|
Deh 4/6 Nr. 901 bis 916 |
|||||||||||
| Navigation durch das Thema | |||||||||||
![]() |
|||||||||||
|
Baujahr: |
1941 – 1942 |
Leistung: |
930 kW / 1 270 PS |
||||||||
|
Gewicht: |
54 t |
V. max.: |
75 km/h |
||||||||
|
Normallast: |
240 t / 60 t * |
Länge: |
14 800 mm |
||||||||
|
* Adhäsion / Zahnstange
Als die Brünigbahn elektrifiziert wurde, mussten auch die entsprechenden
Fahrzeuge beschafft werden. Die Schweizerischen Bundesbahnen SBB wollten
die Vorteile der neuen Betriebsart nutzen. Gleichzeitig sollte aber auch
der Bestand so gering wie nur möglich gehalten werden. Das mit den
erhofften verkürzten
Fahrzeiten kombiniert, ergab dann ein
Triebfahrzeug,
dass auf der gesamten Strecke ohne Beschränkungen eingesetzt werden
konnte.
Diese
Konsortium baute und lieferte den Schwei-zerischen
Bundesbahnen SBB ein besonderer
Trieb-wagen für den Einsatz mit
Adhäsion
und mit einer
Zahnstange nach dem System Riggenbach. Als Deh 4/6
bezeichnet wurden von diesem Modell 16 Stück geliefert. Der Kasten des Fahrzeuges wurde aus normalem Stahlblech aufgebaut. Dieses wurde mit Hilfe der nun möglichen elektrischen Schweisstechnik zu einem selbsttragenden Kasten verbunden. Dieser war symmetrisch aufgebaut worden und umfasste den Boden, die Seitenwände, die beiden Führerstände und letztlich noch das Dach.
Das
sorgte dafür, dass es im Fahrzeug trocken
blieb. Zudem hatte das Dach die Bauteile der elektrischen Ausrüstung zu
tragen.
Die Seitenwände teilten sich in zwei
Gepäckabteile und den mittig
angeordneten technischen Bereich auf. Während sich der
Gepäckraum durch
ein Fenster und ein Tor mit Fenster zeigte, war der
Maschinenraum in der
Mitte wegen den beiden
Lüftungsgittern zu erkennen. Speziell ist, dass es
sonst keine weiteren Zugänge gab. So wurde auf normale
Einstiegstüren
verzichtet, das Personal für den Verlad musste also die Tore benutzen.
Auch für das
Lokomotivpersonal gab es keine normalen
Einstiegstüren. Dieses
erreichte den Arbeitsplatz über die Gepäcktore und mit einem
Hilfstritt
neben der
Kupplung
über die
Fronttüre. Diese Türe war vorhanden, da damals
auch bei der Brünigbahn der Durchgang für das
Zugpersonal eingeführt
wurde. Nötig war das, weil bekanntlich das
Gepäckabteil auf den
Triebwagen
verschoben wurde. Reisenden war der Zugang jedoch nicht möglich.
Die hier vorgestellten
Triebwagen waren daher klar den
Staatsbahnen zuzuordnen. Abweichungen gab
es bei den Abmessungen, denn die
Lichtraumprofile von Schmalspurbahnen
lassen nur Fahrzeuge mit einer geringeren Breite zu. Abgestellt wurde dieser Kasten auf insgesamt drei Drehgestellen. Diese waren jedoch nicht identisch aufgebaut worden. So enthielten die beiden äus-seren Laufwerke die Triebachsen.
Das mittlere
Drehgestell war jedoch nur mit
Lauf-achsen ausgerüstet worden. Diese waren hier nicht mehr zur Führung,
sondern zur Reduktion der
Achs-lasten verbaut worden. Die hohe verlangte
Leistung des
Triebwagens war damals nur mit Laufachsen möglich.
Beginnen wir mit den beiden äusseren
Drehgestel-len. Dabei können wir uns auf
eines beschränken, denn sie waren identisch aufgebaut worden. In dem
geschweissten Rahmen waren zwei
Achsen eingebaut worden. Diese hatten
einen Abstand von 2 500 mm erhalten. Auf den
Achswellen aufgezogen wurden
dann die beiden
Räder. Hier wurden
Speichenräder mit aufgezogener
Bandage
verwendet. Fertig montiert erreichten sie einen Durchmesser von 900 mm.
Im Rahmen gehalten wurden die
Achsen mit den nun bei
Triebwagen und Wagen
üblichen
Rollenlager. Diese
Achslager
waren dauerhaft mit
Fett geschmiert
und sie konnten sich seitlich um bis zu 30 mm verschieben. Zur
Federung
der Achse wurden seitlich vom
Lager
Schraubenfedern verwendet. Für die
Abstützung des Kastens wurden hingegen
Blattfedern verwendet. Eine damals
durchaus übliche Bauweise im
Personenverkehr.
Dabei kamen jedoch nicht mehr die
bisher verwendeten
Puffer zur Anwendung. Die Brünigbahn wurde mit den
neuen Fahrzeugen auf die bei Schmalspurbahnen oft ver-wendete
Kupplung
umgestellt. Diese GFV-Kupplung sorgte nicht nur für die mechanische Verbindung, sondern stellte auch die Leitung für die Druckluftbremsen her. Eine elektrische Verbindung gab es jedoch nicht.
Noch können wir die Länge des
Fahrzeuges nicht bestimmen, denn dazu müssen wir das mittlere
Drehgestell noch ansehen. Dieses wurde jedoch nicht so benannt, denn hier sprach man
auch von einem Zahnradwagen und wir müssen genauer hinsehen. Es wurde ein innen liegender Rahmen verwendet. So waren die Laufachsen gut zu erkennen. Auch hier wurden Speichenräder verwendet. Diese hatten einen etwas kleineren Durchmesser, als die Triebachsen.
Das war bei
Laufachsen
jedoch nicht so selten der Fall. Deutlich grösser war jedoch der
Radstand,
denn dieser betrug bei den in
Rollenlagern gehalten
Achsen 3 440 mm. Auch
hier war eine seitliche Verschiebung von bis zu 140 mm vorhanden.
Die beiden
Laufachsen waren mit
Schraubenfedern versehen worden. Sie waren
jedoch nicht der Grund für das besondere
Laufwerk. Wie die erwähnte
Bezeichnung Zahnradwagen es schon vermuten lässt, wurden hier die
Triebzahnräder eingebaut. Diese wurden nicht auf den
Achswellen der
Laufachsen montiert, sondern nach innen verschoben. Daher reduzierte sich
deren Abstand der beiden
Zahnräder deutlich und er betrug noch 2 350 mm.
Auf den Strecken ohne diesen
Antrieb
erreichte der
Triebwagen
seine
Höchstgeschwindigkeit von bis zu 75 km/h. Es erfolgte mit den neuen
Fahrzeugen auch eine Steigerung bei den erlaubten Geschwin-digkeiten. Um die Zugkräfte zu übertragen wurden die beiden Triebdrehgestelle und der mittig eingereihte Zahn-radwagen mit einer Kurzkupplung verbunden. Diese erlaubte es, dass der Triebwagen auf den Ad-häsionsstrecken durch die Triebdrehgestelle geführt wurde.
In der
Zahnstange übernahmen dann die
Zahnräder diese Aufgabe. Das war auch der Grund, warum die
Achsen
grundsätzlich seitlich verschiebbar ausge-führt wurden. Für die Verbraucher der elektrischen Ausrüstung, für die Lokpfeife und die Bremsen wurde Druckluft benötigt.
Diese wurde mit einem
Kompressor
erzeugt
und dessen
Leistung war ausreichend bemessen worden. Das bedeutet, dass er
nicht mit den Modellen der
Normalspur identisch war. Hier wurden keine
langen
Güterzüge geführt und man musste beim Gewicht sparen. Daher war die
Anlage für die Druckluft wie bei anderen
Triebwagen angepasst worden.
Bei der
Druckluftbremse
wurde eine Lösung der
Bauart Oerlikon verwendet.
Diese umfasste die übliche
automatische Bremse und die direkt wirkende
Rangierbremse. Diese wirkten auf die mechanischen
Bremsen des Fahrzeuges
und wegen der Strecke mit
Zahnstange, mussten hier unterschiedliche
mechanische Bremsen verwendet werden und daher sehen wir uns diesen Teil
etwas genauer an und dabei beginne ich mit den
Achsen.
Hier waren auch die Laufachsen gebremst, diese besassen einen eigenen Bremszylinder. Die Klotz-bremse war hier jedoch anders aufgebaut worden.
jedes
Rad war daher nur mit einem
Bremsklotz
ver-sehen worden. Diese Reduktion war wegen dem Auf-bau wichtig. Triebachsen können stärker gebremst werden als Laufachsen. Der Antrieb mit den Motoren bildete eine deutlich grössere bewegliche Masse. Diese fehlte bei den beiden Laufachsen.
Durch die geringere Anzahl
Bremsklötze bei
diesen
Achsen wurde das berücksichtigt. Der
Triebwagen hatte damit jedoch
eine gut wirkende
Bremse erhalten. Diese war jedoch auf den Abschnitten
mit
Zahnstange nicht ausreichend genug. Daher wurden auch die beiden Triebzahnräder ge-bremst. Da diese jedoch nicht von der Adhäsion ab-hängig war, konnten deutlich höhere Kräfte erzeugt werden. Daher wurden hier die bei solchen Antrie-ben übliche Bandbremsen eingebaut.
Mit einem
Bremszylinder wurde das Bremsband ge-gen
die Trommel gezogen. Diese wurde dadurch in der Drehung gehindert. Die
Kraft dieser
Bremse reichte, da auch die
Klotzbremse wirksam war.
Die Vorschriften für Strecken mit
Zahnstange verlangten jedoch noch ein
zweites
Bremssystem. Dieses musste von der mechanischen
Bremsen unabhängig
wirken und damit sind wir bei der elektrischen Ausrüstung des
Triebwagens
angelangt. Diese war für eine
Spannung
in der
Fahrleitung
von 15 000
Volt
und 16 2/3
Hertz ausgelegt worden. Das erlaubte, dass man hier auf
Bauteile der
Normalspur zurück greifen konnte.
Speziell war eigentlich nur, dass man hier einen einzigen Bügel
montierte. Dieser war jedoch mit doppelten
Schleifleisten versehen und
daher konnte auf den Aufbau eines zweiten Modells verzichtet werden. Um die elektrische Ausrüstung von der Fahrleitung zu trennen, war auf dem Dach ein Hauptschalter montiert worden. Dieser wurde mit einer normalen Dachleitung am Stromabnehmer angeschlossen.
Dabei war das hier verbaute
Modell nicht in der Lage sämtliche
Kurzschlüsse sicher abschalten zu
können. Es war daher ein älteres mit
Druckluft be-triebenes Modell verbaut
worden. Noch standen die guten DBTF nicht zur Ver-fügung.
Eine Durchführung sorgte anschliessend dafür, dass die
Spannung ins
Fahrzeug gelangte. Um möglichst kurze Leitung zu erhalten, erfolgte das in
der Mitte des Fahrzeuges beim im
Maschinenraum
aufgestellten
Transformator. Dieser wurde mit einer Füllung durch
Öl isoliert, aber auch
gekühlt. Die
Spule
wurde mit Hilfe der an den
Achsen des Fahrzeuges
montierten
Erdungsbürsten verbunden. So entstand der benötigte
geschlossene
Stromkreis.
Wir können bereits zum
Stromkreis
der
Fahrmotoren und die
Antriebe für die
beiden
Zahnräder wechseln. Dazu waren beim
Transformator die benötigten
Anzapfungen vorhanden. Diese wurden ohne weitere Behandlung mit einem
neuen
Stufenwähler verbunden. Das hier verbaute Modell wurde bereits bei
der
Lokomotive der
Baureihe Ae 4/6 verwendet und er sollte so gut
funktionieren, dass eine grössere Serie damit ausgerüstet werden sollte.
Vom Aufbau her wurden sie der verlangten
Leistung
ange-passt, aber sonst entsprachen die Motoren den anderen
Baureihen. Hier
waren jedoch weniger die Motoren, als deren Beschaltung wichtig, denn
diese sonst unverän-derlich Schaltung wurde hier verstellt. Wurde auf den Abschnitten mit Anwendung der Adhäsion gefahren, waren nur die vier Fahrmotoren der Trieb-achsen versorgt. Während die beiden Drehgestelle in dieser Betriebsform parallel geschaltet wurden, waren die darin montierten Motoren in Reihe geschaltet.
So konnte eine maximale
Zugkraft
104 kN abgegeben und mit der
Adhäsion übertragen werden. Bei 51.6
km/h wur-de jedoch die
Leistungsgrenze
erreicht. Wurde nun mit den verbauten Wendeschaltern die Be-triebsart für die Zahnstange umgeschaltet, wurden die Fahrmotoren neu gruppiert.
Sie liefen
nun auch zwischen den
Drehgestellen in Serie. Damit sank die
Spannung und
die
Leistung. Da nun aber auch die
Antriebe für die
Zahnräder parallel
dazu geschaltet wurden, ergab sich eine Anpassung bei der
Zugkraft. Diese
lag höher, da wir hier ja zwei Motoren mehr in Betrieb haben.
Die
Anfahrzugkraft wurde nun auf 220 kN erhöht. Da sich aber die
Leistung
des
Transformators nicht veränderte, war eine tiefere
Leistungsgrenze
vorhanden. Diese wurde jetzt bei 26 km/h erreicht. Das war nicht so
schlimm, da auf diesen Strecken kaum schneller gefahren werden durfte. Die
nun verfügbare
Zugkraft lag bei 131 kN, was immer noch mehr war, als bei
der
Adhäsion maximal mit vier
Fahrmotoren möglich war.
Es war die Tatsache, dass sie nur
genutzt werden konnte, wenn die Motoren der
Zahnräder zugeschal-tet waren.
Obwohl mit den
Nutzstrombremsen grosse Erfolge erzielt wurden, durfte sie
bei diesem
Trieb-wagen nicht verbaut werden. Der Grund lag bei den Vorschriften. Diese verlangten eine von der Fahrleitung unabhängige elektrische Bremse. Das ging nur mit der Anwendung einer Lösung mit auf dem Dach montierten Bremswider-ständen.
Da bei der
Adhäsion die beiden Motoren der
Zahn-räder nicht liefen, war es schlicht
nicht möglich diese
Bremse bei Fahrten auf der Adhäsion anzu-wenden. Wir
müssen aber etwas genauer hinsehen, denn die Erregung war wichtig.
Es war eine
Widerstandsbremse für
Gleichstrom
verbaut worden. Dabei wurden
die
Fahrmotoren und die Motoren der
Zahnräder von der
Batterie,
beziehungsweise vom
Ladegerät erregt. Die Energie der Motoren wurde dann
in den auf dem Dach montierten
Bremswiderständen in Wärme umgewandelt. Um
die verlangte
Leistung zu erhalten, mussten so viele
Widerstände montiert
werden, dass es keinen Platz mehr für einen zweiten
Stromabnehmer
gab.
Wie bei jedem elektrischen
Triebfahrzeug gab es hier
Hilfsbetriebe. Diese
wurden nach den Normen der
Normalspur aufgebaut. Das Netz hatte eine
Spannung von 220
Volt erhalten und es waren auch die üblichen Verbraucher
verbaut worden. So lange diese Hilfsbetriebe aktiv waren, wurde die
Erregung über das
Ladegerät sicher gestellt. Die für die Steuerung
verbauten
Batterien, kamen also nur zur Anwendung, wenn die Spannung
ausfiel.
Die
Zugsheizung
wurde auch hier vom
Transformator ab einer
Anzapfung
versorgt und sie endete bei den beiden Enden des Fahrzeuges. Dort stand
die
Spannung in einer Steckdose und einem
Heizkabel
den angehängten Wagen
zur Verfügung. Damit diese Wagen mit den Modellen der BOB getauscht werden konnten, musste die Spannung dieser Privatbahn angepasst werden. Die Berner Oberland Bahnen BOB verkehrten mit einer Fahrleitung für Gleichstrom.
Diese hatte eine
Spannung von 1500
Volt erhalten und daher wurden die
Reisezugwagen auch mit diesem Wert versorgt. Bei der Brünigbahn war die
Spannung gleich, nur dass hier
Wechselstrom
benutzt wurde.
Für die Steuerung und die Bedienung des
Triebwagens war ein
Bordnetz
vorhanden. Der Arbeitsplatz des Lokführers war das
Führerpult im
Führerstand. Dieser war auf der linken Seite des
Führerraumes angeordnet
worden. Das war bei den Triebwagen der Schweizerischen Bundesbahnen SBB
seit Einführung von Triebwagen so üblich, jedoch nicht die stehende
Bedienung. Bei der Brünigbahn wurde die sitzende Bedienung noch nicht
eingeführt.
Bei
Triebwagen stellt sich automatisch die Frage nach einer
Vielfachsteuerung. Diese waren technisch kein Problem mehr. Jedoch wurde
hier auf deren Einbau verzichtet. Daher wurden diese Triebwagen
ausschliesslich als
Lokomotiven verwendet und das sollte sich nicht mehr
ändern.
Pendelzüge kamen jedoch auch bei der Brünigbahn, doch dazu wurden
die hier vorgestellten Triebwagen umgebaut und das veränderte das
Fahrzeug.
|
|||||||||||
| Letzte |
Navigation durch das Thema |
Nächste | |||||||||
| Home | SBB - Lokomotiven | BLS - Lokomotiven | Kontakt | ||||||||
|
Copyright 2024 by Bruno Lämmli Lupfig: Alle Rechte vorbehalten |
|||||||||||