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Komforteinrichtungen |
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Kommen wir zu den Komforteinrichtungen. Diese beschränkten sich
längst nicht mehr auf eine ansprechende Ausleuchtung und
Heizung.
Immer mehr Lösungen mussten her. Das beginnt mit der längst bekannten
Notbremse
und führte damals zu mehr Informationen. All das musste noch mit einer
extremen Leichtbauweise kombiniert werden. Gerade diese verhinderte einige
Lösungen, die damals als fortschrittlich galten.
Dort zeigte sich beim
Einheitswagen III,
dass die dazu benötigten Geräte ein zu hohes Gewicht hatten. Gerade das
war auch hier das grosse Problem, denn es sollte ein sehr leichter
Triebzug
entstehen, der mit wenig
Leistung
schnell beschleunigen konnte. An den Komfort dachte in dem Fall niemand.
Die Abteile mussten ausgeleuchtet werden. Wegen den eher dunklen
Farben war das sogar früher der Fall. Wenn das durch die Seitenfenster ins
Fahrzeug gelangende Licht nicht mehr ausreichte, konnten an den Decken die
Lampen angemacht werden. Dazu waren für den Kunden zwei Leuchtbänder an
der Decke zu erkennen. Diese verliefen jeweils seitlich vom Durchgang und
wurden durch die dortigen Luftauslässe der
Heizung
getrennt.
Eingeschaltet wurde die künstliche
Beleuchtung
im normalen Betrieb durch den Lokführer. Er hatte den
Hauptschalter
und der
Zugführer
konnte nur einzelne Abteile ausschalten. Damals galt für die Beleuchtung,
dass diese in der Nacht mit Beginn der Dämmerung und in längeren
Tunnel
eingeschaltet werden musste. Wegen den eher düster gehaltenen Abteilen war
das Begehren nach künstlichem Licht hier vermutlich früher vorhanden.
In den Leuchtbändern waren einfache Fluoreszenzlampen eingebaut
worden. Diese hatten eine hohe Lebensdauer und sie benötigten zudem
weniger Energie. Gerade beim Bedarf der Energie wurde viel gespart. Wo es
nur ging, verzichtete man und suchte nach einfachen Lösungen, die wenig
Energie verbrauchten und das begann bereits bei der
Beleuchtung,
die bisher mit
Glühbirnen
verwirklich worden war. Nun wurde es modern.
Das versuchte man etwas zu kaschieren und so baute man Abdeckungen
ein, die für eine Brechung des Lichtes sorgten und dieses nicht mehr so
kalt wirkte. Jetzt kommen aber die eher dunkel gehaltenen Abteile ins
Spiel. Durch das kalte Licht der Beleuchtung wirkten die Farben deutlich heller und so einstand ein angenehmes Abteil. Lediglich am Tag, wo nur die Sonne zur Erhellung genutzt wurde, wirkten diese Effekte nicht mehr.
Das führte dazu, dass hier schon eher eingeschaltet werden musste.
Die Einsparungen bei den Lampen ging daher zu einem grossen Teil wieder
verloren. Sie sehen wirklich optimal war das auch nicht gewählt worden.
Die Lampen waren nicht nur in den Bereichen mit den Reisenden
vorhanden, denn auch im
Gepäckraum
erhellten sie den Raum. Hier wurde zudem auf die Abdeckung verzichtet. Der
Grund war, dass hier eine Abdeckung aus Gitter vorhanden war. Diese
Einfassung sollte verhindern, dass bei Handlungen mit sperrigen
Gegenständen die Lampe unbeabsichtigt von der Decke geholt wurde. In dem
Fall wäre es dunkel geworden.
Reisezugwagen
mussten in der kalten Jahreszeit erwärmt werden. Hinzu kam, dass alte
Wagen im Sommer extrem heiss wurden. Das konnte man verhindern, wenn eine
gute
Isolation
verbaut wurde. Wärme die nicht durch die Wände verloren ging, musste nicht
zugeführt werden. Sie sollte leicht sein und kein Platz benötigten und
dafür hatte die Industrie eine Lösung parat. Wie gefährlich es nun werden
sollte, wusste damals niemand.
Deutlich besser schnitt diese
Isolation
ab, wenn es um Gewicht und um den Platz ging. Die Seitenwände wurden durch
das Material nur drei Zentimeter breit, was sehr wenig war. Mit anderen
Lösungen hätte für die Isolation mehr Platz geopfert werden müssen. Spritzasbest ist schlicht tödlich. Die feinen Fasern gelan-gen in die Atemwege und können von der Lunge nicht ab-gebaut werden. In der Folge entwickeln sich zum Schutz des Gewebes Wucherungen.
Diesen Effekt nennt man schlicht Lungenkrebs und in den meisten
Fällen wirkte das tödlich. Es ist wirklich ein extrem gefährlicher Stoff,
der heute sogar verboten wurde und das sicherlich zurecht. Doch was ist
mit den Reisenden?
Sobald sich die Masse abgebunden hatte wurden keine Fasern mehr
freigesetzt. Das passierte erst wieder, wenn die
Isolation
mechanisch beschädigt wurde. Da man die Probleme damals nicht kannte,
wurde bedenkenlos damit gearbeitet. Die Probleme traten erst viel später
auf und oft wurde es dem Rauchen zugeschlagen. Doch was brachte dieser
Spritzasbest
für das Gewicht des Wagens und diesen sollten wir einmal auf die Waage
stellen.
Der fertig aufgebaute Wagen hatte ein Gewicht von lediglich 25
Tonnen. Diese nackte Zahl hilft uns nicht weiter. Im Schnitt ergab es pro
Meter eine Tonne und damit können wir arbeiten. Als Vergleich können wir
die
Leichtstahlwagen
nehmen. Diese hatten ein Gewicht pro Meter von 1.2 Tonnen erhalten.
Hochgerechnet auf die Länge der hier verwendeten Wagen hätte das ein
Mehrgewicht von fünf Tonnen bedeutet, was wirklich viel war.
Mit der
Isolation
alleine war es nicht getan. Gerade im Winter konnte das Fahrzeug bei
kalten Tagen zu stark auskühlen. Daher musste geheizt werden und da griff
man auf die Lösung von bestehenden Fahrzeugen zurück. In den Fokus
gerieten die neusten
Einheitswagen
der
BLS-Gruppe.
Bei denen wurde eine intensive
Heizung
mit Warmluft verwendet. Wurde nicht geheizt lief diese
Lüftung
jedoch weiterhin und kühlte so den Wagen.
Das war der grosse Unterschied zu dem
Einheitswagen II
der Schweizerischen Bundesbahnen SBB, die auch eine Warmluftheizung
hatten. Diese lief jedoch nur im Winter und nicht im Sommer. Mit der
Lüftung
musste die
Zugsheizung
auch in der Zeit eingeschaltet werden und aus diesem Grund wurde bei
diesem
Triebzug
von einer
Zugsammelschiene
gesprochen. Die
Spannung
von 1000
Volt
wurde jedoch nicht verändert.
Die Luft strich an diesen
Widerständen
vorbei und nahm die Wärme auf. Was in der Regel zum Kühlen von Baugruppen
genutzt wurde, kam hier für die
Heizung
zur Anwendung. Wir können aber feststellen, dass die Widerstände gekühlt
wurden. Die von den Widerständen erwärmte Luft wurde in den Fahrgastraum geführt und gelangte dort durch die Lüftungskanäle in den Innenraum. Die aus diesem ge-drängte Abluft entwicht durch einen weiteren Kanal ins Freie.
Mit der
Heizung
konnte die Wärme sogar reguliert werden, denn die
Widerstände
konnten mit zwei Stufen bei der
Leistung
arbeiten. Je nach Stellung des Schalters und des Thermostaten, wurden die
Widerstände versorgt. Während dem Heizbetrieb wurden mit dem Ventilator 1 500 m3 Luft pro Stunde in den Wagen geblasen. Das reichte aus, dass die Luft im Inneren des Wagen in der Zeit mehrfach ausgewechselt wurde.
Genau genommen war das zwölfmal in der Stunde. So konnten auch
unangenehme Gerüche schnell abziehen. Da sich durch die
Lüftung
auf den
Widerständen
im Heiz-register kein Staub ablegen konnte, war auch der Geruch von
verbranntem Staub nicht vorhanden. Auch wenn die Lüftung im Winter nur auf einer Stufe lief, konnte der Raum er-wärmt werden. An dieser Lüftung änderte sich auch nichts, wenn die Aussen-temperatur auf einen Wert von bis zu 12°C stieg.
Bei dieser Marke wurden die
Widerstände
der Heizregister teilweise abgeschaltet und die
Lüftung
wechselte auf Stufe eins. Das bedeutete, dass nun in der Stunde eine
Luftmenge von 2 500 m3 in den
Zug geblasen wurde.
Stieg die Temperatur ausserhalb des Zuges auf mehr als 17°C an,
ging man von einem Sommertag aus. Daher wurde nun auch die
Lüftung
verändert, denn mit der Sonne wurde der Innenraum ausreichend erwärmt und
diese sollte angeführt werden. Jetzt lief die Lüftung daher auf Stufe zwei
und das hatte zur Folge, dass man bis zu 5000 m3
pro Stunde die Luft auswechselte. Mit anderen Worten, nun wurde diese Luft
30 bis 42 mal pro Stunde ausgewechselt.
Das war zusammen mit der hier fehlenden Aufbereitung der Luft nur
bei
Klimaanlagen
vorhanden. Auf diese wurde jedoch nicht nur wegen dem Gewicht verzichtet,
sondern auch wegen dem kaum er-warteten Nutzen. Auch im Bereich der Sicherheit wurde mehr vorgenommen, als das bisher der Fall war. Die Türen wurden bei dem Triebzug durch den Lokführer geschlossen. War das erfolgt, konnten sie nicht mehr geöffnet werden.
Die Tasten waren inaktiv und so wurde verhindert, dass Leute aus
versehen die Türe während der Fahrt öffneten. Wie sich die Auswirkungen
auf die Steuerung ergaben, werden wir später noch er-fahren, denn gefahren
wurde dann nicht mehr. Ein grosses Problem war der Moment, bei dem die Türen geschlossen wurden. Zwar wurde das vom Zugführer überblickt, doch auch der stieg zu und das bedeutete, dass ein eiliger Reisender noch schnell in den Triebzug huschen konnte.
Im schlimmsten Fall müsste man damit rechnen, dass dieser
eingeklemmt werden könnte. Daher wur-den die Türen mit zwei
Sicherheitsvorkehrungen versehen. So sollte in dem Fall nichts passieren. Ein Kontakt im untersten Tritt der Treppe verhinderte, dass bei einer Belastung desselben die Türe sich automatisch schliessen konnte. Durch den Schliessbefehl konnte dieses Trittbrett jedoch überbrückt werden.
Die Türe schloss sich, auch wenn es belegt war. Damit das nicht
beim
Zugführer
passierte, konnte er den Vorgang eine kurze Zeit verhindern. Mit anderen
Worten, die Türe bei ihm schloss schlicht noch nicht.
Durch die schliessende Türe konnte jemand eingeklemmt werden.
Damit das nicht passierte, waren die Dichtungen überwacht. Stellten diese
einen
Widerstand
fest, öffneten sie sich wieder. Ein Arm konnte nun aus der Türe gezogen
werden. Es waren also Merkmale vorhanden, die wir auch heute noch bei den
modernen
Triebzügen
vorfinden. So gesehen war der Triebzug sicher unterwegs, aber dennoch
konnte immer etwas passieren.
In der Folge wurde diese entleert und der Zug kam bedingt durch
die
Bremsung
zum Stillstand. Es war also ein einfaches
Ventil,
das geöffnet wurde und das offen blieb, denn die Rückstellung erfolgte
ma-nuell. Heute übliche Lösungen mit einer Überbrückung, oder gar nur einer Anforderung der Notbremse gab es damals schlicht noch nicht und letztlich waren diese auch nicht notwendig. Der Triebzug wurde dazu ausgelegt, dass immer noch Zugpersonal mit reiste.
Diese konnte die Art der Gefahren abschätzen und allenfalls die
Notbremse
vorzeitig wieder zurück stellen. Eine optische Anzeige welche Notbremse
gezogen wurde, gab es nicht. Die Hinweise an der Front des Triebzuges haben wir bereits kennen gelernt. Die Transparente wurden durch den Lokführer vor der Fahrt eingestellt. Das musste in jedem Führerstand und mit jeder Seite getrennt erfolgen.
Eine Regelung, die für die korrekte Einstellung sorgte war auch
nicht vorhanden. Es oblag daher vieles noch dem Personal und das galt auch
für die akustischen Informationen an die Reisenden im und ausserhalb des
Zuges. Ab der Sprechstelle im Abteil des Zugführers konnten mittels eines einfachen Systems mit Laut-sprechern Durchsagen gemacht werden. Diese waren sowohl innen in den Abteilen, als auch aussen am Zug zu hören.
Was erzählt wurde oblag dem Personal. Die hier erfolgten
Informationen aussen am Zug waren speziell, denn sie sollten nicht mehr
weiter verfolgt werden. Ansagen aus dem
Führerstand
waren jedoch nicht möglich, da es den
Zugführer
gab.
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