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Bevor wir uns den Innenraum der Triebzüge genauer ansehen können, müssen wir in das Fahrzeug gelangen. Der Reisende musste sich davor jedoch vergewissern, dass er den richtigen Zug nahm. Das konnte er hier bereits erkennen, wenn der Zug in dem Bahnhof fuhr. Die Linientransparente gaben eine bescheidene Auskunft. Neben der Art des Zuges war nur noch der Endbahnhof aufgeführt worden und bei ungenügenden Ortkenntnissen war es nicht leicht.

Genauere Informationen gab es seitlich am Zug. Dort konnten die schon von den älteren Wagen her bekannten Routentafeln eingehängt werden. Je nach Aufbau waren dort dann umfangreichere Hinweise mit Bahnhöfen entlang der Strecke vorhanden.

Eingestellt werden mussten diese Tafeln durch den Zugführer und das nach je-der Fahrt. Da es davon bis zu zwei Stück an jedem Wagen und Seite gab, eine umfangreiche Arbeit.

Mit den Linientransparenten und den Routentafeln waren die Hinweise vorhan-den. Wer immer noch nicht sicher war, konnte sich beim Zugpersonal er-kundigen.

Dieses wusste Bescheid und konnte auch helfend zur Hand gehen, wenn der ungeübte Reisende nicht herausfand, wie er denn in den Triebzug kam. Die bekannte Türfalle fehlte schlicht und auch sonst waren keine Griffstangen montiert worden. Daher musste gesucht werden.

Wer bei der Einstiegstüre suchte, der kam nicht sehr weit. Dort befand sich nur ein Griff, mit dem die Türe aufgezogen werden konnte, wenn die Steuerung derselben umgangen wurde. Im Normalfall wurden seitliche Druckknöpfe benutzt. Mit einem Druck auf die kaum zu erkennende Taste seitlich der Türe, öffnete sich diese nach Aussen. Damit man nicht an der Einstiegstüre vorbei gehen musste, befanden sich auf beiden Seiten Taster.

Die Bedienung der Tasten zur Einstiegstüre war so schlecht zu erkennen, dass bereits unmittelbar nach der Ablieferung der Triebzüge gelbe Hinweispfeile angebracht wurden. Da nun aber die Türe offen ist, denke ich, dass wir einsteigen. Dazu nehmen wir die Türe beim Führerstand des vorderen Triebwagens und öffnen diese mit einem beherzten Druck auf die Taste. Diese war nur aktiv, wenn es auch erlaubt war, die Türe zu öffnen.

Über eine flache und damit angenehme Treppe gelangte der Reisende auf die Plattform. Die Stufen wurden so ausgestaltet, dass auch ältere Leute die Treppe ohne grosse Probleme benutzen konnten. Angst davor haben, dass sich die Türe schloss musste man nicht. Das konnte zwar passieren, aber der eingebaute Einklemmschutz sorgte dafür, dass ich die Türe wieder öffnete. So konnte man einsteigen und sich einen Platz suchen.

Bisher gab es immer wieder pflichtbewusste Reisende, die nach sich die Einstiegstüre wieder zu-zogen. Das war nun nicht mehr möglich und die Türe schloss auf andere Weise. Nach einer gewissen Zeit schloss sie automatisch. Das war im Winter vorgesehen, da sonst durch die grossen Löcher viel Wärme entweichen konnte. Im Sommer musste die Türe manuell geschlossen werden und das konnte nur der Zug- oder der Lokführer machen.

Bevor wir uns hinsetzen blicken wir von der Plattform in die angrenzenden Abteile. Dabei fiel auf, dass es keine Wände mehr gab. Man konnte ohne grosse Probleme einen Sitzplatz erkennen. Die Idee dabei war, dass es so keine Staulagen bei den Türen geben sollte. Es war ein schneller Blick, der ausreichte das offene Abteil zu überblicken. Es waren also Merkmale vorhanden, die heute durchaus im Nahverkehr bekannt sind.

Es spielt keine Rolle, ob wir links oder rechts gehen. Auf beiden Seiten waren zwei Sitzreihen vor-handen. Der Raum wirkte dank dem dunkeln gehalten Boden aus einem Hartbelag und dem beiden Seitenwänden eher düster. Das konnte auch die weisse Decke nicht auflockern. Da aber die Querwände verglast waren, entstanden keine dunklen Ecken, die von Pärchen genutzt wurden, oder die für Angst vor bösen Leuten sorgten.

Auch wenn es die Reisenden erhofften, die Rückwand des Führerstandes war nicht mehr verglast worden. Der Blick auf die Strecke, wie das bei den bisherigen Modellen der Fall war, gab es hier nicht mehr und auch die Türe besass kein Fenster mehr. Jedoch öffnete sich diese gegen das Abteil, weil der Durchgang auch als Fluchtweg genommen wurde. Wer also sein Gepäck dort deponierte musste befürchten, dass dieses durch den Zug flog.

Beidseitig von einem mittigen Durchgang waren Sitzbänke aufgestellt worden. Diese boten immer zwei Personen einen Sitzplatz an. Da sich die Sitze zudem immer gegenüber standen, waren vier offene Abteile entstanden. Der dabei angewendete Sitzteiler betrug 1 700 mm. Damit lag er etwas unter dem Einheitswagen II, aber im Nahverkehr ging es immer etwas enger zu, als auf den langen Strecken der schnellen Züge.

Bezogen wurden die Sitze mit einem roten Bezug aus künstlichem Leder. Das war auch bei den anderen Wagen so und wie bei diesen bedeutete das, dass hier die Reisenden sitzen konnten, die rauchten. Dazu war an der Seitenwand ein kleiner Aschenbecher vorhanden. Dieser befand sich im kleinen an der Wand montierten Tischchen. Dieses war nicht sehr gross und reichte nur für kleine Gegenstände, die abgelegt wurden.

In diesem Tisch an der Wand befand sich auch ein kleiner Abfalleimer. Viel konnte man darin nicht ent-sorgen, aber für ein Papiertuch reichte es aus. In der Regel nahmen damals die Leute ihren Unrat nach der Fahrt wieder mit.

Grössere Abfälle konnten bei den Einstiegen entsorgt werden. Trotz der Ausstattung, viel Müll konnte der Triebzug nicht aufnehmen, denn er war bekanntlich für den Transport von Reisenden ausgelegt worden.

Oberhalb des Tischchens befand sich das Seitenfenster. Dieses hatte eine Breite von 1200 mm und eine Höhe von 950 mm erhalten. Im Gegensatz zu den älteren Modellen konnten dieses nicht mehr geöffnet werden.

Lediglich im oberen Bereich war ein Bereich vorhan-den, der mit Griffen nach innen gezogen werden konn-te. Es war aber nur möglich, den Bereich einzuklappen. So sollen die Probleme von offenen Fenstern vermieden werden.

Ein von Hand bedienbares Sonnenrollo konnte das Fen-ster abdecken und so vor der blendenden Sonnen schüt-zen.

Nach oben ging es mit Hilfe einer Hand und damit kommen wir auch zum Bereich über dem Seitenfenster, denn dort befand die der neue Längsgepäckträger. Diese gab es bisher in der zweiten Wagenklasse noch nicht und er sorgte dafür, dass das Abteil mit den 32 Sitzplätzen für Raucher ausgesprochen übersichtlich wurde.

Damit können wir das erste Abteil mit der in vielen Punkten bekannten Ausstattung verlassen. Wirkliche Neuerung gab es nur bei der Querwand, denn diese wurde wie die Türe verglast ausgeführt. Daher konnte man in den weiteren Teil blicken und nachsehen, ob sich der Weg an diesem Ort überhaupt lohnte. Die Türe konnte dabei einfach aufgestossen werden, denn es handelte sich um eine Pendeltüre, die nicht verschlossen wurde.

Als Unterschied zum bisherigen Abteil waren hier die Sitz-polster mit einem blauen Bezug versehen worden. In den hier vorhandenen Abteilen durfte nicht mehr geraucht werden.

Die bisherigen grünen Farben wurden ersetzt und damit wirkte das Abteil etwas moderner. Auch wenn wir heute darunter etwas anderen verstehen, es war ein der Zeit entsprechendes Abteil entstanden, das wirklich etwas dunkler sein konnte.

Hier gab es zudem eine Sitzreihe mehr. Im Triebwagen fanden somit 40 Personen einen Sitzplatz, die nicht rau-chen wollten. Insgesamt ergab das 72 Sitzplätze und das in beiden Triebwagen, denn diese waren identisch ausgebaut worden.

Die beiden Abteile wurden durch den Führerstand und den Vorraum auf der anderen Seite abgeschlossen. Der Vor-raum sorgte nur dafür, dass man aus dem Abteil nicht direkt auf den Übergang trat.

Durch diese Türe verlassen wir den ersten Wagen und kommen in den zweiten Wagen mit dem Gepäckabteil. Sollten Sie sich nun gefragt haben, wo denn im Triebwagen das WC war, dann muss ich sagen, dass es schlicht keines gab. Jedoch war das im Zug eingebaute Gepäckabteil den Reisenden zugänglich und daher befand sich das WC auf dem zweiten Wagen. Das fand man gleich nach dem Durchgang auf der rechten Seite des Ganges.

Es handelte sich um ein übliches WC der Marke freier Schienenblick. Wobei dieser durch eine Klappe nicht mehr vorhanden war. Trotzdem wurde es beim verrichten des Geschäftes ums Hinterteil recht zugig. Mit dem vorhandenen Papier konnte man sich reinigen und es war ein Waschbecken worden. Dort konnte man sich die Hände waschen. Das war viel, wenn auch mit kaltem Wasser gearbeitet werden musste und die Seife nicht angenehm roch.

Das WC hatte ein verkleinertes Fenster zur Ausleuchtung erhal-ten. Da sich niemand gerne zusehen lässt, wie das Geschäft ver-richtet wird, wurde das Fenster mit einer weissen Folie belegt. So drang das Licht rein, aber die neugierigen Blicke hatten keine Chance.

Da die Geschäfte hier nicht immer geruchlos waren, konnte auch hier das Oberlicht geöffnet werden. Es war immer noch kein ein-ladender Ort und das WC war auch nur für Notfälle gedacht.

Gegenüber dem WC befand sich die Kabine für den Zugführer. In dieser konnte er sein mitgeführtes Reisegepäck am Boden ab-stellen und an einem kleinen Tischchen Schreibarbeiten ausfüh-ren.

Ein Tresor diente dem Einschluss von Wertsachen. Zudem konnte die Türe zu diesem Raum verschlossen werden. Sie sehen, der moderne Zug sah immer noch Zugpersonal vor. Erst viele Jahre später sollte auch dieses auf den Zügen verschwinden.

Der Gepäckraum hatte eine Fläche von 10 m2 erhalten. Das war ausreichend und mit einer Zuladung von 1500 Kilogramm konnten auch etliches Gepäck mitgeführt werden. Zudem befanden sich in diesen Abteil auch Haken für Fahrräder.

Damit entsprach die Ausstattung den üblichen Fahrzeugen und das galt auch für den Boden, der hier mit Holzplanken belegt worden war. In diesem konnte bei Bedarf auch ein Nagel einge-schlagen werden.

Das Gepäckabteil war nicht einladend. Dort sollten sich auch keine Reisenden länger aufhalten und daher verlassen auch wir diesen Bereich durch die nächste Türe.

Was sich dahinter befand, konnte man an der Türe nicht erkennen, aber auch ein Blick durch ein Fenster war schlicht nicht möglich. Man musste die Türe öffnen um einen Blick in das Abteil werfen. Wer dabei nicht aufpasste, knallte sich die Türe an den Kopf, denn sie öffnete gegen das Gepäckabteil.

Durch die Türe betraten wir das erste Abteil der ersten Wagenklasse. Hier war der Boden mit einem dunklen Teppich belegt worden. An den Wänden wurde ein helles und edles Furnier verwendet. Dieses Furnier war bei den Querwänden etwas dunkler ausgefallen. Die Decke war auch hier weiss und so wirkte auch dieses Abteil auf den Reisenden eher bedrückend. Ein Punkt, der damals aber auch an anderen Orten üblich war.

Die Sitze waren hier als einzelne Sessel ausgeführt wor-den. Wie bei der zweiten Wagenklasse wurden sie so auf-gestellt, dass Abteile mit vier Sitzplätzen entstanden. So-weit gab es hier keine grosse Verbesserung.

Da jedoch der Sitzteiler in diesem Abteil der ersten Wa-genklasse auf einen Wert von 2 100 mm gesteigert wurde, gab es etwas mehr Beinfreiheit. Es war die im Nahverkehr übliche Bestuhlung eingebaut worden.

Bei der Polsterung wurde Stoff verwendet, der ebenfalls in blau für das Abteil für Nichtraucher gehalten wurde. Als Unterschied waren noch die an den Kopfstützen vorhan-denen weissen Tücher zu erwähnen.

So war der gehobenere Standard in diesem für 31 Rei-sende gedachten Abteil vorhanden. Der Verlust eines Sitz-platzes ergab sich durch die Türe zur Plattform, die seitlich etwas verschoben wurde und so mehr Platz bot.

Bei der Grösse der Fenster, der Ausstattung der Tischchen und der Gepäckablage gab es zwischen den beiden Klassen keinen Unterschied.

Einzig der offene Bereich zu der Plattform war hier nicht vorhanden, so dass in dem Abteil der ersten Wagenklasse die Wärme besser erhalten blieb. So gesehen war etwas mehr vorhanden, was aber den höheren Preis für die Fahr-scheine kaum mehr rechtfertigte. Nur daran ändern sollte sich nichts mehr.

Nach der Plattform mit den beiden seitlichen Einstiegen folgte das Abteil in der ersten Wagenklasse für Reisende die rauchten. Wie vorher waren hier rote Polster verwendet worden. Als grosser Unterschied zur zweiten Wagenklasse waren hier die Aschenbecher in den Armlehnen eingebaut worden. Bleibt eigentlich nur noch zu erwähnen, dass in diesem Abteil 23 Reisende einen Sitzplatz vorfanden und dabei rauchen konnten.

Es folgte am Ende des Fahrzeuges ein Vorraum mit einem weiteren WC. Es gab also auf diesem Wagen zwei WC und das war eine Folge davon, dass es in den Triebwagen kein solches gab.

Es musste immer ein Wagen der Bauart AD eingereiht sein und so gab es nach jedem Triebwagen ein WC und das werden wir auch erkennen, wenn wir uns dem zweiten Zwischenwagen zuwenden, denn wir haben ja einen vierteiligen Triebzug.

Der Wagen besass nur Abteile der zweiten Wagenklasse und die waren identisch aufgebaut worden. Auch hier verteilten sich die Sitz zu Gunsten der Reisenden die nicht rauchten. Es waren daher 48 Plätze für nicht rauchende Reisende vorhanden. Nach dem Abteil mit 32 Sitzplätze für Raucher folge dann der bekannte Vorraum mit dem WC. Danach kam dann nur noch der Übergang zum zweiten Triebwagen, der jenen gegenüber entsprach.

Wir können uns daher die Betrachtung des zweiten Triebwagen ersparen und den Triebzug wieder verlassen. Auch innen waren an den Säulen kleine Taster vorhanden. Wurden diese gedrückt, öffnete sich die Einstiegstüre und man konnte wieder ins Freie steigen. Gerade an die neue Bedienung mit den Tasten musste sich damals der Reisende gewöhnen. Das auch, weil diese bei den nachfolgenden Serien auch benutzt wurden.

Es bleibt uns zum Schluss nur noch ein Blick auf die vorhandenen Sitzplätze. In den beiden Triebwagen gab es je 72 Sitzplätze, was total 144 Stück ergab. Ergänzt wurden diese mit den 54 Sitzen der ersten Wagenklasse. Damit haben wir den dreiteiligen Triebzug. Wurde dieser auf vier Teile erweitert, kamen noch einmal 80 Sitzplätze der zweiten Wagenklasse dazu. Die Anzahl Sitzplätze steigerte sich auf 224 Stück. Nicht verändert wurde die erste Wagenklasse.

 

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