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Die LZB/AFB der Nummer 2004 |
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Wenn man von der
Linienzugbeeinflussung
LZB
hört, dann ist man sehr schnell in Deutschland und bei den
Schnellfahrstrecken.
In der Schweiz war um 1970 diese Lösung auch ein Thema. Jedoch ging man
deutlich weiter, wie dies allgemein bekannt ist, denn in anderen Länder
wurden die Systeme mit der LZB auch bei
S-Bahnen
erfolgreich eingesetzt und hier wollten auch die Schweizerischen
Bundesbahnen SBB eingreifen und daher gab es Versuche.
Damit wir uns ein Bild von der Belastung machen können, müssen wir
etwas rechnen. Bei 125 km/h legt der
Triebzug
in einer Sekunde 34 Meter zurück. Bei den sehr kurzen
Blöcken von
lediglich 160 Metern, bedeutet das, dass der Zug alle fünf Sekunden an
einem Signal vorbei fährt. Das kann ein Mensch über längerer Zeit nicht
durchhalten und schwindende Konzentration ist bei der Eisenbahn gar keine
gute Angelegenheit, denn das gibt Unfälle.
So ist es nicht überraschend, dass die
LZB
eher für
S-Bahnen
gedacht war, als für Strecken mit hohen Geschwindigkeiten. Solche waren
damals in der Schweiz gar nicht vorhanden, jedoch waren neue Transversalen
geplant und dort sollte auch in der Schweiz schneller gefahren werden.
Sowohl die
NBS, als auch die NEAT liessen aber auf sich warten. Bei den
S-Bahnen sah es anders aus, denn das Thema war in Zürich noch nicht
gestorben.
Um 1970 begannen die Vorarbeiten für die Versuche mit der
LZB.
Dazu sollten die Strecken zwischen Lavorgo und Bodio, sowie zwischen Turgi
und Koblenz dienen. Die Wahl des Abschnittes am Gotthard war jedoch nicht
zufällig, denn hier war die Gotthardstrecke besonders steil und so konnte
die LZB auch auf solchen Strecken erprobt werden. Erfahrungen mit
starken Gefällen
und schweren
Güterzügen
waren damals schlicht noch nicht vorhanden.
Auf diesem Abschnitt sollten die Fahrten für die Ertüch-tigung der
LZB
auf
S-Bahnen
durchgeführt werden. Zwei sehr unterschiedliche Strecken, die ein gutes
Bild über die Tauglichkeit des Systems abgeben sollten, denn schnell
ge-fahren wurde noch nicht. Alleine mit den Strecken war es nicht getan. Es mussten auch Triebfahrzeuge dazu vorbereitet werden. Daher wurden bei der Industrie die Lokomotiven Re 4/4 II mit den Nummern 11 299 bis 11 304 mit Ausrüstung für die LZB bestellt.
Mit diesen waren die Versuche auf den Strecken vorge-sehen, denn
diese sollten durchaus zwischen den mit Sig-nal geführten Zügen
durchgeführt werden. Gerade auf der Gotthardstrecke war ein Sperrung nicht
möglich. Da sich die vier Prototypen für die neuen Baureihe RABDe 8/16 damals auch in der Auslieferung befanden, war klar, dass diese für die geplante LZB vorbereitet würden.
Jedoch wurde nur die Einheit mit der Betriebsnummer 2004
vollständig damit ausgerüstet. Benötigt wurde der
Triebzug
für die Umsetzung der
automatischen Fahr/Bremssteuerung
AFB,
denn das Fahrzeug war von der Steuerung her dazu ideal geeignet.
Mit der Kombination
LZB
und
AFB
sollte auf Strecken mit variablem Blocksystem gefahren werden. Bei diesem
werden auch auf der Seite des
Stellwerkes
keine festen
Blöcke
mehr benötigt. Da sich die Züge in absoluter
Bremswegdistanz
folgen konnten, war die Dichte bei der Zugfolge auf das Maximum gesteigert
worden und das war gerade in Bereich von
S-Bahnen
ein wichtiger Punkt, Jedoch ging das nicht so einfach.
Dieser muss zudem mit der
AFB
versehen sein, denn nur so leitete das System ohne Zutun des Lok-führers
die
Bremsung
ein. Aus dieser Sicht war die Wahl des
Triebzuges
gar nicht so schlecht.
Eine weitere wichtige Sache war aber auch die Überwachung des
Zugschlusses. Da diese noch nicht so klar umsetzbar war, sollte bei den
Versuchen der vorlaufende Zug mit einer
Lokomotive
simuliert werden. Der
Triebzug
bildete dann der folgende Zug und so konnte man
Versuchsfahrten
mit dem absoluten Bremswegabstand ohne weitere Massnahmen umsetzen. Als
Stecke war jene zwischen Turgi und Koblenz vorgesehen.
Im
starken Gefälle
sollte so nicht gefahren werden, denn durch die hohen Kräfte im
Hangabtrieb
konnte sich die Reaktion des Zuges so sehr auf den
Bremsweg
auswirken, dass es wohl zur Kollision gekommen wäre. Sie müssen bedenken,
wenn eine Strecke so ausgerüstet wird, sollten alle Züge so ausgerüstet
sein, denn nur so kann der grosse Vorteil bei der
Kapazität
genutzt werden. Mit dem fliegenden
Block,
folgen sich die Züge in wenigen Sekunden.
Es war klar, dass in Zukunft bei der Einführung der
LZB
alle
Triebfahrzeuge
mit der
AFB
und der Zugschlussüberwachung versehen sein müssten. Für die Versuche
reichte es, wenn man den von der Steuerung her schon mit
Geschwindigkeitssteuerung
versehenen
Triebzug
nimmt. Der Einbau der AFB ist dann nur noch mit sehr wenig Aufwand
möglich. So kam die Nummer 2004 als einziger seiner Art zur LZB und auch
zur AFB.
Diese waren für die Anzeigen der
LZB
schlicht nicht geeignet. Daher wurde für diese Fahrzeuge ein andere
Anzeige vorgesehen. Neben den
Versuchslokomotiven
sollten auch die
Triebzüge
damit versehen werden. Bei dem Triebzug wurde im Hinblick auf die LZB eine andere Anzeige umgesetzt und diese dann auch bei der Serie der Lokomotive Re 6/6 eingebaut. Da auch die anderen drei Einheiten für die LZB vorbe-reitet wurden, war diese dort vorhanden, aber nicht vollständig ausgerüstet.
Vorhanden waren nur die Anzeigen für die Ge-schwindigkeit und die
Sollwerte, denn der
Triebzug
hatte ja eine
Geschwindigkeitssteuerung
und daher wurden auch die benötigt.
Die Anzeigen für die
LZB
gliederten sich in drei Bereiche. Mittig waren übereinander zwei
Bandanzeigen
vorhanden. Dabei wurden bei der oberen die Geschwindigkeiten anzeigt. Eine
rote Markierung gab die Soll-Geschwindigkeit vor und ein gelbes Band den
effektiv gefahrenen Wert. So konnte der Lokführer in einem Blick erkennen,
wie sein Tempo zu jenem der LZB passte und er konnte die
Bremsung
korrigieren und auf das System reagieren.
Unterhalb wurde der Restweg zum Ziel anzeigt. Auch hier war eine
Bandanzeige
vorhanden. Diese korrigierte sich mit dem Fahrweg und damit waren zwei
wichtige Führungsgrössen vorhanden. All diese Anzeigen änderten sich
während der Fahrt dauernd und daher sollten sie sich im direkten Blickfeld
des Lokführers befinden. Durch die Anordnung übereinander genügte schlicht
ein Blick auf diese wichtigen Angaben, die Führungsgrössen genannt wurden.
In
der Regel änderte er sich nur, wenn ein Signal ge-stellt wurde. Jedoch
konnte der Lokführer erken-nen, auf welchen Wert er den Zug verzögerte. Da
hier nur zwei Ziffern vorhanden waren, handelte es sich um die üblichen
Signalbegriffe. Wenn wir schon rechts von den Bandanzeigen sind, dann ist über der Anzeige zur Zielgeschwindigkeit eine digitale Uhr eingebaut worden. Damals waren Uhren im Führerstand nicht zwingend vorhanden.
Der Lokführer war verpflichtet zum Dienst eine richtig gehende Uhr
mitzuführen. Da früher nicht jeder eine Armbanduhr besass, wurden die
Lok-führer von den Bahnen mit Uhren ausgerüstet. Mit der
LZB
sollte sich das ändern. Bleibt noch die linke Seite. Hier waren Status-meldungen vorhanden. Diese waren bei Störungen wichtig und dazu wurden meistens Lampen ver-wendet.
Es befand sich hier auch die rote Lampe, wenn die Anzeige die
Verbindung
zum Zentralgerät verloren hatte. Auf alle Anzeigen in diesem Bereich
wollen wir nicht eingehen, denn es waren nicht alle direkt mit der
LZB
verbunden. Dazu gehörte auch die erwähnte Lampe, die bei allen
Triebzügen
vorhanden war.
Speziell war die Lampe, die mit einem Hörer versehen worden war.
Diese gab an, wenn ein Anruf vorhanden war. Im Zusammenhang mit der
LZB
konnte über das Kabel auch telefoniert werden. Dieses
Telefon
sollte auch den auf der Gotthardstrecke angewendete
Funk
ersetzen. Zudem sollte so auch auf den anderen Strecken eine Kommunikation
ermöglicht werden. Wir müssen wissen, dass es damals ausserhalb vom
Gotthard keinen Funk gab.
Man wollte also mit der
LZB
wirklich sehr viel ver-ändern und dabei war sicherlich die Fahrt mit dem
fliegenden
Block
ehrgeizig. Auch heute wird diese Lösung nur bei Versuchen angewendet.
Damals fuhr man aber so durch die Schweiz. Für Versuche eingesetzt wurde der Triebzug ledig-lich auf dem Abschnitt zwischen Turgi und Koblenz. Dort war ein Abschnitt mit fliegendem Block ver-sehen worden.
Auf diesem wurden die Fahrt mit dem absoluten Bremswegabstand
durchgeführt. Dabei kann durch-aus erwähnt werden, dass diese zusammen mit
der
AFB
auch bei hohen Geschwindigkeiten funk-tionierte. Damit kann erkannt
werden, dass es bei den Versuchen keine grossen Probleme gab. Da auf der Gotthardstrecke keine fliegenden Blöcke verbaut wurden, gab es dort keine entsprechenden Versuchsfahrten.
Der
Triebzug
mit der Betriebsnummer 2004 war daher eher für die Versuche mit der
AFB
vorgesehen. Die anderen Fahrten wurden mit den
Lokomotiven
Re 4/4 II vorgenommen
und es wurde auch ein normaler Betrieb durchgeführt. Mit der
LZB
war man auf guten Weg und trotzdem sollte sie nicht eingeführt werden.
Auch wenn die
LZB
erfolgreich war, sie wurde in der Schweiz nicht weiter verfolgt. Offiziell
sprachen die Schweizerischen Bundesbahnen SBB von den hohen Kosten und der
bereits angedachten Entwicklung neuer Lösungen, bei denen die Daten mit
Funk
übermittelt werden. Es wurde erwartet, dass diese bis zum
Inbetriebnahme
der neuen Transversalen bereit sein sollte. Da zudem auch keine Netze mit
S-Bahnen
geplant waren, kippte man die LZB.
Dabei
konnte das Kabel hinderlich sein. Aus diesem Grund waren diese gar nicht
von der
LZB
überzeugt, denn man wollte es einfach haben und mit dem richtigen Mann an
der Spitze konnte man dieses Unding leicht eliminieren. Daher wurden im Jahre 1981 die Versuche mit der LZB ab-geschlossen. Mit zahlreichen Fahrten wurde die Tauglich-keit des Systems bewiesen. Nun aber war die LZB in der Schweiz gestorben.
Andere Länder waren da deutlich besser Unterwegs und wenn wir an
Deutschland denken, wo sich die
LZB
durch-setzen konnte, sicherlich ein Fehler. Wobei auch Strecken mit LZB
CIR-ELKE
fahren mit festen Blockabschnitten und nicht im absoluten Abstand.
Heute sind in der Schweiz die
Kurzblöcke
im Einsatz. Da-zu wurde das
Signalsystem
N eingeführt, dass mit Vor-warnung arbeiten konnte. Die ganz kurzen
Blöcke
werden jedoch nur auf den Strecken mit
ETCS
Level 2
angewendet, denn auch bei der
S-Bahn
in Zürich ging es nicht so eng zu, dass man fliegende
Blöcke
benötigt hätte und eine kurze Zeit konnte auch mit Signalen auf
Kurzblöcken gefahren werden. Das Personal war so belastbar.
Sowohl die Strecken, als auch die am Versuch beteiligten Fahrzeuge
wurden wieder normalisiert. Jedoch sollte der
Triebzug
mit der Nummer 2004 nicht so weit zurück gebaut werden, dass er den
anderen Modellen entsprach. Lediglich die Anzeige wurde normalisiert und
da keine Signale der
LZB
gesendet wurden, konnte auch die
AFB
nicht angewendet werden. Doch nun sollten wir die Bedienung ansehen und
das erfolgt mit einer anderen Nummer.
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