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Aufmerksame Leser haben sicherlich bei der Vorstellung der
Steuerung festgestellt, dass viele Punkte nicht dem später gängigen
Standard entsprachen. Erst die mit diesen drei
Motorwagen
gemachten Erfahrungen führten zu den neuen Regeln und zu angepassten
Vorschriften. Daher mag es Sie überraschen, dass die
Triebwagen
lange Zeit nicht verändert wurden. Somit kann man davon ausgehen, dass die
Technik der Fahrzeuge funktionierte.
Anfänglich gab es keine Anpassung der
Heizleitung
an die neuen
Spannungen.
Die drei
Motor-wagen
verkehrten selten mit Wagen, da sie mit diesen kaum mehr vom Fleck kamen.
Was nicht gebraucht wird, muss auch nicht angepasst werden. Sie sehen es
gab wirklich kaum Arbeiten und das obwohl die
Triebwagen
beim Laufverhalten ausgesprochen schlecht abschnitten. Doch dazu beim
Betriebseinsatz mehr.
Gänzlich verzichtet wurde auf den Einbau der
Vielfachsteuerung.
Diese hätte nur mit den drei
Motorwagen
funktioniert und so lohnte sich der Einbau schlicht nicht. Da auch
passende
Steuerwagen
fehlten, gab es diesbezüglich keinen Grund. Es ergaben sich also kaum
Anpass-ungen bei der Steuerung, der Mechanik und der Elektrik. Wenn man
die
Triebwagen
so be-trachten würde, müsste von einem gelungen Fahrzeug gesprochen
werden.
Das dem nicht so war, zeigt sich beim Verhalten der Leute und des
Personals, als andere
Trieb-wagen
in Verkehr genommen wurden. Die drei alten bockenden Rumpelkisten waren
als Totengräber verschrien worden. Nach nur 25 Jahren konnten die Modelle
Ce 2/4 nicht mehr eingesetzt werden. Es bleibt nur noch der Hinweis, dass
es hier nie zur Bezeichnung Ce 2/4 I gekommen war, auch als eine weitere
Baureihe diese Bezeichnung hatte.
Auch technisch war das Fahrzeug veraltet, denn in den vergangenen
25 Jahren entwickelte sich der Bau von elektrischen
Lokomotiven und
Triebwagen
markant. Die angepassten Ersatzteile waren immer mehr Sonderanfertigungen,
die nur hier verwendet werden konnten. Ein Beispiel hierfür kann bei den
Glühbirnen
gefunden werden, denn die anderen Fahrzeuge benötigten solche für eine
Spannung
von 36
Volt
und die ging hier nicht.
Hinzu kam, dass auch die Kabel und Motoren nach all den Jahren
immer anfälliger auf Schäden und Störungen wurden. Alles in allem kann
gesagt werden, der Scheideweg war nun gekommen. Die
BLS-Gruppe
musste sich entscheiden, ob sie die drei uralten
Triebwagen
ausrangiert, oder erneuert. Für die Triebwagen sprach nur, dass wegen der
Wirtschaftskrise die finanziellen Mittel nicht für neue Modelle
ausreichten.
Schliesslich entschloss sich die
BLS-Gruppe
im Jahr 1935 dazu, den drei
Triebwagen
eine komplett neue elektrische Ausrüstung und einige mechanische
Anpassungen zu verpassen. Auch die
Spannung
der Steuerung sollte an die anderen Modelle angepasst werden. Das Fahrzeug
sollte nach 25 Jahren im Einsatz umfangreich saniert werden und so noch
ein paar Jahre im Einsatz stehen. Es lohnt sich, wenn wir jetzt etwas
genauer hinsehen.
Da wir alle Bereiche ansehen, beginne ich mit dem Kasten. Dieser
wurde in seinem Aufbau schlicht nicht gross verändert. Die Konstruktion
aus
Holz
blieb und die auch die beiden offenen
Plattformen
zwischen den
Führerkabinen
und den Abteilen blieben erhalten. Anpassungen in diesem Bereich gab es
nur an den Stellen, wo wegen der neuen elektrischen Ausrüstung zusätzliche
Bereiche benötigt wurden. Optisch veränderte sich das Fahrzeug daher nur
wenig.
Dort wurden zusätzliche Abzüge montiert und so die Länge der freien Bereiche zwischen den An-griffspunkten der Kraft verringert.
Eine Massnahme, die für eine bessere Verteilung der
Zugkräfte
sorgen sollte. Es sollte nicht mehr im Ge-bälk knacken. Um den Fahrkomfort der Triebwagen doch noch et-was zu verbessern, erhielten die Drehgestelle neu eine zweite Federstufe. Diese erlaubte es, den Ka-sten gegenüber dem Drehgestell abzufedern.
Dank dieser zweiten Federstufe wurden die Schläge des
Drehgestells
nicht mehr direkt auf den Kasten übertragen. Dadurch sollte der
Triebwagen
nicht mehr so stark rumpeln und das bockige Fahrver-halten sollte auch
verschwinden.
Die neuen Federn wurden wegen dem verfügbaren Platz quer zur
Fahrrichtung eingebaut. Benötigt wurden drei Pakete, die nebeneinander
platziert wurden. Als eigentliche
Feder verwendete man die bei den Eisenbahnen gut funktionierenden
Blattfedern.
Andere Lösungen hätten in den kurzen
Drehgestell schlicht keinen Platz gefunden.
Diese neue sekundäre
Federung
hatte aber zur Folge, dass auch die Abstützung des Kastens verändert
werden musste.
Der Kasten stützte sich nicht mehr direkt auf das
Drehgestell
ab. Damit die
Federung
wirksam wurde, musste eine Wiege eingebaut werden. Diese war am Kasten
befestigt worden und die stützte sich auf die
Blattfedern
ab. Der Kasten konnte sich so frei bewegen und die Lenkbewegungen in
Kurven
und
Kuppen
wurden wie bisher zugelassen. Ein deutlich verbessertes Fahrverhalten
sollte so ermöglicht werden.
Die erwartete grossartige Verbesserung beim Komfort für die
Reisenden gab es also nicht. Ausser dass sich die Fahreigenschaften
verbessert hatten, gab es kaum einen Fortschritt für die Reisenden. Der
alte Holzkasten wurde nur ein wenig saniert, blieb aber in seiner Form
weiterhin bestehen. Absturzsicherungen, Geländer oder gar
Einstiegstüren
suchte man weiterhin vergebens. Auch wurde an den Holzbänken nichts
geändert.
Auch die
Antriebe
wurden verändert. Der bisher verbaute
Tatzlagerantrieb
hatte sich nicht bewährt und wurde daher aufgegeben. Da man für die beiden
neuen
Triebachsen
neue Antriebe benötigte, baute man gleich alle vier Stück um. Anstelle der
alten Lösung wurde nun eine Neuentwicklung aus dem Hause BBC eingebaut. So
war der Motor vollständig gefedert. Auf eine Anpassung der
Getriebe
und deren
Übersetzung
von
1 :
5.6 wurde jedoch verzichtet.
Die umgebauten
Triebwagen
erhielten auch einen neuen Anstrich. Nach den Jahren musste dieser zudem
erneuert werden. Der bisher ganz in dunkelrot gehaltene Kasten erhielt nun
ein graues Fensterband. Optisch passten die drei Triebwagen zu den
Modellen der Baureihe CFe 4/5.
Hier bewirkte diese Lösung auch, dass die neu als Reihe Ce 4/4
bezeichneten Triebwagen länger wirkten. Sie sehen es war nur eine
bescheidene Anpassung.
Vereinfacht wurden auch die Bahnanschriften. Waren diese bisher
ausgeschrieben worden, wurden sie den neuen Regeln angepasst. An der Seite
in der Mitte der Seitenwand wurde im unteren Teil die Abkürzung BLS
angeschrieben. Dabei wurden verchromte Buchstaben verwendet, wie sie in
der damaligen Zeit auch bei anderen Fahrzeugen angebracht wurden. Diese
moderne Lösung wurde auch für die neu mit arabischen Zahlen abgebrachte
Wagenklasse
verwendet.
Einer jener Punkte, die nicht verändert werden mussten. Einzig die
Speiseleitung
wurde nun an den
Stossbalken
geführt und nicht mehr die
Apparate-leitung,
was aber nebensächlich ist. Wo man nach einem Einsatz von 25 Jahren die umfangreichsten Anpassungen erwarten würde, gab es schlicht keine Veränderungen. Die alten Holz-bänke blieben ebenso erhalten, wie der sehr enge Sitzteiler.
Ohne Verluste bei den Sitzplätzen, oder einem kom-pletten Umbau
des Kastens, konnte man hier auch nicht viel verändern. Die Fahrgäste
mussten sich da-her immer noch absprechen, wer wo seinen Fuss hinstellt. Umfangreich waren die Arbeiten bei der elek-trischen Ausrüstung, die komplett erneuert wurde. Die alten Kabel waren verrottet und mussten durch neue ersetzt werden. Auch die Fahrmotoren waren dank der stark ver-schmutzten Ventilation arg in Mitleidenschaft ge-zogen worden.
Kam hinzu, dass der
Transformator
auch nicht mehr zeitgemäss war. Einfach gesagt, man musste bis auf die
Stromabnehmer
alles an der elektrischen Ausrüstung ändern.
Die bisher vorhandene Blitzschutzausrüstung wurde einfach
entfernt, da sie nicht den erhofften Nutzen brachte und so nicht benötigt
wurde. Einzige Änderung auf dem Dach war der Wegfall des alten
Ölhauptschalters.
An seine Stelle trat neu eine einfache
Dachsicherung.
Diese reichte bei der installierten
Leistung
problemlos aus. Im Notfall konnten die sich senkenden
Stromabnehmer
die auftretenden
Ströme auch ohne Schaden abschalten.
Die bisherigen
Anzapfungen
blieben jedoch auch hier erhalten. Das lag an der immer noch verwendeten
Schützensteuerung
und an der damit verbunden Anzahl
Der Transformator besass neue eine natürliche Ölumlaufkühlung. Die Kühlung des Öls er-folgte weiterhin über die Wände und durch den Fahrtwind. Es wurden seitlich am Wagenkasten zusätzliche Rohre montiert.
So war die
Kühlung
besser und sie wurde nicht mehr so stark verschmutzt. Die Schäden durch
mangelhafte Kühlung entfielen so. Man kann jedoch sagen, dass die
Triebwagen
wieder einen aktuellen
Transformator
erhielten.
Die sechs
Anzapfungen
des
Transformators
erlaubten zusammen mit einer neuen
Überschaltdrosselspule
eine Erhöhung der Anzahl
Fahrstufen.
Man konnte so die Anzahl Fahrstufen von sechs auf elf erhöhen. So konnte
eine feinere Abstufung der einzelnen
Spannungen
erreicht werden. Die merkbaren Zuckungen beim zuschalten der Fahrstufen
wurden mit dieser Lösung verringert, was auch zur Steigerung des
Fahrkomforts
betragen sollte.
Verschliessen und beschädigt waren die bisherigen
Fahrmotoren. Diese
konnten nicht mehr verwendet werden. Da zudem zwei neue Motoren benötigt
wurden, ersetzte man gleich alle vier Exemplare. Die vier neuen
Fahrmotoren erhielten gesamthaft ein Gewicht von 5,2 Tonnen. Damit waren
sie 2,4 Tonnen leichter als die zwei alten Fahrmotoren. Deutlicher kann
man den Fortschrift beim Bau dieser Teile nicht aufzeigen.
Auch wenn diese Steigerung enorm war, im Vergleich
zu den anderen Baureihen, war dieser
Triebwagen
immer noch mit einer
schwachen
Leistung
versehen worden. Grosse Züge musste er nicht ziehen. Um die Fahrmotoren besser vor einer Verschmutzung zu schützen, baute man die Ventilation grundlegend um. Neu kamen die Ventilatoren auf das Dach. Sie waren daher als eine der wenigen deutlich erkennbaren Änderungen zu sehen.
Die im Dachbereich angesaugte und wesentlich sauberere Luft, wurde
durch Kanäle und
Filter unter das Fahrzeug und durch die Motoren ins Freie gepresst.
Die
Fahrmo-toren wurden so nicht mehr so stark verschmutzt. Angepasst wurde auch die Zugsheizung. Diese arbeitete bisher mit einer Spannung von 300 Volt. Wagen bei denen damit noch etwas Wärme aus den Widerständen entlockt werden konnte, gab es nicht mehr.
Daher wurde die
Spannung auf die üblichen 1000
Volt erhöht. Eine Anpassung, die eigentlich
längst gemacht werden sollte, aber wegen der sehr bescheidenen
Leistung
nicht umgesetzt wurde. Nun aber gab es wieder eine passende
Zugsheizung.
Gänzlich erneuert wurde die Verkabelung auch bei der Steuerung. Diese
arbeitete neu mit der üblichen
Spannung von 36
Volt. Dazu wurden nun zwei
übliche Behälter für die
Bleibatterien verbaut. Musste nun eine
Batterie
im Unterhalt ersetzt werden, konnten einfach neue Behälter aus dem
Lager
in den Kasten eingebaut werden. Der bisher erforderliche Austausch der
Zellen konnte entfallen, was den Unterhalt vereinfachte.
Eine Massnahme, die bei der
Vorhaltung von
Glühbirnen die Verwendung der üblichen Modelle erlaubte.
Die alten Laternen verwendete man jedoch weiterhin. Bei der Bedienung gab es nur den Unterschied, dass nun mit dem Steuerkontroller mehr Umdrehungen gemacht werden konnten. Das war eine direkte Folge der neuen Anzahl Fahrstufen und führte zu einer veränderten An-zeige der eingestellten Stufe.
Weitere Anpassungen in diesem Bereich
blieben jedoch aus. So sollten diese
Triebwagen weiterhin eines der
wenigen Modelle bleiben, die stehend bedient werden mussten.
Es muss noch erwähnt werden, dass die drei
Triebwagen beim Umbau auch mit
einem
Totmannpedal versehen wurden. Diese Lösungen gehörten mittlerweile
schon fast zum Standard. Das galt jedoch nicht für die neue
Zugsicherung,
die damals erst bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB eingeführt worden
war. Die ehemaligen
Motorwagen von 1910 hatten daher auch in diesem
Bereich wieder einen aktuellen Zustand erhalten.
Damit hätten wir den Umbau abgeschlossen. Die nachfolgenden Jahre brachten
keine grossen Änderungen mehr. Bei den
Stromabnehmern
montierte man noch
die mittlerweile eingeführten
Doppelschleifstücke. Es konnte so mit
nur noch einem gehobenen Bügel gefahren werden. Es blieb jedoch bei zwei
montierten Stromabnehmern, so dass ein Schalter zur Wahl eingebaut werden
musste. Eine Anpassung, die auch andere Baureihen betraf.
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