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G 3/4 Nr. 201 bis 208 |
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Baujahr: |
1905/1908 |
Gewicht: |
33 t |
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Leistung: |
250 PS |
Erbauer: |
SLM |
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Normallast: |
135 t bei 20 km/h |
Länge: |
8 530 mm |
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Die von den Schweizerischen Bundesbahnen SBB für die Brünigbahn
beschafften
Lokomotiven
der
Baureihe
G 3/4 waren keine komplett neu konstruierten Maschinen. Ähnliche
Lokomotiven waren bereits bei der Rhätischen Bahn RhB im Einsatz und so
konnte diese für die neuen Tallokomotiven genommen werden. Ein Lösung, die
immer wieder angewendet wurde um sich die Kosten für eine neue
Konstruktion
zu ersparen.
Neben dem stark belasteten
Kessel,
waren die
Laufeigen-schaften
eher bescheiden. Die von der
Normalspur
be-kannten Regeln bezüglich der führenden
Laufachsen
galten auch bei schmalspurigen Bahnen. Bei den meisten Schmalspurbahnen fiel das nicht auf, da dort kaum schneller als 40 km/h gefahren wurde. Das galt auch für die Brünigbahn, aber dort sollten in den nächsten Jahren Ausbauten vorgenommen werden. Dann
waren auf einigen Abschnitten Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h
möglich. Mit den alten Modellen konn-ten diese jedoch nicht ausgefahren
werden. Dazu wurde schlicht eine führende
Laufachse
benötigt.
Da gegenüber den älteren Modellen kaum Veränderungen bei den
technischen Daten vorgenommen wurden, können wir die hier gemachten
Angaben auch auf die
Baureihe
G 3/3 übertragen. Bei Dampflokomotiven waren leichte Unterschiede auch
innerhalb einer Serie vorhanden. Nicht jeder
Kessel
erzeugte den Dampf gleich und dann wurde schnell angepasst. Die gemachten
technischen Angaben galten einfach für die meisten Modelle dieser Serie.
Mit den drei
Triebachsen und der führenden
Laufachse
entstand die
Bauart
Mogul. Diese wurde hier einfach ohne
Schlepptender umgesetzt. Bedingt
durch diesen Aufbau handelte es sich um eine
Lokomotive für eine
hauptsächliche Fahrrichtung. Die Maschinen mussten also nach der Fahrt auf
einer
Drehscheibe gewendet werden, denn rückwärts konnte die
Höchstgeschwindigkeit der Reihe nicht mehr ausgefahren werden.
Diese hatten hier eine Stärke von 18 Millimeter
er-halten und waren daher deutlich leichter, als die bei der
Normalspur
damals üblichen Bleche mit 28 mm Stärke. Wir haben daher eine übliche
Bauweise. Die einzelnen Bleche wurden mit der Hilfe von Nieten zu einem Innenrahmen verbunden. Bei diesem muss-ten an den Enden des Fahrzeuges auch Bleche als ein Stossbalken ausgeführt werden.
Wegen der hier verbauten Zug- und
Stossvorrichtung
musste dieser jedoch nicht über die Breite des Rah-mens
verlängert werden. Sie sehen, dass hier die Ausführung von den
Stossvorrichtungen abhängig war, denn diese wurden mittig montiert. Bei der Brünigbahn verwendete man damals Mittel-puffer, die für die Aufnahme der Stosskräfte verwen-det wurden.
Dabei gab es diese Lösung auch
bei anderen Bahnen die für
Schmalspur gebaut wurden. Jedoch ergaben sich
Unterschiede zu der von der Rhätischen Bahn RhB her bekannte Lösung. Die
seitlich angeordneten
Zugvorrichtung gab es nicht, denn diese waren in den
Puffern integriert worden und müssen daher genauer betrachtet werden.
Im
Puffer war eine Öffnung vorhanden. In dieser war eine einfache
Zugstange
vorhanden. Diese wurde nur einseitig benötigt. Berührten sich
die Puffer der beiden Fahrzeuge war die Zugstange durch die Führungen so
positioniert worden, dass mit einem einfachen Bolzen die
Zugkräfte
übertragen werden konnten. Eine einfache aber durchaus gut funktionierende
Lösung, denn das Spiel war knapp bemessen worden.
Zudem waren wegen der Bauweise als
Tenderlokomotive auch noch die
Behälter für die Vorräte aufgebaut worden. Wir haben daher eine bei
Dampflokomotiven übliche Bauweise erhalten. So war auch hier der
Kamin
vorne aufgebaut worden und wir haben die Ausrichtung. Das im üblichen Stil mit seitlichen Öffnungen versehene Führer-haus konnte über die beiden seitlichen Leitern mit Griffstangen erreicht werden. Sowohl an der Front, als auch bei der Rück-wand waren jedoch geschlossene Lösungen verwendet worden.
Gerade im Aufbau gab es bei Dampflokomotiven
keine so gros-sen Unterschiede, denn es waren funktionelle Aufbauten. Daher
kann das
Führerhaus
durchaus mit anderen
Tenderlokomotiven verglichen
werden. Das galt auch für das im Führerhaus integrierte Kohlenfach. Bei der hier vorgestellten Lokomotive befand sich dieses an der Rückwand, aber auch seitlich vom Kessel. So konnten insgesamt 800 Kilogramm Kohlen mitgeführt werden.
Dieser Vorrat war für eine Maschine dieser
Spurweite durchaus
grosszügig bemessen worden. So war die Fahrt auf den Tal-strecken der
Brünigbahn mit der mitgeführten
Kohle durchaus ohne Probleme möglich.
Wenn wir schon bei den mitgeführten Vorräten sind, sehen wir uns auch das
Wasser an. Bei
Tenderlokomotiven war die Platzierung der dazu
erforderlichen Kästen jedoch immer wieder ein Problem. Man wollte so viel
Wasser wie möglich mitführen und das war bei den
Lokomotiven der
Brünigbahn nicht anders, auch wenn nicht die üblichen Werte erreicht
werden konnten. Es fehlte der Platz und auch die
Achslasten waren zu
gering.
Da aber die Verhältnisse zum Gewicht eins zu eins berechnet werden konnten, war auch die Angabe des Gewichtes möglich.
Es wäre durchaus mehr Platz vorhanden
gewesen, aber wir haben schon erfahren, dass man auf das Gewicht achten
musste. Benötigt wurden die Vorräte für den Betrieb des Kessels. Dieser war auch hier vor dem Führerhaus aufgebaut worden. Dabei reichte der übliche Steh-kessel mit der Feuerbüchse in den Bereich des Führerstandes.
Hier
wurde der
Kessel
auch mit dem Rahmen verbun-den. Bei der
Rauchkammer
war
dann nur noch eine Abstützung in einem Sattel vorhanden. Sie sehen, es
waren die von den Maschinen der
Normalspur be-kannten Lösungen.
Die
Kohle wurde auf einem Rost ausgebreitet. Dieser hatte eine Fläche von
1.1 m2 erhalten. Bei der Verbrennung entstandene Asche und
Schlacke konnte in den darunter befindlichen
Aschekasten
fallen. Dieser
sorgte zudem auch dafür, dass frische Luft von unten in die
Feuerbüchse
gelangen konnte. Diese fachte die Kohlen an und der enthaltene
Sauerstoff
sorgte für die optimale Verbrennung des sich auf dem Rost befindlichen
Brennstoffes.
Die von der Verbrennung erzeugte Wärme wurde direkt an die Wände und die
Decke des
Stehkessels abgegeben. Diese war so gross, dass die Metalle
schmelzen konnten. Daher wurden die Wände und insbesondere die Decke aus
Kupfer mit dem sich im
Kessel
befindlichen Wasser gekühlt. Diese direkte
Heizfläche
wurde hier mit 6.0 m2 angegeben. Abweichungen davon
gab es bei den ersten beiden Maschinen, die als
Prototypen galten.
Dieser war nicht bei allen
Modellen gleich, denn die älteren Maschinen hatten die
Bauart Langer
bekommen. Die bei den Reihen der
Normalspur eingeführte Verbesserung mit
der Bauart der
Staatsbah-nen, wurde bei der Verfügbarkeit auch hier
eingebaut. Die in der Feuerbüchse entstandenen Rauchgase wurden zusammen mit der stark erwärmten Luft durch die Rauchrohrwand in den Langkessel geleitet. Dazu standen bei den Lokomotiven insgesamt 116 Rauch-rohre zur Verfügung.
Diese hatten eine Länge von 3.2 Meter erhalten und nur bei der Nummer 208
wurden diese in die grösseren
Rauchrohre und in die
Siederohre
unterschieden. Der Grund war der dort vorhandene
Über-hitzer.
Um die
Rauchgase abschliessen zu können, verfolgten wir deren Weg weiter.
Die im
Langkessel abgekühlte Luft gelangte in die
Rauchkammer
und wurde
dort beruhigt. Dadurch konnte mitgerissene Glut auf den Boden fallen und
dort ausglühen. Diese
Lösche musste manuell entfernt werden. Die
gereinigten Rauchgase gelangten durch den
Kamin
wieder ins Freie. Somit
haben wir den üblichen Weg erhalten und können uns der
Kühlung zuwenden.
Mit dem sich im
Kessel
befindlichen Wasser wurden die Metalle gekühlt und
die Wärme an die Flüssigkeit übertragen. Dadurch entstand Dampf, der sich
am höchsten Punkt sammelte. Das war der auf dem Kessel vorhandene
Dampfdom. Dort konnte anschliessend der erzeugte
Nassdampf
entnommen
werden. Die sich auch dort befindlichen
Sicherheitsventile beschränkten
den maximalen Dampfdruck auf einen Wert von zwölf
bar.
Diese wurde mit
dem Druck betrieben und das galt auch für die verbaute
Luftpumpe. Diese
wurde je-doch nicht für die
Bremsen, sondern für die
Sand-streueinrichtung
benötigt. Bei der Brünigbahn waren damals die Bremsen noch mechanisch
aufgebaut worden. Mehr die im Dampf enthaltene Wärme wurde bei der Dampfheizung genutzt. In diese konnte der heisse Dampf mit einem Regulator entlassen werden. Die an den beiden Stossbalken montierten Leitungen waren jedoch nur während der Heizperiode montiert worden.
Auch hier gab es also keine Abweichungen zu
den anderen
Baureihen. Das galt auch für die Nutzung des Dampfes in den
Dampfmaschinen zur Erzeugung von
Zugkraft.
Bei der Nutzung des Dampfes für den
Antrieb
gab es eine Abweichung. Mit
Ausnahme der Nummer 208 wurde der
Nassdampf
direkt den Flachschiebern
zugeführt. Bei der erwähnten Maschine wurde der Dampf jedoch durch den
Überhitzer
geführt und so zu
Heissdampf
erwärmt. Erkennbar war das am
Messingring, der am
Kamin
montiert worden war. Es galten daher der
Kennzeichnung des Überhitzer nach der
Bauart Schmidt die üblichen Regeln.
Von den Flachschiebern gelangte der erzeugte Dampf schliesslich in die
beiden
Dampfmaschinen. Deren
Zylinder
hatten einen Durchmesser von 340 mm
erhalten und der Kolbenhub betrug 500 mm. Die so aufgebauten
Dampfmaschinen konnten eine
Leistung von 250 PS erzeugen. Damals war die
Angabe in Kilowatt nicht üblich und wir wenden uns nun dem
Fahrwerk
zu und
sehen den
Antrieb
erst später genauer an.
In der Deichsel lief diese
Laufachse
in den damals üblich
Gleitlager, die
mit einer
Sumpfschmierung versehen worden war. Für die
Schmierung
der mit
Blattfedern abgefederten
Achse wurde das übliche
Öl verwen-det.
Wenn wir nun zu den drei
Triebachsen kommen, dann lagerten diese im
Lokomotivrahmen. Auch hier kamen die üblichen
Gleitlager
zur Anwendung, die in
Führungen gehalten wurden. Dabei war die Führung der mittleren Triebachse
so ausgelegt worden, dass sie sich seitlich verschieben konnte. So konnten
auch die bei Schmalspurbahnen üblichen engen Radien befahren werden. Ein
Aufbau der einfach, aber damals üblich war.
Diese Anordnung der
Achsen hatte Auswirkungen auf die massgebenden
Radstände. Der Achsabstand der kompletten
Lokomotive war mit 4 900 mm
angegeben worden. Der massgebende feste Radstand betrug jedoch 2 900 mm.
Damit war der Abstand zur
Laufachse
gross genug, dass die
Zylinder
der
Dampfmaschinen nicht über der Laufachse angeordnet werden mussten. Eine
Lösung, die für die Zugänglichkeit zur Achse wichtig war.
Die beiden auf der
Achse aufgezogenen
Triebräder hatten einen Durchmesser
von 1050 mm erhalten und auch sie bestanden aus dem
Radkörper, der als
Speichenrad ausgeführt wurde. Auf diesem war dann der
Radreifen aufgezogen
worden. Diese
Bandage
bildete das Verschleissteil und hier waren die
Lauffläche und der
Spurkranz
ausgebildet worden. Dank dem Durchmesser
konnte die
Höchstgeschwindigkeit mit 55 km/h angegeben werden.
Bei den hinteren beiden
Triebachsen wurde diese hoch eingebaut. Die abweichende Anordnung der
Federung
bei der vorderen
Achse war dem Muster geschuldet worden und sie
wurde tief eingebaut, weil dort der Platz fehlte. Damit haben wir die Lokomotive auf die Schienen gestellt. Damit daraus jedoch ein Triebfahrzeug werden konnte, musste die lineare Bewegung der Dampfmaschinen auf die Achsen übertragen wer-den.
Dabei waren die beiden
Seiten mit einem
Versatz angebracht worden, damit kein Totpunkt entstehen
konnte. Wie bei zwei Maschinen üblich betrug die-ser 45 Grad. Wir können
uns jedoch auf eine Seite beschränken, denn der Aufbau war gleich.
Die Bewegung der
Dampfmaschine wurde mit der
Kolbenstange auf das
Kreuzgelenk
übertragen. Dieses war einseitig geführt worden und die
Schubstange
führte schliesslich auf die zweite angetriebene
Achse. So
konnte der Winkel gering gehalten werden. Die beiden anderen Achsen wurden
dann mit einfachen Kuppelstangen verbunden und wurden daher als
Kuppelachsen bezeichnet. Auf den
Antrieb
hatte das keine Auswirkungen.
Wie bei den anderen
Baureihen wurden auch hier
Gleitlager
mit
Nadelschmierung verwendet. Dieser
Stangenantrieb
übertrug daher die Kraft
der
Dampfmaschinen gleichmässig auf die drei
Triebachsen. Dort entstand
das
Drehmoment, das im
Triebrad mit Hilfe der
Haftreibung
zwischen
Lauffläche und
Schiene in
Zugkraft
umgewandelt wurde. Diese gelangte
anschliessend über die Führungen und den Rahmen zu den
Kupplungen.
Dieser wurde mit der durch
Druckluft unterstützten
Sandstreueinrichtung
vor die führende
Triebachse gestreut. Dank der Lösung
mit Druckluft konnte die Wirkung so verbessert werden, dass ein Rohr pro
Seite reichte. Für die Steuerung der Dampfmaschinen und für die Wahl der Fahrrichtung war eine Steuerung erforderlich. Hier kam die gute und in der Schweiz oft ver-wendete Lösung nach der Bauart Walschaerts zum Einbau.
Diese
Walschaertssteuerung konnte vom
Führerstand
mit einer Stellstange
verstellt werden. So konnte auch die Füllung in den
Zylindern eingestellt
wer-den. Eine Lösung, die nicht selten war und die gut funktionierte. Um die Lokomotive zu verzögern waren Bremsen verbaut worden. Es war auf dieser Lokomotive eine mechanisch auf die drei Triebachsen wirkende Spindelbremse vorhanden. Diese wirkte als Klotzbremse auf die Lauffläche.
Wie in der Schweiz üblich, war die
Laufachse
nicht mit dieser
Bremse
ver-sehen worden. Die nur auf diese Weise bedient werden konnte. Die
bekannte
Westinghousebremse
war damals bei der Brünigbahn noch nicht
vorhanden.
Speziell war die zweite verbaute
Bremse der
Baureihe. Die
Lokomotive hatte
eine als Dampfbremse bezeichnete Lösung erhalten. Bei dieser
Gegendruckbremse
wurde eine Verzögerung mit Hilfe der
Dampfmaschinen
erreicht. Eine Lösung, die jedoch bei den neuen Baureihen der
Schweizerischen Bundesbahnen SBB selten war. Hier funktionierte diese
Lösung wegen den beiden verbauten Dampfmaschinen jedoch sehr gut.
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