Von Strecken und Bahnen

                       

Das Wort Bahn wird so viel verwendet, dass es schon als Allgemein angesehen werden kann. So benutzen Leute in Deutschland eine Bahn und nicht einen Zug. Auch an anderen Orten spricht man von einer Bahn. Die Rodelbahn am Ferienort, hat mit der Eisenbahn nichts zu tun. Jedoch bildet diese auch eine Strecke und damit sind wir bei unseren Thema angelangt. Strecken werden sehr oft als Bahn bezeichnet.

Allgemein behaupten kann man, dass eine Bahn ein Ver-kehrsweg ist. Dieser Weg ist aber auch unsere Strecke. Diese kann einem ganz bestimmten Zweck dienen und kam so zu einem Namen, der eigentlich gar nicht korrekt ist.

Wir hatten bisher eine klare Zuordnung. Die Verbindungs-bahn in Basel ist nicht mit den Verbindungslinien zu ver-gleichen. Die Gotthardbahn war eine Bahngesellschaft und die Anlage war die Gotthardstrecke.

Trotzdem erwischen wir uns, wenn wir bei der Bahnlinie über den Gotthard von der Gotthardbahn sprechen. Davon will auch ich mich nicht ausnehmen.

Diese damit verbundene Gesellschaft war so sehr mit der Bahnlinie verbunden, dass sich dieser Begriff geradezu aufdrängt. Nur was ist, wenn wir plötzlich andere Bahnen haben, die wir nicht so einfach der Gesellschaft zuordnen können. Das würde viele Fragen aufwerfen.

Bei diesen speziellen Strecken, die zu ihrer Bezeichnung kamen, werde ich etwas mehr ausholen müssen. Dabei muss niemandem die Erzbahn zwischen Kiruna und Narvik vorgestellt werden.

Es ist eine Strecke, die für den Transport von Eisenerz gebaut wurde. In Europa sind dort die höchsten Achslasten zugelassen und das zeigt, dass wir dort eine Strecke für den schweren Güterverkehr haben. Es ist die Güterbahn schlechthin.

Nur schon so sehen wir, dass das Wort Bahn immer wieder für Strecken genutzt wird und nun wollen wir mit diesen Bahnen, äh Strecken beginnen. Ich nenne dabei nur ein paar Beispiele, denn die Begriffe kommen wirklich überall immer wieder vor und sie umschreiben den Zweck einer Strecke, der nicht zwingend den offiziellen Angaben entsprechen muss. Doch beginnen wir mit den Hauptbahnen in Europa.

Die Hauptbahn
                       

Alle kennen diese Nebenbahnen. Kleine Unternehmen, die in den Agglomerationen verkehren und den Nahverkehr bewältigen. Diese werde ich hier nicht mehr weiter vorstellen. Wer nach so einer Nebenbahn suchen will, der findet diese bei den vielen schmalspurigen Bahnen. Wenn es diese Nebenbahnen gibt, dann wird es wohl auch Hauptbahnen geben? Wirklich eine sehr spannende Frage, die nicht so leicht zu beantworten ist.

Das ist nicht ganz so leicht, denn die grossen Unter-nehmen arbeiteten mit allen erdenklichen Strecken. Wie so oft wurde hier einfach die Hauptstrecke als Bahn bezeichnet. Jedoch nehmen wir das Thema mit der Gesellschaft.

Wir wissen, dass korrekt die Gesellschaften als Bahn bezeichnet werden. In der Welt der Eisenbahn sind klare Grenzen nicht immer leicht zu finden, denn oft spielt auch das Gefühl mit.

Um eine reine Hauptbahn zu finden, muss man schon ein Stück suchen. Wie so oft denkt man in der Schweiz dabei an die grosse Gotthardbahn. Jedoch hatte diese auch ein paar Nebenstrecken.

Das vergisst man immer wieder, denn es war der Ast nach Locarno vorhanden. Eine reine Hauptbahn hat diese Nebenlinien aber nicht im Programm und damit wird es eigentlich ein Ding der Unmöglich-keit, eine echte Hauptbahn zu finden.

Genau suchen wir eine Bahngesellschaft, die nur aus Hauptstrecken besteht und so auch als Haupt-bahn mit dem Ausbau auf den neuesten Stand der Technik aufwarten kann. Keine leichte Aufgabe, denn sie sind wirklich ausgesprochen selten und das sogar in der Schweiz, wo es viele kleinere Bahngesellschaften gab, die dieses Thema spannend machen. Eigentlich gab es diese Hauptbahn, bis es damit ein Ende gefunden hatte.

Noch am besten geeignet ist die Lötschbergbahn. Genau genommen die beiden darin aufgelösten Vorgänger. Die Strecke der Thunerseebahn TSB war zwischen Thun und Interlaken Ost eine echte Hauptbahn. Dabei vergessen wir man den eher regionalen Teil bis zum Ende der Strecke in Bönigen. Die Hauptbahn erreicht somit das Ziel nicht mehr und so war ein Teil als Hauptstrecke anzusehen und das führte zum Namen.

Im Hinblick auf die Bergstrecke musste die als Ne-benbahn gebaute Spiez – Frutigen Bahn SFB auf den neusten Stand gebracht werden. Der Oberbau wur-de verstärkt, die Anlagen herausgeputzt und eine neue Fahrleitung montiert.

Damit mutierte diese Strecke zur Hauptbahn, die wirklich zu den modernsten in der Schweiz ge-hörte, denn Strecken mit Fahrleitungen waren da-mals auch in der Schweiz selten zu finden.

Mit der Eröffnung der Bergstrecke änderte sich dies jedoch dramatisch. Wegen den neuen Normen mussten Ausbauten vorgenommen werden. Das bei den leeren Kassen der jungen Lötschbergbahn.

Wer baut, hat keine Einnahmen. Daher beschränkte man sich auf das war nötig war. Bei der SFB war der aktuelle Stand erreicht, aber nicht bei der Thunerseebahn, denn diese sollte ja bis Scherzligen benutzt werden.

Der Ausbau wurde auf den Abschnitt zwischen Scherzligen und Spiez beschränkt. Die bisher nach Interlaken Ost führende Strecke blieb jedoch be-stehen. Sie verlor so den aktuellen Charakter und wegen den schnellen Reisezüge von und nach Bern blieb es eine Hauptstrecke, die jedoch kaum über Güterverkehr verfügte. Das Problem war die nicht passend gebaute Brünigbahn. So konnten die Züge nicht über die ganze Strecke verkehren.

Die Paradebahn: Leicht anders ist es bei der Paradebahn. Auch hier wird oft der Begriff als Abweichung von der Paradestrecke genommen. Nur Bahnen sind Gesellschaften und bei diesen gibt es bessere und schlechtere. Einige davon haben wir bereits kennen gelernt. So war die Nationalbahn wohl kaum eine Firma, die man gerne präsentierte. Leere Kassen und kaum Verkehr führen kaum zu einer Paradebahn.

Ganz anders sah das bei der Gott-hardbahn aus. Diese Gesellschaft hatte mit der Aufnahme des Verkehrs Geld im Überfluss und daher schmückte man sich gerne mit dem Unternehmen.

Es war die Firma, mit der sich das Land nach aussen zeigte und eine solche Strecke wird dann unweigerlich zur Paradebahn, auch wenn man das in Luzern leicht anders sah.

Die Bahngesellschaft war gut aufge-stellt und die hohe Bekanntheit eher schädlich.

Je bekannter diese Paradebahn wur-de, desto mehr Verkehr gab es. Das war das grosse Problem am Gotthard. Die Bahngesellschaft.

In der Schweiz sie ohne Probleme als Nummer eins bezeichnet werden. So musste man viel des verdienten Geldes wieder in den Ausbau investieren.

Das wiederum führe auf der Parade-bahn zu noch mehr Verkehr. Sie se-hen, dieser Status kann einem wirklich das Leben zur Hölle machen.

Auch wenn man damit nichts zu tun hatte. Es war die Paradebahn, die Bahnlinie, die als Nummer eins angesehen werden konnte. Erfolg und daher gut gefüllte Kassen, sind ganz schmuckes Beiwerk und daher können wir getrost behaupten, dass dies die Paradebahn war. Wie gut aufgestellt sie war, zeigte sich bei der vom Volk beschlossenen Verstaatlichung. Die Aktien waren so wertvoll, dass man sie nicht kaufen konnte.

Sie sehen, Bahnen werden an ihren Erfolgen gemessen. Damit stellt sich die Frage nach den Strecken. Werden diese auch nach dem Erfolg gemessen. Ein Blick auf die Strasse zeigt, dass das in der Regel nicht der Fall ist, denn ein Verkehrsweg ist ein solcher und das ändert sich nicht. Trotzdem sollte es nicht nur Bahnen geben, die mit dem Attribut etwas spezielles zu sein, verbunden wurden. Es lohnt sich, wenn wie hinsehen.

Besondere Strecken
                       

Besondere Strecken? Was soll das sein, denn Strecken sind solche und das ist so. Nun gibt es aber auch Bahnlinien, die neben der normalen Aufgabe auch noch mit anderen Attributen versehen wurden. Es waren spezielle Anhängsel, die aus dem Verkehrsweg eine spezielle Angelegenheit macht. Auch bei den Strassen gab und gibt es solche. Oft kann man sich dabei gar nicht vorstellen, dass es diese auch bei der Eisenbahn geben soll.

Es ist schwer hier mit einer bestimmten Strecke zu be-ginnen, denn das käme einer Wertung gleich. Die aber nun folgenden Attribute lassen schlicht keine Wertung zu, denn es sind spezielle Punkte, die eigentlich jede Strecke dazu machen könnten.

Sehr oft wird eine Bezeichnung einfach genommen und dann entstehen bekannte Übernamen. So kann aus einem Reptil eine Lokomotive werden und das geht auch bei Strecken.

Die Rennbahn: Ich beginne mit der Rennbahn, denn diese ist allgemein bekannt. Eine Rennbahn ist eine Strecke auf der Rennen durchgeführt werden. Das können durchaus bekannte Anlagen sein.

Wem müssen schon die Rundkurse der Welt vorgestellt werden, wenn dort schnelle Boliden die Runden drehen. Jenen in Monte Carlo muss man nicht vorstellen. Jedoch stellt sich die Frage, was diese damit zu tun haben.

Schlicht und einfach nichts. Auf einer Rennbahn bei der Eisenbahn sind bestimmte Grenzen vorgegeben. Jedoch sind auch hohe Geschwindigkeiten vorhanden.

Auf einer Rennbahn geht es immer zackig voran. Ver-kehren auf dieser dann noch unterschiedliche Trieb-fahrzeuge kann es zu einem Rennen kommen. Wobei wir eher ein Zeitfahren haben, denn es wird gegen die Uhr gefahren. Wie das zu verstehen ist, zeigt sich nun.

Auf einer Strecke verkehren zwei Triebfahrzeuge. Diese sind unterschiedlich in der Beschaffung. Eines ist sehr schnell, hat aber Probleme bei der Beschleunigung. Das andere nimmt es etwas gelassener, kann aber mit einer hohen Zugkraft Punkten. Die Frage die sich nun jedem von uns automatisch stellt, ist doch jene, welches die Strecke in kürzerer Zeit befährt. Das liegt nun in den Genen der Menschen, denn wer ist besser.

Effektiv kann man das nur auf einer Rennbahn messen. Bei vielen Anpassungen der Geschwindigkeit wird das Ergebnis verfälscht. So eine Strecke ist das Aaretal zwischen Gümligen und Thun.

Es kann durchgehend mit hohen Geschwindigkeiten gefahren werden. Natürlich können auch Neubaustrecken zu solchen Rennbahnen werden, denn das Zeitfahren wird letztlich das Er-gebnis anzeigen und das wollen wir bekanntlich.

Wie so oft, rühmt man sich damit, dass man der schnellste sei. Es werden überall Weltrekorde angestrebt und das selbst bei der Eisenbahn. Jedes Land will mit dem schnellsten Zug aufwarten können.

Um diese Rekorde aufstellen zu können, ist aber nicht jede Strecke geeignet. Dazu benötigt man eine Rennbahn, denn der Zug ist schlicht zu schnell. Sie sehen, es gibt sie die Rennbahnen bei der Eisenbahn und sie sind selten.

Natürlich habe ich bei Ihnen schon die Neugierde nach den Rekorden geweckt. Jener für die Welt hält aktuell Frankreich inne. Dort wurden mit einen Zug auf einer regulären Bahnstrecke Werte von 574.8 km/h gefahren. Dazu ist der Rekord der Schweiz mit 283 km/h auf der Neubaustrecke gerade kleinlich. Sie sehen, nicht überall sind wirklich die passenden Rennbahnen vorhanden und so muss man sich mit kleinen Werten begnügen.

Die Transitstrecke: Wenn wir nun zur Transitstrecke kommen, dann wird es spannend. Dabei ist die Definition noch einfach. Denn Transitstrecken sind Bahnlinien, die eine Region, oder ein Land durchqueren. Dabei erfolgt bei den Nutzern dieser Strecken keine Zustellung oder Abholung in dem benannten Bereich. Der englische Begriff Transit, ist eigentlich nicht anderes als ein Durchgang oder eine Passage.

Am besten erkläre ich die Transitstrecke an einem Beispiel. Dazu nehme ich ein sehr bekanntes und schon oft benutztes Beispiel. Es ist die Gotthard-bahn, die wirklich sehr speziell war. Jedoch konnte auch diese Gesellschaft nicht alleine zu einer Transitstrecke werden.

Dazu wurden auch die Anlagen im Norden wichtig. Besonders betraf das die Aargauer Südbahn, die Verbindungslinien in Olten und Brugg und der An-schluss im Norden.

Dank diesen Anlagen kann ein Zug ohne Ver-änderung die Schweiz passieren. Er befindet sich im Transit und daher wird die von ihm befahrene Strecke zu einer Transitstrecke.

Es ist wirklich einfacher, wie man meinen könnte, denn auf diesen Anlagen gelten auch spezielle Nor-men und das erleichtert es einem Zug, sich im Transit durch das Land zu bewegen. Man spricht in dem Fall auch von Transitzügen, die verkehren.

Sofern Sie mit dem Begriff Transitstrecke wegen dem englischen Wort nicht so viel anfangen können, dürfen Sie auch von Korridorstrecke sprechen.

Ein Korridor ist ein Gang im Haus, bei dem es nur seitliche Türen gibt. Es ist daher nur ein anderes Wort für unsere beschriebene Strecke. Jedoch kam es zu einer ganz besonderen Korridorstrecke und diese führte durch Länder, die gar nicht gut auf einander zu sprechen waren.

Sehr bekannt, sind die Korridorstrecken zwischen dem westlichen Deutschland von und nach der geteilten Stadt Berlin. An diese Korridorstrecken waren sehr viele Bedingungen gestellt worden.  Damit wollte die DDR verhindern, dass die bösen Leute aus dem Westen in das Land reisten. Jedoch wusste jeder, dass man die Bevölkerung mehr an der Ausreise hindern wollte. Schlimm genug, dass man diese erwähnen müssen und daher bleiben wir bei der Transitstrecke.

 

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