ein Kompressor verbaut worden und der war durchaus ausreichend bemessen worden.
Die in diesem System bei den
Prototypen noch
vorhan-denen Anschlüsse für die
Vakuumbremse
gab es bei der Serie nicht
mehr, da die Brünigbahn normale
Druck-luftbremsen hatte. Genau diese von
Oerlikon Bremsen gelieferten Bauteile sehen wir uns an.
Es gab unterschiedliche
Bremssysteme, die mit eins und zwei bezeichnet
wurden. Das System eins wirkte als normale
automatische Bremse auf die
Laufflächen der
Triebräder. Sie war auf den Talstrecken, aber auch in der
Zahnstange aktiv und mit dieser
Bremse konnte eine
Bremskraft von 110 kN
erzeugt werden. Für uns sind das jedoch kaum verständliche Werte. Ich kann
Ihnen aber versichern, dass es sich um sehr gute Werte handelt.
Wenn wir die
Adhäsion
noch abschliessen wollen, dann muss noch die direkte
Rangierbremse
erwähnt werden. Diese wirkte nur auf der
Lokomotive und sie
wurde auch nur bei der Adhäsion angewendet. Für Fahrten in der
Zahnstange
reichte weder die Rangierbremse, noch die erwähnte
automatische Bremse des
Bremssystems eins aus. Daher musste auf diesen Strecken die Kraft der
Bremse verbessert werden und da gab es eine Lösung.
Mit der verbauten Bandbremse konnte die
Bremskraft auf 450 kN gesteigert werden. Das reichte um den kompletten Zug
in der
Zahnstange ohne Probleme ausreichend zu ver-zögern. Um die Lokomotive abzustellen wurde die Bandbremse, aber auch die Federspeicherbremse der Triebachsen ge-nutzt. Das Bremsgewicht war auf dem ganzen Netz wirksam.
In der
Zahnstange wurde diese
Bremse auch während der
Fahrt aktiviert, denn hier sprach man auch vom
Brems-system zwei, dass in
Notfällen zum Einsatz kommen sollte. Der gesamte Zug konnte so angehalten
werden. Jedoch musste er zuvor auch beschleunigt werden.
Bei der elektrischen Ausrüstung der
Lokomotive fehlte den beiden Bahnen
etwas den Mut. Auch wenn die Entwicklung der
Umrichter schon weit
fortgeschritten war, sollte hier noch die Lösung mit den
Stromrichtern
angewendet werden. Als Muster für diesen Aufbau fand man bei der
Lokomotive Re 4/4 IV und bei den
Triebwagen
RBDe 4/4. Deren Technik wurde
nur an die Vorgaben der Maschine angepasst und dann eingebaut.
Der grösste Unterschied bei der Brünigbahn befand sich bereits auf dem
Dach. Nicht die Tatsache, dass hier die leichteren
Einholmstromabnehmer
verwendet wurden, wirkte neu. Vielmehr wurden zwei solche
Stromabnehmer
auf dem Dach aufgebaut. Das war bei der Brünigbahn neu, aber eine
Forderung, die von der FO verlangt worden war. Da man die Vorteile
erkannte, blieb das auch bei der Serie so. Die HGe 4/4 II hatte also zwei
Bügel.
Das war erforderlich, da diese ja an die FO
abgegeben werden sollten und so konnte der
Transformator
benutzt werden. Nach dem Transformator kam jedoch nicht mehr der normale Stufenschalter. Hier wurden Stromrichter vorgesehen. Diese nutzten die Leistung der angeschnittenen Halbwellen und daher wurde hier von einem Phasenanschnitt gesprochen.
Das war schon bei den als Muster verwendeten
Baureihen
Re 4/4 IV und
RBDe 4/4 so gelöst worden. Damit entstand jedoch ein
Wellenstrom,
der den
Fahrmotoren zugeführt werden konnte.
Die
Wellenstrommotoren konnten bei Fahrten mit dem
Zahnrad eine
Anfahr-zugkraft von 280 kN erzeugen. Bei Fahrten alleine mit der
Adhäsion
verringerte sich diese jedoch wegen der Ausnutzung der
Haftreibung. Jedoch
war mit 230 kN immer noch ein hoher Wert vorhanden. Die Reihe HGe 4/4 II
konnte daher durchaus mit Modellen der
Normalspur verglichen werden. Die
geringere
Leistung zeigt sich jedoch mit der Grenze.
Mit einer
Leistungsgrenze
von 46 km/h war die
Lokomotive nicht sehr hoch
angesetzt worden. Jedoch war das nach dem
Pflichtenheft erfolgt. In der
Zahnstange konnte das maximale Zugsgewicht gezogen werden und bei den
Güterzügen wurde auch nicht viel schneller gefahren und daher konnten
diese mit der hohen
Zugkraft gezogen werden. Sie durften daher ein Gewicht
von bis zu 400 Tonnen aufweisen.
Reisezüge waren tiefer.
Die
konnte dank den beiden verbauten
Bremssyste-men auch umgesetzt werden. Die
Bremskräfte
be-trugen dabei
bei Fahrt mit der
Adhäsion
110 kN. In der
Zahnstange konnten mit 210 kN
deutlich höhere Werte abgerufen werden. Beim elektrischen Aufbau fehlen uns noch die Hilfs- und Nebenbetriebe. Bei der verbauten Zugsheizung gab es keine Unterschiede, denn diese musste zu den Wagen passen.
Bei den
Hilfsbetrieben kam jedoch die
Umrichter-technik
zur Anwendung. Dank dem
Hilfsbetriebe-umrichter
HUR konnten hier
Drehstrommotoren verwendet werden. Bei den Verbrauchern gab es jedoch kaum
nennenswerte Unterschiede zu an-deren
Baureihen. Ebenfalls eine Neuerung gab des bei der Steuerung. Dabei habe ich die geänderte Bedienseite bereits erwähnt.
Die Bedienung erfolgte nach den
Regeln, wie bei den
Baureihen
Re 4/4 IV und
RBDe 4/4. Lediglich die
Bedienelemente waren anders aufgebaut worden. Das war eine Folge der
gemeinsamen Lieferung mit der FO, die eine
Nachlaufsteuerung
wollte, damit
dort die Schulung verringert werden konnte. Die
Staatsbahnen waren da
freizügiger.
Keine alleinige Forderung war die
Vielfachsteuerung. Diese sollte bei der
Brünigbahn die Bildung von
Doppeltraktionen erlauben. Mehr
Lokomotiven
waren nicht sinnvoll und auch die Möglichkeit der
Fernsteuerung
wurde
nicht mit dem neuen
Steuerwagen genutzt. Vielmehr war von den
Schweizerischen Bundesbahnen SBB verlangt worden, dass die
Lokomotive ab
der
Schneeschleuder bedient werden sollte.
Pendelzüge mit HGe 4/4 II gab
es nur bei der FO und später bei der Zentralbahn.
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