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HGe 4/4 Nr. 1991 und 1992 |
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Baujahr: |
1954 |
Leistung: |
1600 kW / 2180 PS |
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Gewicht: |
54 t |
V. max.: |
50 km/h |
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Normallast: |
120 t bei 30 km/h* |
Länge: |
13 000 mm |
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*
Anhängelast
für
Zahnstange
Der mit den
Triebwagen
während dem zweiten Weltkrieg aufgenommene elektrische Betrieb führte nach
dem Krieg zu einem starken Anstieg des Verkehrs auf der Brünigbahn. Dabei
zeigte sich gerade die
Bergstrecke
als grosses Problem, denn um die schweren Züge zu befördern, mussten
zusätzliche Triebwagen vorgespannt werden. Bei ganz schweren
Kompositione
mussten bis zu drei Triebwagen für einen Zug benutzt werden.
So konnte kaum mehr nach einem
Fahrplan
gefahren wer-den. Hinzu kam noch, dass sich die Schweizerischen
Bun-desbahnen SBB von den alten Dampflokomotiven verab-schieden wollten
und das ging nicht so einfach.
Es zeigte sich, dass zur Entlastung der
Triebwagen
ein zugkräftiges
Triebfahrzeug
für die
Bergstrecke
beschafft werden sollte. Dieses stellte gleich zwei Triebwagen frei und
die alten Dampfmaschinen konnten abgestellt werden. Die verlangten Kräfte
waren nur mit einer
Lokomotive
möglich. Wegen den beiden steilen
Rampen
sollten zwei Maschinen für den Einsatz ausreichen. Bei Ausfall wurde es
wieder eng bei den Triebwagen.
Als Erbauer für die beiden Berglokomotiven der Brünigbahn traten
die Firma SLM für den mechanischen Teil und die BBC und die MFO für die
elektrische Ausrüstung auf. Die Endmontage erfolgte jedoch in Oerlikon bei
der dortigen Maschinenfabrik MFO. Eine übliche Lösung bei Bau von
Lokomotiven
und spannend war eigentlich nur, dass nicht auch noch die SAAS an Bord
geholt wurde. Auch so war der Aufwand für zwei Maschinen gross.
Eine komplette Neuentwicklung war die
Baureihe eigentlich nicht. Viele
Bereiche wurden von den
Lokomotiven übernommen, die vor wenigen Jahren an
die Furka-Oberalp-Bahn FO geliefert wurden. Es gab dabei aber klare
Anpassungen an die Normen der Schweizerischen Bundesbahnen SBB. Auch hier
wollen wir nun etwas genauer hinsehen und dabei beginne ich wie immer mit
der mechanischen Arbeit der SLM.
So konnten trotz dem
Aufbau mit Stahl leichte und stabile Kasten erzeugt werden. Wir haben
daher eine Bauweise, wie sie damals bei den normalspurigen Mo-dellen
verbaut wurde. Die beiden Seitenwände umfassten auf der linken Seite zwei sich übereinander befindliche Lüftungs-gitter. Auf der rechten Betrachtungsseite befand sich jedoch ein Seitenfenster. Ein zweites davon wurde schliesslich noch in der Mitte der Lokomotive ange-ordnet.
Diese recht einfach
gestalteten Seitenwände schlossen auf beiden Seiten bei den
Führerständen
ab. Einen Ab-satz, wie er bei der
Normalspur oft vorhanden war, gab es
nicht mehr.
Bei den beiden
Führerständen orientierte man sich am aktuellen Zeitgeist.
So wurde die
Front
direkt von der neuen
Baureihe
Ae 6/6 übernommen. Da die
Lokomotive
der Brünigbahn jedoch nicht so schnell unterwegs war, wurden
die
Frontwände nicht leicht abgelegt, sondern standen senkrecht. Die
Fenster des Musters wirkten riesig, da die Masse bei der
Schmalspur
geringer waren. Trotzdem gab es ein ansprechendes «Gesicht» für die
Maschine.
Um in den
Führerstand und in die
Lokomotive
zu gelangen, waren seitliche
Einstiege vorhanden. Diese gab es bei jeder
Führerkabine
nur einmal und
waren auf der rechten Seite angeordnet worden. Die
Baureihe HGe 4/4 war
somit die erste Reihe der Schweizerischen Bundesbahnen SBB, die nur noch
eine einzige
Einstiegstüre bei jedem Führerstand hatte. Im Untergurt und
darunter befand sich dann noch die übliche Leiter.
Auch bei
der Berglokomotive sollten keine elektrischen
Verbindungen hergestellt
wer-den. die Länge von 13 000 mm galt daher über die
Kupplung
gemessen und
wir haben eine ausgesprochen kurz gebaute
Lokomotive
erhalten. Die Farbgebung und die Anschriften orientierten sich an der neuen Baureihe Ae 6/6. Jedoch wurde bei den beiden Lokomotiven der Brünigbahn auf den Chromschmuck verzichtet.
Geblieben waren jedoch die verchromten Buchstaben
und das an der
Front
montierte Schweizer Wappen. Da hier die auffällige
Umrandung fehlte, wirkte es schlicht, was zum allgemein freundlichen
Aussehen der
Lokomotiven beitragen sollte. Es wird nun Zeit, dass wir die Lokomotive auf dem Fahrwerk abstützen. Das erfolgte auf zwei identisch aufgebaute Drehgestellen. Diese waren nicht neue konstruiert worden. Vielmehr wurde das Modell der Baureihe Re 4/4 genommen.
Gegenüber der
Lokomotive
für
Normalspur musste der
Radstand
leicht auf 3 150 mm gestreckt werden. Der Grund dafür war der hier
verbaute
Antrieb
für das
Zahnrad, der mehr Platz benötigte.
Bevor wir zu den
Antrieben kommen, müssen wir die
Achsen einbauen. Die
Welle wurde dabei in zwei
Rollenlager
gehalten und sie wurde mit
Schraubenfedern gegenüber dem
Drehgestellrahmen abgefedert. Die
verwendeten Führungen sorgten dafür, dass diese
Federung
gedämpft wurde.
Die beiden aufgezogenen
Rüder waren als
Speichenrüder mit
Bandage
als
Verschleissteil aufgebaut worden. Damit können wir die Achse aber nicht
abschliessen.
Dieser Umstand müssen wir
behalten, wenn wir den
Antrieb
ansehen, denn dieser war bei den hier
vor-gestellten
Lokomotiven wirklich besonders ausge-führt worden. Wie
überall begann es mit dem
Dreh-moment des
Fahrmotors. Dieses vom Motor erzeugte Drehmoment wurde mit einem Tatzlagerantrieb auf die Triebachse übertra-gen. Um die Drehzahlen anzupassen war ein Getrie-be verbaut worden. Über dieses Getriebe wurde aber auch das Zahnrad angetrieben und so lief dieses effektiv nicht mehr frei mit.
Eine
tangentiale
Federung
verringerte
Stösse, aber sonst war die
Kupplung
starr
aufgebaut worden. Das
Zahnrad
drehte sich auch bei Fahrten mit
Adhä-sion.
Optimal waren die Drehzahlen jedoch nur bei halb abgenützter
Bandage.
Jedoch hatte diese starre
Kupplung
auch Auswirkungen auf die
Höchstge-schwindigkeit. Diese war auf die
Zahnstange abgestimmt worden.
Dort konnte mit bis zu 30 km/h gefahren werden. Bei maximaler Drehzahl der
Fahrmotoren wurden jedoch maximal nur 50 km/h erreicht. Die neue
Lokomotive war daher auf den Talstrecken kaum sinnvoll einsetzbar.
Der Kasten selber stützte sich über einen Wiegebalken und
Blattfedern auf
den beiden
Drehgestellen ab. Ein
Drehzapfen
sorgte für die Übertragung der
Zugkräfte. In diesem Punkt orientierte man sich an der
Baureihe
Re 4/4.
Das
Laufwerk
konnte also schneller fahren, aber für ein umschaltbares
Getriebe
fehlte in der sehr kurzen
Lokomotive schlicht der erforderliche
Platz. Die neue Lokomotive der Brünigbahn war jedoch klar eine
Berglokomotive.
Auch hier waren das Bauteile der elektrischen Ausrüstung, aber auch die Lokpfeife. Der grösste Verbraucher bildeten jedoch die Bremsen der Loko-motive.
Diese musste wegen
dem Einsatz mit
Zahnstange optimiert ausgeführt wer-den. Dazu
verantwortlich zeichnete sich die Firma Oerlikon Bremsen, die einen guten
Ruf hatte. Es waren zwei unabhängige Brems-systeme für Druckluft vorhanden. Das waren die indirekt wirkende auto-matische Bremse und die Rangier-bremse.
Diese
wirkten mit einer
Klotzbremse
auf die
Laufflächen der
Triebräder. Damit
war diese
Bremse auch bei Fahrten mit
Adhäsion
vorhanden. In der
Zahnstange reichte diese Lösung jedoch nicht aus, denn in den Vorschriften
waren grössere Werte vorhanden und wie hoch die sein konnten, zeigt diese
Lokomotive.
Bei jedem
Zahnrad
war eine direkt wirkende
Bremse vorhanden. Diese wirkte
mit einem
Bremszylinder auf die Bandbremse. Dabei wurde das Bremsband
gegen eine Trommel gezogen. Die nun mögliche
Bremskraft war so hoch, dass
im steilsten Abschnitt der Strecke die
Lokomotive und der gelöste Zug zum
Stillstand gebracht werden konnte. Bei Fahrten mit
Adhäsion
durfte diese
Bremse daher nicht wirksam geschaltet werden.
Speziell war jedoch die
Handbremse. Diese wurde hier nur noch zur
Sicherung der abgestellten
Lokomotive genutzt. Damit auch in der
Zahnstange eine genug hohe
Bremskraft aufgebaut werden konnte, wirkte die
Handbremse auf die Bandbremse der benachbarten
Triebachse. Wegen dem
gemeinsamen
Getriebe, war sie auch bei
Adhäsion
wirksam. In dem Fall, war
eine ausgesprochen kräftige Stillhaltebremse vorhanden.
Das auf dieser
Baureihe
aufgebaute Modell ent-sprach den bei den
Schweizerischen Bundesbahnen SBB üblichen Teilen. So konnte die Vorhaltung
von Ersatzteilen deutlich verringert werden. Um die elektrische Ausrüstung der Lokomotive sicher von der Fahrleitung zu trennen, war ein Hauptschalter verbaut worden. Hier kam das Modell DBTF zur Anwendung.
Die so geschaltete
Spannung
gelangte anschliessend zum
in der Mitte des Fahrzeuges montierten
Trans-formator. Dessen
Spule
war auf
der anderen Seite mit der Erde verbunden und so entstand ein ge-schlossener
Stromkreis. Es konnte Energie übertra-gen werden.
Wie überall bildete auch hier der
Transformator
das schwerste Bauteil. Um
das Gewicht zu verringern, musste Material gespart werden und das ging nur
mit einer sehr guten
Kühlung. Hier wurde die übliche Lösung mit dem
Transformatoröl, einer Pumpe und einem
Ölkühler verbaut. Diese Ölkühlung
war damals auch bei anderen
Baureihen verwendet worden. Auch bei der
Brünigbahn achtete man in diesem Bereich auf vergleichbare Modelle.
Auch wenn sich der
Stufenwähler bei den
Triebwagen
Deh 4/6 bewährt hatte,
hier wurde ein linear aufgebauter
Stufenschalter verwendet. Dieser wurde
an der
Hochspannung betrieben und er konnte mit Hilfe des
Überschaltwiderstandes die in der
Spule
vorhandenen
Anzapfungen so
verbinden, dass sich die
Spannung
änderte. Das hier verwendete Modell
erlaubte den Aufbau von 19
Fahrstufen, was ein guter Wert war.
Die dabei maximal
mögliche
Anfahrzugkraft wurde bei
Adhäsion
mit 140 kN angegeben. Wurde in
der
Zahnstange gefahren, konnte sogar die doppelte
Zugkraft
abgerufen
werden. Die Differenz entstand, weil die Zugkraft am Rad gemes-sen wurde. Wurde ohne Zahnrad gefahren, waren die Zugkräfte durch die Adhäsion beschränkt. Bei Fahrten in der Zahnstange galten diese Beschränkungen nicht mehr.
Die technisch mögliche
Zugkraft
konnte abgerufen wer-den. Nur schon diese
Tatsache zeigt damit, dass die
Bau-reihe für die
Bergstrecke gebaut worden
war, denn dort stand mehr Kraft zur Verfügung. Speziell war die Schaltung der Fahrmotoren. Diese waren beim Aufbau von Zugkraft im Drehgestell in Reihe ge-schaltet worden.
Die beiden
Drehgestelle waren aber parallel geschaltet. So konnte jedoch die Anzahl
der erforderlichen
Wende-schalter verringert werden. Bei einem Defekt an
einem Motor, konnte noch die halbe
Leistung abgerufen werden. Damit lag
die
Zugkraft
immer noch über jener der
Baureihe
Deh 4/6.
Wer noch immer nicht davon überzeugt ist, der erkennt bei der
Leistungsgrenze
die geplante Verwendung. Diese wurde hier bei einer
Geschwindigkeit von 31 km/h erreicht. Damit lag sie nur knapp über der
Geschwindigkeit in der
Zahnstange. Bei Fahrten mit
Adhäsion
war die neue
Lokomotive wirklich eine lahme Ente. Diese Abschnitte waren auf der
Bergstrecke nur kurz und daher war es die ideale Maschine für den Berg
geworden.
Damit war klar,
dass nur eine
Widerstandsbremse verbaut werden konnte. Diese musste zudem
recht gut wirken und daher kam nur die Lösung mit einer Erregung der
Fahrmotoren mit
Gleichstrom
in Frage. Ab der Batterie, beziehungsweise bei vorhandener Spannung in den Hilfsbetrieben wurden eine Erreger-maschine versorgt. Diese wiederum sorgte bei den anderen Fahrmotoren für die notwendige Erregung.
Damit das jedoch
ging, mussten die Motoren mit Hilfe der
Wendeschalter neu gruppiert
werden. Jedoch waren diese in Reihe angeschlossen worden. Bei ei-nem
defekten
Fahrmotor war die
elektrische
Bremse
wirkungslos.
Die von den so erregten
Fahrmotoren erzeugte elektrische Energie wurde in
den auf dem Dach montierten
Bremswiderständen in Wärme umgewandelt. Dabei
waren diese auf dem Dach in zwei
Gruppen angeordnet worden. Das Dach war
daher mit Ausnahme des
Stromabnehmers mit
Widerständen bedeckt worden. Nur
so konnte genug
Leistung auf dieser
Bremse abgerufen werden. Die Beharrung
des kompletten Zuges war kein Problem.
Wie schon bei den
Triebwagen
Deh 4/6 war die
elektrische
Bremse
der
Lokomotive nur aktiv, wenn in der
Zahnstange gefahren wurde. Dabei gab es
hier keine technisch bedingte Ursache. Die Steuerung der Lokomotive war
jedoch so ausgelegt worden, dass die
Wendeschalter nur auf den
Bremsbetrieb umschalteten, wenn zuvor das Fahrprogramm für die Zahnstange
aktiviert worden war. So konnte sie nur dort funktionieren.
Das waren die
Ventilatoren, der
Kompressor
und die
Batterieladung. Letztere war so ausgelegt wor-den, dass die
Leistung
ausrechend für die Ladung der
Batterien und für die Erregung der
elektrischen
Bremse
war. Dabei musste natürlich auch die Steu-erung
versorgt werden. Die Spannung bei den Hilfsbetrieben lag bei 220 Volt und entsprach damit den bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB üblichen Werten. Bei den Neben-betrieben, also bei der Zugsheizung, musste man natürlich die Werte der Brünigbahn nehmen.
Diese lag wegen der BOB bei 1 500
Volt. Es wurde
Wechselstrom
verwendet, denn damit konnten auch die
Widerstände der Wagen
aus dem Bestand der BOB erwärmt werden. Bedient wurde die Lokomotive auf der linken Seite. Trotz der kurzen Bauweise, war es möglich, eine sitzende Bedienung vorzusehen.
Da diese bei
Lokomotiven noch nicht definitiv eingeführt worden war, war eine
Sitzgelegenheit vorhanden, die auch die stehende Bedienung der beiden
Maschinen erlaubte. Es sollten die letzten so aufgebauten
Triebfahrzeuge
der Schweizerischen Bundesbahnen SBB sein, denn zur Umstellung kam es
1955.
Mit der Bedienung sind wir bei der Steuerung. Es war eine klassische
Lösung mit
Steuerkontroller
vorhanden. So konnten die Stufen genau
eingestellt werden. Eine mechanische Welle erlaubte die Anwendung des
Handantriebes. Das war kein Problem, denn auch die
Lokomotiven der
Brünigbahn waren nicht mit einer Fern- und
Vielfachsteuerung
versehen
worden. Bei zwei Lokomotiven kamen sich diese kaum nahe genug.
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