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Sollten Sie hier das obligate Kapitel mit den Anpassungen und
Änderungen vermissen, dann ist das kein Fehler. Es waren vier
Prototypen,
die nie so richtig aus diesem Status herauskommen sollten. Besonders als
die Serie wegen den konstruktiven Problemen nicht bestellt wurde, drängte
sich keine Anpassung an. Die wenigen gemachten Veränderungen können ohne
Probleme in den nun folgenden Kapiteln eingebaut und betrachtet werden.
Auch wenn hier mit einem Wagen etwas «gespielt» werden konnte, für die Betriebsführung war das zu unflexibel.
Dort wurden Strecken erkannt, bei denen durchaus auch fünfteilige
Züge benötigt würden. Zwei
Triebzüge
zu verwenden, war zu viel da sie sehr teuer bei der Beschaffung waren.
In Zukunft sollten wieder
Pendelzüge
beschafft werden, denn bei diesen konnte bei den Zwischenwagen sehr
flexibel gearbeitet werden. Da zudem in der Zwischenzeit nicht mehr auf
jeder
Regionallinie
auch die erste
Wagenklasse
angeboten werden sollte, waren die
Triebzüge
falsch. Diese mussten zwingend mit dieser versehen werden. Das grosse
Problem war jedoch der extreme Leichtbau, der damals nicht so leicht war.
Auch wenn Aluminium für den Aufbau verwendet wurde, das damit
eingesparte Gewicht war zu gering, denn man musste im Vergleich zu Stahl
kräftiger bauen. So reduzierte man überall etwas und das kam gar nicht
mehr gut für die Wagen.
Aluminium ist ein sehr leichtes Metall, das sich besonders bei
elektrischen Leitungen gut zeigte und als Ersatz für Kupfer verwendet
wurde. Für den Bau von Fahrzeugen kam es bisher nicht zu Anwendung, da es
nicht so kräftig war, wie das bei Stahl der Fall war. Die ersten Wagen aus
Aluminium stimmten jedoch zuversichtlich und so baute man den Wagenkasten
so auf, wie man es sich gewohnt war. Dabei wurde der Leichtbau zum
äussersten getrieben.
Bereits bei der Montage der
Triebzüge
erkannte man, dass sich die Wagenkasten mit zunehmender Belastung
verzogen. In der Mitte sackte der Kasten mit samt dem Boden nach unten. Er
war viel zu schwach gebaut worden und der selbst-tragende Kasten zeigte
seine Grenzen auf. Ein Problem, das beim Bau erkannt wurde und das
letztlich den Zügen auch den Vergleich mit der Banane einbringen sollte.
Das muss genauer angesehen werden.
Die Konstrukteure mussten sich damals noch auf ihre Be-rechnungen
verlassen. Diese waren hier zu sehr auf Ver-minderung beim Gewicht
ausgelegt worden. So kam es zu Problemen bei der Tragfähigkeit. Einen
Vorwurf kann man niemandem machen, denn jeder hat sich schon einmal
verrechnet und das konnte auch hier passieren.
Man hätte mit den aufgebauten
Rohwagenkasten
durchaus Versuche anstellen können. Diese waren damals so weit
fortgeschritten, dass man sogar ohne Schäden arbeiten konnte. Ob diese
Versuche unternommen wurden, ist nicht bekannt. Es kann aber auch
angenommen werden, dass wegen der Minimierung der Kosten auf ein paar
Schritte beim Aufbau verzichtet wurde. Leicht und billig, war daher keine
gute Kombination.
Im Betrieb wird der Kasten nicht stabiler, denn Leute können unterschiedlich schwer sein. Wenn dann gewichtige Herren aus der Chefetage einstiegen, wurde es kritisch. Die Verwindungen waren da, jedoch führten sie nicht zu Schäden. Langfristig wären diese vermutlich zu befürchten gewesen.
Mit dem unveränderten Weiterbau begab man sich schon an den Rand
kriminellen Denkens. Wenn je-doch der Kunde das billigt, ist klar, niemand
reagiert. Der
Triebzug
sollte extrem leicht werden und das war das Ziel. Wenn er sich deswegen
wie eine Banane durchbog, war das nicht so schön an-zusehen. Bedingt durch diese Verwindung verschoben sich die Spaltmasse im Fahrzeug. Das wiederum ergab dort ein Problem, wo diese wichtig waren. Wer sich mit diesen im Fahrzeug befasste, erkannte schnell, dass etwas nicht stimmt.
Die späteren Probleme im Betrieb kamen von diesen Spaltmassen, die
wirklich extrem wichtig waren und das nicht nur für die Optik. Noch sind
wir aber nicht so weit und es gibt noch andere Probleme mit den Wagen. Die beiden Triebwagen waren nicht so sehr betroffen. Sie mussten wegen dem Einbau der elektrischen Ausrüstung kräftiger gebaut werden. Jedoch konnten auch hier die Kasten nicht mithalten. Bananen gab es im ganzen Triebzug.
Sie waren jedoch bei den Wagen gut zu erkennen. Wer hier an eine
Fehlkonstruktion denkt, ist gar nicht so weit daneben. Es war eine und
statt diese einzustampfen, baute man frisch fröhlich weiter am
Triebzug.
Mit diesen Voraussetzungen ging es zum Elektriker. Die verbaute
Lösung war nicht so neu, wie man das der Welt gerne verkauft hätte.
Stromrichter
mit
Wellenstrommotoren
gab es bereits bei
Privatbahn.
Eine
Lokomotive
hatte man im Bestand, die damals schon über
Drehstrommotoren
verfügten. Warum hier nicht auch ein
Prototyp
so aufgebaut wurde, war nicht nachvollziehbar. Es waren Prototypen und das
war zu Beginn klar.
Wer dann genauer hinsah, er-kannte, dass die Kasten über einen Hängebauch verfügten.
Gebogene gelbe Züge, also et-was anderes als eine Banane kommt
auch mir nicht in den Sinn. Da die Schweizer damals Chiquita Bananen
assen, war der Name schnell klar.
Der
Triebzug
wurde einer intensiven Erprobung unterzogen. Dazu gehörten Fahrten zum
lauftechnischen Verhalten und zum
Bremsvermögen.
Bei diesen mussten die technisch bestimmten
Bremswege
auch eingehalten werden, wenn die
Schienen
in einem schlechten Zustand sind und die
Adhäsion
als mangelhaft zu betrachten ist. Schon viele Modelle waren bei diesen
Testläufen kläglich gescheitert und hier fehlte der Sand.
Neben diesen
Versuchsfahrten
erfolgten auch Fahrten, die den Störströmen dienten. Damit man über diese
Informiert war, wurden Störstrommessungen vorgenommen. Dabei wurde der
Einfluss des Zuges auf die stationären Anlagen geprüft. In dem Punkt gab
es durchaus Probleme, die man schon im Vorfeld erwartet hatte und die mit
den
Triebzügen
ausgemerzt werden sollten. Dazu musste man die Probleme aber zuerst
erkennen.
Oberwellen entstehend bei allen elektrischen Fahrzeugen. Bei den
klassischen Modellen führten diese zu Beginn dazu, dass die
Frequenz
in der
Fahrleitung
von 50
Hertz
auf 15 Hertz verringert wurde. Es war also nicht neu und mit den
Stromrichtern
nahmen diese Störströme einfach in einem grosse Masse zu und daher sprach
man hier von einem Problem und das konnte durchaus für schwere Unfälle
sorgen, denn es ging um die
Stellwerke.
Betraf das die
Relais,
die für die Schaltung der Licht-signale verantwortlich waren, spielten
diese plötzlich verrückt. Mehrere Linsen die gleichzeitig leuchteten, auch
wenn das nicht vorgesehen war. Die Technik war zwar so ausgelegt worden, dass es keine gefährlichen Situationen geben konnte, aber es war nicht auszuschliessen. Die Versuchsfahrten zeig-ten, dass die Oberwellen nicht vermieden werden konnten. Zudem erkanntem
man auch,
dass diese nur bestimm-te Typen von
Stellwerken
negativ beeinflussten. So konnte man an einen Betrieb denken, denn waren
die Stellwerke nicht betroffen, dann konnte mit dem
Triebzug
ohne Probleme gefahren werden. Was mit den Oberwellen in der Fahrleitung genau pas-siert, das wurde damals bei den Versuchen nicht restlos geklärt. Sie verschwanden nach einer Zeit einfach wieder.
Erst später erkannte man, dass
Lokomotiven
mit konventioneller Steuerung für den Abbau der Oberwellen verantwortlich
waren. Dort wurden sie verarbeitet und das führte zu einem geringeren
Verschleiss bei den
Kollektoren.
Auch die
Frequenz
hatte durchaus einen Einfluss.
Mit Abschluss dieser
Versuchsfahrten
wurden
Bahnhöfe
bestimmt, die von diesem Modellen nicht befahren werden durften.
Interessanter Weise gehörte auch der Bahnhof von Luzern dazu. Das obwohl
dort schon länger die spezielle
Lokomotive
mit statischem
Umrichter
verkehrte. Es war die Anzahl und die sollte auch hier noch grösser werden,
denn am 13. April 1976 wurde mit der Betriebsnummer 2003 der zweite
Triebzug
ausgeliefert.
Man hatte nun drei
Triebzüge
und so konnten die immer noch laufenden
Versuchsfahrten
auch mit der
Vielfachsteuerung
erfolgen. Dabei wurden auch die Störstrommessungen wiederholt und die
ersten Erwartungen wurden er-füllt. Das Problem mit den Oberwellen nahm zu und daher bestand immer ein latentes Problem damit. Erst die Umrichter und dort ein spezieller Tag sollte das Problem nachhaltig lösen.
Mit der
Baureihe
RABDe 8/16 hatte die Umstellung auf 16.7
Hertz
nichts mehr zu tun. Als das kam, waren die vier
Prototypen
bereits wieder aus dem Netz verschwunden. Sie konnten sich nicht
durchsetzen. Doch uns fehlt immer noch ein
Triebzug. Was man bei der Technik versäumte, machte man mit der Nummer 2004. Diese wurde am 31. August 1976 ausgeliefert und dieser Triebzug war voll-ständig mit der LZB und AFB ausgerüstet worden.
Die anderen drei Einheiten waren vorbereitet und nun kam der erste
Triebzug,
der sonst aber mit den anderen Modellen vergleichbar war. Jedoch
absolvierte diese Einheit eine deutlich andere
Inbetriebsetzung,
denn es gab neue
Probefahrten.
Die
Probefahrten
mit dem
Triebzug
betrafen in erster Linie die
LZB.
Dabei konnte er auch mit einer anderen Einheit kombiniert verkehren.
Lediglich an der Spitze musste die Nummer 2004 eingereiht werden. Erprobt
werden sollte die LZB auf den Strecken zwischen Lavorgo und Bodio, sowie
zwischen Turgi und Koblenz. Dort sollte sich die Nummer 2004 nützlich
machen, denn es ging auch um die
AFB
und diese war wirklich speziell.
Um diese auf ein absolutes Minimum zu verringern, sollten sich die
Züge im effektiven Bremswegabstand folgen können. Fahren wie auf der
Strasse, ohne feste Abschnitte, die freigelegt werden müssen. So unglaublich das klingt, es war durchaus möglich. Dazu mussten die Züge aber über eine präzise Kon-trolle des Zugschlusses verfügen und auch die Regel-ung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit musste von der Zentrale der Strecke übernommen werden.
Der Lokführer war nur noch für die Überwachung vorgesehen. Auch
hätte er bei Störungen eingreifen können. Dazu musste bereits für die
Versuche ein Modell mit
AFB
versehen werden. Die Wahl fiel auf die Nummer 2004 da er noch im Bau war und weil diese Einheiten über eine Geschwindig-keitssteuerung verfügten.
Auf dieser konnte die
AFB
aufgebaut werden. Nun fehlte nur noch der Zug, dem gefolgt werden sollte
und dazu war eine
Lokomotive
der Reihe Re 4/4 II
vorgesehen. Diese musste keine AFB besitzen und bei der leeren Lokomotive
war auch der Zugschluss zuverlässig überwacht, denn sonst wäre das
Fahrzeug zerrissen worden.
Zwischen Turgi und Koblenz hatte man einen Abschnitt mit
fliegenden
Blöcken
versehen. Auf diesen sollten die
Versuchsfahrten
mit der
AFB
erfolgen. Man kann durchaus annehmen, dass da nicht gleich mit hohen
Geschwindigkeiten begonnen wurde. Diese Hochtastfahrten waren wichtig,
denn alles andere wäre schlicht einem Selbstmord gleich gekommen. Die
Fahrten fanden statt und konnten erfolgreich angeschlossen werden.
Ohne
eine sichere Kontrolle des Zugschlusses lohn-ten sich weder die
AFB
noch die fliegenden
Blöcke.
Wie schwer das umzusetzen ist, zeigt sich aktuell. Gut 50 Jahre später
wird das Level 3
von
ETCS
noch nicht flächendeckend angewendet. Nachdem Abschluss der Versuchsfahrten mit der LZB kam der Triebzug wieder in den normalen Betrieb. Wobei normal war bei diesen vier Proto-typen immer ein etwas falsch verstandenes Wort. Die Anzeigen der LZB wurden ausgebaut und der Zug war wieder auf dem gleichen Stand der Tech-nik.
Nur wer sich gut auskannte, konnte die Einbauten der
LZB
noch erkennen, denn restlos verschwunden war sie auch nach der Anpassung
nicht. Die Triebzüge kamen nach der Inbetriebsetzung in den gelenkten Betrieb. Es waren nur wenigen Strek-ken erlaubt und auch das Personal sollte auf wenige Depots beschränkt werden.
Bei lediglich vier Fahrzeugen und der Tatsache, dass diese nie in
Serie gehen würden, eine durchaus sinnvolle Lösung. Da im Raum Zürich
bereits die Einheiten RABDe
12/12 verkehrten, teilte man dem dortigen
Depot
auch die neuen
Triebzüge
zu.
Mit dem Übergang in den Betrieb wurden die
Triebzüge
auch dem Unterhalt zugeteilt. Der regelmässige Kleinunterhalt erfolgte in
den Anlagen von Zürich und auch in die
Hauptwerkstätte
war es nicht weit, denn wie die meisten
Triebwagen
wurden sie der dortigen Hauptwerkstätte zugeteilt. Damit war der Triebzug
auch für die Kundschaft frei gegeben. Jetzt musste sich zeigen, was der
Leichtbau wirklich konnte.
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