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Bedienung des Triebzuges |
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Beginnen wir die Bedienung auch hier mit dem Beginn der Arbeit und
damit mit der Übernahme des
Triebzuges
durch das
Fahrpersonal.
Die umfangreichsten Arbeiten betrafen dabei den Lokführer. Der mitfahrende
Zugführer
führte die
Bremsprobe
durch und war für die Betreuung der Reisenden zuständig. Für die Fahrt,
die
Beleuchtung
und die Türsteuerung war jedoch der Lokführer verantwortlich und diesem
sehen wir über die Schulter.
Da wir aber einen direkten Zugang zum
Führerstand
ha-ben, nutzen wir diesen, denn hier waren keine beson-deren
Manipulationen erforderlich und wir können auch den Arbeitsplatz genauer
ansehen. Der Boden war mit einem Hartbelag belegt worden. So-wohl die Wände, als auch das Führerpult wurden in einer hellgrünen Farbe gehalten. Die weisse Decke rundete das Bild ab. Bisher entsprach der Aufbau den anderen Baureihen, denn auch bei diesen wurden die Farben gewählt. Hier gab es daher im Gegensatz zum Anstrich keine Neuerungen.
Führerstände
in der Schweiz waren hellgrün, weil diese Farbe auf den Manschen
beruhigend wirkte.
An den Fenstern waren
Sonnenrollos
montiert worden. Gerade bei viel Sonne wurden diese beim abgestellten Zug
herunter gezogen um zu verhindern, dass sich der aus Metall bestehende
Führertisch
zu sehr erwärmen konnte. An heissen Sommertagen, soll es angeblich auf dem
Tisch auch möglich gewesen sein, sich ein Spiegelei in der Pfanne zu
machen. Versucht habe ich es nicht, aber die Hände schon fast verbrannt
kenne ich.
So lange diese Leiste gedrückt
war, waren die Spiegel ausgeklappt. Nahm man den Fuss von der
Schaltleiste, klappten die
Rückspiegel wieder ein. Eine Lösung, die
dauerhaft den geöffneten Zustand erlaubte, gab es jedoch nicht. Vor dem Führerpult war auf der linken Seite des Führerraumes ein Führerstuhl montiert worden. Dieser kam schon bei der Baureihe Re 4/4 II zur Anwendung. Er besass eine halbhohe Rückenlehne.
Er konnte sowohl in
der Sitzposition angepasst und bei der Wirkung der
Federung eingestellt
werden. Trotz den Einstellungen war es nicht immer leicht die opti-male
Sitzposition zu finden. Noch gab es bei den Bahnen keine optimal
abstimm-ten Sitze. Da der Führerstand über eine Klimaanlage verfügte, wurde die gekühlte Luft an der Decke in den Raum geblasen. Die kalte Luft sank so an den Boden, so dass ein kühler Schauer vorhanden war.
Die Düsen konnten vom
Lokomotivpersonal
jedoch eingestellt werden. Eine Lös-ung, die verhinderte, dass man sich an
der kühlen Luft erkälten konnte. Im Winter war die Anlage nicht in Betrieb
und es wurde mit
Widerständen geheizt. Beginnen wir mit der Arbeit. Dazu mussten zuerst die am Luftgerüst montierten Hähne zu den Hauptluftbehältern geöffnet werden. Bei fehlendem Vorrat konnte der hier vorhandene Hilfsluftkompressor manuell eingeschaltet werden.
Mit den geöffneten Hähnen war bereits die
Sicherheitssteuerung des Zuges aktiv und auch erste Bereiche der Steuerung
wurden aktiviert. Dazu gehörte bereits auch die
Beleuchtung in den
Fahrgasträummen.
Im AD-Wagen wurden auch die Aufzeichnungen der Fahrdaten kontrolliert. So
wurde nachgesehen, on die Restwegaufzeichnung funktionierte. Damals wurde
bei der Übernahme auch der
Registrierstreifen nachgezogen um die Zeit
derselben zu markieren. Allenfalls musste dieser auch ausgewechselt
werden, wenn der Vorrat für die Fahrt nicht mehr ausreichte. Speziell
Markierungen gab über den Vorrat und die Strecke Auskunft.
Das
Pedal diente der Bedienung der
Sicherheitssteuerung,
die jedoch erst aktiviert wurde, wenn mit dem
Triebzug
gefahren wurde.
Daher musste es noch nicht aktiv nach unten gedrückt werden. Im direkten Blickfeld befand sich unmittelbar vor dem Lokführer eine Leiste mit Schaltern und Tasten. Hier be-fanden sich die Tasten für die Schleuderbremse und die Überbrückung der Zugsicherung.
Auch die Bedienung der
Einstiegstüren war hier verbaut worden. Diese wollten wir ansehen, denn
dazu waren eine rote und daneben je eine gelbe Taste mit Leucht-melder
montiert worden. Mit diesen drei Tasten wurde gearbeitet. Wurde eine der beiden gelben Taste gedrückt, wurden die Einstiegstüren auf der entsprechenden Seite frei gegeben. Sie konnten nun geöffnet werden.
Wenn das erfolgte, begann die rote Taste zu leuchten und die
Fahrsperre
wurde aktiviert. Um die Türen zu schlies-sen musste einfach die rote Taste
gedrückt werden. Die gelbe Lampe verlöschte. Erst wenn auch die rote Lampe
dunkel war, wurde die Fahrsperre aufgehoben.
Es war daher erstmals eine seitenselektive Türsteuerung vorhanden und wie in der
Schweiz bei den
Pendelzügen üblich, oblag die Bedienung der Türen dem
Lokführer. Wichtig war, dass die Seite mit dem
Bahnsteig gewählt wurde und
vor allem die rote Lampe, denn so lange diese leuchtete, waren die
Seitentüren nicht geschlossen und es konnte nicht losgefahren werden. Wir
können das auch nicht, denn der
Triebzug
sollte eingeschaltet werden.
Mit Symbolen wurde angegeben, welche Funktion der Steuer-schalter hatte.
Speziell gekennzeichnet war der Bediengriff für den
Steuerschalter zum
Hauptschalter. Die Bedienung der Hebel war von den anderen
Baureihen mit
diesem
Schalterkasten be-reits bekannt und dabei gab es Unterschiede.
Wurde der
Stromabnehmer gehoben und die
Schleifleisten be-rührten den
Fahrdraht, war die
Spannung der
Fahrleitung an den
Instrumenten, die sich
rechts von der Anzeige für die Ge-schwindigkeit befanden, zur erkennen. Für
die
Zugsammelschiene war jedoch kein
Steuerschalter vorhanden. Diese wurde
aktiviert, wenn der
Triebzug
mit dem
Hauptschalter eingeschaltet wurde.
Mit dem Steuerschalter zum
Kompressor wurde die
Druckluft ergänzt.
Die beiden sich auf der linken Seite befindlichen Schalter waren für die
Beleuchtung. Mit einem wurde diese im
Triebzug
aktiviert. Es gab Licht.
Der sich ganz am Rand befindliche
Steuerschalter war für die
Dienstbeleuchtung. Die einzelnen
Signalbilder wurden mit entsprechenden
Schaltern auf dem Panel, das sich rechts vom Lokführer befand,
eingestellt. In diesem Bereich befanden sich auch Schalter für die
Heizung
und der Lichtschalter für den
Führerstand.
Wenn wir den mittigen Bereich abschliessen, haben wir über dem
Schalterkasten die Anzeige für die Geschwindigkeit. Diese
Bandanzeige war
so aufgebaut worden, dass auch die Anzeigen der
LZB eingebaut werden
konnten. Lediglich bei der Nummer 2004 war das auch der Fall. Bei den
anderen war es schlicht nur eine Anzeige für die Geschwindigkeit. Eine
Markierung gab die vorgebebenen Geschwindigkeit für die Steuerung vor.
Links wurden die
Manometer montiert, die über die vorhandenen
Luftdrücke Auskünfte
erteilten. Diese werden nun wichtig, denn wie bei jedem anderen Fahrzeug
musste auch hier vor der Fahrt eine Brems-probe durchgeführt werden. Zur linken Hand waren neben dem Lokführer die Be-diengriffe für die nur auf den Triebwagen wirkende Rangierbremse vorhanden. Wurde dieser gegen den Sinn des Uhrzeigers verdreht, stieg am Manometer der Luftdruck im Bremszylinder an.
Dabei war jedoch nur jener der unmittelbar benach-barten
Achse zu erkennen. Die
Bremse wurde in um-gekehrter Richtung wieder gelöst.
Während dieser Prüfung, konnte sich die
automatische Bremse füllen.
Für die
automatische Bremse wurde das Führerbrems-ventil der
Bauart
FV3b
verbaut. Dieses war geregelt. Im Gegensatz zum leistungsfähigeren Modell
konnte mit diesem
Bremsventil kein
Hochdruckfüllstoss gene-riert werden.
Das war kein grosses Problem, auch wenn hier bis zu 400 Meter lange Züge
gebildet werden konnten. Die
Bremse wurde nur noch im Notfall bedient und
in dem Fall konnte auch gewartet werden, bis sich die Bremsen lösten.
Mit dem Abschluss der
Bremsproben, konnte der
Triebzug
mit der
Rangierbremse gesichert werden. Es wird nun Zeit, dass auch die auf der
Seite des
Heizers montierte
Handbremse gelöst wurde. Mit dieser war die
Sicherung aufgehoben und es konnte mit dem Triebzug losgefahren werden.
Das war jedoch auch etwas anders, als bei den älteren
Baureihen, auch wenn
viele Punkte mit der Baureihe
RABDe 12/12 identisch waren.
Um nun effektiv losfahren zu können,
mussten auch noch die
Einstiegstüren mit der roten Taste verriegelt
werden. Zwar war bei geschlossenen Türen die
Fahrsperre aufgehoben worden.
Jedoch konnte diese noch jemand öffnen und dann kam es zu Störungen. Damit sind alle Bedingungen für die Fahrt mit dem Triebzug bereits erfüllt. Mit dem markanten Fahrschalter konnte Zugkraft aufgebaut werden. Nachdem auch noch die Rangierbremse gelöst war, fuhr der Triebwagen los.
Mit dem
Fahrschalter wurden die Geschwindigkeiten vorgegeben. Es war eine
Bedienart, wie sie schon bei der Reihe
RABDe 12/12 vorhanden war. Näher
auf diese eingehen werden wir nicht mehr, denn das kann man dort
nach-lesen. Wichtig war nun, dass damit keine Fahrstufen mehr geschaltet wurden. Der Lokführer stellte die gewünschte Geschwindigkeit ein und die Steuerung baute mit der Hilfe der Stromrichter die Zugkraft auf.
Es war also kein
Hinweis mehr vorhanden, welche
Fahrstufe aktiv war. Das war aber dem
Lokomotivpersonal seit der
Baureihe
RBe 4/4 bestens bekannt. Lediglich die
Geschwindigkeitssteuerung war neu.
Wer bereits die Reihe RABDe 12/12
kannte, hatte keine Probleme.
Die Angaben über die Strecken und die
Fahrzeiten entnahm der Lokführer dem
mitgeführten
Dienstfahrplan. Die entsprechenden
Fahrpläne konnten bei einem
Halter aufgespannt werden. Damit diese auch in der Nacht erkannt werden
konnten, war eine Lampe vorhanden. Diese konnte vom
Lokomotivpersonal bei
Bedarf aktiviert werden und leuchtete daher nicht immer. Es waren also
nicht so viele Neuerung mit dem
Triebzug
eingeführt worden.
Von den
Reisenden konnten die leuchteten Tasten betätigt werden. Mit der ersten
offenen Türe akti-vierte sich die
Fahrsperre. Mit Hilfe der
Rückspiegel
konnte das Geschehen am Zug aus dem
Führerstand
beobachtet werden. Wie bei jedem Fahrzeug gab es auch hier Störungen und wenn diese zu umfangreich sind, dann muss ab-geschleppt werden. In der Regel besassen die zuge-führten Hilfslokomotiven die Zug- und Stossvor-richtungen der UIC.
Um
diese zu verbinden, musste die auf dem
Trieb-zug
mitgeführt
Hilfskupplung
verwendet werden. Diese wurde zuerst im
Zughaken eingehängt und die Höhe
an die
automatische Kupplung angepasst.
War das erfolgt, konnte mit der
Hilfslokomotive an den
Triebzug
angefahren werden. Die
Hilfskupplung verband sich nun mit der
automatischen Kupplung. Damit waren die Luftleitungen vorhanden und die
Kupplung wurde mechanisch verbunden. Der Triebzug konnte abgeschleppt
werden. Damit das überhaupt ging, mussten die entsprechenden Handlungen
vorgenommen werden. Die einzelnen Schritte waren im
Reglement
vorhanden.
Nach der
Schleppfahrt, wurde die
automatische Kupplung manuell getrennt.
Damit konnte die
Hilfslokomotive etwas vorziehen. Die
Hilfskupplung wurden
nun wieder demontiert und auf dem
Triebzug
verstaut. Damit war die
Lokomotive
wieder einsatzbereit. Der Lokführer des betroffenen Triebzuges
hatte jedoch weitere wichtige Arbeiten zu erledigen. Dazu gehört die
normale
Remisierung, wie sie ach bei anderen
Baureihen erfolgte.
Störungen
mussten oft zuerst erforscht werden. Heute übliche Lösungen mit
Diagnosesystem
und
Checklisten,
gab es damals schlicht noch nicht und so musste die Werkstatt wirklich
detektivisch vor-gehen um einen defekten
Thyristor zu finden. Alle weiteren Nacharbeiten entsprachen den an-deren Baureihen. Dazu gehörten auch die Führer-meldungen, wenn solche erforderlich wurden und die Behandlung der Registrierstreifen.
Diese mussten nach der Tagesleistung,
oder nach Störungen entnommen werden. Als letzte Handlung, war dann noch
die Faltung im
Depot auszuführen. Erst dann war die Arbeit getan und auch
der Lok-führer konnte in den
Feierabend gehen. Uns fehlt eigentlich nur noch der Zugführer. Dieser war hier vorgesehen und daher darf er nicht fehlen. Der Zugführer traf meistens etwas später als der Lokführer beim Triebzug ein.
So konnte er die normalen
Einstiegstüren benutzen. Seine Vorarbeiten waren auch nicht so
umfangreich, denn der
Zugführer kontrollierte den Innenraum auf Sauberkeit
und Schäden. Zudem stellte dieses Personal auch die
Heizung in den
Abteilen ein.
Auf der Fahrt bediente der
Zugführer die
Lautsprecheranlage und führte,
sofern das vorgesehen war die Kontrolle der
Fahrscheine durch. Bei einem
Halt überwachte der
Zugführer den Einstieg und nach der Erteilung des
Abfahrbefehls die Schliessung der Türen. Durch die von ihm blockierte Türe
gelangte er in den Innenraum. War auch diese geschlossen, wurde die
Fahrsperre gelöst und der
Triebzug
nahm die Fahrt wieder auf.
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