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Der Wagenkasten |
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Wie bei jedem
Triebzug
stellt sich die Frage, wie die einzelnen Fahrzeuge vorgestellt werden.
Hier bringt uns die
Achsfolge
kaum weiter und so müssen auch bei der nun folgenden Betrachtung neue Wege
beschritten werden. Dabei halfen die Hersteller, denn der Wagenkasten
wurde aus einzelnen Baugruppen gefertigt. Unterschiede gab es nur, bei der
Anordnung der einzelnen Module. Wobei es davon aber auch erkennbare
Ausnahmen gab.
An Stelle des schweren Stahls wurde auf das deut-lich leichtere
Aluminium gesetzt. So konnte mit der Wahl des Metalls das Gewicht deutlich
gesenkt werden und hier entstanden die grössten Probleme der
Triebzüge.
Aluminium hat deutlich andere Eigenschaften als Stahl.
Verwendet wurde ein selbsttragender Kasten, der aus den einzelnen
Blechen aus Aluminium erstellt wurde. Diese Bleche wurden mit einer Dicke
von lediglich 2.5 mm versehen. So konnte viel Gewicht eingespart werden
und bei den Erfahrungen mit den so aufgebauten Wagen gab es keine grossen
Probleme und daher griff man zu dieser bewährten Konstruktion. Lediglich
im Bereich des Daches kamen spezielle Profile zur Anwendung.
Die einzelnen Bauteile wurden mit Hilfe der elektrischen
Schweisstechnik
zum Kasten verbunden. Dabei fertige man zuerst die Baugruppen Boden,
Seitenwände, Dach und Querwände. Nur bei den beiden am Ende eingereihten
Triebwagen
kam noch ein
Führerstand
dazu. Auch dieser war mit dem Kasten verschweisst worden und bildete keine
eigene Baugruppe mehr. Ein Aufbau, der bei Triebwagen damals durchaus
üblich war.
So aufgebaut war der Wagenkasten erst tragfähig, wenn alle Teile vorhanden
und verschweisst waren. Eine Konstruktion, die von den Kästen aus Stahl
übernommen wurde und die nur bei den
Triebwagen verstärkt wurde. Geändert
wurde daher nur das verwendete Metall. Damit kommen wir aber zur
Metallkunde und deren immer wieder erwähnten Eigenschaften. Aluminium war
nicht so zäh, wie das bei Stahl der Fall war.
Alleine das Dach war
kräftig und das musste viele Kräfte aufnehmen. Bei Aluminium muss mehr
Material für die Effekte des Stahls benutzt werden und diesen Grundsatz
wurde hier auf sträfliche Weise nicht mehr berücksichtigt.
Besonders bemerkt wurde das bei den Zwischenwagen. Bei den beiden
Triebwagen musste wegen dem höheren Gewicht der elektrischen Bauteile
schon früh verstärkt werden. Dickere und damit kräftigere Bleche waren
aber nicht die Lösung, denn so hätte sich das Gewicht erhöht. Die heute
üblichen Modelle mit den Lasten gab es damals noch nicht. So wurde gebaut
und das war bei den Wagen zu schwach, die auch die Grenzen der Bauweise
aufzeigten.
Damit haben wir schlicht das einzige Problem der
Triebzüge kennen gelernt,
denn mit der Änderung des Werkstoffes wären neue Lösungen mit Profilen
auch im Bereich der Seitenwände nötig gewesen. Das kannte man damals noch
nicht und auch aus den hier gemachten Erfahrungen gelang es mit speziellen
Profilen die Kräfte besser im Kasten zu verteilen. Aluminium verlangt
schlicht nach einer anderen Konstruktion und die fehlte hier.
Abgesehen von diesem Konstruktionsfehler boten die Wagenkästen aber auch
neue wichtige Änderungen, die wir ansehen müssen. Das beginnt mit dem
Fussboden, der mit einer Höhe über der
Schienenoberkante von nur 1060 mm
sehr nieder war. Im Vergleich zum damals üblichen
Einheitswagen II war das
nur leicht höher. Bei einem
Triebzug war das somit ein guter Wert, denn
die waren immer etwas höher als reine Wagen.
Auch so waren die benötigten Öffnungen alles andere als
gut für die Tragfähigkeit. Sie sorgen für eine Schwächung der Seitenwände,
waren aber beim Auf-bau wichtig.
Triebwagen benötigen Einstiege und
Fen-ster. Bei den Einstiegen gab es eine Verschiebung zu den Viertelspunkten. Sie wurden daher nicht nach den Einheitswagen über den Drehgestellen angeordnet. So konnte eine gleichmässige Verteilung der Einstiege im Triebzug erreicht werden.
Man erhoffte sich so Vorteile bei den
Fahrgästen, die eher mehrere Türen für den Einstieg nutzten. Gerade mit
Nahverkehr war das ausgesprochen wichtig, da so die Zeit für den
Aufenthalt gekürzt werden konnte.
Jeder Wagen hatte zwei Türen erhalten, die eine Breite von 1600 mm
erhalten haben. Das erlaubte es auch, dass Reisende gleichzeigt aus- und
einstiegen konnten. Diese waren zudem breit genug, dass sie auch beim
Gepäckabteil verwendet werden konnten. Eine übliche Palette passte durch
die
Einstiegstüre und so konnte auf das sonst übliche Gepäcktor verzichtet
werden. Aussen am Zug war dieses daher bei den Türen nicht zu erkennen.
Verbaut wurden neue Aussenschwingtüren. Sie schlossen mit dem Kasten
bündig ab und da es weder
Griffstangen
noch aussen liegende Trittbretter
gab, konnten auch keine Reisende mehr aufspringen. Geöffnet wurden sie auf
elektropneumatische Weise. So gesehen war der
Triebzug für den
kondukteurlosen Betrieb ausgelegt worden. Damals stand dieser aber nicht
zur Diskussion. Mehr zu den Türen werden wir später noch erfahren.
Es wurden daher fest eingebaute
Fenster mit einem nach innen klappbaren Oberteil verwendet. Die bisher
üblichen
Senkfenster gab es bei diesen Fahrzeugen nicht mehr. Abgeschlossen wurden die Wagenkasten mit einer senk-recht stehenden Wand am Ende des Fahrzeuges. In dieser war eine Türe für den Durchgang vorhanden und ein geschlossener Gummiwulst umfasste den Durch-gang.
Auch
die im Zug benötigte
Kurzkupplung
war darin ent-halten. Ausnahmen davon gab es nur bei den beiden
Triebwagen,
denn diese bildeten den Abschluss des
Triebzuges. Daher
mussten dort auch
Führerstände vor-gesehen werden.
Beim Aufbau des
Führerstandes ging man neue Wege. Die bisher eher
gerundeten Lösungen wurden durch eine technischer wirkende Ausführung
ersetzt. Die
Front teilte sich nun in zwei Bereiche auf. Dabei wurde der
obere und der untere Teil nach hinten geneigt. Es entstand so eine scharfe
Kante an der Spitze. In der Mitte verlief senkrecht eine schwache Kante,
so dass die
Frontwand in beiden
Achsen gepfeilt ausgeführt wurde.
Die untere Hälfte der
Frontwand ging direkt in den
Bahnräumer über. Dieser
war als eigenständiges Bauteil anzusehen und nur im Bereich über dem
Gleis
wurde eine Kante nach vorne gezogen. Weiter befanden sich in diesem
Bereich auch die beiden Hilfspuffer. Diese wurden lediglich zum Schutz vor
Kollisionen mit Fahrzeugen vorgesehen, die über Zug- und
Stossvorrichtungen der
UIC verfügten. Daher war nur eine bescheidene
Funktion vorhanden.
So konnte dem
Fahrpersonal eine gute Übersicht auf die Strecke ermöglich wer-den. Wichtig
war das bei der Erkennung der Signale, aber auch von Hindernissen.
Lediglich der Bereich vor dem Fahrzeug bot einen toten Winkel. Interessant wurden die beiden Frontfenster auch für die Reisenden auf dem Bahn-steig. Im oberen Bereich waren in beiden Fenstern Zonen für Linientransparente geschaffen worden.
In diesen konnte die Art des Zuges
und das Fahrziel angezeigt werden. Mit der schwarzen Schrift auf einer
weissen Grundfläche waren die Anzeigen zudem sehr gut zu erkennen, was
auch Leuten half, die Farben nur schlecht unterscheiden konnten. Wie bei solchen Fenstern üblich, konnten sie auch während der Fahrt gereinigt werden. Dazu war bei jedem Frontfenster ein Scheibenwischer montiert worden. Dieser wurde zudem so ausgeführt, dass die Wischerblätter immer senkrecht standen.
Die aufwendigere Konstruktion der Arme erlaubte
aber einen sehr grossen Be-reich für die Reinigung. Eine
Scheibenwaschanlage half
auch starke Verschmutzungen zu lösen.
Der Übergang von der
Front zu den beiden Seitenwänden des
Führerstandes
war mit einer scharfen Kante ausgeführt worden. Eine leichte Rundung
verbesserte die Luftströmung. Wie damals üblich, unterschieden sich die
beiden Seiten jedoch. Auf der linken Seite und somit beim Arbeitsplatz des
Lokführers war nur eine Wand vorhanden. In dieser waren zwei
unterschiedliche Fenster eingebaut worden und dabei gab es Unterschiede.
Eine Einstellung
des Winkels war jedoch nicht möglich. Eine einfache Lösung, die mit der
Baureihe
Re 6/6 bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB eingeführt wurde. Das zweite Fenster war deutlich grösser und es war als Senkfenster ausgeführt worden. Wie in der Schweiz üblich, besass es einen senkrechten weissen Strich. Es war auch auf der rechten Seite mit dem Einstieg vorhanden.
Da es jedoch in der
Einstiegstüre verbaut war, musste es
verkleinert werden. Die Türe selber öffnete gegen die Innenseite. Um sie
zu öffnen war eine Türfalle mit Schloss vorhanden. So konnte der Zugang
ver-schlossen werden. Damit die Türe vom Boden aus erreichbar war, wurde darunter eine Leiter verbaut. Diese besass eine Stufe im Kasten und einen zusätzlichen Tritt unter diesem. Bedingt durch den tiefen Fussboden konnte auf eine Stufe verzichtet werden.
Es war also ein üblicher Aufstieg und er wurde mit den
Griffstangen ergänzt. Diese waren verchromt und reichten bis ganz an den
oberen Rand der Türe. So konnten die Modelle von anderen
Baureihen benutzt
werden.
Der so aufgebaute Wagenkasten musste abgedeckt werden. Dazu wurde das Dach
vorgesehen. Dieses hatte zur Seite hin eine starke Rundung und bildete
einen flachen Bogen. Im die Luftströmungen zu verbessern und das Dach zu
verstärken waren auf dem Dach zahlreiche längs verlaufende Sicken
vorhanden. Bei der
Front wurde jedoch diese hochgezogen und nicht das Dach
um den
Führerstand gezogen. Ein Unterschied zu anderen
Baureihen.
Im Bereich des Daches waren
Lüftungsgitter verbaut worden. Diese
unterschieden sich lediglich bei der Grösse und der Position. Bei den
Zwischenwagen waren sie kleiner und im Bereich der Türen angeordnet. Im
Dach der beiden
Triebwagen kamen grössere Lüftungsgitter zur Anwendung.
Die waren so gross, dass dazu sogar ein Aufbau benötigt wurde. In dem Raum
dazwischen konnte die Luft jedoch beruhigt werden.
Eine Lösung, die seit der
Reihe Re 4/4 II üblich war und die eine bessere
Kühlung erlaubte. Dazu
erfahren wir später mehr, denn damit haben wir die Wagen auf-gebaut und es
wird nun Zeit, diese zu einem
Triebzug zu verbinden. Jeder Wagen hatte von Kupplung zu Kupplung gemessen eine Länge von 25 Meter. Das ergab für den vierteiligen Triebzug eine Länge von 100 Meter. Damit nicht zu viel Platz unnötig verloren ging, wurden die einzelnen Fahrzeuge so eng gekuppelt, wie es technisch möglich war. Das ergab dank der verwendeten Kurzkupplung einen Abstand von lediglich 300 mm. Zu erkennen war die Kupplung jedoch nicht, weil sie im Gummiwulst eingebunden war.
Der geschlossen ausgeführte Übergang erlaubte es den Lärm vom
Laufwerk
besser abzuschirmen. Da jedoch nur eine einfache Ausführung vorhanden war,
ergab es keinen druckdichten Übergang. Trotzdem sollte der Durchgang für
die Reisenden deutlich angenehmer sein, da es ruhiger war und neben dem
Blechen nicht auf den Boden geblickt werden konnte. Wurden diese
angehoben, war die
Kurzkupplung zugänglich.
Wegen der Beweglichkeit der
Kupplung war die Nische sehr gross ausge-fallen. Bei solchen Lösungen sind
diese nicht zu umgehen und so wirkten sie auf das Bild der
Front etwas
störend. Ein technisches Problem, das in kauf genommen werden musste. Verbaut wurde eine automatische Kupplung der Bauart GFV. Diese bestand aus der mechanischen Verbindung, den pneumatischen Leitungen und der elektrischen Kupplung.
Damit die Kontakte nicht verschmutzten, waren sie
in unbenutzten Zustand hinter einer Abdeckung versteckt worden. Diese
Abdeckung öffnete sich nur, wenn die
Kupplung verbunden wurde und das war
bei
automatischen Kupplungen nicht immer einfach. Wichtig war die mechanische Kupplung. Dazu mussten sich die Kupplungen auch im gebogenen Gleis finden. Dazu waren massige Führungen vorhanden. Diese richteten die Kupplungen aus und die beiden Nocken verriegelten.
Mit
Hilfe einer auf dem Fahrzeug mitgeführten
Hilfskupplung konnte auch eine
Hilfslokomotive mit den
Zugvorrichtungen der
UIC gekuppelt werden. Es
wurden jedoch nur die mechanischen und pneumatischen
Verbindungen
hergestellt.
Die
automatische Kupplung war mit jener der
Baureihe
RABDe 12/12
identisch. Daher konnten die beiden Reihen miteinander mechanisch und
pneumatisch verbunden werden. Da jedoch die Steuerung anders ausgeführt
worden war, durften die elektrischen Kontakte nicht verbunden werden. Dazu
konnte an der
Kupplung verhindert werden, dass sich die Abdeckung öffnete
und die Kontakte nach vorne geschoben wurden.
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