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Farben und Abschriften |
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Auch mit der Verwendung neuer Materialen, war der Schutz nicht
minder wichtig. Zwar konnte Aluminium im Gegensatz zum Stahl nicht rosten.
Jedoch gab es hier das Problem mit der Korrosion. Bei dieser wurde das
Aluminium schlicht zersetzt und verlor so die Tragfähigkeit. Da in dem
Fall neben einer leitenden Flüssigkeit auch eine geringe
Spannung
vorhanden sein mussten, galt es den Anstrich auch in elektrischer Sicht
aufzubauen.
Nur so gelang es, dass diese auch auf glatten Flächen haften blieb.
Jedoch war gerade das ein Problem, denn Säuren und Aluminium
erzeugten Bauxit und das will man verhindern. Daher mussten hier Mittel
verwendet werden, die eine Lösung hatten, bei der die Säure sofort
neutralisiert wurde.
Die so aufgebaute isolierende Schutzschicht war wichtig, denn sie
trennte die weiteren Schichten vom Metall. Trotzdem sollte auch jetzt
darauf geachtet werden, dass keine starken Säuren enthalten waren. Es war
wirklich nicht leicht, passende Mittel zu finden. Das ist auch der Grund,
warum Aluminium sehr oft für den Schutz eloxiert wurde. Eine Lösung, die
hier noch nicht ging, weil der Kasten in ein Bad getaucht werden muss.
Mit der zweiten Schicht aus Spachtel wurden Unebenheiten
ausgeglichen. Dabei galt, dass bei einem Fahrzeug der Eisenbahn eher mehr
Spachtelmasse benutzt wurde, als das bei den Autos der Fall war. Ein gutes
Beispiel dafür war die
Baureihe
Re 4/4 II, die so die
magnetischen Eigenschaften des Stahls verlor. Hier war das auch der Fall,
aber das war auch wegen dem Metall der Fall, denn Aluminium leitete zwar
gut, aber war nicht magnetisch.
Mit diesen Schichten wurde ein guter Schutz vor den Auswirkungen
des Betriebes erzeugt. Während ich nun anhand der Kasten der Schutz vor
Korrosion erwähnt habe, gilt das natürlich für den Rost bei den aus Stahl
gefertigten Bauteilen. Dazu gehörten die
Drehgestelle,
aber auch die
automatischen Kupplungen
GFV an den Enden des
Triebzuges.
So unterschiedlich war der Schutz nicht, man musste einfach auch
elektrisch neutral sein.
Wie gefährlich diese Stoffe für die Umwelt waren, wusste man
damals noch nicht und das sollten wir später noch einmal erfahren. Dann
jedoch wird es wirklich extrem gefährlich für die Gesundheit der Menschen.
Wenn wir schon bei den Menschen sind, dann sind diese immer wieder
den Einflüssen des Zeitgeistes unterworfen. Das kennen Sie vielleicht bei
der Mode. Was das mit dem
Triebzug
zu tun hat? Viel, denn auch sein Farbkleid kann der Mode unterworfen sein.
Bisher waren die Schweizerischen Bundesbahnen SBB davon nicht so sehr
beeindruckt, aber es gab immer wieder Ausrutscher und dann anders
aussehende Fahrzeuge.
Erinnern wir uns an die legendären
Roten Pfeile,
die im knalligen Rot daher kamen. Dann kam die königsblaue
Lokomotive
der Reihe Re 4/4 I. Die
hellgrünen Modell am Gotthard nicht zu vergessen. Hier jedoch von einem
Ausrutscher zu sprechen wäre komplett falsch, denn mit den
Triebzügen
RABDe 12/12 gab es schon
neue Farben und nun kam einfach der aktuelle Zeitgeist dazu und der war
1970 schlicht bunt und schrill.
Bekannt wurde diese Zeit unter dem Begriff Popart. Mit bunten
Farben und oft fraglichen Kombinationen wurde gearbeitet. Von diesen
äusseren Einflüssen war das Direktorium in Bern beeindruckt. Da man mit
den neuen Zügen den Mief der alten Eisenbahn loswerden und sich modern
darstellen wollte, kam man nicht um diese Popart herum und dabei griffen
die
Staatsbahnen
beherzt in die Kiste mit den Farben und es wurde bunt.
Sie wurden steingrau und Orange gefärbt. Ein Bild das sich bei den
Leuten einprägen sollte und diese neuen Ideen wollte man auch beim
Nahverkehr
umsetzten und so wurden die vier
Prototypen
mit einem neuen Anstrich versehen. Es wird nun wirklich sehr bunt und auch
ungewohnt.
Für den Kasten wurden die Farben gelb und violett gewählt. Sie
haben nicht falsch gelesen, es waren wirklich sehr ungewohnte Farben, die
eigentlich gar nicht so zur Schweizerischen Bundesbahnen SBB passen
sollten. Es war aber so und wir müssen genauer hinsehen. Dabei kann
erwähnt werden, dass man mit den Farben noch spielte, wo man nur konnte.
Daher müssen wir die Bereiche getrennt ansehen und ich beginne mit der
Front.
Bei der
Front
war es wichtig, dass der Zug gut zu erkennen war. Daher wurde diese
komplett gelb gestaltet. Es gab nur eine Zierlinie über der
automatischen Kupplung,
die in Violett gehalten wurde. Vom Aufbau her erinnerte dieses Schmuckwerk
an die Wagen und den Schnauz der
Baureihe
Ae 6/6. Wobei auch dieser vom
Flügelrad der Eisenbahnen abgeleitet worden war. Hier wurde dieses einfach
puristisch und sehr technisch gestaltet.
Sie sehen, vom alten Mief konnte man sich nicht überall trennen.
Nicht jeder der den
Triebzug
sah, erkannte in der Gestaltung der Zierlinie das Flügelrad der Eisenbahn.
Weitere Abweichungen gab es bei der
Front
nicht mehr und wir können uns den Seitenwänden zuwenden. Diese waren, wie
das schon bei den
Einheitswagen III
der Fall war zweifarbig. In Bereich der Seitenfenster kam auch hier die
gelbe Farbe der Front vor.
Dabei
wurde die abgeschrägte
Front
übernommen. Das führte dazu, dass der gelbe Teil in einer Spitze zulief
und so das Bild etwas auflockerte. Dieses Konzept wurde später übernommen,
wobei dann andere Farben im Spiel waren.
Um die Seitenwände abzuschliessen, sehen wir uns noch die
Einstiegstüren
an. Diese wurden komplett gelb gehalten und waren daher auch von
sehbehinderten Leuten gut zu erkennen. Als Ausnahme davon kann die Türe
beim
Gepäckabteil
angesehen werden. Diese war in den Farben des Seitenwand gehalten. Die
Türe diente eigentlich als Gepäcktor und konnte daher nicht von den
Reisenden benutzt werden. Es war wirklich durchdacht.
Die technischen Bereiche wurden nicht neu gefärbt. Beim Laufwerk
hatten sich dunkelgraue Farben bewährt und daher wurden diese belassen.
Sie kamen auch für die
automatische Kupplung
zur Anwendung. Farblich nicht behandelt wurden dabei nur die
Bandagen
der
Triebwagen,
denn diese waren einem Verschleiss unterworfen, der die Farbe beschädigt
hätte. Die hier verwendeten hochfesten Stähle waren auch nicht so anfällig
auf Rost.
Im Bereich des Daches wurde spezielle Lacke verwendet. Hier musste
noch ein Schutz vor den magnetischen Feldern der
Fahrleitung
eingebaut werden. Dazu wurden die Lacke mit Eisenglimmer durchsetzt. Nun
aber wurden auch noch Pigmente zugefügt und das Dach erschien zusammen mit
den Aufbauen in einer dunkelgrauen Farbe. Silber glänzend waren nur die
Lüftungsgitter,
die eloxiert und daher nicht behandelt wurden.
Beim erwähnten Wagen wurde die italienische Schreib-weise
weggelassen. Es war eine Lösung, die auch bei den
Einheitswagen III
eingeführt wurde und diese Lösung sollte auch bleiben. Das bisher zwischen der deutschen und französischen Ab-kürzung vorhandene Kreuz des Landes verschwanden. An deren Stelle trat das neue Logo der Schweizerischen Bundesbahnen SBB.
Dieses bildete das Kreuz des Landes ab und ergänzte dieses mit
seitlichen Pfeilen. Auch dieses neue Logo war in der Farbe der Anschriften
gestaltet worden. Es wurde zudem an der Stelle des bisherigen Wappens und
damit nach dem Kürzel SBB eingefügt.
Weggelassen wurde hier hingegen der bekannte gelbe Strich zur
Kennzeichnung der ersten
Wagenklasse.
Diese hätte man wegen der gelben Grundfarbe des Kastens gar nicht erkennen
können. Eine andere Farbe wurde jedoch nicht verwendet und daher wurden
die Hinweise zu den Wagenklassen auf andere Weise angebracht und die war
für Reisende sehr gut zu erkennen, denn die Hinweise befanden sich nun auf
der
Einstiegstüre.
Hier wurden die Klassenanschrift mit den normalen Ziffern
ausgeführt. Sie waren schwarz und mit einem weissen Grund versehen worden.
Vorhanden war sie auf jedem Flügel der Türe. Wer nun vor dieser stand
konnte so sofort erkennen, in welches Abteil er einsteigen wollte. Nur bei
offener Türe befanden sich die neben dem Einstieg. Dort waren auch die
Tasten für die Bedienung vorhanden. Speziell gekennzeichnet wurden sie
erst später.
Die bisher auch an der
Front
vorhandene Nummer fehlte schlicht, denn dort gab es ausser der Anschrift
in den Linientransparenten keine Anschriften, was auch die Nummer des
Triebzuges
umfasste. Für das Personal war der richtige Zug daher nur schwer zu
erkennen. Die Hinweise zu den beteiligten Herstellern fehlten aussen ebenfalls. Das war bei den Triebwagen schon immer so und stellte daher keine Neuerung dar. Diese Hinweise fanden sich bei den Fahrzeugen für Reisende immer im inneren des Fahrzeuges. Dazu
wurden Emailschilder verwendet. Das sollte sich auch mit diesen
Triebzügen nicht mehr ändern. Nicht alle Punkte wurden daher neu
durchdacht, auch wenn das hier nicht so leicht war.
Damit haben wir einen recht ungewohnt gefärbten
Triebzug
erhalten, der auch über sehr bescheidene Anschriften verfügte. Die
Hinweise zum
Heimatdepot
fanden sich, wie bei den Wagen, an den innen vorhandenen Stirnwänden. Die
bekannten Schilder wurden bei den Triebzügen nicht angebracht und auch die
Wagen wurden dabei nicht unterschieden. Das obwohl diese bekanntlich auch
ausgereiht und neu eingefügt werden konnten.
Hier muss noch erwähnt werden, dass es nicht schwer ist zu
verstehen, wie die Züge zu ihrem ungewohnten Kosenamen kamen. Wer den Zug
gelb anpinselt und dann noch Wagen baut, die sich bei geringer Belastung
durchbiegen, muss sich nicht wundern, wenn man in dem Fall von einer
Banane sprach. Es war dann nicht mehr weit und die in der Schweiz bei
diesen Früchten sehr bekannte Firma wurde bei den
Triebzügen genommen.
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